Rainer Nehring zum Thema TARIFPOLITIK

Steckt die Tarifpolitik in der Krise !?

Seit Jahrzehnten, genauer seit Mitte der achtziger Jahre, stellen wir fest, das Beschäftigte sich mit ihren Lohnzuwächsen hinter den Produktivitätszuwächsen bewegen. Zudem kommt noch das es ein Verteilungskampf unter den verschiedenen Arbeitnehmergruppen gibt, wodurch mehr und mehr Niedriglohnbereiche entstehen.
Die Umverteilung von unten nach oben findet nicht nur zu Gunsten der Unternehmer und Konzerne, sondern auch der mittleren und hohen Einkommensbezieher statt.

Die zweidrittel Gesellschaft ist Realität geworden, ein Ende ist jedoch nicht in Sicht.

Die Ursachen sind vielfältig und wir tragen unseren Teil dazu bei.
Ich teile durchaus die Auffassung derer die zu den Ursachen folgendes geäußert haben.
Zitat:
Unter dem Druck von Massenarbeitslosigkeit und permanenten Personalabbau sind wir in die Defensive geraten. Gehen wir nicht Tag für Tag auf Branchen- und Betriebsebene Bündnisse ein, in denen wir Zugeständnisse bei Arbeits- und Einkommensbedingungen machen, um damit Personalabbau zu verhindern um Beschäftigung zu sichern.
Je mehr unsere Tarifverträge erodieren, und dazu tragen wir mit den Beschäftigungsbündnissen bei, desto weniger können wir als wirtschaftspolitischer Verhandlungspartner Einfluss nehmen.
Zitat Ende

Diese Politik der Zersplitterung der Tarifverträge in Branchen, Sparten und Haustarifverträgen verringert unser Solidarbewusstsein und spaltet die abhängig Beschäftigten in leichter zu steuernde, beeinflussbare Minigewerkschaften.

Der lohnpolitische Unterbietungswettbewerb feiert seine Hochkonjunktur weil dieser Wettbewerb nicht nur auf der nationalen sondern auf der europäischen Ebene stattfindet.
Deshalb brauchen wir eine europäiche Lohnpolitik

Wer immer noch glaubt, weil er im Moment noch gut organisiert und kampfstark ist, dieser Kelch wird an seinen Betrieb, seine Branche oder Sparte vorübergehen, der muss sich fragen lassen:
"träumst du noch oder schläfst du schon".

Sind wir Blöd?
Was ist Eure Meinung?

05_03 wipo aktuell Nr. 3-05.pdf
TS 062 07 Verhandlungen zur EGO.pdf

548 Kommentare · Diesen Eintrag versenden · drucken

Franklin . Samstag 30. Dezember 2006 19:20

grabowski . schrieb am Donnerstag: 28. Dezember 2006 21:22

Weshalb ist die Kritik gegen TVÖD und TV-L gelöscht worden?
Zu unbequem? Zuviel Wahrheit? Wer Soetwas und dann auch noch "blind" unterzeichnet, der sollte und muss mit der Kritik der Mitglieder rechnen und der darf einfach nicht so ohne Äüssereung darüber hinweg gehen. Es sei denn, er hält seine Mitglieder für schwachsinnige, lallende Halbidioten. Also - was ist nun !?

Erst einmal muss ich als bekennender Verdianer Ihre Beleidigung zurückweisen: die Verdi Mitglieder sind weder schwachsinnig noch lallende Halbidioten.

Im Übrigen: wenn sich eine Diskussion tot gelaufen hat und nur noch die gleichen Punkte, z.teil ja zurecht, kritisiert werden, so ist es nur natürlich einen Blog zu schließen und keine weiteren Kommentare zuzulassen, insbesonders dann, wenn sie in Beleidigungen gegen Gewekschaftsfunktionäre abgleitet.


Der Titel des für Kommentare offenen Blogs heißt: Steckt die Tarifpolitik in der Krise ?

In diesem Zusammenhang kann man durchaus diskutieren, ob der TVöD und der TV-L nun Ergebnis einer Krise sind und wenn ja, worin denn die Krise besteht.

Ihre Meinung dazu, Herr Grabowski, interessiert mich.

grabowski . Dienstag 2. Januar 2007 10:57

Hallo Franklin, lies mal genau nach. Ich habe nicht die "Verdianer" beleidigt, oder hast Du gelesen, dass "ich" die Gewerkschaftsmitglieder für lallende Halbidioten halte? Im Gegenteil, das scheinen die einzig vernünftigen zu sein - mit Sicherheit haben sie jedenfalls nicht einen so unausgegorenen Tarifvertrag verdient! Und totgelaufen hat sich die Diskussion, wie ich finde, nicht - denn es tauchen immer neue Kritikpunkte auf. Und die Funktionäre sind nun einmal verantwortlich. Wenn "Betroffene" ausrasten und in Beleidigungen (Beleidigung ist ein weites Feld) verfallen, dann zeugt das doch nur davon, dass der Tarifvertrag eigentlich gegen die Mitglieder gerichtet ist.
Das die Tarifpolitik in der "Krise" steckt, gilt wohl leider nur für den öffentlichen Dienst. Zumindest wenn man nach den Tarifabschlüssen geht.

EDE . Dienstag 2. Januar 2007 17:56

Du hast völlig recht, grabowski!

Während der dämliche öD (dank verdi) in das dritte Jahr!!!! ohne tabellenwirksamme Lohnerhöhung geht, werden die Mitarbeiter der Deutschen Flugsicherung (100% Bund) streiken, für 4% in 2007 und weitere 4% in 2008.

Die Flugsicherungsmitarbeiter haben übrigens verdi vor einigen Jahren rausgeschmissen und eine eigene Gewerksachaft gegründet!

Drei Jahre Nullrunde, eine gewerkschaftliche Meisterleistung, die in die Geschichtsbücher eingehen wird, zum Gaudium späterer Generationen.

Danke verdi.

Fritz . Mittwoch 3. Januar 2007 15:11

Löhne, 02. Januar 2007
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
bis jetzt habe ich noch niemanden gefunden, der/die dem TVöD auch nur eine einzige positive Seite abgewinnen konnte. Gewinner ist die „Beratungsindustrie“. Auf der ganzen Linie wurde Unfug angerichtet. Den Verantwortlichen von verdi müsste diese Erkenntnis allmählich dämmern.
Vor kurzem war ich mit Personalverantwortlichen, also Vertretern der Arbeitgeberseite, zusammen. Dort war man einhellig der Meinung, verdi habe sich über den Tischen ziehen lassen. Allerdings sah man nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Nachteil, sondern auch die kommunalen Arbeitgeber. Und diese hätten sich von Dr. Otto Schily über den Tisch ziehen lassen.
Diese Einschätzung, die ich ja auch schon vor Jahr und Tag im blog geäußert hatte, wird offenbar von Hauptverwaltungsbeamten auf Sylt geteilt. In der Sylter Rundschau vom 21.12.2006 las ich:

„Niedriglöhne der Kommunen: Bürgermeister schlagen Alarm
Sylter Bürgermeister üben Kritik an dem neuen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. Der seit 1. September geltende TV-ÖD beschere neuen Mitarbeitern der Kommunen teilweise Löhne in der Nähe der Armutsgrenze und führe dazu, dass die Gemeinden keine qualifizierten Mitarbeiter mehr finden.
Bürgermeister kritisieren zu niedrige Löhne für neue Angestellte im öffentlichen Dienst
Sylt/ chr shz 21.12.2006
Das Gehaltsgefüge des neuen Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst ist für die Kommunen der Insel ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite beschert es den Gemeindehaushalten künftig eine Entlastung bei den Personalausgaben, auf der anderen erschwert es aber auch die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern.
„Die Löhne und Gehälter bei Neueinstellungen liegen zum Teil so niedrig, dass wir bald kein Personal mehr bekommen werden“, kritisierte Sylt-Osts amtierender Bürgermeister Christoph Schmatloch im Amtsausschuss.

Unterstützung bekommt er von seinem Kampener Kollegen Harro Johannsen, im Hauptberuf Kämmerer der Westerländer Stadtverwaltung: „Angesichts der hohen Mieten und Lebenshaltungskosten auf der Insel wird es künftig immer schwieriger werden, qualifiziertes Fachpersonal zu bekommen.“ Eine keineswegs hypothetische Entwicklung, wie die jüngsten Erfahrungen bei der Besetzung von drei freien Stellen in Sylt-Ost zeigen.
Schmatloch: „Für eine freie Stelle in unserer Betriebsgruppe hatten wir vier Bewerber, die alle abgesagt haben, als sie hörten, was sie voraussichtlich verdienen werden.“ Nämlich etwa 1 090 Euro netto als Verheirateter mit einem Kind. Bei weniger als 1 540 Euro Haushaltseinkommen (inklusive Kindergeld) gilt eine dreiköpfige Familie laut Statistischem Landesamt als „armutsgefährdet“.
Aber auch qualifizierten Verwaltungsangestellten beschert der TV-ÖD zum Teil kräftige Einbußen. So verdient ein verheirateter 35-jähriger Familienvater von zwei Kindern, der neu eingestellt wird, nach Berechnungen der Amtsverwaltung künftig anfänglich 1 450 Euro netto und damit knapp 250 Euro weniger als nach dem alten Bundesangestelltentarif (BAT). Sollte er zuvor in einer anderen Verwaltung gearbeitet haben, gehen ihm zudem sämtliche Sonderzulagen verloren.
„Damit wird es für uns praktisch unmöglich, gute Leute vom Festland auf die Insel zu holen und selbst intern wird sich niemand auf eine freie Stelle bewerben“, ist sich der leitende Verwaltungsbeamte Joachim Rück sicher. Daran wird seiner Überzeugung nach auch die Möglichkeit von so genannten Leistungszulagen kaum etwas ändern.
Acht Prozent der Personalausgaben einer Verwaltung müssen künftig dafür bereitgestellt werden. Bei der Amtsverwaltung wären das etwa 120 000 Euro im Jahr. Rück: „Es ist jedoch völlig unklar, nach welchen Kriterien das Geld verteilt werden soll. Wonach soll man beurteilen, wer gut und wer noch besser gearbeitet hat? Das kann schnell zu Missgunst und Unzufriedenheit unter Kollegen führen.“
Gemeinsam mit seinen Sylter Kollegen will Schmatloch die Kritik nun bei der Bundesregierung vortragen: „Es kann doch nicht sein, dass wir in Deutschland über wachsende Armut klagen und der Gesetzgeber den Kommunen vorgibt, diese Entwicklung noch zu unterstützen. Auch wenn dadurch die kommunalen Haushalte entlastet werden.“ Das allerdings auch erst in einigen Jahren, wenn durch Neubesetzungen mehr eingespart wird als die zusätzlichen acht Prozent für Leistungszulagen an Kosten verursachen.“

Noch nirgendwo habe ich davon gelesen oder davon gehört, dass sich Verantwortliche in verdi mit der Kritik aus der Arbeitnehmerschaft auch nur ansatzweise auseinandergesetzt hätte.
Als jemand der seit 36 Jahren dieser Gewerkschaft angehört, frage ich mich, welche Sprache die Verantwortlichen in verdi sprechen. Welche Sprache verstehen sie? Wie weit haben sie sich von Basis entfernt? Bleibt in der Tat nur noch der Austritt?
Mit kollegialen Grüßen
Fritz

Max . Mittwoch 3. Januar 2007 16:03

Genau das ist es, was wir "Betroffenen" immer wieder kritisiert haben.
Dazu kommen noch die vielen Ungerechtigkeiten, die in den geschlossenen Blogs dargelegt wurden.
Was ist bis heute passiert: Nichts
Da muß sich verdi doch fragen: Was ist schiefgelaufen? Warum soll der ÖD immer die Vorreiterrolle bei Verschlechterungen spielen und bleibt bei Verbesseungen außen vor.

Wallenröder . Mittwoch 3. Januar 2007 16:52

Liebe benutzer dieser Seiten,

ich verfolge diese Blogs hier schon seit langem. Was mich sehr stört, ist die Tatsache das trotz teilweise massivster Kritik an TVÖD/TV-L es bislang kein Funktionär für nötig befunden hat, irgendeine Stellungnahme zur dieser Kritik abzugeben.

Als Mitleser habe ich das Gefühl, dass sämtliche Äußerungen hier glatt ins Leere laufen!

Da hier offenbar sehr viele Verdi-Mitglieder schreiben, gebe ich mal den Tipp die Seite http://www.netzwerk-verdi.de/ aufzusuchen. Da es ja wohl gute Gründe geben muß, einer Gewerkschaft wie Verdi die Treue zu halten, kann vielleicht eine Innergewerkschaftliche Opposition dazu beitragen, Verdi langfristig wieder auf einen besseren Kurs zu bringen.

Ich selbst stehe seit meinem 16. Lebensjahr, d.h. seit 26 Jahren im öffentlichen Dienst im Berufsleben.
Der ehemaligen ÖTV oder der neuen Verdi habe ich niemals angehört, auch sonst keiner anderen Gewerkschaft.

Als ich Azubi war und ein eventueller Eintritt in die ÖTV anstand, fragte ich meine älteren Kollegen. Die sagten, das das meine eigene Entscheidung ist, die nur ich allein treffen kann. Sie selbst waren alle bereits seit ihrer Lehrlingszeit in einer Gewerkschaft gewesen. Seit ihrem Eintritt in den ÖD waren sie allerdings nacheinander alle aus der ÖTV ausgetreten. Sie hatten, wie sie sagten, schlechte Erfahrungen gemacht. Die Tarifpolitik empfanden die Kollegen als im Vergleich mit anderen Gewerkschaften schlecht und bei konkreten Problemen waren die örtlichen Funktionäre nicht willens oder fähig zu helfen.

Ich entschloß mich damals, erstmal nicht einzutreten, die Lage zu beobachten und damit auch ein wenig Geld einzusparen.

Das war 1980. Und seitdem hat nichts, aber auch überhaupt nichts was die ÖTV/Verdi gerissen hat, mich dazu veranlassen können, meine Entscheidung zu überdenken!

Sämtliche Tarifabschlüsse im ÖD seit dieser Zeit waren unterdurchschnittlich. Die seltenen Ausnahmen davon haben nicht annähernd gereicht, um den Rückstand gegenüber anderen Branchen, der zwischenzeitlich aufgelaufen war, wieder aufzuholen.

Ich erinnere mich an einen großen Streik in den 1990ern, mit Frau Wulf-Matthies als Gewerkschaftscheffin. Letzliche wurde in einer Urabstimmung das Ergebnis der Schlichtung, die nach Wochenlangen Streiks eingeleitet wurde, von den Mitgliedern abgelehnt. Die Tarifkommission hat sich - Satzungsmäßig vollkommen korrekt selbstverständlich - über dieses eindeutige Votum frech hinweggesetzt und das popelige Schlichtungsergebnis angenommen.

Die Streikkasse war offenbar bereits leer, obwohl zuvor seit 20 Jahren kein Streik von Bedeutung im ÖD mehr stattgefunden hatte. Es waren wohl noch die Nachwirkungen der "Neuen Heimat" (weiß überhaupt noch jemand, mit diesem Begriff etwas anzufangen?)...

Seit 1993 war die Zuwendung eingefroren. Zunächst nur für zwei oder drei Jahre. Dann wurde das immer wieder verlängert.

Wenn Wahlen anstanden, dann hat die ÖTV/Verdi immer artig gewartet bis diese vorbei waren und die politisch verantwortlichen wieder 4 Jahre den Rücken frei hatten. Obwohl die Kündigungsfristen der verschiedenen Verträge es durchaus ermöglicht hätten, auch schon vor den Wahlen einmal Druck zu machen.

Diese wenigen Klopfer aus der Vergangenheit fallen mir nur gerade so ein, ohne groß nachdenken zu müssen. Ich will gar nicht daran denken, was ein intensives Überlegen noch alles zu Tage fördern würde!

Zu guter Letzt sind jetzt die Abwrackertarifverträge TVÖD und TV-L in Kraft getreten.

Diese Verträge sind die Krönung der miesen Leistung der ÖTV/Verdi der vergangenen 30 Jahre.

Diese Verträge haben bereits in ihrer kurzen Geltungsdauer gezeigt, das sie in die Sackgasse führen.

Im Arbeiterbereich werden Lücken zwischen den ehemaligen Lohngruppen 8a und 9 aufgerissen, wo vorher keine waren. Im Angestelltenbereich gibt es ebensolche Lücken zwischen Angestellten, die schon die Endstufe im Lebensalter erreicht haben und solchen die noch ein paar Stufe vor sich hatten. Zum Ausgleich gibt es lächerliche, statische Strukturzahlungen. Dann die Problematik in Sachen Ortszuschlägen wenn beide Partner im ÖD beschäftigt sind.

Auch das ist nur eine kurze, bei weitem unvollständige Aufzählung!

Wenn ich nun, in der Rückschau, meine 26 Berufsjahre betrachte und die Tatsache der Nichtmitgliedschaft in einer Gewerkschaft, dann kann ich mich dazu nur im nachhinein beglückwünschen!

Ich muß mich nicht als Trittbrettfahrer fühlen. Diese Gewerkschaft hätte auch mit mir als Mitglied und meinen Beiträgen, wie auch den Beiträgen von meinetwegen 500.000 weiteren Mitgliedern nichts anderes Veranstaltet als sie es in der Vergangenheit tatsächlich getan hat.

Eine fatale Mischung aus Unfähig- und Unwilligkeit zum Nachteil von Hunderttausenden Mitgliedern. Jahrzehntelange Funktionärsinzucht.

Um eine Frage aus einem der vorangegangenen Beiträge aufzugreifen: nein, diese Funktionäre sprechen ganz sicher nicht die Sprache ihrer Mitglieder.

Da ist wohl eher das Lebensgefühl der "Co-Managerschaft" ala Volkswagen vorherrschend...

Um auf die Fragestellung dieses Blogs "Steckt die Tarifpolitik in der Krise" einzugehen: ich kann das nur bejahen. Und darüber hinaus, steckt konkret die Tarifpolitik der Gewerkschaft Verdi in der Krise. Genau genommen steckt die Gewerkschaft Verdi in der Krise.

Diese Gewerkschaft verliert permanent Mitglieder. Und nicht nur das - viele (so wie ich auch) treten gar nicht erst ein.

Nur wenn diese Gewerkschaft komplett umsteuert und auf Gegenkurs geht, kann sie aus dieser Misere herauskommen. Ansonsten hat sich Verdi bald selbst erledigt.

Es ist jedenfalls nicht damit getan, lächerliche Streikchen wie den letzten, der von niemandem Erst genommen wurde (schon gar nicht von der Arbeitgeberseite), hochzureden zum dollsten Streik im ÖD seit Menschengedenken.

Aber: meine Erfahrung der letzten 26 Jahre sagt mir, das von einer Verdi nichts, aber auch gar nichts zu erwarten ist!

Danke für die Aufmerksamkeit
H. Wallenröder

Franklin . Mittwoch 3. Januar 2007 20:26

@ grabowski: na da bin ich ja froh dass nicht die Mitglieder von Ihnen beschimpft werden.

@ EDE wenn jede "kleine" Berufsgruppe, die mit wenigen Mitgliedern bei Streikmaßnahmen eine maximale Wirkung auf das öffentliche Leben erzielen kann, eine eigene Gewerkschaft gründet, fallen alle anderen Beschäftigten hinten runter, und müssen sehen wo sie bleiben.

Und genau dass unterscheidet uns heute von den 70er und frühen 80er Jahren im öffentlichen Dienst: es gibt keine Müllmänner oder Busfahrer mehr, die für ein Ergebnis für alle wirksam streiken können. Wenn Du etwas haben willst, dann tue auch etwas dafür und schiebe nicht die Verantwortung auf die Gewerkschaftsfunktionäre.

@Fritz
leider kenne ich die Mentalität der öffentlichen Arbeitgeber nur zu genau: Tarifverträge wurden auch immer dazu benutzt nicht mehr zu bezahlen. Wenn die Kommunen auf den Inseln Ihren Bediensteten mehr zahlen wollen, dann können sie dass auch, ohne gegen den Tarifvertrag zu verstoßen. Die Leistungsentlohnung ist eine Idee der öffentlichen Arbeitgeber, dass muss man ganz deutlich sagen. Nur gut dass zur Verteilung Betriebsvereinbarungen geschlossen werden müssen und dass dann im ganzen Land über die Verteilungskriterien gesprochen werden muss. Es ist verdammt schwer gerechte Verteilungskriterien zu finden. Es wird wohl bei vielen örtlichen Vereinbarungen darauf hinauslaufen, dass ein gewisser niedriger Prozentsatz des Verteilungsvolumens eine verkappte Nasenprämie wird und der größere Anteil gleichmäßig auf alle übrigen Beschäftigten verteilt wird. Im übrigen halte ich nichts von leistungsbezogenen Vergütungsbestandteilen im öffentlichen Dienst. Könnte abgeschafft und in die Tabelle eingearbeitet werden.

@ Max passiert ist schon was: es wurde bei einigen strittigen Punkten zum TVöD ein Ergebnis erzielt ABER es wird nicht umgesetzt, weil die dadurch entstehenden Mehrbelastungen die öffentlichen Arbeitgeber bei den Kommunen sich doppelt und dreifach von allen Bediensteten durch Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit bezahlen lassen wollen.

Na dann wird dass in der nächsten Tarifrunde geklärt, aber nur, wenn sich genügend Mitglieder bereit erklären dafür zu streiken. Wenn nicht, wird Verdi die vereinbarten Kündigungsfristen ungenutzt verstreichen lassen. Es ist davon auszugehen, dass davon die öffentlichen Arbeitgeber gebrauch machen werden. Ein Häuflein aufrechter Verdianer wird dann ein vierteljahr steiken um neben einigen Verbesserungen auch eine Kröte zu schlucken um einen einheitlichen Tarifvertrag für alle zu behalten.
Ich hoffe Du bist dann auch beim Streik dabei.

@ Herrn Wallenröder: bravo für Ihren Beitrag !!! Sie outen sich in meinen Augen als typischer Trittbrettfahrer.

Mich würde nur interessieren ob Sie in einer politischen Partei Mitglied sind.
Oder engagieren Sie sich vielleicht ehrenamtlich in einem Verein?

Es gibt auch ausgetretene Verdi Mitglieder, denen war Verdi zu kämpferisch: ungelogen !

Hannes . Donnerstag 4. Januar 2007 08:30

Frankin, Deine Nibelungentreue zu einer Gewerkschaft, die auch Dich gnadenlos über den Tisch gezogen hat, spottet jeder Beschreibung...!

EDE . Donnerstag 4. Januar 2007 09:45

Der Bund bietet den Angestellten der Deutschen Flugsicherung (Staatsfirma) 3% und 1700,-€ einmal. Und die Jungs und Mädels gehören eh schon zu den Großverdienern.

Aber die haben ja nach dem Rauswurf von verdi eine eigene Hausgewerkschaft gegründet.

@Franklin. Solidarität gabs mal vor der Globalisierung!

EDE . Donnerstag 4. Januar 2007 09:53

""sueddeutsche.de: Wie viel verdient ein Fluglotse im Jahr?

Klaus Berchtold-Nicholls: Es gibt eine Einstufung von eins bis sieben. Die meisten Lotsen sind in der Kategorie sechs und bekommen etwa 8000 Euro brutto im Monat. Das ist für die meisten die Endstufe der Karriere.


sueddeutsche.de: Das ist ja nicht wenig! Wie sind da vier Prozent mehr Gehalt gerechtfertigt, die die Gewerkschaft von der Deutschen Flugsicherung (DFS) fordert?

Berchtold-Nicholls: Die vier Prozent Tarifforderung und das, was dann bei den Verhandlungen rauskommt, sind verschiedene Dinge. Wir erwarten aber, zumindest die Inflation auszugleichen. "


Kein Kommentar.

Max . Donnerstag 4. Januar 2007 10:29

Ja, der ÖD ist leider die Sau, die durch´s Dorf getrieben wird. Wir sind durch die Tarifpolitik von Verdi von der Einkommensentwicklung abgekoppelt worden zum Wohle der Arbeitgeber. Viele Angestellte im einfachen und mittleren Dienst befinden sich knapp über Hartz 4.
Da darf man kein Mitleid mit denjenigen haben, die das ausgehandelt haben.
Und streiken, lieber Franklin, für den Verdi - Vorsitzenden. Wählt den erstmal ab, dann kann man darüber sprechen.

grabowski . Donnerstag 4. Januar 2007 14:27

@ Franklin

Schön das Sie das einsehen...sonst würde ich mich ja selbst beschimpfen ;-)

Weshalb gibt es denn übrigens "kleine" Beschäftigtengruppen, die für sich gute Abschlüsse erzielen? Weil verdi für die davor kämpferisch so gut verhandelt hat? Kaum.

Fritz . Donnerstag 4. Januar 2007 15:56

Lieber Herr Franklin,

was ist denn die Mentalität d e r öffentlichen Arbeitgeber? Ich sitze auf Arbeitgeberseite bei einer Kommunalverwaltung. Wir kennen uns persönlich gar nicht – wie können Sie dann trotzdem um meine Mentalität Bescheid wissen?

Was wollen Sie mit Ihrer Feststellung aussagen: „Tarifverträge wurden auch immer dazu benutzt, nicht mehr zu bezahlen.“ Lieber Kollege – Verträge sind einzuhalten. Das ist ein eherner Grundsatz, und der gilt auch für den TVöD. Außer- oder übertarifliche Abweichungen führen zu Ungerechtigkeiten. Davon könnte ich aus leidvoller Erfahrung ein Lied singen, wenn nicht die Wertigkeit einer Stelle bei einer Vergütung im Vordergrund stand, sondern - vielleicht aus falsch verstandener – (kollegialer) Verbundenheit - eher die Nasenspitze oder die weltanschauliche/(gewerkschafts-)politische Haltung.

Das, was die Tarifvertragsparteien mit dem TVöD angerichtet haben, wollten d i e Arbeitgeber nicht. Es waren, wie auf Arbeitnehmerseite auch, die verhandelnden Funktionäre, von denen ich behaupte, dass deren Basisbezug abgerissen war und auch weiterhin abgerissen ist. Welcher Hauptverwaltungsbeamte in den kreisangehörigen Städten hat sich denn schon im Vorfeld der Verhandlungen mit dem TVöD beschäftigt oder hatte mangels Masse die Gelegenheit, sich damit zu beschäftigen? Man hat vertraut – und ist böse hereingefallen.

Mit diesem TVöD ist kein Blumentopf zu gewinnen, keine Mitarbeiterin und kein Mitarbeiter zu motivieren. Ich denke, man muß ganz deutlich sagen, dass es zweifellos auch und vor allen Dingen die verdi-Vertreter mit Herrn Bsirske an der Spitze waren, die den Abschluß dieses Tarifvertrages überschwänglich mit gefeiert haben und sich für ihre „fortschrittliche Haltung“ öffentlich feiern ließen. Das kann man nachlesen!

Die Sylter Hauptverwaltungsbeamten beglückwünsche ich zu ihrem Mut, mit Ihrer Meinung gegen den TVöD öffentlich gegen den Strom zu schwimmen. Ich weiß, dass es durchaus auch auf dem Festland Hauptverwaltungsbeamte gibt, die ähnlich denken, es aber - aus welchen Gründen auch immer - nicht öffentlich sagen.


Lieber Herr Franklin,

Ihre Auffassung, der Herr/Frau Wallenröder sei ein „typischer Trittbrettfahrer“ kann ich beim besten Willen nicht teilen. Ich respektiere seine Gründe, warum er nicht Gewerkschaftsmitglied geworden ist. Und man sollte ihm dankbar für seine dezidierten Ausführungen sein. Ich finde nämlich schon, dass es sich für die vielbeschworene Solidargemeinschaft Gewerkschaft lohnen würde, wenn man sich in Gewerkschaft damit (mit den wallenröderschen Gründen) auseinandersetzen würde. Es stellt sich doch jedem potentiellen Mitglied die Frage: „Möchte ich dieser Gewerkschaft, so, wie sie sich darstellt, angehören oder nicht?“
Viele, all zu viele Mitglieder sagen inzwischen sogar: „Nein – Dieser Gewerkschaft möchte ich nicht mehr angehören“ und treten in Konsequenz aus.

Jeden Sportverein würde es interessieren, warum sich Mitglieder so verhalten. In der Gewerkschaft verdi ist das anders. Da kann durchaus, so wie Herr/Frau Wallenröder es beschreibt, der Eindruck entstehen, daß es niemanden, aber auch gar niemanden von den Gewerkschaftsfunktionären bis runter in die Kreisverwaltungen interessiert. Daß jegliche Kritik rückstandslos an ihnen abperlt wie Regentropfen an einer Lotuspflanze.

Herr/Frau Wallenröder hat für sich entschieden, dieser Gewerkschaft nicht angehören zu wollen. Und was ist mit denen, die sich, so wie ich, nach Jahren der Mitgliedschaft, die Fragen stellen: „Möchte ich diesem (Sau-)Laden, in dem ich für meinen satzungsgemäßen Beitrag nichts anderes als verladen werde, noch angehören. Kann ich mich mit denen noch identifizieren?“

Was ist in Gewerkschaftsmedien zu lesen? Nichts als Lobhudelei, als läse man das „Neue Deutschland“. Da wird so getan, als gäbe es keine Kritik an diesem elenden Tarifvertrag und an der Gewerkschaftsführung. Warum soll ich einer Gewerkschaftsführung, die mich mit meiner Meinung ignoriert, noch Geld geben?

Warum? Warum, lieber Herr Franklin, sollte ich das tun?

Mit kollegialen Grüßen
Fritz

Wallenröder . Freitag 5. Januar 2007 02:25

@Franklin: Wenn Sie mich als Trittbrettfahrer bezeichnen wollen, dann sei ihnen das unbenommen. Sie stellen sich damit ihr eigenes Zeugnis aus.

Mir zeigt das nur, das sie nicht verstehen wollen, was ich versucht habe darzustellen!

Zu keinem Zeitpunkt in den vergangenen über 25 Jahren hat die Gewerkschaft ÖTV/Verdi in meinen Augen durch eine positiv zu bewertende Handlung auf sich aufmerksam gemacht. Das ist in aller Kürze die Quintessenz meines vorherigen Beitrags.

Hätte ich dieser Gewerkschaft in den vergangenen 26 Jahren angehört, hätte mich das eine große Menge Geld in Form von Mitgliedsbeiträgen gekostet. Geld, das zu meiner und Millionen anderer Ver*****ung sicher sehr gut angelegt gewesen wäre. Leider war es noch nie mein Wunsch, mich verarschen zu lassen - zumindest nicht kostenpflichtig...

Mich als Nichtmittglied können Sie einfach mit dem Totschlagsargument "Trittbrettfahrer" beiseite fegen.

Was aber sagen sie dem Kollegen Fritz, der als Gewerkschaftsmitglied zu erkennen gibt, das er meine Beweggründe sehr wohl nachvollziehen kann und gleichzeitig auch aus seiner Sicht darlegt, was Ihm an der Gewerkschaft "stinkt"?

Da das Trittbrettfahrerargument nicht zieht, wollen sie Ihn etwa ersatzweise auch nach seinen parteipolitischen Präferenzen und nach seinem sonstigen Gesellschaftlichen Engagement befragen, in der unausgesprochenen Absicht, Ihn damit zu diskreditieren?

Ich hatte sie aus vielen Beiträgen hier im Blog als einen fairen und sachlichen Diskutanten in Erinnerung. Mit ihrem letzten Beitrag haben sie sich ins Abseits gestellt!

Wenn sie schon mit keinem einzigen sachlichen Wort auf einen vorherigen Beitrag eingehen, so will ich wenigstens auf ihre Fragen antworten:

Nein, ich gehöre keiner politischen Partei an. Wenn ich aber einer angehören wollte, wäre das die SPD. Allerdings hat in den letzten Jahren meine Begeisterung für diese Partei deutlich gelitten, ohne das ich mich gleichzeitig für eine andere Partei erwärmen konnte.

Ansonsten bin ich Mitglied in genau einem Verein, spende mein Blut dem DRK und mein Geld der DGzRS und dem VDK. Meine Schuhgröße ist 45.

Was haben sie zu bieten?

Grüße
H(orst) Wallenröder

PS @Fritz: Vielen Dank das wenigstens sie sich die Mühe gemacht haben, meinen Beitrag zu verstehen und meine Beweggründe nachzuvollziehen.

EDE . Freitag 5. Januar 2007 13:46

Die Gewerkschaft der Fluglotsen hat heute das Arbeitgeberangebot, welches eine 3%ige Gehaltserhöhung und eine zusätzliche Einmalzahlung von 1.750 EUR für eine Gesamtlaufzeit von 12 Monaten vorsah, als unzureichend abgeleht.

Da sieht man den Unterschied zwischen Gewerkschaften und arbeitgebernahen Organisationen, wie z.B. v......

Franklin . Freitag 5. Januar 2007 19:51

Hallo EDE !

Solidarität gabs mal vor der Globalisierung! schreibst Du...

Das ist wahr... leider
aber man muss daran arbeiten, dass es wieder anders wird.

Nun zu den Fluglotsen: die nennen sich Gewerkschaft aber: darin organisiert ist nur eine Berufsgruppe.
Das hat natürlich den Vorteil, wenn man an exponierter Stelle arbeitet, dass man ein ungeheures Druckpotential hat.
Zeigt ja auch Wirkung.

Schon berichten die Medien, dass der Standort Deutschland gefährdet ist.

Dass könnte zu der Idee verleiten, die Flugsicherung doch als Behörde zu organisieren und alle Fluglotsen zu Beamten bzw. Dienstordnungsangestellten zu machen, und auf diesem Wege das Streikrecht zu entziehen.

Wenn ich recht informiert bin, hat die Gewerkschaft der Fluglotsen die prozentuale Gehaltserhöhung und die Einmalzahlung im Prinzip akzeptiert. Es geht Ihr aber um: um es salopp zu sagen: den "TVöD "der Fluglotsen.
TVöD natürlich in Anführungszeichen, die wollen sich ja verbessern.

Im Übrigen halte ich einen Streik der Fluglotsen für eine ganz normale Sache und bedeutet nicht den Untergang des Standortes Deutschland.

Ich wünsche den Fluglotsen und Ihrer Gewerkschaft viel Erfolg bei der Durchsetzung Ihrer Forderung.

Und darüber hinaus finde ich die Behauptung Verdi sei eine arbeitgebernahe Organisation als einen guten Ansatzpunkt für die weitere Diskussion.

Franklin . Freitag 5. Januar 2007 20:23

Sehr geehrter Herr Wallenröder !

die Uhrzeit Ihres letzten Beitrages zeigt mir, Sie haben sich unheimlich viel Gedanken gemacht bis tief in die Nacht -
und der Vorwurf ein "Trittbrettfahrer" zu sein, hat sie getroffen.

Nun will ich dass mit Ihnen nicht mehr weiter diskutieren, weil dass zu Thema steckt die Tarifpolitik in der Krise nur randständig gehört und der Einwurf von Fritz, sich mit Ihrem Beitrag konstruktiv auseinanderzusetzen voll und ganz zutrifft.

Was habe ich zu bieten ?

Auch ich stehe der SPD nahe ...
bin aktiv im Vorstand eines Sportvereins,
Spende für UNICEF und SOS Kinderdörfer

und ich würde mich sehr freuen mit Ihnen weitere Gedanken auszutauschen.

Wallenröder . Freitag 5. Januar 2007 22:12

Sehr geehrter Herr Franklin!

Ihre hobbypsychologische Abhandlung ist sicher nicht uninteressant, aber die Uhrzeit meines letzten Beitrages hätte Ihnen auch sagen können, dass ich Spät nach Hause gekommen bin und eigentlich nur noch schnell meine eMail checken wollte...

Meine Einschätzung in meinem ersten Beitrag, das ich mich nicht als Trittbrettfaher fühlen muß, war kein Pfeiffen im Walde sondern genau so gemeint, wie es gesagt war.

Mich würde nun noch interessieren, wie Sie sich einerseits mit meinen ersten Beitrag konstruktiv auseinandersetzen, aber andererseits an dieser Stelle mit mir nicht mehr weiter diskutieren wollen!?

Gruß
H. Wallenröder

Franklin . Samstag 6. Januar 2007 02:11

Sehr geehrter Herr Wallenröder !

Äh Sie haben da was missverstanden, das Thema "Trittbrettfahrer" möchte ich mit Ihnen nicht mehr weiter diskutieren das Thema: steckt die Tarifpolitik in der Krise aber doch Bitte sehr.

Um einen Ansatzpunkt aus Ihrem Ursprungsbeitrag aufzugreifen: "Da ist wohl eher das Lebensgefühl der "Co-Managerschaft" ala Volkswagen vorherrschend..."

Wenn ich dem Verdi Vorstand Besuche im -Rotlichtmillieu rein zum persönlichen -Vergnügen mit meinem Mitgliedsbeitrag finanzieren würde, dann wäre das rausgeworfenes Geld und ein Austritt nahe --- so viel zum Stichwort Volkswagen.

Das Stichwort Co-Managerschaft drückt eine Kritik aus, der mit einem strategischen Ansatz, unter anderem in der Tarifpolitik, zu tun hat.
Er funktioniert, wenn sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer das Gefühl haben, etwas erreicht zu haben und in eine win win Situation gelangen.

Tarifpolitisch gesehen, habe ich dieses Gefühl seit Ende der achtziger Jahre nicht mehr erlebt.

Welche Ziele sollte denn die Verdi-Tarifpolitik beispielsweise für den öffentlichen Dienst denn verfolgen ?

Meine Meinung zu leistungsbezogenen Vergütungsbestandteilen habe ich in diesem Blog bereits gesagt.

Mit freundlichem Gruß
Franklin

Max . Dienstag 9. Januar 2007 14:04

Tatsache ist, das die Tarifpolitik im ÖD gescheitert ist. Wenn schon die Arbeitgeber, und da sind die Argumente von Fritz einleuchtend, mit dem neuen TVöD unzufrieden sind, dann kann man getrost die Tarifpolitik als gescheitert ansehen. Erst , wenn Verdi das anerkennt, kann es einen neuen Anfang geben.

Thomas . Dienstag 9. Januar 2007 17:39

Ich denke, das ist der entscheidende Punkt: Erst wenn Verdi eingesteht auch nach aussen kommuniziert, dass der TVÖD massive Einschnitte und Verschlechterungen gebracht hat, kann man bei der nächsten Tarifverhandlung echte Verbesserungen durchsetzen.

EDE . Mittwoch 10. Januar 2007 05:44

Völlig richtig,

verdi muß das Scheitern ohne wenn und aber eingestehen. Dazu gehört vielleicht auch der Rücktritt führender Funktionäre.

Michael Recker . Donnerstag 11. Januar 2007 12:08

Die Frage der Arbeitgebernähe ist sehr wichtig.

Wer sich die Karriere der ehemaligen ÖTV-Vorsitzenden Monika Wulf-Mathies anschaut, wird feststellen, dass sie persönlich massiv profitiert hat von ihren Verbindungen.

Anders Beispiel: Walter Scheurle, ehemals Deutsche Postgewerkschaft, seit 7 Jahren Personalvorstand der Deutschen Post World Net.

http://tinyurl.com/wmpzj

Das sind noch keine Volkswagen-Dimensionen. Aber es gibt eine langjährige innergewerkschaftliche Tradition, Führungskräfte weitgehend unverantwortlich zu stellen, aus Fucht vor Schwächung. Wenn diese Führungskräfte dann keinen eigenen moralischen Kompass haben, der sie in der Gewerkschaftsbewegung fest verankert, dann besteht die Gefahr, dass persönliche Interessen die Oberhand gewinnen.

Bis in die 70er Jahre war diese Verankerung weitgehend gegeben. Seither sind zunehmende Zweifel angebracht.

Es fehlt an innergewerkschaftlicher Demokratie und an Bereitschaft, Fehler zu sehen und Konsequenzen zu ziehen.

Der Vergleich mit dem Neuen Deutschland, was die Gewerkschaftsmedien angeht, ist hart, aber nicht völlig abwegig.

Wallenröder . Donnerstag 11. Januar 2007 20:49

@Max, Thomas, EDE, Michael Recker

Ich mit Euch einer Meinung. Die Frage ist aber, wie eine Änderung herbei geführt werden kann?

@all

In diesem Zusammenhang möchte ich nochmals auf die bereits gepostete Seite http://www.netzwerk-verdi.de/ verweisen, und empfehlen sich dort einmal gründlich umzusehen.

Dieses Netzwerk einer innergewerkschaftlichen Opposition besteht jetzt bereits im 11. Jahr. Es scheint auch recht aktiv zu sein. Bewirkt hat es offensichtlich aber bislang praktisch nichts!

Woran liegt das???
Ich vermute: die Masse der Verdi-Mitglieder ist offenbar immer noch "satt" genug, um sich nicht wirklich für das zu interessieren, was in der eigenen Gewerkschaft vor sich geht.

Es muß wohl noch weiter nach unten gehen, bis etwas ins Rollen kommt. Der TVöD und der TV-L stellen in ihrer Eigenschaft als Absenkungstarifverträge, die in der näheren Zukunft ihre verheerende Wirkung in Bezug auf Einkommen und Flexibilität innerhalb des ÖD erst noch entfalten werden, vielleicht sogar ganz ungewollt einen starken Katalysator für durchgreifende Veränderungen in der Gewerkschaft dar.

Gruß
H. Wallenröder

PS. ich habe mit dem Verdi-Netzwerk nichts zu tun, aber ich meine das sehr aufschlußreiche Informationen dort zu finden sind.

Franklin . Dienstag 16. Januar 2007 19:03

Die Projektgruppe Entgeltordnung der Bundestarifkommission für den öffentlichen Dienst (BTK) hat sich auf zwei Sitzungen am 12. Dezember 2006 und am 09. Januar 2007 mit dem Arbeitsstand des nach dem BTK-Beschluss vom Bundesvorstand eingesetzten Arbeitssta-bes Entgeltordnung befasst und den Arbeitsstab beauftragt, die Arbeitsergebnisse zur Diskussion in die Fachbereiche zu geben.

Ich fordere alle auf, sich aktiv an der Diskussion zum neuen Eingruppierungsrecht zu beteiligen.
Und natürlich muss auch eine alternative Strategie gefunden werden, wenn die Arbeitgeber auf die Verdi Vorschläge gar nicht eingehen wollen und im Gegenteil, eine weitere Absenkung der Entgelte via Eingruppierungsrecht vorschlagen.

Max . Mittwoch 17. Januar 2007 09:22

Was soll das denn jetzt schon wieder?
Erst wird der Tarifvertrag wegen ach o engem Terminplan (Bundestgswahl) schlampig ausgehandelt und jetzt sollen die Mitgieder ihr eigenes Grab schaufeln.
Wer jetzt noch in den öffentlichen Dienst geht, ist es selber schuld.

robinson crusoe . Mittwoch 17. Januar 2007 11:46

Joh, das verstehe ich auch nicht. Was erwartet verdi hier. Es wurde doch ein neues reformwerk verhandelt, oder besser gesagt unterschrieben. Von verhandelung kann hier ja nicht gesprochen werden, wurde ja nur unterschrieben ohne über den inhalt nach zu denken. Die wirtschaft brummt und der öffentliche dienst bekommt keine leute. Aber ich denke das ist auch alles so gewollt. Wenn ich jünger wäre, würde ich nicht noch einmal da anfangen wo ich jetzt bin. Hab mich aber blenden lassen von einem bewährungsaufstieg, mit dem ja nun essig ist, wegen lächerlicher 3 monate von 10 jahren. Wegen dieser beknackten stichtagsreglung okt 2007; ich fasse es noch immer nicht.
Verdis funktionäre haben jedenfalls für die arbeitgeberseite funktioniert. Aber jetzt wundert euch doch bitte nicht über dieses jarhundertwerk, der mit einer der flops des jahrhunderts ist. Aber mach euch nichts daraus, liegt im trend. Schaut euch die anderen reformen an, warum sollte verdi besser sein. Die reformen werden schliesslich von leuten gemacht, die nicht davon betroffen sind.

Bernd . Sonntag 21. Januar 2007 08:45

Frank Bsirske fordert ein "Jahr der Lohnerhöhungen"
Genug der Worte sind gewechselt Herr Bsirske lass Taten folgen, besonders im öffentlichen Dienst.

EDE . Sonntag 21. Januar 2007 13:10

Leider hat der verehrte Herr Bsirske in seinem Jahrhundertvertrag eine 3-jährige Nullrunde vereinbart. D.h., 2007 gibt es im ö.D. nix.

Während andere Gewerkschaften um 3% - 9% mehr verhandeln. Durchaus mit Wohlwollen von Arbeitgebern und Politik.

Freitag . Montag 22. Januar 2007 17:57

Neuigkeiten zu div. Petitionsverfahren auf www.tvoedgeschaedigt.de

Max . Mittwoch 24. Januar 2007 12:29

Dieser Blog ist leider nur ein Alibi-Blog.
Nutzen tut der keinem was.
Ich glaube nicht, das der Vorstand von Verdi überhaupt weiß, das es ihn gibt.

Also Leute, verschwendet nicht eure Zeit damit.....

Fritz . Donnerstag 25. Januar 2007 12:44


Geld als Motivationsanreiz spielt für Beschäftigte im öffentlichen Dienst keine Rolle:

„Wer in seinem Leben ein möglichst hohes Einkommen erzielen will, darf nicht in den Öffentlichen Dienst“ - mit diesem Satz hat Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) auf der Gewerkschaftspolitischen Arbeitstagung von Beamtenbund (dbb) und Tarifunion in Köln Hoffnungen auf eine höhere Besoldung für Staatsdiener im Keim erstickt.
Quelle:
Schäuble enttäuscht Staatsdiener

grabowski . Freitag 26. Januar 2007 19:06

Toll Herr Schäuble. Dann sollten die Politiker sich auch nicht ständig die Diäten erhöhen, weil in der Privatwirtschaft die Gehälter für vergleichbare Positionen höher sind.

EDE . Montag 29. Januar 2007 16:01

verdi ist ja super.

Der blog, in dem sich die Feuerwehr gegen die unsozialen Dienstpläne aufregt (und die Frauen der Feuerwehrler sich aktiv beteiligen) ist GESCHLOSSEN!!!!

Super, verdi, für wen steht ihr eigentlich?

Für die Mitglieder oder die Arbeitgeber????

Ich möchte meine Frage gleich selber beantworten: verdi ist eine Unterabteilung der öffentlichen Arbeitgeber.

Franklin . Montag 29. Januar 2007 19:26

Anwendung des TV-Ü
nach Beendigung eines Arbeitsverhältnisses


Die Anwendung der Tarifverträge zur Überleitung der Beschäftigten in den TVöD oder TV-L, erfolgt derzeit auf Arbeitgeberseite vielerorts nicht tarifkonform. Seitens der Arbeitgeber werden Beschäftigte mit Folgeverträgen, bei zuvor befristeten Arbeitsverträgen, vom Geltungsbereich der jeweiligen TV-ܒs ausgenommen. Solange die Unterbrechung der Arbeitsverhältnisse nicht länger als 1 Monat andauert, ist der jeweilige Tarifvertrag zur Überleitung der Beschäftigten anzuwenden.

Tarifergebnisse fallen nicht kostenlos vom Himmel.
Wer tarifvertragliche Arbeitsbedingungen einfordert,
muss auch für deren Durchsetzbarkeit im Betrieb sorgen.

Franklin . Montag 29. Januar 2007 19:42

@ EDE

lese mal lieber die Begründung, warum der Blog geschlossen wurde.

Die ist viel aufschlussreicher als Dein Beitrag.

Wenn ein Blog geschlossen wird mit nachvollziehbarer Begründung ist dass voll in Ordnung.

Max . Dienstag 30. Januar 2007 14:09

Haha nachvollziehbare Begründung - für Verdi vielleicht....
Warum meldet sich denn nicht mal der große Zampano hier und begründet seinen tollen TVÖD und warum wir alle deswegen weniger in der Tasche haben..
Da hat Ede ganz Recht: Wenn kritisch wird, taucht Verdi ab und täuscht, trickst und wirft Nebelkerzen.... oder schließt.
Das ist Demokratie

Franklin . Dienstag 30. Januar 2007 18:02

@ Max

wundere Dich nicht, wenn nur noch polemisiert und nicht mehr sachlich diskutiert wird, dass dann ein Blog geschlossen wird. Dass ein Blog geschlossen wird und dass mit Begründung, dass nenn ich vorbildlich.

Das darfst Du, Max, ruhig als Kritik an dem Arbeiter-Blog verstanden wissen.

Noch ein Wort: Du forderst bessere tarifvertragliche Arbeitsbedingungen: Was tust Du persönlich für eine Durchsetzbarkeit in deinem Betrieb ?

Thorsten . Mittwoch 31. Januar 2007 08:15

@Franklin

... auf jeden Fall ist er Ver.di nicht so hoffnungslos und kritklos verfallen, wie ein gewisser Franklin...!

Max . Mittwoch 31. Januar 2007 08:59

Franklin,

da vertraue ich ganz unserer Arbeitnehmervertretung?
Kann ich doch, oder?
Obwohl, da sehe ich immer wieder in fassungslose Gesichter!

M.Weber . Mittwoch 31. Januar 2007 09:50

Es würde schon helfen in den Betrieben vor Ort für ehrliche Informationen zu sorgen anstatt die Mitglieder zum durchwinken der Verträge aufzurufen. Mit Sprüchen wie: "Niemand wird weniger haben !".
Man hätte die tatsächlichen Inhalte transparent darlegen müssen; mit realistischen Beispielen von Berufsrückkehrern, Erziehungsvertretungen, Zeitverträgen, Arbeitsplatzwechselern, usw.
Und genau das haben wir in der Abteilung bei der ich noch vor Einführung des TVÖD war getan. Mit der Folge das der Betriebsrat sauer war - entsprach wohl nicht seinem Verständnis von ehrlichem Umgang.
Es gibt halt nicht nur Konformisten.

EDE . Freitag 2. Februar 2007 15:52

Flugsicherung (Staats-Firma)

3% diese Jahr, 3% nächstes Jahr, Einmalzahlungen von 3000€ bis 8450€

Denen wird es ganz schön stinken, daß sie nicht von verdi vertreten werden?

Wo es doch bei uns jedes Jahr so viel Einkommenszuwachs gibt.

Franklin . Freitag 2. Februar 2007 21:28

@ EDE

na da ist schon ein großer Unterschied, ob ein drohender Streik der Fluglotzen in den Medien als eine nationale Katastrophe und als Angriff auf den Standort Deutschland angesehen wird

oder ob ein Streik von Bediensteten bei Kommunen, Bund und Ländern billigend in Kauf genommen wird, wohl wissend, dass nur wenn bürgernahe Bereiche die Arbeit niederlegen, ein gewisser medienwirksamer Druck auch aufgebaut werden kann: z.B. wenn Erzieherinnen in Kindertagesstätten oder Straßenwärter bei Eis und Schnee streiken.

Nun prüfe jeder selbst, wie es mit der Streikfähigkeit im eigenen Betrieb bestellt ist: eigentlich müsste daran gearbeitet werden. Aber dass ist nur die eine Seite der Medallie. Die andere Seite hat M.Weber angesprochen: die Rückkopplung von Verhandlungsergebnissen mit den Mitgliedern um Akzeptanz zu erzeugen.

Die Annahme eines Verhandlungsergebnisses nach einem Streik sollte künftig nicht mehr undiskutiert sofort in die Urabstimmung gehen, sondern sich die Zeit nehmen in allen bestreiken Betrieben zu informieren und danach abzustimmen. Wer in den Streiklisten eingetragen ist, stimmt über das Verhandlungsergebnis ab. Auch wenn dass dann vier Wochen dauert.
So wäre es richtig.

Wenn es aber nicht zu einem Streik - und in Verhandlungen zu einem Ergebnis kommt, stimmen die Tarifkomissionen ab. Aber auch dann sollte man einen wirksamen Rückkopplungsprozess durchführen.

Steckt die Tarifpolitik in der Krise ?
Ja.
Aber diese Krise muss überwunden werden.

@Thorsten
wenn du meinst...
es gibt vieles in Verdi zu verbessern.
Reden wir darüber.

Ex und Hopp . Samstag 3. Februar 2007 16:51

@M.Weber

Sieh es mal so: die Leute müssten dafür auch verstehen um was es geht. Und bei vielen dürfte dazu die "geistige Reife" einfach nicht ausreichen.

Bei uns (Universitätsklinikum) haben die Streikenden nur eines gesehen: "38,5 Stunden, 38,5 Stunden und nochmal 38,5 Stunden" - für mehr (vom Verstand her gesehen) waren bzw. sind die einfach nicht fähig.

Man hatte richtig den Eindruck, dass die Leute einfach nur Scheuklappen aufhaben und nur "Ihr Ding" (die 38,5 Stunden) sehen und sonst nix. Das paßt auch wunderbar dazu, dass hier z. T. die ganze Familie den gleichen Arbeitgeber hat. Die Leute kennen halt nicht die Verhältnisse von richtigen Firmen.

Es mag z. B. bei einer Schreibkraft noch halbwegs gehen, aber vergleich mal das Lohnniveau ab der Klasse Fachhochschulabschluß: im ÖD = Entgeltgruppe 9 (also 2.061 EUR/Monat oder 26.380,80 EUR/Jahr), dann geht man mal auf www.jugend.igmetall.de/content.studium/content.studium.2/index.html und schau was in der freien Wirtschaft abgeht: Ingieneure, Informatiker, Naturwissenschaftler = im Mittel 41.015 EUR. Bis ein Angestellter im ÖD dieses Jahresgehalt hat muss er mindestens in Entgeltgruppe 10 Stufe 5 sein - d. h. mindestens 10 Jahre beim gleichen Arbeitgeber sein. Und in der Wirtschaft wird das als Einstiegsgehalt bezahlt!!!

Ich habe einen Fachhochschulabschluß und es erlebt: Kumpel von mir ging in die freie Wirtschaft und bekam sofort 40.000 EUR plus Dienst-Notebook mit UMTS-Internet und ein Dienst-Handy mit per Vertrag festgelegter privater Nutzung bis 100 EUR im Monat. Mittlerweile ist er über 1 Jahr dort und durch Jahrssonderzahlung (Beteiligung beim Firmenergebnis) ist er nun bei 45.000 EUR Jahresbrutto angekommen. Von den ganzen vom Arbeitgeber bezahlten Schulungen bei SAP, Sun usw. ganz zu schweigen.

Hier müsste mal was passieren, aber das interessiert Verdi ja nicht, denn der überwiegende Teil im ÖD sind wohl die weniger gut ausgebildeten Arbeiter und Schreibkräfte - dürfte auch der Grund für die Ausgliederung der Ärzte in den MBB sein? Deswegen seh ich jetzt schon mit Schmerzen den neuen Eingruppierungsvorschriften entgegen. Ich sehe es kommen, dass da die Arbeitgeber versuchen anspruchsvolle Arbeiten tiefer einzustufen als eigentlich gerecht wäre.

Wenn ich da an mich denke: Entgeltgruppe 10 und betreue eine IT-Lösung, für welche der Fremdfirmen-Techniker alleine nur für die 3-tägige Installation schon das doppelte von meinem Monatsgehalt bezahlt bekommen hat und ich muss das Teil alleine!!! betreuen und mir mein ganzes Wissen selbst aneignen, da Schulungen ja schließlich nicht vom armen Land bezahlt werden!

Also eines weiß ich: wenn mit der neuen Eingruppierungsvorschrift kein höheres Lohngefüge für "gebildete" Angestellte mit Fach- bzw. Hochschulabschluß rauskommt bin ich für immer weg.

Der Staat verlangt von uns immer mehr Opfer (Mehrwertsteuererhöhung, gestrichene Pendelerpauschale, höhere KFZ-Steuer), aber die Mehreinnahmen werden nicht an die Staatsdiener verteilt, obwohl diese bei gleicher Arbeit wie in der freien Wirtschaft total unterbezahlt sind.

EDE . Sonntag 4. Februar 2007 13:58

Die GdF (Gewerkschft der Flugsicherung) hat nicht in vorauseilendem Gehorsam ihre Forderungen runtergefahren, sondern das absolute Maximum gefordert.

Die Beschäftigten der Flugsicherung (nicht nur Lotsen, sondern auch Techniker und Verwaltungsangestellte) sind heilfroh, daß sie verdi rausgeschmissen haben.

Sollte man mal darüber nachdemken.

Ex und Hopp . Sonntag 4. Februar 2007 14:34

@EDE

Das sind halt viel mehr schlaue Köpfe versammelt bei den Fluglotsen.

>>>>>
Der Abschluss sieht bei zweijähriger Laufzeit folgende Regelungen vor:

- eine lineare Erhöhung der Bezüge rückwirkend zum 01.11.2006 um 3 % sowie um weitere 3 % zum 01.11.2007

- wichtige strukturelle Änderungen am Tarifwerk der DFS, wie die Integration der so genannten „Operativen Zulage“ in das Grundgehalt sowie eine Ver-schlankung der Anzahl der Gehaltskategorien

- damit einhergehend eine Einmalzahlung von bis zu 8450.- Euro für alle operativ Beschäftigten, deren Höhe abhängig von den jeweiligen Auswirkung-en der strukturellen Änderungen ist - wer langfristig stark von der neuen Struktur profitiert bekommt eine niedrige, wer weniger stark oder überhaupt nicht profitiert eine hohe Einmalzahlung. Alle nicht-operativen Mitarbeiter der DFS erhalten eine Einmalzahlung in Höhe von 3000.- Euro
<<<<<

Wenn ich da nur schon lese "rückwirkend" und "Alle nicht-operativen Mitarbeiter der DFS erhalten eine Einmalzahlung in Höhe von 3000.- Euro" kommt mir die Galle hoch.

Rückwirkend Lohnerhöhung und Verdi lässt sich damit abspeissen, dass z. B. der Schwenk von 40h auf 38,5h die Woche erst ein halbes Jahr nach dem Tarifabschluß und die Angleichung des Weihnachtsgeldes sogar erst 2008 endgültig umgesetzt wird. Von den brachialen Einmalzahlungen von 50-150 EUR (Juli 2006) bzw. 60-310 EUR (Januar 2007) bzw. 100-450 EUR (September 2007) und der Lohnerhöhung von 2,9% zum 01.01.2008 reden wir besser garnicht erst.

Also eines ist klar und da braucht man kein Blatt vor den Mund nehmen: der ÖD und Verdi hat sich mit dem Tarifabschluß der Länder zum Gespöt von Deutschland gemacht und es zu einem neuen Spruch "wer nix kann und wird, wird Angestellter im öffentlichen Dienst" gebracht - der längste Arbeitskampf seit Jahrzehnten und jede andere Gewerkschaft holt in kürzerer Zeit ein Vielfaches dessen heraus was im ÖD lange erstreikt wurde.

Und da ist dann noch nicht berücksichtigt, dass die Endstufengehälter im TV-L nun um einiges geringer ausfallen als noch zu Zeiten des BAT.

Nur eines sollte mittlerweile klar sein - aufholen geht garnicht mehr, oder hat irgendwer die Hoffnunng, das dann beim nächsten Streik so Pi mal Daumen eine Lohnerhöhung von sagen wir 20% drin ist??? Und soviel müsste es schon sein um die jährlichen 3-5% der anderen Gewerkschaften aufzuholen.

EDE . Sonntag 4. Februar 2007 14:46

@Ex und Hopp

Franklin wird jetzt wieder furchtbar schimpfen :-))

M.Weber . Sonntag 4. Februar 2007 16:02

@ Ex und Hopp

bezüglich der geistigen Reife und dem Scheuklappendenken im ÖD kann ich mehrheitlich zustimmen.

ÖD bedeutet nach meinen Erfahrungen: "Dienen statt Denken"

Da ich liebe denke statt diene bin ich längst nicht mehr im ÖD (sehr zum Wohle meiner Gehaltsentwicklung).


Franklin . Sonntag 4. Februar 2007 17:16

@ EDE

Ex und Hopp belebt die Diskussion,
aus seiner persönlichen Sicht kann ich Ihn verstehen.

In der EDV-Abteilung meines Arbeitgebers (Krankenhaus, auch TV-L) ist niemand in Verdi organisiert. Die kämen aber auch nicht auf die Idee für mehr Geld zu streiken. Die schätzen geregelte Arbeitszeiten und notwendige Fortbildungen bekommen sie bezahlt. Die Leistungsträger haben zwar auch einen Berg an Überstunden aber dass wird honoriert.

Ich weis jedenfalls die Arbeit meiner EDV-Kollegen sehr zu schätzen, auch wenn jeder meint "SEIN-EDV-PROBLEM" würde wieder mal als letztes gelöst.

Max . Montag 5. Februar 2007 09:25

Jetzt mal nur so gefragt: Wann kommen denn die Eingruppierungsmerkmale?????

Bei uns sind viele falsch Eingruppiert,
und die Gewerkschaftsvertreter zucken nur die Schulter. Ich dachte, auch deswegen sollte der neue TVöD kommen.
Was ist eigentlich los bei Verdi???

Patrick Höfer . Montag 5. Februar 2007 16:44

Keine Frage, in letzter Zeit ist total viel schief gelaufen. Der TVÖD ist ein ziemlicher Murks, ich habe durch den TVÖD selber erhebliche finanzielle Nachteile. Aber trotzdem bleibt uns Arbeitnehmern nur eines übrig: Man muß sich organisieren und für seine Rechte kämpfen! Ich bin selber sehr,sehr kritisch gegenüber den Gewerkschaften, trotdem bin sogar ich eingetreten! Wir können nur dann mehr herausholen, wennn möglichst viele beitreten. Natürlich gibt es viel zu verbessern, aber ohne Gewerkschaft wären wir noch viel schlechter dran. Ich kenne selber KollegenInnen die zucken nur mit den Schultern wenn sie länger arbeiten müssen. Wenn man alles akzeptiert, arbeiten wir bald 45 Stunden pro Woche, natürlich ohne Lohnerhöhung oder Inflationsausgleich. Einen großen Streik können wir auch nur dann durchhalten, wenn wir viele sind. Es ist erschreckend, wie wenige in der Gerkschaft sind.

Bernd . Dienstag 6. Februar 2007 09:19

@Franklin schrieb
Die Projektgruppe Entgeltordnung der Bundestarifkommission für den öffentlichen Dienst (BTK) hat sich auf zwei Sitzungen am 12. Dezember 2006 und am 09. Januar 2007 mit dem Arbeitsstand des nach dem BTK-Beschluss vom Bundesvorstand eingesetzten Arbeitssta-bes Entgeltordnung befasst und den Arbeitsstab beauftragt, die Arbeitsergebnisse zur Diskussion in die Fachbereiche zu geben.

Wann erfährt das gewöhnliche Gewerkschaftsmitglied endlich was bei BTK Ausschuss raus gekommen ist. Ich und sicher auch andere würden sich gerne an der Diskusion beteidigen wenn Verdi endlich die Informationen rausrücken würde

Franklin . Dienstag 6. Februar 2007 13:07

@ Bernd

fordere Unterlagen bei deinem Betreuungssektetär an unter Hinweis auf
TS Berichtet Nr. 003/2007 vom 15.01.2007.
Daraus ist obiger Text entnommen.

Franklin . Dienstag 6. Februar 2007 23:09

@ Bernd

Habe mal die Suchfunktion auf der Verdi-Webseite genutzt und folgendes gefunden:

Fachbereiche in Dortmund
Es geht an's Eingemachte, es geht um's Geld!
Ein weiterer wichtiger Schritt der Reform des Tarifrechts im öffentlichen Dienst steht noch aus: eine neue Entgeltordnung welche die z.Z. noch geltenden ca. 17.000 Eingruppierungsbestimmungen ablösen soll.

Die Bundestarifkommission hat, hierzu Vorschläge für die ver.di-Position in den Tarifverhandlungen entwickelt, die wir in der öffentlichen Mitgliederversammlung des Fachbereichs Gemeinden am Dienstag im Hörsaal der Westfälisch Märkischen Studieninstituts vorgestellt haben. Den gesamten Vortrag den Willi Pilgrim, Mitglied der Bundestarifkommission und des Projektteams "Neue Entgeltordnung" vorgetragen hat, können interessierte hier downloaden.

http://dortmund.verdi.de/ver.di-branchen_in_dortmund/gemeinden

Power Point-Vortrag zur Neuen Entgeltordnung
Entgeltordnung Stand 7. September 2006.pdf (PDF, 695 kB)



Bernd . Mittwoch 7. Februar 2007 10:01

@Franklin
Danke für die Information
Ich fand den Bericht sehr informativ.
Ich komme aus dem technischen Bereich einer Hochschule. Haubtmerkmal scheint bei dieser Neufassung die Eingruppierung in Abhängigkeit einer qualifizierte Aus und Weiterbildung zu sein. Dabei geht es nicht wie beim alten BAT um Hochschulbildung sonder um fachbezogene Bildung in jeder Form mit einem bestimmten Umfang. Daduch wird hoffentlich die Diskriminierung von Meistern und Technikern aufgehoben. Ich hoffe das Verdi sich diesmal gegen die Arbeitgeber durchsetzen kann.

Claudia . Donnerstag 8. Februar 2007 20:36

Hallo an alle Diskutanten,

es geht voran. Eine Bündelung der Kräfte steht bevor...

der Wirtschaftswoche vom 5.2.2007 entnehme ich folgendes: "Im öffentlichen Dienst bahnt sich derweil eine Verbrüderung von Verdi und Beamtenbund an. Er wolle die "Revision des überkommenen Feindbildes" vorantreiben, sagte Beamtenbund-Chef Peter Heesen der WirtschaftsWoche. Dahinter steht der Versucg, durch eine Bündelung der Kräfte einen besseren Abschluss zu erzielen- in der Vergangenheit hatten die Arbeitgeber die getrennt verhandelnden Gewerkschaften gegeneinander ausspielen können. Heesen will im Frühjahr mit Verdi-Chef Bsirske über eine gemeinsame Tarifkommission der konkurrierenden Gewerkschaften reden. Auch Bsirske will offenbar die Friedenspfeife rauchen:Mitte Januar erschien er erstmals als Gast auf der Jahrestagung des Beamtenbubds- 2006 hatte er die Einladung noch ausgeschlagen."

Das kann ja heiter werden,
meint
GEW-Claudia

Max . Sonntag 18. Februar 2007 20:02

Es geht voran, was für ein Ammenmärchen...

Oder doch , wir sollen ja ab 2008 2.3% mehr bekommen

Franklin . Sonntag 18. Februar 2007 21:56

@ Max

schön dass Du auch mal wieder hier was von dir hören lässt !
...ein Ammenmärchen....genauso hat es Claudia auch gemeint....die GEW tritt dem Beamtenbund oder Verdi bestimmt nicht bei. wobei gemeinsame Aktionen nicht ausgeschlossen sind, wenn man gemeinsame Ziele hat.

Die Landesbeschäftigten erhalten nach dem TV-L ab 01.01.2008 die Tabellenentgelte um 2,9 % erhöht und auf volle 5,00 EUR gerundet; ab 01.11.2008 erhalten sie die nächste Stufe der Tabelle.

Die Beschäftigten im TVöD erhalten ebenfalls zu einem bereits bestimmten Zeitpunkt die nächste Stufe der Tabelle, (01.10.2007 ?).

Max . Dienstag 20. Februar 2007 09:48

@ Franklin

und selbst das ist nach den vielen Jahren des Lohnverzichts und des grandiosen neunen TvöD nur ein Tropfen auf den heißen Stein......

Stefan . Mittwoch 21. Februar 2007 20:42

Mache gerade die Steuer für 2006.
Dabei fiel aus allen Wolken. Mein Jahresbrutto hat sich um lockere 2% verringert! DANKE VERDI!
Wir Beschäftigte des öffentlichen Dienstes sollten mal eine Gewerkschaft gründen. Für uns scheint ja niemand zuständig zu sein.
Die Verdi sollte sich dem Beamtenbund anschließen, die trommeln ja eh nur für die Beamten.
Ich trete morgen aus diesem Verein aus.

mark . Donnerstag 22. Februar 2007 18:32

....Geht mir genauso,
hatte dank neuem Abschluss ebenfalls ca. 2 Prozent in 2006 weniger.

Daraufhin habe ich exakt mein restliches Lebenseinkommen nach TvöD-L im Vergleich zum BAT (ehemals BAT III/2a)berechnet.
Meine Befürchtungen haben sich bestätigt.
Selbst unter guten Vorraussetzungen (Strukturausgleich, Techn.-Zulage und Kinderzulagen werden tatsächlich weiter bzw. zusätzlich bezahlt),
verringert sich mein Einkommen durch TvöD-L um durchschnittlich mindestens 3% (Hochgerechnet 38.000€).
Berücksichtigt man dann noch das verminderte Weihnachtgeld sinds mindestens 5% (Hochgerechnet 65.000€) weniger.
Da ich das zuerst selbst nicht glauben konnte, habe ich die Rechnung von fachkundiger Seite prüfen lassen.
Im Ergebnis wurde mir dann mitgeteilt, dass meine Berechnungen optimistisch sind und wohl eher an der unteren Grenze des tatsächlichen Verlustes stehen.
Extrem betrogen wurden wohl alle im oberen BAT-Drittel die Ihre Alterendstufe noch nicht erreicht hatten.
Der Strukturausgleich wurde dort viel zu niedrig angesetzt.

Noch schlimmer hat es wohl die erwischt die in 2007 Nachwuchs erhalten.

Auch eine Beförderung hilft in den meisten Fällen nicht weiter, da man dann aus Bestandsschutzregelungen ganz herausfällt und am Ende weniger als vorher hat. (25/50€ Regelung greift nur in der Endstufe)

Alles leider nicht sehr motivierend, und lässt auf obige Frage nur eine Antwort zu:

Ja die Tarifpolitik von verdi steckt in einer tiefen Vertrauenskrise.

Man hat aus egoistischen Gründen, nähmlich der Beibehaltung des Flächentarifvertrags einen Teil der Mitarbeiter mit dem neuen Traifvertrag (Tvöd-L) schwer benachteiligt. Und es traf hierbei nicht nur bestverdienende Staatsdiener sonder ganz normale Familienväter die bei vorausberechnetem Budget nun echte Problem mit dem Abbezahlen Ihrer Eigentumswohnung o.ä. bekommen.

Das Vertrauen in die Arbeitnehmervertretung ist leider bei 0 angekommen. (Ich errinnere mich noch an ein verdi-flugblatt ...es gibt keine Nachteile....)
Kein Arbeitnehmer der die tatsächlichen Folgen den TvöD näherungsweise überblickt und betroffen ist wird sich in zukünfigen Arbeitskämpfen für Verdi- Forderungen einsetzen.




Franklin . Donnerstag 22. Februar 2007 19:56

@ Stefan und Mark

mit eurer Haltung bewirkt Ihr genau das Gegenteil von dem was ihr beklagt: weniger Mitglieder bzw. potenziell streikbereite Beschäftigte = geringere Durchsetzungsfähigkeit bei künftigen Tarifverhandlungen.

Ja es tut weh, wenn man weniger Geld zur Verfügung hat: dem französischen Mathematiker und Philosoph Bertrand Roussel wird folgender Spruch zugerechnet: wo das rechnen anfängt hört die Vernunft auf.

EDE . Freitag 23. Februar 2007 06:48

Meine Güte,

was nützt denn die Streikfähigkeit/Durchsetzungsfähigkeit, wenn die Beschäftigten von der eigenen Gewerkschaft über den Tisch gezogen werden.

Ich zitiere nochmal Mark:

"Man hat aus egoistischen Gründen, nähmlich der Beibehaltung des Flächentarifvertrags einen Teil der Mitarbeiter mit dem neuen Traifvertrag (Tvöd-L) schwer benachteiligt. Und es traf hierbei nicht nur bestverdienende Staatsdiener sonder ganz normale Familienväter die bei vorausberechnetem Budget nun echte Problem mit dem Abbezahlen Ihrer Eigentumswohnung o.ä. bekommen."

SWollte einem doch zu denken geben

Angestellter . Freitag 23. Februar 2007 08:05

@Mark
Immerhin bekommst du noch einen Strukturausgleich, Kinderzulage und wahrscheinlich den "Verheirateten-Zuschlag". Ich gehör leider zu denen die diese Zuschläge nicht mehr bekommen da ich zum Zeitpunkt der Umstellung auf den TVÖD keine Kinder hatte. Ach ja, mein Bewährungsaufstieg fällt auch noch weg da die ominösen 50% noch nicht erreicht waren. Somit ergibt sich ohne Berücksichtigung des verminderten Weihnachtsgeldes und gestrichenen Urlaubsgeldes ein Minus von über 79.500€. Unter solchen Voraussetzungen kann man sich natürlich nur noch freuen solch einen tollen revolutionären Tarifvertrag zu haben.

Kranklin . Freitag 23. Februar 2007 08:23

@Franklin

Sach mal, kannst Du nicht endlich mal Deinen Sabbel halten. Was Du hier für dummes Zeug laberst, geht auf keine Kuhhaut mehr. Verdi hat uns beklaut und Du verteidigst die auch noch. Es ist nicht zu fassen!

Max . Freitag 23. Februar 2007 11:36

Nun lasst doch mal den armen Franklin in Ruhe, obwohl ich mit seinen Argumentationen auch nicht immer einverstanden bin.
Schließlich ist er doch der Einzige, der sich hier von Verdi-Seite mal äußert.
Wo sind denn die Verdi-Leute und beziehen Stellung zu den Argumenten, die wir hier dauernd reinstellen.

blitzi . Freitag 23. Februar 2007 15:00

Natürlich hat der TVÖD seine Macken....! Aber auch in Niedersachsen- von BaWü ganz zu schweigen- sind Landkreise aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten, weil z.B. die Arbeitszeiten ihrer Meinung nach zu kurz sind. Wenn sich die Arbeitgeber zersplittern werden wir zukünftig überhaupt nichts Kollektives mehr geregelt bekommen- meinst du dass du von deinem Oberbürgermeister dann ernsthaft mehr zu erwarten hast?

Steffen . Freitag 23. Februar 2007 17:17

@blitzi: Das mag ja alles sein.
Die Kernfrage ist allerdings, warum man das "obere Drittel" der BAT-Tabelle so übermäßig über den Tisch gezogen hat. Insofern trifft Marks gestriger Beitrag den Nagel auf den Kopf! Wen wundert es, wenn sich (immer mal wieder) eine Berufsgruppe von verdi lossagt und ihre eigenen Tarifverhandlungen führt (jüngstes Beispiel: Marburger Bund)? Warum ist denn der ÖD für Jüngere so unattraktiv, nach Einführung des TVöD noch mehr als vorher? Warum macht jeder halbwegs klar denkende FH- oder Uni-Absolvent um den ÖD einen großen Bogen - nun erst recht? -
Diesem ÖD ist wirklich nicht mehr zu helfen. Die Handvoll Fachkäfte und Leistungsbereiten, die bisher (noch) bereit waren, hier ihre Brötchen zu verdienen und nicht in die freie Wirtschaft zu gehen, hat man nun auch noch vergrault! Ich frage mich wirklich, wann es bei einigen Leuten mal klick macht und sie begreifen, dass diese Personalpolitik echt das Letzte ist. Aber da kann verdi nichts für, die habens ja nur abgenickt. - Aber noch mal zum Thema Streikbereitschaft: Jeder, der sich seinerzeit einigermaßen mit dem TVöD beschäftigte, war vehement dagegen, für einen solchen TV auf die Straße zu gehen. Im Gegenteil: Wir haben gebangt und gehofft, dass dieser Murks niemals Wirklichkeit wird! Tja, es kam leider anders...

Franklin . Sonntag 25. Februar 2007 13:08

Tarifrunde 2008

Bin mal der Frage nachgegangen welche Erwartungen die Beschäftigten an die Gewerkschaft speziell zu Lohn- und Gehaltserhöhungen haben: 55% der Gewerkschaftsmitglieder , 43 % der potentiellen Mitglieder und immerhin 32 % der Beschäftigten, die nicht in eine Gewerkschaft eintreten würden, erwarten eine Lohn- und Gehaltserhöhung.

Quelle: ah_werbegespraech.pdf, Seite 6
nachzulesen inclusive download unter www.darum-verdi.de/home

Insgesamt hat die Erwartung der Beschäftigten an die Gewerkschaft speziell zu Lohn- und Gehaltserhöhungen eine hohe Präferenz.

Dies führte mich zu der Frage wie hoch mindestens die prozentuale Forderung sein muss um den Nominalstundenlohn bei einer Arbeitszeitverlängerung auf 40 Wochenstunden zu halten (Arbeitszeitverlängerung bei vollem Lohnausgleich)

Bei einer 38,5 Stundenwoche x 52 Wochen im Jahr ergeben eine Bruttoarbeitszeit von 2002 Stunden im Jahr / 260 Arbeitstage = tägliche Arbeitszeit von 7,7 Stunden pro Tag.

260 Arbeitstage im Jahr / 12 Monate = 21,66 durchschnittliche Arbeitstage pro Monat x 7,7 Stunden pro Tag = 166,8 Stunden im Monat.

Entgeltgruppe 8 Stufe 3 TVöD = 2.240 EUR / 166,8 Stunden im Monat = 13,43 EUR Stundenlohn.
Dieser Stundenlohn muss mindestens gehalten werden.

Unter Anwendung obigen Rechenweges ergeben sich bei einer 40 Stundenwoche durchschnittlich 173,3 Arbeitsstunden pro Monat x 13,43 EUR pro Stunde = neues Tabellenentgelt von gerundet 2.328,- EUR

Tabellenentgelt neu 2.328 EUR abzüglich Tabellenentgelt alt 2.240 EUR = Steigerung 88 EUR = 3,93 %

Um eine Gleichbehandlung mit den Landesbediensteten herzustellen müsste die Forderung um gerundet 3 Prozentpunkte erhöht werden auf 6,93 %.

Max müsste mir jetzt noch die jährlichen Inflationsraten von 2005 bis 2007 zurufen, wir würden von dieser Summe die 3 Prozent Steigerung abziehen und das Ergebnis auf die Forderung von 6,93 % noch draufschlagen. Dann hätten wir die prozentuale Forderung für den Reallohnausgleich und die 3 Jahre Nullrunden kompensiert.

So Ede, nun stellen wir bei einer Forderung von sagen wir mal insgesamt 8,5 Prozent bei einer 40 Stundenwoche die wahre "Kampfkraft" der Verdi Mitglieder bei Bund und Kommunen gegenüber. Na ja, die Antwort kennen wir schon.
Dann springen Frank Bsirske und Kurt Martin in die Bresche und versuchen auf politischem Wege noch etwas zu erreichen, bevor den Beschäftigten im öffentlichen Dienst dass Fell ganz über die Ohren gezogen wird.
so banal es klingt: wer nicht kämpft hat schon verloren....
und dazu brauchen wir jede Frau und jeden Mann ob Verdi Mitglied oder noch unorganisiert vor den Türen der Dienststellen und den Toren der Betriebe, um zu zeigen: Verdi lebt !

Die Tarifpolitik von Verdi im Bereich des öffentlichen Dienstes steckt in diesem Dilemma.

wim-holderberg . Sonntag 25. Februar 2007 21:38

An Franklin:

In diesem Dilemma steckt die Tarifpolitik für den öffentlichen Dienst erst, seitdem es Verdi gibt.

Eine Gewerkschaft, die einem großen Teil der Beschäftigten, die sie angeblich vertritt, erhebliche Gehaltseinbußen per Tarifvertrag auferlegt, hat m. E. jeden Anspruch auf Glaubwürdigkeit verloren.

Appelle zum Eintreten in diese Gewerkschaft laufen ins Leere. Ihr werdet noch mehr Mitglieder des ÖD verlieren.

Womit wollt ihr denn werben?
"Kommt in den ÖD, mit dem TVöD verdient ihr garantiert erheblich weniger als in der freien Wirtschaft.

Habt ihr studiert? IM ÖD verdient ihr extrem weniger als in der freien Wirtschaft, aber ihr seid dann solidarisch mit denen die nichts gelernt haben, zumindest beim Gehalt."

Mein Fazit:

Verdi hat bisher nichts und wird in Zukunft auch nichts für den ÖD tun und das ist auch der Punkt, warum sich andere Berufsgruppen aus Verdi verabschiedet haben. Bei denen war’s genauso.

MfG
wim-holderberg

Jan . Sonntag 25. Februar 2007 23:37

Interessant, dass hier mal die notwendige Lohnforderung für die Runde 2008 diskutiert wird.

Also meine Rechnung sieht so aus:

Preissteigerungen 2005, 2006 und 2007 sind 1,9%; 1,7% und 2,3%. Die Zahlen sind zwar nicht ganz aktuell, werden aber wohl schon so hinhauen: das macht schonmal 6%.
Dazu kommt das, was bei jeder Gewerkschaft im Programm steht – sogar bei dem neuen laschen Entwurf der verdi-Führung: Der berechtigte und notwendige Anteil der Beschäftigten am gesamtgesellschaftlichen Wachstum. Das waren 2005 0,9%; 2006 2,5% und sind in 2007 vielleicht geschätzte 1,7%. Das sind nochmal 5,2%.

Ausführlich diskutiert wurden hier die Auswirkungen des TVÖD auf die Lebenseinkommen von Arbeitnehmerinnen im Öffentlichen Dienst. Die Einbussen im Lebenseinkommen können durch die Streichung der Kinder- und Verheiratetenzulage, Streichung des Urlaubsgeldes und Absenkung des Weihnachtsgeldes, bei KollegInnen, die (irgendwann mal) Familien haben (werden) locker 10% ausmachen.

Zwischenfazit: 6% aus Preissteigerungen PLUS 5,2% aus Beteiligung am Wirtschaftswachstum PLUS 10% um das Desaster TVÖD wieder auszugleichen. Dann sind wir mal bei 21 %. Und hier darf man dann noch die Erhöhung der Arbeitszeit draufrechnen. Also bei der 40 Std-Wochen die von Franklin errechneten 3,9% (1,5 Std / 38,5). Wir wären dann bei einer runden und prägnanten Forderung von 25%.

Mit so einer Forderung würde ver.di auch wieder deutlich kampfstärker werden. Die Ärzte haben es uns vorgemacht. Die Unterstützung in der Bevölkerung war durchaus nicht schlecht.

ABER: Wie wollen unsere Führungsleute eine solche Forderung begründen, wenn sie bis heute LEUGNEN, dass es überhaupt eine Nullrunde gibt !!

Ungelernter, äh nein: nicht Studierter! . Montag 26. Februar 2007 09:20

@wim-holderberg

"Habt ihr studiert? IM ÖD verdient ihr extrem weniger als in der freien Wirtschaft, aber ihr seid dann solidarisch mit denen die nichts gelernt haben, zumindest beim Gehalt."

Solange es dünkelhafte (Fach)Hochschulabsolventen gibt, die meinen das diejenigen welche kein Studium vorweisen können, gleichsam "nichts gelernt" haben, müssen wir uns wohl über innergewerkschaftliche Solidarität usf. nicht weiter unterhalten.

Obwohl: mit der breiten Einführung der Dünnbrettstudiengänge (=Bachelor), fällt ja in Zukunft auch die Masse der Absolventen in die Holderbergsche Kategorie der Nichtslerner.


Max . Montag 26. Februar 2007 11:17

Ich wäre schon mit 10% - 15 % einverstanden, leider leugnet sowohl Verdi als auch andere Gewerkschaften, das es überhaupt Nullrunden gegeben hat. Da muß ich Jan rechtgeben. Ich finde es langsam lächerlich, wie Verdi mit den Beschäftigten im ÖD umgeht.

Franklin . Montag 26. Februar 2007 20:16

@ mark

ich hätte da mal eine Frage zu:
Man hat aus egoistischen Gründen, nähmlich der Beibehaltung des Flächentarifvertrags ....

Was ist denn egoistisch daran sich für die Beibehaltung eines Flächen-Tarifvertrages als Gewerkschaft einzusetzen ?

Wenn Arbeitgeber einseitig Tarifvertragsbestanddteile kündigen und danach neu eingestellten Beschäftigten schlechtere Konditionen für die gleiche Arbeit anbieten, ist dass nicht eine himmelschreiende Ungerechtigkeit ?

Und dass genau kann wieder bei der nächsten Tarifrunde passieren für die wöchentliche Arbeitszeit.

Was tun ?

mark . Dienstag 27. Februar 2007 18:52

@ Franklin
zu deiner Frage

…der Einsatz für den Beibehaltung des Flächentarifvertrags an sich ist natürlich nicht egoistisch.

Im Zusammenhang mit der Gesamthistorie sehe ich aber schon eine gehörige Portion verdi- Egoismus. Wie kam den die Situation mit dem zerrissenen Flächentarifvertrag zustande?

Verdi (nicht die Arbeitgeber) ist vorgeprescht und hat ohne Not im Bund/den Gemeinden den Tvöd mit all seinen negativen Auswirkungen eingeführt.

Die öffentlichen Arbeitgeber rieben sich die Hände.
Die Länder nutzen die Situation und blieben vorerst beim BAT wohl wissend, das Verdi Zugeständnisse machen muss um den Tvöd auch in den Ländern einzuführen. (..angeblich zu teuer war vorgeschoben, die Länder wollten den Vertrag auch.... nur eben noch ein bisschen mehr.)

Die Länder waren nun in einer sehr angenehmen Verhandlungssituation.

Lange Zeit tat sich dann nichts. Neu eingestellte Beschäftigte mussten jedoch höhere Wochenarbeitsstunden (wie die Beamtem auch) und ein geringeres Weihnachtsgeld in Kauf nehmen.

Das war für Verdi dann der Hebel die Massen zu motivieren.
Verhinderung/Verminderung von längeren Arbeitszeiten.
Damit konnte man motivieren.
Dass ganz beiläufig und im „Kleingedruckten“ die Übernahme der Tvöd für die Länder stand wurde von Verdi nicht so laut propagiert. Es hatte sich nämlich bei den Bundes- und Gemeindenbeschäftigten bereits herum gesprochen dass der Tvöd eine Totgeburt war.

Ich bin mir sicher Verdi wusste das zwischenzeitlich auch, nur wollte man nicht mehr zurück. (…man hätte die Streikziele auch unter Weiterführung des BAT verhandeln können.)
Also entschied man wissentlich und auch ein Stück Egoistisch bei den Ländern den schlechteren TV-L einzuführen, da zukünftige parallele Verhandlungen für BAT und TVÖD die Sache verkompliziert hätten.

Die zusätzlichen Forderungen die, die Länder stellten kam man größtenteils auf Kosten einzelner Gruppen nach (z.b. Jahressonderzahlungen: LG12-Bund 80%, LG12-Land 50% usw.)

-----

Die Ungerechtigkeiten die Franklin ansprichst (unterschiedliche Arbeitszeit usw.) waren tatsächlich nicht ok.

Aber im Verhältnis zu den neu geschaffenen Ungerechtigkeiten durch den neuen TV-L ein Klacks.

Früher haben wir für gleichen Lohn unterschiedlich lange gearbeitet.
(….Altverträge und Neuverträge)

Heute arbeiten wir für unterschiedlichen Lohn gleich lang.
(…..nach dem Zufallsprinzip wurde den Mitarbeiter voller Bestandsschutz ein bisschen oder kein Bestanzschutz gewährt.)

Ersteres fand ich gerechter, da jeder vor Unterschrift die Sachlage kannte.

In einem der letzten „Stern“-Ausgaben standen einige Beispiele: Ich erinnere mich an eine Kinderkrankenschwester die nach 6 Monatiger Pause Ihren alten Arbeitsplatz jedoch mit neuem TV-L Vertrag erhielt und durch die Unterbrechung ein grossteil ihres Ursprünglichen Gehalts verlor. Selbst ein Neuvertrag nach altem BAT hätten ihr nicht diese Einbussen bezogen auf den Stundenlohn gebracht.


.. noch ein Satz zum überproportionalen finanziellen Aderlass im oberen Drittel der neuen Tarifverträge:
Die Masse der Mitarbeiter im öffenlichen Dienst hat sicher kein Mitleid mit Ingenieure und andere Stellen in der oben Hälfte oder im oberen Drittel der Gehaltstabelle. Ich befürchte nur, das ein Mangel oder eine Demotivation von qualifizieren Fach- und Führungskräften sehr schnell Auswirkungen auf alle Mitarbeiter haben wird. Nämlich dann wenn die jeweiligen Abteilungen nicht mehr konkurrenzfähig oder inovationslos werden. (Thema: Outsorcing) Dann triffs den kleinen Angestellten nämlich zuerst.
…oder anderst ausgedrückt der Fisch stinkt am Kopf zuerst.

übrigens……..
Wir suchen derzeit einen Ingenieur FH nach neuem TV-L.
Da alte Motivationsfaktoren zur Personalgewinnung (brauchbares Gehalt für Ältere, Familienväter, gute Altersvorsorge durch VBL-Orientierung am letzten Gehalt etc.) nicht oder kaum mehr ziehen, ist dies beim derzeitigen Ing.-Mangel ein fast hoffnungsloses unterfangen.

Allerdings und das ist auch mal was Positives ist der tarifliche Kündigungsschutz zumindest im Westen erhalten geblieben. Mal sehen wie lange noch!!


Auf deine Frage:

Was tun….

..sage ich Vertrauen bei den betroffenen Mitarbeitern zurückgewinnen,
d.h. für mich…. zuerst Bsirske und alle die die mit den neuen Tarifverträgen was zu tun hatten sollten Ihre Ämter nieder legen, nur dann würde ich verdi wieder als eine akzeptable Interessenvertretung anerkennen.

Franklin . Mittwoch 28. Februar 2007 00:05

@ mark

danke schon mal vorab für Deinen sehr differenzierten Beitrag....

in einem Punkt muss ich widersprechen, um der Legendenbildung vorzubeugen:

Ausgangspunkt für den TVöD und auch für den TV-L war der Tarifabschluß vom Januar 2003, den die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes, nicht ohne die Prozessvereinbarung bekommen hätten.

Wenn ich mich recht entsinne, hat nicht Verdi den Arbeitgebern die Prozessvereinbarung angeboten, sondern sie ist Verdi von den öffentlichen Arbeitgebern aufgezwungen worden.

"Die öffentlichen Arbeitgeber rieben sich die Hände."
Das war damals so und ist, na sehn wir mal was zum Jahresende 2007
passiert, auch noch heute so.

Verdi ist, was die Einhaltung der Prozessvereinbarung anbetrifft, gegenüber den öffentlichen Arbeitgebern nie wortbrüchig geworden und hat sie bis zum Bitteren Ende auch für die Länder mit dem TV-L umgesetzt.

Dass der TVöD und der TV-L strukturell gesehen anders sind und die alten Tarifverträge für die Beschäftigten günstiger waren u.a. wegen langjähriger Übung und weil man an Ihn gewöhnt war und weil man diese als Beschäftigter auch nicht hinterfragt hat, ist wahr.
Hand aufs Herz: der BAT war für die Vergütungsgruppen BAT III aufwärts doch auch nicht gerade ein Anreitz in den öffentlichen Dienst einzutreten zumal die Eingruppierungsrichtlinien sehr schwer zu durchschauen sind.

Mal sehen was die öffentlichen Arbeitgeber für Vorstellungen zu den neuen Eingruppierungsrichtlinen haben und das Geschäft der Absenkung weiter betreiben auch wenn sie sich damit selbst schaden und keine qualifizierten Arbeitskräfte mehr bekommen.

Übrigens: mein Arbeitgeber(TV-L) hat bei den letzten zwei Einstellungen die Berufserfahrung bei anderen Arbeitgebern (nicht öffentlicher Dienst), die für die auszuübende Tätigkeit förderlich ist, voll berücksichtigt und ist bei der Stufenzuordnung in der Entgeltgruppe sehr großzügig gewesen.
Die Vorweggewährung von Stufen im Rahmen der Personalgewinnung kennen sowohl der TVöD als auch der TV-L. Man muss als Arbeitgeber die tariflichen Möglichkeiten nur anwenden.


Alexander . Dienstag 6. März 2007 22:43

Also dann schließen wir Tarifverträge ab und hoffen, daß die Arbeitgeber sich bitte aber nicht daran halten?!
Das ist naiv und weltfremd..
Der TVÖD gehört eigentlich gekündigt und die dafür Verantwortlichen müssen schnell den Hut nehmen und Kurt Martin folgen.
Ich bin über 25 Jahre in der Gewerkschaft und habe noch nie eine solche Konfusion innerhalb der Organisation erlebt.
Dabei ist die Arbeitgeberseite selbst äußerst schwach aufgestellt !!

Steffen . Mittwoch 7. März 2007 10:17

Wie jetzt - Kurt Martin hat seinen Hut genommen?
Gibts dazu eine offizielle Meldung o.ä. - wenn ja, wo?
Danke.

ludwig vogt . Mittwoch 7. März 2007 15:05

Tarifvertrag was ist das ?er ist ein Gemeisames Regelwerk von Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften,und hat die gültigkeit für Gewerkschaftsmitglieder ob er gut oder nicht so gut ,Abgeschlossen wurde !!was ja auf der Seite ständig in frage gestellt wird sollte mann bewerten dafür gibt es verschiedene Faktoren, Hessen und Berlin sind nicht mehr in der Tárifgemeischaft von den Arbeitnehmern/innen aus den Ländern Hört mann nichts (sind zufrieden warum? der alte TV hat nachwirkung Toll hat eine Gewerkschaft vereinbart) TVöD / TVV/TVN .da kann mann nur so viel Abschliesen als Gewerkschaft was Arbeitgeber verbände in verhanlungen zulassen ??? oder Ver.di kann sich auf die FB. verlassen wir gehen auf die Straße oder haben wir Mobilisierungsproblem,zu Kurt Martin kann ich nur sagen Danke ,der Kann Verhandeln ...

wim-holderberg . Mittwoch 7. März 2007 19:20

Alexander schrieb am Dienstag 6. März 2007:

"Der TVÖD gehört eigentlich gekündigt und die dafür Verantwortlichen müssen schnell den Hut nehmen und Kurt Martin folgen".

Ist das ein Gerücht oder stimmt es wirklich, dass Kurt Martin endlich seinen Hut genommen hat?

Steffen hat am 7. März auch nachgefragt.

Liebe Verdi-Offiziellen, räuspert Euch mal in diesem Forum zu der Aussage/Frage.

MfG
wim-holderberg

Fritz . Montag 2. April 2007 18:45

Reinigungskräfte der kommunalen Arbeitgeber dank Ver.di auf dem Weg ins Dienstleistung Proletariat


Sachstand

Der zum 01.10.2005 in Kraft getretene TVöD hat u. a. auch den BMT-G abgelöst, nach dem die Entlohnung der städt. Reinigungskräfte als Arbeiterinnen geregelt war. Die Eingruppierung erfolgte in die Lohngruppen 1 bzw. 1a (unterste Lohngruppen). Die Überleitung erfolgte tarifgerecht in Entgeltgruppe 2 TVöD.

In die EG 1 bis einschließlich 4 sind un- bzw. angelernte Kräfte einzugruppieren. Noch unterhalb des Niveaus der ‚alten’ Lohngruppe 1 sieht der TVöD als unterste Entgeltgruppe die EG 1 vor. Sie wurde von den Tarifvertragsparteien für

a. neu eingestellte Beschäftigte mit einfachsten Tätigkeiten bzw.
b. im Rahmen von 'Entgeltniveauabsenkung für von Outsourcing bedrohte Bereiche'

vereinbart.

Dazu gibt es einen Beispielkatalog der Tarifvertragsparteien.


Danach sind in EG 1 richtig eingruppiert:

· Essens- und GetränkeausgeberInnen
· Garderobenpersonal
· Spülen und Gemüseputzen und sonstige Tätigkeiten im Haus- und Küchenbereich
· ReinigerInnen in Außenbereichen wie Höfe, Wege, Grünanlagen, Parks
· WärterInnen von Bedürfnisanstalten
· ServiererInnen
· HausarbeiterInnen
· Hausgehilfe/Hausgehilfin
· Bote/Botin (ohne Aufsichtfunktion)


Reinigungskräfte sind in diesem Katalog zwar nicht aufgeführt; hieraus folgert der KAV, es sei „jedoch unrichtig daraus zu schlissen, dass sie nicht unter diese Regelung fallen. Durch die Verwendung des Oberbegriffs ‚Beschäftigte mit einfachsten Tätigkeiten’ und die Aufzählung von ‚Beispielen’ wird deutlich, dass die Aufzählung nicht abschließend ist. Wenn eine abschließende Regelung gewollt gewesen wäre, würde ein Beispielskatalog keinen Sinn ergeben.“

Beurteilung

Die Auffassung des KAV, wonach Reinigungskräfte (der KAV spricht von „Raumpflegerinnen“) „unzweifelhaft“ zu den Beschäftigten mit den einfachsten Tätigkeiten (Angemerkt: Steigerung von "einfach" [einfacher, am einfachsten]) zu zählen und somit in EG 1 einzugruppieren sind, bindet die Kommunen in ihrem Handeln nicht. Die Gründe, warum diverse öffentliche Arbeitgeber (wie Augsburg, Herford oder Bielefeld) meinen, neu einzustellende Reinigungskräfte in EG 1 eingruppieren zu müssen, können daher auch nicht generell für alle Kommunen als folgerichtig gelten.

Vor einer Erweiterung des Beispielkataloges empfiehlt sich das Anstellen der folgenden Überlegungen:

· Ist das Anwendungsfeld „Gebäudereinigung“ bei der Aufzählung von den Tarifvertragsparteien einfach vergessen worden?
· Das dürfte ausgeschlossen sein; es sind vermutlich im öffentlichen Reinigungsdienst mehr TVöD-Kräfte beschäftigt als in allen anderen im Katalog genannten "Gewerken" zusammen.
· Gegen ein "schlichtweg - Vergessen" spricht weiterhin, dass im Rahmen von 'Entgeltniveauabsenkung für von Outsourcing bedrohte Bereiche' das Anwendungsfeld 'Gebäudereinigung' in den Beratungen genannt wurde.
· Kann man ohne weiteres davon ausgehen, dass der Bereich Gebäudereinigung generell als von Outsourcing bedroht anzusehen ist und somit automatisch eine Entgeltniveauabsenkung auf gilt?
· Nein! Hierzu bedarf es eines landesbezirklichen Rahmentarifvertrages und betrieblich einer tariflichen Anwendungsvereinbarung.
· Die Erweiterung des Katalogs vor Ort um die Kräfte, die im öffentlichen Reinigungsdienst beschäftigt sind, kann man das n u r im gegenseitigen Einvernehmen - also im Einvernehmen von Arbeitgeber und Personalrat sinnvoll sein.

Hierbei stellt sich die Frage:

· Dürfen die Mitarbeiterinnen im städtischen Reinigungsdienst zu Recht, d. h. im Sinne des TVöD, mit Klofrauen oder Garderobenpersonal etc. gleichgesetzt werden. Nein; das wäre für unsere heutigen Verhältnisse tarifwidrig!

· Man hätte eine solche Auffassung vielleicht zutreffend vertreten können, als noch kein optimierter städtischer Reinigungsdienst eingerichtet war und es den Sachbearbeitern/Sachbearbeiterinnen in den Fachämtern und/oder Hausmeistern oblag, Reinigungskräfte „an die Hand zu nehmen“ und im Einzelfall ganz konkret anzuweisen,
· was zu tun ist,
· was zu reinigen ist
· wann zu reinigen ist und
· wie zu reinigen ist.

Diese Praxis hat in der Vergangenheit z. B. dazu geführt,

· dass die Mitarbeiterinnen im Reinigungsdienst Räume reinigten, die gar nicht benutzt worden waren und somit gar keiner Reinigung bedurften.
· das die Mitarbeiterinnen mit einer Intensität reinigten, die dem Verschmutzungsgrad nicht angemessen war.
· dass Bodenbeschichtungen abgehoben und erneuert wurden, die noch gar nicht verschlissen waren.
· dass Reinigungsmittel eingesetzt wurden, die
· zur Reinigung bestimmter Beläge und Gegenstände völlig ungeeignet waren, und
· Schäden hervorriefen
oder
· die sehr grob dosiert verwendet wurden
· die Umwelt und
· die den Etat unnötig belasteten.
· oder, dass die Mitarbeiterinnen im Reinigungsdienst völlig überholte oder gar keine Technik zu einer effizienten, fach- und sachgerechten Reinigung einsetzten.

Von effektiver und effizienter Erbringung der Dienstleistung "Gebäudereinigung/Unterhaltsreinigung" konnte nicht die Rede sein.

Eine Änderung trat ein, als die Stadtverwaltung ab 2000/2001 sukzessive einen zentralen Reiniungsdienst mit einem entsprechenden Management einführte, in dem inzwischen alle Bereiche der Verwaltung erfasst sind.

An welchem Ziel hatte sich der zentrale Reinigungsdienst auszurichten?

Ziel war und ist eine ganzheitliche, an Marktpreisen orientierte und qualitativ verbesserte Gebäudereinigung.

Die

Ø Entlastung des Haushalts
und die
Ø Sicherung der Vermögenswerte

hatten und haben dabei oberste Priorität.

In Schlagworten zusammen gefasst:

· Effizienz steigern,
· Kosten senken,
· Werterhalt sichern,
· menschenwürdige Arbeitsatmosphäre gewährleisten!


Im Zuge der Implementierung wurde mit dem Personalrat eine Dienstvereinbarung abgeschlossen.


Die Konsequenzen aus dieser Zielrichtung können nicht ohne Auswirkungen auf die Wertigkeit der Stellen im Reinigungsdienst bleiben.

Neben der Erfassung aller Reinigungsflächen mit ihren verschiedensten Belägen und aller Reinigungsgegenstände wurden Leistungsverzeichnisse erstellt, die die Art und Weise der Reinigung (mit neuen Techniken - auch Reinigungsmaschinen - und Mitteln) und die Qualität des Reinigungsergebnisses beschreiben.
Der Zeitaufwand für die Schritte, die zur Erreichung dieses Ergebnisse notwendig sind, wurden insbesondere aus kalkulatorischen Gründen vorgegeben. Bei der Berechnung der Zeit wurde berücksichtigt, dass nicht immer alles zu reinigen ist. Danach wird eine individuelle Jahresarbeitszeit vorgegeben.
Die Mitarbeiterinnen im Reinigungsdienst dürfen und müssen von Situation zu Situation selbständig entscheiden, was sie wann mit welcher Intensität reinigen (z. B. bei schlechter Witterung ist der Schmutzeintrag höher als bei gutem Wetter; wo es vertretbar ist, soll Sichtreinigung erfolgen; die Organisation der Arbeitszeit erfolgt in eigener Verantwortung der Reinigungskräfte).
Von den Mitarbeiterinnen im Reinigungsdienst wird heute also ein Mitdenken und ein vorausschauendes Denken und Entscheiden verlangt.
Das Ganze ist als Ziel und dessen Erreichung ein fortwährender Prozess, der durch den Reinigungskoordinator ständig begleitet werden muss und auch wird. Hierzu erfolgen diverse Schulungen.

In diesem Sinne wird eine "neue Denke" im Reinigungsdienst eingeführt. Das dauert bei der einen Kollegin länger als bei der anderen. Das ist wie bei den angestellten und verbeamteten Kolleginnen und Kollegen auch - nur das diese den dringend notwendigen Veränderungen im "Betrieb Stadtverwaltung" weniger aufgeschlossen gegenüberstehen als die Kolleginnen im Reinigungsdienst.


Die Zusammenführung der (Amts-) Reinigungsdienste in einem zentralen Reinigungsdienst und die professionelle Optimierung hat im übrigen zu einer beträchtlichen Reduzierung von Arbeitsstunden geführt; Änderungsverträge, im Einvernehmen mit den Kolleginnen und dem Personalrat, mussten abgeschlossen werden und wurden ohne Rechtsstreit abgeschlossen. Die Optimierung erbrachte, ausgehend vom Basisjahr 2000, eine Kostenreduzierung von gut 16 % (trotz der Einrechnung von Lohnsteigerungen, Overheadkosten und der Kosten für die Vollzeitstelle des Reinigungskoordinators); das machte 2004 - mit Abschluss der wesentlichen Optimierungsmaßnahmen die Summe von runden 250.000 € p. a. aus!

Resümierend muss mit Fug und Recht festgestellt werden, dass sich die Kolleginnen im Reinigungsdienst außerordentlich erfolgreich und mit Bravour einer Herausforderung gestellt haben. Unangelernt und ohne Identifizierung mit den Zielen des Zentralen Reinigungsdienstes wäre dieser Erfolg unmöglich gewesen.
Nicht nur, dass die Optimierung eine Kostenersparnis von einer Viertelmillion € erbrachte, wurden und werden zusätzlich die Overheadkosten (anteilige Kosten für Verwaltungsvorstand, Rat, Haupt- und Finanzausschuss, Personalrat, Personalwirtschaft, Gleichstellungsbeauftragte, Amts- und Dezernatsleitung) ausgewiesen und dem Etat der Finanzwirtschaft zugeführt.


Ergebnis

Den Mitarbeiterinnen im Reinigungsdienst würde man in keiner Weise gerecht, wenn die Bewertung deren Tätigkeit als "einfachste Tätigkeit" im Sinne der Entgeltgruppe 1 TVöD erfolgte. In aller Deutlichkeit: Das bedeutete eine menschenverachtende Herabqualifizierung ihrer Hände Arbeit, die die Mitarbeiterinnen im Reinigungsdienst für den wirtschaftlichen Erfolg ihrer Anstellungskommune leisten.


Ausblick

Die Gewerkschaftsbonzen, die ohne Not in Gewerkschaftsnamen für die Mitglieder einen oberflächlich formulierten, undurchdachten Tarifvertrag abschlossen, der die Bediensteten mit voller Wucht ins Abseits schleuderte, haben einen tarifpolitischen Offenbarungseid geleistet. Bis heute ist es den Verantwortlichen nicht gelungen, das tarifpolitische Ziel, welches mit dem TVöD angepeilt wurde, den Mitglieder rüber zu bringen. Aber es wurde ja auch gar nicht versucht.
Mit welchen Mitteln will man denn die Fehler beheben? - Wenn es denn in den Augen der Gewerkschaftsfunktionäre überhaupt Fehler waren! Wie will man, den Öffentlichen Dienst retten? Er wird keinen Nachwuchs mehr gewinnen können; für den Hungerlohn, den wir mit dem TVöD bieten können, ist im wahrsten Sinne des Wortes kein Staat mehr zu machen. Wer bereit ist, bei den Kommunen einen Arbeitsvertrag abzuschließen, wird das nur machen, weil er für die Privatwirtschaft nicht ausreichend genug qualifiziert ist. Und dann wird man sagen: Die im öffentlichen Dienst, die bringen es nicht! Der Ausverkauf der öffentlichen Hand wird auf Hochtouren laufen. Bis die Öffentlichkeit merkt, dass der öffentlichen Kuchen verkauft ist und die Preise anziehen, wird es zu spät sein. Das Kostendeckungsprinzip wird dann der Vergangenheit angehören; Profitmaximierung wird dann der Stern sein, dem alle folgen müssen.
Der Öffentlichen Dienst wird sich noch aus ein paar Beamten des höheren Dienstes, Wahlbeamten und Sekretärinnen zusammensetzen. Das war’s dann.
Die Verdi-Granden, die, die diesen TVöD verbockt haben, werden zur Belohnung in irgendeinem Betrieb, der einmal einer Kommune gehörte, einen schönen, lukrativen Posten als Vorstand erhalten haben.
Das ist dann das Ende der Tarifpolitik; der ÖD benötigt dann keinen Tarif mehr.

Bei der nächsten Tarifrunde kommt es darauf an: Die Beschäftigten müssen ihren von den Funktionären veruntreuten Lohn zurück erhalten.

Aber wer soll diese Arbeit leisten. Doch wohl nicht diejenigen, die diesen tarifpolitschen Murks auf Seiten von verdi zu vertreten haben.

Hut ab vor der CSU. Dort war die Basis in der Lage, dem Vorstand zu zeigen, wo der Hammer hängt.

Fritz



Franklin . Montag 2. April 2007 22:11

Hallo Fritz !

Ich bin ganz deiner Meinung, qualifizierte Reinigungskräfte gehören nicht in TVöD Entgeltgruppe 1 !!!!

Warum das so ist hat Du ganz eindrucksvoll beschrieben.

Nun wollen die Arbeitgeber auf Teufel komm raus Kosten sparen und interpretieren gerade was die Eingruppierung in Entgeltgruppe 1 anbetrifft, mehr in den TVöD bzw. TV-L hinein als da drin steht. Der Beispielkatalog kann meines Wissens nur durch landesbezirklichen Tarifvertrag erweitert werden und nicht durch einseitige Festsetzungen der Arbeitgeber.

Leider bleibt mal wieder nur der Klageweg, den Misstand zu beseitigen.

Das Thema macht mich auch fuchsteufelswild, da der eigene (nicht Verdi dominierte) Personalrat just bei einer Neueinstellung im November 2007 einer Reinigungskraft auch der Entgeltgruppe 1 zugestimmt hat, obwohl ich eindringlich darauf hingewiesen habe, dass das nicht tarifkonform ist.

Wer es besser weis, belehre mich Bitte.

Und zu Guter letzt setze ich noch einen drauf: (tatsächlich passiert) Reinigungsdienst wird ausgeschrieben, weil eigene Reinigungskräfte unter Beibehaltung Ihrer Eingruppierung in eine andere Tätigkeit umgesetzt wurden:
Ergebnis: die billigte Fremdfirma erhielt den Zuschlag: diese zahlt unter Entgeltgruppe 1 Niveau, die Reinigungsfläche wurde flugs verdreifacht. Von der Qualität ganz zu schweigen. Änderung nicht absehbar....

Max . Dienstag 3. April 2007 08:25

Fritz: Danke das trifft den Kern der Sache.
Franklin: Dein "Dann hilft nur noch der Klageweg" kann ich nicht mehr hören...
Es ist verbockt worden, also zieht es wieder gerade...

Franklin . Dienstag 3. April 2007 13:34

Max: zu Verträgen gehören immer zwei Pateien. Wenn die öffentlichen Arbeitgeber nicht wollen, wie willst Du sie dazu bewegen, Ihren Standpunkt zu verändern ?
Du kannst auf ein krankes Pferd einreden wie du willst..... aber Verdi ist kein Pferdeflüsterer.

Manchmal frage ich mich, warum die öffentlichen Arbeitgeber überhaupt mit Verdi Tarifverträge machen, es geht auch ohne. Oder fürchten Sie dann die die Reaktionen Ihrer Bediensteten?: Gruß an Jan !

Dean . Dienstag 3. April 2007 14:27

Folgenden Bericht habe ich auf den Nachdenkseiten gefunden. Dieser Bericht zeigt, dass die Krake Bertelsmann mit ihren Töchtern Einzug in die öffentliche Verwaltung findet. Weitere Infos zu der Krake Bertelsmann findet ihr auf den Nachdenkseiten.de

Vom 05.-06. Juni 2007 findet das 5. Potsdamer Forum für Führungskräfte im öffentlichen Dienst unter dem Motto „Der öffentliche Dienst - besser als sein Ruf! - Leistungsfähigkeit für Menschen und Demokratie“ statt.
Veranstalter ist ver.di und die Hans-Böckler-Stiftung gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung. Wohl passend zu Reinhards Mohns Mission hält Dr. Johannes Meier, Vorstand der Bertelsmann Stiftung sein Referat „Der öffentliche Dienst und die Zivilgesellschaft“. Den Workshop “Erfahrungen mit der Einführung von Leistungsbezahlung” moderiert Oliver Haubner, ebenfalls Bertelsmann Stiftung. Last, but not least: Hinsichtlich der Übernahme der Verwaltungen durch Bertelsmann-Tochter “arvato” in der britischen Kommune East Riding dürfte wohl kaum überraschen, dass der „Bertelsmann“ Dr. Andreas Osner, den Workshop “Privatisierung öffentlicher Dienste – nützlich oder schädlich?” moderiert und lenkt.

Gute Nacht öD!!!!!!!!!

Tarifverhandlungen werden zur Farce.

Michael Recker . Mittwoch 4. April 2007 08:54

Franklin,

mal ganz ehrlich - wäre ein tarifvertragsloser Zustand nicht besser als aus Schwäche Tariflöhne von 4,50 Euro/Stunde festzuschreiben, wie in etlichen Branchen im Osten?

Mit dem Tarifvertrag wird dem Ganzen nur Legitimität verliehen.

Ein tarifvertragsloser Zustand im öffentlichen Dienst (mit Nachwirkung des BAT) wäre auch den Arbeitgebern nach einiger Zeit unangenehm geworden, zumal sie in der Zwischenzeit ja einige Erfahrungen mit der Personalgewinnung gemacht hätten.

Fritz . Mittwoch 4. April 2007 13:03

04.04.2007

Hallo Herr Kollege Franklin,

in aller Regel sind Kommunen heutzutage in unserem Staat finanziell nicht auf Rosen gebettet. Sparen, womit eher das Reduzieren von Kosten gemeint ist, ist zur kommunalen Pflichtaufgabe geworden. Und Erfolge werden am wirkungsvollsten durch die Verminderung von Personalkosten. Kommunen sind öffentliche Arbeitgeber, und viele von ihnen interpretieren Eingruppierungsvorschriften, egal ob es sich um Normen des TVöD oder des bewährten BAT handeln, zu ihren Gunsten. Aber wohlgemerkt nicht alle! Daher sollten wir uns davon verabschieden, pauschal von „den/die Arbeitgeber/n“ zu reden. Dem öffentlichen Arbeitgeber, bei dem ich beschäftigt bin, konnte sich eine auf-Teufel-komm-raus-Kosten-sparen-Mentalität nicht durchsetzen. Es besteht von Anfang an Konsens, die Reinigungskräfte nach EG 2 zu bezahlen – eben aus den Gründen heraus, die ich beschrieben hatte. Andere Überlegungen wurden von den Entscheidungsträgern gar nicht angestellt.

Zur Klärung der Frage, ob die Tätigkeit der Kolleginnen im Reinigungsdienst als „einfachste Tätigkeit“ anzusehen ist, die eine Eingruppierung nach EG 1 rechtfertigt, bedarf es erst einmal nicht der Klageerhebung. Durch geschickte und vielleicht auch penetrante Argumentation hat erst einmal der Personalrat seinen Beitrag zu leisten. Und dann gibt es noch das Einigungsstellenverfahren. Wenn ich dann aber erfahren muß, dass, wie offenbar bei der Stadt Bielefeld geschehen, der Personalrat in solch einem Verfahren einknickt und Personalrat quasi gemeinsam mit dem Oberbürgermeister eine Entscheidung mitträgt, wonach Reinigungskräfte nach EG 1 zu bezahlen sind, zweifele ich am Engagement des Personalrats pro Kolleginnen im Reinigungsdienst. Zur Stärkung und Bekräftigung der Position des KAV macht eine solche Haltung Schule. So bezieht sich dann beispielsweise der Bürgermeister aus Herford in seiner Auseinandersetzung mit dem Personalrat auf Bielefeld (http://www.rathaus.herford.de/sdoffice/pdfdocs/T11902.pdf).

Schlimm ist, dass in der Tat gerade das voll zutrifft, was ich in einem blog-Beitrag am 01.09.2005 prophezeit habe:

»Das unfassbarste, was sich unsere verdi-Kollegen geleistet haben, ist für mich, dass sie unsere Kolleginnen im Reinigungsdienst mit ihren Arbeitsplätzen im öffentlichen Dienst auf den Weg ins ewige Eis schicken. Mit der Einführung der Niedriglohngruppe und der Option der Entgeltniveau-Absenkung für Tätigkeiten in den Billiglohgruppen E 1 - 4 „für von Outsourcing bedrohte Bereiche“ (u. a. Gebäudereinigung) hat verdi den Arbeitgebern eine Ermächtigung zum Erpressen eingeräumt. Unseren Kolleginnen im Reinigungsdienst sollen die Pistole auf die Brust gesetzt bekommen können und entscheiden dürfen: entweder weniger Geld oder Stellenabbau.«

Schlimm ist auch, dass die verdi-Granden wissen konnten, welche eiskalter Wind aus Richtung KAV und diversen Kommunen gerade den Mitarbeiterinnen der kommunalen Gebäudereinigung entgegenweht. Ich selbst war 2000 als Teilnehmen auf einer ArbeiterInnenkonferenz in Alsfeld/Hessen. Das was dort dämmerte verglühte offenbar ohne Nachhaltigkeit in den Verdi-Hierarchien.
Vor Abschluß des TVöD habe ich Verdi (Bundesarbeitersekretariat) in einem Praxisbeispiel dargelegt, wie kommunale Gebäudereinigung gesichert werden kann. Es kam keine Resonanz.

Als ich federführend (als Arbeitgebervertreter) innerhalb meiner Kommune Reinigung optimierte, wurde von mir als ÖTV-ler selbstverständlich auch Verdi eingeschaltet. Die Resonanz war so, dass der Personalrat und auch ich auf eine Begleitung durch Verdi verzichtet haben.

Resümierend kann ich da nur feststellen, dass wir den Missstand, von dem Du in Deinem Beitrag schreibst, nicht unbedingt ‚den Arbeitergebern’ in die Schuhe schieben können. Der Missstand im eigenen mangelnden Engagement und an Gleichgültigkeit (in den Personalräten; bei Verdi).

Am Beispiel Reinigung festmachend behaupte ich, dass die von Verdi vertretene Tarifpolitik gerade die gut motivierten Kolleginnen und Kollegen in die innere Emigration treibt. Wer über eine gute Qualifikation woanders eine Stelle findet, der/die geht! Andere kommen erst gar nicht. Die Qualität der öffentlichen Dienstleistung verschlechtert sich zunehmend. Damit finden sich ohne Mühe gute Gründe, die für eine Forcierung der neoliberalen Privatisierungspolitik sprechen. Und ich wage zu behaupten, dass die Privatisierung der Dienstleistungen auf Teufel komm heraus zu höheren Preise und schlechterer Qualität für die BürgerInnen führen wird.
Die mit dem TVöD eingeleitete falsche Tarifpolitik leistet diesem Weg Vorschub.

Mit kollegialen Grüßen
Fritz

PS: Lieber Kollege Franklin, vielleicht nimmt irgendjemand in Verdi Kritik auf. Oder darf man hier die Hoffnung ganz aufgeben? Du scheinst doch einen guten Draht zu den oberen Verdi-Etagen zu haben.

Max . Freitag 13. April 2007 12:44

Die Arbeitgeber sind nur deßhalb so stark, oder meinen , auf Kosten der mittlerweile demotivierten Mitarbeiter im ÖD, weil auf der anderen Seite die Gewerkschaften, allen voran Verdi so schwach sind. Oder mit den Arbeitgebern gemeinsame Sache machen, was ich persönlich nicht glaube.
Wohin führt der Weg der ÖD?
Wenn ich es so betrachte, in keine gute Zukunft. Privatiesierungen ganzer Ämter, wie schon in Deutschland gesehen , kann nicht der richtige Weg sein. Denn dann wird dem Staat das Handeln durch private vorgegeben. Personalabbau und sgeringe Bezahlung führen dazu, das die Leistungen gegenüber dem Bürger schlechter werden
Die Arbeitgeber gehen dazu über, Schlüsselstellungen im ÖD mit Beamten zu besetzen. Warum wohl?
Noch scheinen die Beschäftigten und die Beamten, wobei Beamte ja sowieso Leibeigene sind und sich nicht wehren können.das kompensieren zu können. Aber wie lange noch?
Das müßte Verdi ausnutzen und hier den Hebel ansetzen.

Angestellter . Dienstag 24. April 2007 16:44

Enormer Schaden für die Kommunen durch tarifwidriges Verhalten

Berlin. Der Streit um die wöchentliche Arbeitszeit im öffentlichen Dienst der Kommunen kommt vor Gericht. Das entschied das Präsidium der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) in Berlin. Wie VKA-Präsident Dr. Thomas Böhle berichtet, reicht die VKA heute eine entsprechende Klage beim Arbeitsgericht Berlin ein.

„Wir fordern die Gewerkschaften auf, sich an geltendes Tarifrecht zu halten. Dazu gehört auch die Absprache, dass die längeren Arbeitszeiten im öffentlichen Dienst der Länder von den Kommunen übernommen werden können. Dies hatten wir während der Tarifverhandlungen in der so genannten Meistbegünstigungsklausel vereinbart“, erläutert Böhle.

Im September 2005 schlossen VKA und Bund mit den Gewerkschaften ver.di und dbb tarifunion einen neuen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD). Die Gewerkschaften sicherten hierbei zu, dass sie eine mit den Ländern vereinbarte längere Wochenarbeitszeit auf die Kommunen übertragen werden („Meistbegünstigungsklausel“).

Dieser Fall ist eingetreten: In allen Bundesländern des Tarifgebiets West haben die Gewerkschaften den Ländern höhere Arbeitszeiten zugestanden als die auf der kommunalen Ebene gültigen 38,5 Stunden. So muss in Bayern bereits seit dem 1. November 2006 40 Stunden und sechs Minuten gearbeitet werden. „Genau für diesen Fall haben wir die Meistbegünstigungsklausel geschlossen. Umso enttäuschender ist es, dass wir diese Klausel nun gerichtlich durchsetzen müssen“, so Böhle.

Der Schaden, der den Kommunen durch das rechtswidrige Verhalten der Gewerkschaften entsteht, ist beträchtlich: Bei der eingereichten Klage geht es um den Gegenwert von mehr als eineinhalb Wochenstunden Arbeit (Differenz von 38,5 bzw. 39 zu 40,1 Stunden) für rund 1,8 Millionen Beschäftigte im kommunalen öffentlichen Dienst.

Trotz des Rechtsstreits um die Wochenarbeitszeit stehen die Arbeitgeber zu den weiteren Verabredungen mit den Gewerkschaften – auch das machte das Präsidium auf seiner Sitzung in Berlin deutlich. Böhle: „Wir haben uns im Oktober 2006 auf Korrekturen am TVöD verständigt, die vor allem den Arbeitnehmern im öffentlichen Dienst zugute kommen. Diese Nachbesserungen werden wir umsetzen, sobald sich die Gewerkschaften an den Tarifvertrag halten und die sich aus der Meistbegünstigungsklausel ergebenden höheren Arbeitszeiten akzeptieren. Wir möchten den Reformprozess, der mit dem TVöD begonnen wurde, fortführen. Deshalb sind wir auch bei der Schaffung einer neuen Entgeltordnung weiterhin gesprächsbereit.“


Ich frag mich was Verdi da mal wieder produziert hat. Es wird doch wahrscheinlich so ausgehen dass die Gerichte entscheiden dass länger gearbeitet werden muß und Verdi wird dann groß propagieren dass sie ja dagegen waren. Man muß sich doch fragen warum Verdi diese Klausel überhaupt aufgenommen hat. Wahrscheinlich weil mit aller Macht der TVÖD durchgesetzt werden sollte mit dem Wissen dass die AG jetzt auf diese Klausel pochen werden.
Es wird wirklich Zeit dass einige Verantwortliche die diese "revolutionäre" Tarifreform fabriziert haben endlich mal was für die AG tun. Der Abstand der Gehälter zwischen öffentlichem Dienst und Privatwirtschaft wird von Jahr zu Jahr größer.

Franklin . Dienstag 24. April 2007 23:28

@ Angestellter

Du hast dich bestimmt verschrieben und meinst wohl ver.di soll endlich mal was für die Arbeitnehmer (nicht AG) tun.

Im übrigen möchte ich nicht in der Haut der Richter stecken, die diese Frage zu entscheiden haben.
Es zeugt nicht gerade von Souveränität des kommunalen Arbeitgeberverbandes, das Arbeitsgericht zu bemühen was eigentlich der Job der beiden Tarifvertragsparteien sein sollte, in der Frage der wöchentlichen Arbeitszeit für Klarheit zu sorgen.

Fortsetzung folgt....

Angestellter . Mittwoch 25. April 2007 08:23

Der Fehlerteufel hat sich in meinem Beitrag oben eingeschlichen. Natürlich meinte ich das Verdi endlich mal was für die AN und nicht für die AG tun sollte.

Mich stört dabei dass diese Klausel im Vorfeld wohl nur deshalb eingeführt wurde um den AG auf diesem Wege die Möglichkeit zu geben die Gehälter mal wieder zu kürzen. Eine Erhöhung der Arbeitszeit ist doch nichts anderes als eine Kürzung der Gehälter. Das gleiche Prinzip was ja auch auf Bundesebene bei den Renten angewendet wird.
Es ist ja schön und gut dass Verdi jetzt dieser Arbeitszeiterhöhung nicht zustimmen will, für mich bleibt aber das Gefühl dass über diese Schiene lediglich versucht wird sich reinzuwaschen nach dem Motto "Die Arbeitsgerichte haben ja entschieden dass länger gearbeitet werden muß, wir (Verdi) waren ja immer dagegen".
Es ärgert mich dass keiner der Verdi Verantwortlichen mal dazu steht dass dieser Tarifvertrag vermurckst wurde.

Beschäftigter . Mittwoch 25. April 2007 12:46

Nicht, das ich der Gewerkschaft verdi und dem TVÖD/TV-L etwas positives abgewinnen kann, aber: das Statement von Herrn Böhle ist doch nur eine Nebelkerze!

Die verlängerten Arbeitszeiten bei den Ländern sind doch nicht ausgeknobelt worden, sondern sind das Ergebnis einer differenzierten Regelung. Schließlich haben die Länder die Vereinbarung über die Arbeitzeiten lange vor Abschluß des TV-L gekündigt und alle zwischenzeitlich neu eingestellten Beschäftigten haben Einzelvertraglich höhere Arbeitszeiten "aufgebrummt" bekommen.

Der TV-L sieht vor, das für jedes Bundesland separat eine durchschnittliche Wöchentliche Arbeitszeit ermittelt wird ((Anzahl der "Altbeschäftigten" x 38,5h + Anzahl der "Neueingestellten" x z.B. 40h) geteilt durch die Gesamtzahl der Beschäftigten). Daraus ergibt sich dann ein gewichtetes Mittel als durchschnittliche Arbeitszeit.

In Wahrheit ist es noch etwas komplizierter, da es ja auch bei den Ländern Bereiche gibt, wo die Arbeitszeit bei 38,5h geblieben ist. Alle Beschäftigten, bei denen es nicht bei 38,5h bleibt, müssen für die Beschäftigten bei denen es bei 38,5h bleibt "nachsitzen". Wodurch sich die Arbeitzeit für diese noch etwas mehr erhöht hat.

Kurz gesagt, die Gewerkschaften haben der TDL keine pauschale Arbeitszeiterhöhung angeboten (die sie entsprechend der Meistbegünstigungklausel auch Bund und Kommunen anbieten müssten), sondern eine Art "Berechnungsformel" aufgrund derer sich für jedes Bundesland andere Arbeitszeiten ergeben haben.

Diese "Berechnungsformel" kann die Gewerkschaft nun leicht den Kommunen anbieten. Denn dort ergibt sich bei Anwendung dieser Formel eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von...38,5h. Denn: die Kommunen haben während der Tarifverhandlungen die Arbeitszeitregelungen nicht gekündigt und dementsprechend auch keine Beschäftigten in ihren Reihen, mit denen Einzelvertraglich eine höhere Arbeitszeit als 38,5h vereinbart wurde. Somit kann sich keine höhere durchschnittliche Wöchentliche Arbeitszeit als 38,5h ergeben...

...die Kommunen wissen das natürlich. Dementsprechend sind sie in dieser Sache nicht an Gesprächen mit den Gewerkschaften interessiert. Es kann nichts anderes als 38,5h herauskommen.

Also gehen sie vor Gericht in der vagen Hoffnung, das der oder die Richter es vielleicht doch anders sehen...

Das die Kommunen in dieser Sache mit gezinkten Karten spielen, läßt sich doch schon daran sehen, das sie die bayerischen Arbeitszeiten von 40h 6min haben wollen. Warum haben sie sich aus den 14 Ländern für die der TV-L gilt, ausgerechnet Bayern ausgesucht? Sie hätten doch genauso gut Schläfrig-Holzbein nehmen können. Dort hat sich aufgrund der "Berechnungsformel" eine durchschnittliche Arbeitszeit von 38h 43min ergeben...

...oder, um wenigstens den Anschein von ehrlichem Glauben an den eigenen Standpunkt zu wahren, hätten sie eine Arbeitszeit fordern können, die sich aus dem Durchschnitt der Arbeitszeiten aller 14 TDL-Länder bildet.

Aber nichts dergleichen! Es wird das Maximum verlangt. Um die eigenen Beschäftigten maximal anzuarschen!

Ausnahamsweise sind diesesmal nicht die unfähigen Gewerkschaften die Übeltäter.

Grüße



Franklin . Mittwoch 25. April 2007 20:23

Auszug aus einer Rede von Kurt Martin anlässlich einer Tagung der Bundestarifkommission von Ende März 2007:

1 Zunächst zum Stand in sachen „Restanten“: Darüber hatten wir ja bereits in unserem
Flugblatt vom 9.3.2007 informiert. Fakt ist, dass die Arbeitgeberseite, voran die VKA, in dieser Frage weiterhin vollständig blockiert und nach wie vor ihre Unterschrift unter die Tarifeinigung vom Oktober 2006 zur Klärung der offenen Punkte aus dem TVöD /
TVÜ verweigert. Vor allem die VKA stellt sich stur und beharrt weiter auf ihrem absurden Junktim zwischen der Einigung zu den „Restanten“ und ihrer Forderung nach Verlängerung der Arbeitszeit. Ohne Verlängerung der Arbeitszeit ist sie nicht bereit, die Tarifeinigung in Kraft zu setzen.
Der Bund verhält sich zwar etwas moderater und hat z.T. die Ergebnisse der „Restanten“- Einigung vom 25. Oktober durch Rundschreiben faktisch zur Anwendung gebracht.
Trotzdem weigert auch er sich weiter – um den Tarifverbund mit der VKA
nicht zu gefährden – seine Unterschrift unter den Tarifvertrag zu setzen. Wir haben den Arbeitgebern gegenüber nochmals deutlich gemacht, dass dies weder sachgerecht noch akzeptabel ist und wir haben Bund und VKA aufgefordert, den Tarifvertrag
zur Klärung der offenen Fragen endlich in Kraft zu setzen.
Wir sind aber dennoch unserer rechtlichen Verpflichtung aus dem Meistbegünstigungs-
TV nachgekommen und haben – entsprechend der Beschlussfassung der
BTK - VKA und Bund Änderungs-Tarifverträge zur Arbeitszeit übersandt mit dem gleichen Tariftext wie im Tarifvertrag der Länder. Das heißt im Klartext – das haben wir in der BTK ja mehrfach ausführlich erörtert -, dass für Bund und VKA die derzeit
geltenden Arbeitszeiten weiter gelten würden. Auf dieses Angebot haben wir keine
Antwort bekommen. Die Arbeitgeber verweigern weiter jedes offizielle Gespräch.
Insbesondere die VKA spielt offensichtlich auf Zeit. Das, Kolleginnen und Kollegen,
ist nicht akzeptabel. Es widerspricht eindeutig unserer Vereinbarung beim Tarifabschluss,
unvorhersehbare Verwerfungen und daraus resultierende Nachteile für die
Beschäftigten auch im Nachhinein zu korrigieren. Mit ihrer Blockadepolitik gefährden
die Arbeitgeber fahrlässig die Umsetzung und die Akzeptanz des Reformprozesses
und sie belasten die bevorstehende Tarifrunde bereits jetzt mit zusätzlichen Konflikten.
Wir haben in unserm Flugblatt vom 9. März noch einmal ausführlich über die Problematik
und über das skandalöse Verhalten der Arbeitgeber informiert und dazu aufgefordert,
in den Betrieben und Verwaltungen weiterhin bei jeder Gelegenheit Druck
zu machen. Wir haben darin auch noch einmal darauf hingewiesen, dass es notwendig
ist, die Ansprüche aus dem bisher geltenden Tarifvertrag geltend zu machen, um
Nachteile zu vermeiden. Auf unserer Internetseite ist das Flugblatt deshalb mit unserer
ersten ausführlichen Information zur Geltendmachung von Ansprüchen vom
27.3.2006 verlinkt; dort ist auch das Formblatt zur Geltendmachung zu finden.
Insgesamt ist die Situation weiterhin ausgesprochen unerfreulich.

2 Liebe Kolleginnen und Kollegen, natürlich haben wir es auch nicht unversucht gelassen,
auf politischer Ebene Bewegung zu erreichen. Denn neben dem ungelösten
„Restanten“-Problem geht es ja schließlich auch darum, mit der Entgeltordnung weiterzukommen
– darum sind wir heute hier. Und nicht zuletzt geht es in diesem Zusammenhang
um die Notwendigkeit, die Fristen für die Bewährungsaufstiege, Tätigkeitsaufstiege
und Vergütungsgruppenzulagen zu verlängern – denn es ist klar, dass
ein Abschluss der Verhandlungen zur Entgeltordnung bis Ende 2007 völlig unrealistisch
ist.
Allerdings sind auch die Gespräche, die Frank und ich auf politischer Ebene mit VKA und Bund geführt haben, aus unserer Sicht unbefriedigend verlaufen. Bei der VKA gibt es derzeit keine Hinweise, ob die Arbeitgeber vor der Tarifrunde 2008 überhaupt bereit sind, die Verhandlungen zur Entgeltordnung fortzusetzen oder sachgerechte Vereinbarungen mit uns zu den anstehenden Problemen zu reffen .... wenn nicht – und das ist das einzig eindeutige Signal – ver.di zur Verlängerung der Arbeitszeit
bereit sei. Der Bund verhält sich auch in dieser Hinsicht etwas moderater als die
VKA. Man wolle zwar derzeit keine Klage wegen der Meistbegünstigungsklausel einreichen, wie es die VKA beabsichtigt, gehe aber davon aus, dass die Arbeitszeit Gegenstand
in der Tarifrunde sein wird. Im übrigen sei man grundsätzlich bereit, über
die Entgeltordnung zu verhandeln – wolle aber der VKA nicht in den Rücken fallen
und gemeinsam mit ihr verhandeln.
Kolleginnen und Kollegen, soweit zunächst zu eurer Information.
3 Lasst mich aber zunächst noch zu einigen weiteren Punkten Anmerkungen machen.
Uns haben in den letzten Wochen verschiedene Schreiben und Resolutionen erreicht, die zum Inhalt haben, jetzt von den öffentlichen Arbeitgebern einen Lohn-
Nachschlag zu fordern, i.d.R. Forderungen nach Teuerungs- oder Mobilitätszulagen,
z.T. verbunden mit der Erwartung, dies tabellenwirksam zu vereinbaren. Von der Sache her sind diese Forderungen natürlich mehr als berechtigt:
Denn die Lohnerhöhungen in den letzten Jahren und auch 2006 waren insgesamt mit einer Steigerung von 1,5% bei den Tarifeinkommen, aber nur von 0,7% bei den effektiven Bruttoeinkommen sehr bescheiden. Real – d.h. unter Berücksichtigung der
Preissteigerungsrate - sind die Einkommen im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt im letzten Jahr sogar um 1% gesunken. Und dass die Steigerungen im öffentlichen Dienst in den letzten Jahren ganz besonders gering ausgefallen sind, wissen wir selbst am besten.
Aber es ist ja nicht nur das. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mussten in den letzten Monaten außerdem eine Reihe zusätzlicher Belastungen hinnehmen:
•die Erhöhung der Mehrwertsteuer,
•die Kürzung der Pendlerpauschale und des Sparerfreibetrages,
•steigende Gesundheitskosten und Krankenkassenbeiträge,
•die allgemeine Steigerung der Lebenshaltungskosten usw.
Viele Gründe also, eine kräftige Lohnsteigerung zu fordern. Die ökonomischen Rahmenbedingungen
sind so gut wie seit vielen Jahren nicht: Die Konjunktur brummt, die
Haushaltslage hat sich deutlich verbessert, und die Prognosen gehen derzeit davon aus, dass auch 2007 weitere Steigerungen bei den Steuereinnahmen zu erwarten
sind.
Das alles sind gute Gründe dafür, dass auch die Beschäftigten des öffentlichen
Dienstes nach Jahren sehr bescheidener Einkommenssteigerungen endlich wieder
Geld sehen wollen. Und dafür, dass der öffentliche Dienst nicht von der Entwicklung
in der Privatwirtschaft abgekoppelt werden darf. Das lassen wir uns auch nicht von
den Arbeitgebern ausreden, die wie VKA-Hauptgeschäftsführer Hoffmann trotz der
guten Zahlen schon wieder das Klagelied der leeren Kassen singen.
Mit den Lohnabschlüssen in anderen Branchen, wie zum Beispiel der Chemischen Industrie, voraussichtlich bei Metall, oder auch bei der Lufthansa, der DHL oder TUI – die im Volumen um die 3,5 bis über 4 % liegen - werden gerade in diesen Wochen Marken gesetzt, die auch für uns wichtige Orientierungen darstellen. Im Vergleich zu den letzten Jahren sind das relativ gute Ausgangsvoraussetzungen, auch für den
öffentlichen Dienst endlich wieder vernünftige Einkommenssteigerungen zu fordern – wobei die Gemengelage insgesamt allerdings äußerst kompliziert ist, besonders im Osten, wo ja auch noch die Umsetzung der vereinbarten Angleichungsschritte ansteht.
Viele Gründe also auch, uns auf eine harte Auseinandersetzung einzustellen!
Liebe Kolleginnen und Kollegen, die berechtigten Forderungen nach kräftigen Lohnsteigerungen
wie auch die Ergebnisse der derzeit laufenden Tarifverhandlungen und
die gute wirtschaftliche und Haushaltsentwicklung werden für unsere Forderung zur Tarifrunde 2008 Maßstäbe setzen. Deshalb plädiere ich dafür, dass wir uns mit allen Kräften auf die Tarifrunde Anfang 2008 konzentrieren. Lasst uns die Kräfte bündeln
und uns auf die Tarifrunde und den dann mit hoher Wahrscheinlichkeit notwendigen
Arbeitskampf gut vorbereiten!

Jan . Donnerstag 26. April 2007 23:50

@Angestellter:

„Es wird wirklich Zeit dass einige Verantwortliche die diese "revolutionäre" Tarifreform fabriziert haben endlich mal was für die AG tun.“

Ich finde, damit hast Du recht. Sie sollen ihre Arbeit endlich mal in letzter Konsequenz tun: Nämlich sich für ihre Arbeit für die Arbeitgeber auch von denen bezahlen lassen und uns endlich wieder kämpfen lassen und nicht saublöde Reden halten und gleichzeitig wieder hinter verschlossenen Türen ein Zugeständnis nach dem anderen vorbereiten. Wie kann Kurt Martin davon reden, dass die Lohnsteigerungen(!) im ÖD "ganz besonders gering" ausgefallen sind. Auch durch diese immer wieder wiederholten Lügen wird's nicht wahrer. Es waren nicht mal geringe Steigerungen sondern Nullrunden und reale Senkungen! Nebenbei Öffnungsklauseln ohne Ende eingeführt. Berufserfahrung abgeschafft. Familien in die Existenzbedrohung geschickt. Eine Niedriglohngruppe mit Armutslohn (1286 E brutto für Vollarbeit!!!). Meistbegünstigung, ...

Irgendwie bin ich auch froh, dass die Arbeitgeber jetzt noch nicht über die Entgeltordnung verhandeln wollen. Unsere Funktionäre, würden’s fertig bringen jetzt einer inhaltslosen Theoretischen Regelung zuzustimmen, und wir müssten uns (analog BAT) wieder mühsam in den nächsten Jahrzehnten unsere Eingruppierungsmerkmale arbeitsgerichtlich erklagen. Besser verbinden wir's mit einer Forderung der AG zur Arbeitszeiterhöhung, da haben’s unsere Bosse etwas schwerer uns weitere Absenkungen kampflos unterzujubeln. Gegen Arbeitszeiterhöhung können wir kämpfen, dass haben wir bewiesen. Wenn wir dann etwas Übung haben, können wir vielleicht auch mal gewinnen.

Kollege(?) Martin gibt jetzt wohl schon Marken für eine Lohnforderung raus. Natürlich wieder völlig ohne irgendeine Diskussion. 3,5 % bis 4% lese ich da. Und natürlich gleich wieder selbst zurückrudern mit ALLERDINGS IST DIE GEMENGELAGE WIEDER ÄUSSERST KOMPLIZIERT ... Blabla. Wie wärs einfach mal mit tatsächlich vernünftigen Forderungen. Zweistellig müssen sie schon sein. Und wenn jemand den Kopf schüttelt, dann lasst uns mal diskutieren ...

Bennet . Freitag 4. Mai 2007 14:51

So geht das verdi!

4,1 % für die Metaller. Bitte liebe IG Metall, adoptiert uns ÖDler, damit wir endlich wieder eine Interessenvertretung haben!

wim-holderberg . Freitag 4. Mai 2007 15:22

Mittwoch, 3. Mai. 2007
WDR 3
Hart aber Fair mit Frank Plasberg

Das Reizthema:
"Die Boom-Verlierer:
Hallo Aufschwung -
ich spür dich nicht!"

Gast: u.a. Frank Bsirske
Vorsitzender Gewerkschaft Ver.di

Habt ihr es gesehen?
Bsirske wurde vorgeführt, seine Ausreden halfen nichts.

Er musste sogar Denkpausen machen um Antworten zu geben.

Er wurde von allen Anwesenden entzaubert.

Wenn Wowereit ihn nicht ein bischen rausgerissen hätte, wäre er wohl völlig untergegangen.

Toller Vorsitzender von Verdi.

In dieser Sendung hat er sein wahres Gesicht gezeigt (ich meine nicht das aufgesetzte Dauergrinsen).

Völlig ungeeignet für den Job eines Gewerkschaftsvorsitzenden, der Mann.

Noch ein Grund mehr - nach Auflösung der ÖTV - nicht bei Verdi einzutreten.

PS: Die Einträge auf der Internetseite zur Sendung, erinnern mich sehr stark an den bei Verdi geschlossenen Blog zum TVöD.

MfG
wim-holderberg
(Boom-Verlierer und TVöD /
Bsirske-Geschädigter)

Ex und Hopp . Sonntag 6. Mai 2007 13:58

Aus der Tageszeitung die Lohnerhöhungen in der Metallindustrie:

- 1.6.2002 -> 4,0 %
- 1.6.2003 -> 3,1 %
- 1.6.2004 -> 2,2 %
- 1.6.2005 -> 2,7 %
- 1.6.2006 -> 3,0 %
- 1.6.2007 -> 4,1 % plus 400 € Einmalzahlung
- 1.6.2008 -> 1,7 %

Und im Öffentlichen Dienst??
- Juli 2006 -> Einmalzahlung zwischen 50 und 150 EUR
- Januar 2007 -> Einmalzahlung zwischen 60 und 310 EUR
- September 2007 -> Einmalzahlung zwischen 100 und 450 EUR
- 1.1.2008 -> 2,9 %

Also wenn wir im ÖD 2,9 % mehr bekommen hat der Metaller schon 2,7 % + 3,0 % + 4,1 % = 9,8 % kassiert und wartet schon auf die nächsten 1,7 %.

Warum können eigentlich einzelne Bereiche des ÖD nicht zu anderen Gewerkschaften abwandern?

Ich arbeite in der IT und das Gehalt ist einfach nur lächerlich gegenüber der freien Wirtschaft, aber trotzdem muss ich beim Wissen und meinen Fähigkeiten auf Augenhöhe mit der freien Wirtschaft sein. Das ist doch absolut untragbar!

Wann fällt endlich auch mal der Groschen bei Verdi, dass sich die Wirtschaft und das Preisgefüge z. B. beim Autokauf nicht nach den armen ausgebeuteten Leuten des ÖD richtet sondern nach Normalverdienern wie in der Metallbranche. Während nämlich die Metaller die jährliche Preisspirale der Autobranche mit ihren +2% locker wegstecken, müssen wir dafür an anderer Stelle verzichten und ohne funktionierendes Auto kann ich meinen Job halt nicht ausüben.

ludwig vogt . Montag 7. Mai 2007 09:02

da kann mann der IG-Metall Gratulieren,für den Abschluss der koll Bennet sagt so geht das Ver.di warum hat Ver.di bei der Tarifverhandlung für die Mitglieder von Ver.di nicht auch 4.1 %Abgeschlossen ?? ja koll Bonnet es kommt auf die Druckmittel an.guten Orga.grad bei den Metall Unternehmen und volle Auftragsbücher. was haben wir !! wo AG aus der Tarifgemeischaft gehen ( Hessen Berlin ) wo sind wir gerade am 1. Mai.wir klagen auf einem Niveau und sagen die anderen sollen es regeln, wir sind Ver.di geht doch mal mit auf die Strasse,oder geht in die Gewekschaft .......

Max . Montag 7. Mai 2007 12:32

Bei den Metallern hat sich auch unter den Arbeitgbern herumgesprochen, das man gute Arbeit vernünftig bezahlen muss. Leider sind die Arbeitgeber im ÖD Betonköpfe von gestern.
Dann bekommen sie halt nur Dienst nach Vorschrift.
Fertig Verdi.

Fritz . Dienstag 8. Mai 2007 17:04

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

es war eine interessante Sendung zu sehen:
S Ü D W E S T R U N D F U N K F S - I N L A N D
R E P O R T MAINZ
S E N D U N G: 07.05.2007

Armutslöhne ? Die Schwäche der Gewerkschaften?

http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=2060066/1f6k3lf/index.html


Mit kollegialen Grüßen
Fritz

Alex . Montag 14. Mai 2007 19:57

Warum hängen wir beim Mindestlohn die Marge mit 7,50 € so niedrig ?
Die Tariflöhne in den unteren TVÖD Gruppen geraten dadurch massiv unter Druck, weil manche Arbeitgeber sich schon Gutsherrenmäßig gönnermäßig aufführen, nur weil sie nach EG 1-4 bezahlen müssen...

Namenloser Tarifverarschter . Dienstag 15. Mai 2007 09:00

Lieber Alex,

das ist leicht erklärt!

Würde man den Mindestlohn statt bei 7,50 € bei realistischen 11,50-12,00 € ansetzen, würde so manchem der sich noch vor einigen Jahren zwar nicht zur Gruppe der sprichwörtlichen Besserverdiener zugehörig fühlte, aber doch fernab der Niederungen der Einkomenspyramide wähnte, plötzlich überdeutlich klar werden, das er aufgrund der jahrelangen Tarifverarsche inzwischen mit seinem Einkommen hart an der Elendsgrenze segelt und jeder x-beliebige Niedriglöhner ihm die Hand reichen kann ohne auf die Zehenspitzen gehen zu müssen.

...

Asrid die entzürnte . Dienstag 15. Mai 2007 16:34

Lieber Alex und liebe alle anderen!

So sieht es aus in Deutschland. Ich habe vor ein paar Tagen erfahren, dass ich (bin seit zwei Jahren als Sozpäd selbsständig), wenn ich jetzt eine Vollzeitstelle antreten würde sage und schreibe 1280 Netto Euro verdienen würde (als allein- erziehende Dipl. Sozialpädagogin liege ich damit unter der Hartz 4 -Grenze). Vor der Umstellung von BAT auf TVöD vor zweieinhalb Jahren bekam ich als 1880 Euro Netto 8und da hat keiner gemeckert, da musste ich nich drum betteln). Mir sind Dank der Umstellung 30% abgezogen worden. Stellt euch das mal vor. Eine Hilfskraft in einem Klamottenladen in München, meine Tochter, die sich mit Putzsarbeiten ihre Ausbildung finanziert hat einen höheren Stundenlohn als ich!!!!!!! Heeehhh, aufgewacht!!! wird sind von unseren Gewerkschaften über den Tisch gezogen worden. Kein Mensch im öffentlichen Dienst weiß irgendwas wirklich, jeder ist erstaunt und geschockt, und dann zucken alle mit den Achseln. Ich versteh das alles nicht mehr! Will es auch gar nicht verstehen, ich will was dagegen machen, deshalb habe ich auf meiner Internetseite 8ist seit drei Tagen im Netz) meine Wut rausgeschrieben und rufe alle auf, sich gemeinsam zu wehren. Besucht meine Seite und macht mit! Gewerkschaft-was ist das?
www.killerphrase.de
Gruß
Astrid

Michael Recker . Donnerstag 17. Mai 2007 21:07

Das paßt doch alles.

Der Öffentliche Dienst wird zukünftig keine qualifizierten Leute für Jobs bekommen, bei denen auch ansonsten Stellen zu finden sind.

Sprich: der Öffentliche Dienst wird keine qualifizierten Ingenieure, IT-Fachkräfte, Handwerker etc. bekommen. (Der Markt für Sozialpädagogen ausserhalb des ÖD ist leider schwach.)

Wunderbar für Privatisierer. Wenn man keine qualifizierten Leute einstellen kann, dann muss man, leider, leider, diese Aufgaben outsourcen.

Dass es das Doppelte kostet, als wenn man selber marktgerecht zahlen würde, merkt ja keiner so schnell.

Franklin . Freitag 18. Mai 2007 19:42

Zu Michael Recker: Das paßt doch alles.

Die Vorankündigung der VKA zu den Verhandlungen zur neuen Entgeltordnung

Ein Schuft wer dabei an böses denkt ?

Wer nicht mehr zahlen will vergrault erst recht qualifizierte Berufsgruppen, die schon heute gefragt sind.

lest selbst: Telekom lässt schön grüßen...

"Presseinformation vom 24. April 2007
der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände

Reformprozess im öffentlichen Dienst geht weiter

Kommunale Arbeitgeber wollen Verhandlungen über eine neue Entgeltordnung

Einige Regelungen zur Eingruppierung sind über 60 Jahre alt

Berlin. Die Reformen im öffentlichen Dienst gehen weiter. Das Präsidium der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) bekräftigte auf seiner Sitzung in Berlin die Notwendigkeit einer neuen Entgeltordnung. „Mit dem Tarif­vertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) ist im Jahr 2005 ein großer Reformschritt gelungen. Die überholten Entgeltregelungen müssen nun ebenfalls neu gestaltet werden“, so VKA-Präsident Dr. Thomas Böhle.
Das bisher geltende System der Zuordnung von Berufen und Tätigkeiten zu bestimmten Gehaltsstufen im öffentlichen Dienst ist teilweise über 60 Jahre alt und enthält Schätzungen zufolge bundesweit 17.000 Eingruppierungs­merkmale. Die Entgelt­ordnung soll entsprechend des Reformprozesses im Tarif­system des öffent­lichen Dienste modernisiert werden. Dies wurde im TVöD festgelegt.

„Wir freuen uns, dass die Gewerkschaft ver.di ihre interne Positionierung nun offen­sichtlich abgeschlossen hat und verhandlungsbereit ist“, so Böhle. Die Bundestarif­kommission der Gewerkschaft hatte Ende März beschlossen, Gespräche um eine neue Entgeltordnung aufzunehmen. „Wir werden die Vorschläge der Gewer­kschaft genau prüfen, aber auch eigene Überlegungen einbringen“, kündigt der VKA-Präsident an.
„Für die Verhandlung der Entgeltordnung gelten die gleichen Vorgaben wie für den gesamten Reformprozess des Tarifvertrags des öffentlichen Dienstes (TVöD): Die neue Entgeltordnung soll einfacher und übersichtlicher werden, Mehrkosten dürfen dabei nicht entstehen.“

Der TVöD trat im Oktober 2005 in Kraft und gilt für rund zwei Millionen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen. „Erst mit einer neuen Entgelt­ord­nung wird das Reformwerk abgeschlossen sein. Für uns ist die Entgeltordnung aber untrennbar mit der Frage der Arbeitszeit verknüpft“, unterstreicht Böhle. " ............

Claudia . Dienstag 29. Mai 2007 12:30

Hallo an Bennet, ex&hopp,l udwig und Max,

auch bei der IG Metall gibt es Ärger mit den Eingruppierungen: siehe Artikel im DER SPIEGEL (22/2007) - 26.05.2007
GEWERKSCHAFTEN: 4,1 Prozent minus x
Bei vielen Arbeitnehmern dürfte die gerade erst erstrittene Tariferhöhung nicht ankommen. Schuld ist ein neues Tarifsystem, das die IG Metall erkämpfte.

Wg. der Eingruppierung nach "ERA" gibt es die ersten "Aktionen".

http://www.rf-news.de/rfnews/aktuell/Betrieb_und_Gewerkschaft/article_html/News_Item.2007-05-09.4945


Auch die GEW-Jugend ist nicht untätig geblieben:
NRW-GEWerkschaftstag 2007

Auf dem Landesgewerkschaftstag der nordrhein-westfälischen GEW (26.-28. April 2007) findet Antrag zur Wiederherstellung des alten BAT große Mehrheit! Persönliche Erklärung junger Delegierter fordert darüber hinaus Ausladung etablierter Parteien bei künftigen Gewerkschaftstagen.

• zurück zum BAT - Ökonomische Gleichstellung junger LehrerInnen beschlossen
• mehr inhaltliche Debatten gefordert - Weniger Polemik!
• Beschlüsse des GEWerkschaftstags (s. Homepage der GEW-NRW)

http://www.jungegew.de/Service/Referendariat/referendariat.htm


Es tut sich also mal wieder was

Gruß von GEW-Claudia

Frank . Mittwoch 30. Mai 2007 09:04

Hallo an alle von einer gewerkschaft über den tisch gezogenen. Den die Verdi verantwortlich lesen das ja hier nicht.
Weis jemand, ob verdi schon einmal darüber nachgedacht hat, der telekom das jahrundertvertragswerk "tvöd(e)" für die 50000 "noch" beschäftigten der "noch" telekom als angebot bzw. geschenk zu unterbreiten? Hier würde doch der telekomvorstand nicht nur sekt springen lassen.

Manfred . Donnerstag 31. Mai 2007 11:15

Ja, sie steckt in der Krise.
Ich will meinen alten BAT wiederhaben

http://www.netzwerk-verdi.de/fileadmin/Material/AntragBDKGEWNordhessenTVneu2007.pdf

Steffen . Freitag 1. Juni 2007 11:26

Tja Manfred,
dafür dürfte es wohl zu spät sein.
Weder die verdi-Spitze und erst recht nicht die öffentlichen Arbeitgeber haben auch nur das geringste Interesse daran, den TVöD/TV-L wieder zu kippen.
Es kann nur noch darum gehen, dass (wohl oder übel auf Basis der derzeitigen TV) bei den nächsten
Tarifverhandlungen sowie Nachverhandlungen zu Strukturausgleichen etc. Forderungen aufgestellt werden, die ein ganzes Stück oberhalb derer in 2005 bzw 2006 liegen. HOFENTLICH HAT DIE VERDI-SPITZE DAS ENDLICH, ENDLICH BEGRIFFEN! Ansonsten sollte sie schleunigst die Konsequenzen ziehen. Dann, bin ich mir sicher, kriegen auch wieder mehr Leute bei Streikaufrufen ihren Hintern hoch!

Manfred . Dienstag 19. Juni 2007 16:28

Hallo, habt ihr auch schon die unternehmensberatungsgespräche, hinsichtlich der leistungszulage, gehabt. Wenn ja, was sind den eure erfahrungen? Also ich bin der meinung, dass diese beratungsfirmen eine menge geld verdienen und das ganze mehr oder minder in die kategorie schwachsinn fällt. Welch ein aufwand, eine völlige verschwendung von arbeitszeit zur erzeugung von reiner blindleistung und das ganze für 6euro netto im monat. Okay, das ganze wird in den nächsten jahren um das 8 fache anwachsen. Aber die frage ist, wer bekommt sie den. Ist es der da oder ist es die da. Egal, fördert auf alle fälle das ohnehin schon prima betriebsklima.

Michael Recker . Mittwoch 20. Juni 2007 13:21

Tja, ver.di.

Die absolute Knallergewerkschaft.

5 Wochen Streik bei der Telekom und dann so ein Ergebnis.

Wieder mal wegen spalterischer Sondertarifverträge aus der jüngeren Vergangenheit erpreßbar. Nach dem Motto, wir versetzen die Leute in eine Gesellschaft, wo wir schon einen noch schlechteren Tarifvertrag mit Verdi haben.

EDE . Mittwoch 20. Juni 2007 18:21

Samstags Regelarbeitstag!

Ein weiterer gewaltiger Sieg der Arbeitgebwer, der mit Sicherheit Schule machen wird.

Immer häufiger stellt sich die Frage: verdi..............???????

Michael Recker . Mittwoch 20. Juni 2007 21:43

Das Motto "Wir sind nicht wirklich kampffähig, also müssen wir Kröten schlucken" zieht sich seit spätestens 1992 durch, als Frau Wulf-Mathies (später EU-Kommissarin, jetzt Vorstand bei der Post) den ÖTV-Streik gegen das Urabstimmungsvotum abbrach.

Nur leider wurde keinerlei Gehirnschmalz darauf verwendet, wieder kampffähig zu werden, stattdessen wurde versucht, die Gewerkschaft zum Äquivalent der Dienstleister ADAC oder ARAG zu machen. Rechtsschutz? Bei uns!

Strategisch waren die letzten 15 Jahre für den Arsch. Man hat den Eindruck, die Hauptamtlichen wollten ihre eigenen Positionen retten, und ansonsten hatten sie keinen Plan.

Basist . Donnerstag 21. Juni 2007 09:30

@Michael Recker

Genau das ist das Kernproblem: die Hauptamtlichen! Leute, die von der Basis weit abgehoben sind (sofern sie überhaupt jemals zur Basis gehört haben) und ihr eigenes Süppchen kochen.

Da sollten mal ein paar Satzungsänderungen her: Vorsitzende und Stellvertreter dürfen zuvor keine Hauptamtlichen Funktionäre gewesen sein sondern unmittelbar von der Basis kommen, dürfen für maximal 5 Jahre gewählt werden und dürfen als Gehalt nicht mehr als das gewichtete Mittel der von Ihnen vertretenen Gewerkschaftsmitglieder bekommen.

Aber das sind illusionäre Wünsche...alles wird so weitergehen wie bisher --> abwärts mit sich ständig steigernder Geschwindigkeit!

Max . Donnerstag 21. Juni 2007 12:37

also raus aus dem Laden....

Johannes . Donnerstag 21. Juni 2007 13:06

At MAX
und welche Alternative bietest du?

Max . Donnerstag 21. Juni 2007 14:48

solange sich nichts ändert siehe Vorschläge Basist, kann man den Gewerkschaften nur so zu verstehen geben , was die Basis denkt. Das ist nicht nur bei Verdi so, sondern auch in anderen Gewerkschaften.

@Manfred bei uns ist die Leistungszulage erstmal bis 2008 verschoben worden. Warum wohl?

Michael Recker . Samstag 23. Juni 2007 14:03

Max,

das Problem ist, es gibt keine bessere Gewerkschaft (außer für spezielle Berufgruppen wie Lokführer, Ärzte und Fluglotsen, die genug eigenen Druck machen können).

Dass Ver.di strategisch keinen Plan hat und von den Interessen der Hauptamtlichen aus den Vorgängergewerkschaften bestimmt ist, ist leichter zu ändern als eine funktionierende Konkurrenzgewerkschaft aufzubauen.

Man muss es nur wollen und bereit sein, Energie und Arbeit zu investieren, die sich realistischerweise nie in entsprechenden eigenen Einkommenszuwächsen auswirken werden.

Dennoch ist das der einzige Weg.

Die Alternative: rette sich, wer kann.

Abgesehen von den genannten durchsetzungstarken Berufsgruppen, die vorerst vermutlich mit ihren Spezialgewerkschaften wirklich besser fahren, kann ich nur den Eintritt in Ver.di eimpfehlen.

Dann aber mit ganz klaren Zielen.

Weg mit der Matrixorganisation, die die Hauptamtlichen der Vorgängergewerkschaften in ihren Posten schützt und sonst nur schadet.

Weg mit den speziellen Tarifverträgen für Sparten, Minibranchen oder gar einzelne Betriebe.

EDE . Sonntag 24. Juni 2007 17:26

Interessanter Artikel ind DIE ZEIT über verdi

http://www.zeit.de/2007/26/Gewerkschaft-verdi

Es geht wohl bergab!

Franklin . Sonntag 24. Juni 2007 20:40

Hallo Ede !

habe den Artikel in der Zeit gelesen und gesichert. Es ist wohl wahr, dass Verdi in den kommenden zwei bis drei Jahren sich umstrukturieren und Beschäftigte entlassen muss, um mit dem Mitgliederschwund schritt zu halten.

In "meinem" Betrieb braucht man seine Verdi-Mitgliedschaft nicht geheim zu halten. Viele Leute wissen, dass die engagierten Verdi Personalratsmitglieder eine viel höhere Kompetenz haben, Beschäftigteninteressen zu vertreten, als Personen, die nur auf den eigenen Vorteil aus sind und mit Macht unbedingt freigestelltes Mitglied eines Betriebs- oder Personalrates werden wollen.

Und es ist schwer genug, diese Gruppe von engagierten Verdi Mitgliedern in den Betrieben zusammen zu halten geschweige denn neue hinzuzugewinnen.

Wenn es diese Kerngruppen in den Betrieben nicht gibt: nun dann werden Gewerkschaftsekretäre zu Streetworkern.

Das es dazu in meinem Betrieb nicht kommt, dafür engagiere ich mich auch in meiner Freizeit. Ich hoffe, dass ich dazu auch künftig eine/n engagierten Gewerkschftssekretär/in in der Bezirksverwaltung finde, der mich dabei unterstützt.

Umbruch kann man auch als Chance begreifen, das Richtige zu tun und: ganz wichtig: es auch richtig zu tun.

Basist II . Montag 25. Juni 2007 09:34

@ Franklin

"In "meinem" Betrieb braucht man seine Verdi-Mitgliedschaft nicht geheim zu halten. Viele Leute wissen, dass die engagierten Verdi Personalratsmitglieder eine viel höhere Kompetenz haben, Beschäftigteninteressen zu vertreten, als Personen, die nur auf den eigenen Vorteil aus sind und mit Macht unbedingt freigestelltes Mitglied eines Betriebs- oder Personalrates werden wollen."

Auf welchem Seminar hast du denn diesen billigen rethorischen Trick gelernt?
Und: wen willst du damit aufs Glatteis führen?

Es ist mitnichten so wie du es suggerierst, das nur und ausschließlich Verdi-Mitglieder selbstlos und mit hoher Kompetenz Beschäftigteninteressen vertreten!

Es ist vielmehr wie überall im Leben die gesamte Bandbreite vertreten:
- der kompetente Verdianer, der selbstlos Tätig ist
- der ebenso kompetente Verdianer, der nicht allein selbstlos tätig ist (=auf Freistellung hinarbeitet)
- der inkompetente Verdianer, der selbstlos seinen Stuhl im Personal- oder Betriebsrat warm hält
- usw. usw.

Selbstverständlich gibt es die oben beschriebenen Verhaltensweisen auch bei Personal- und Betriebsräten, die nicht Verdi-Mitglied sind.

Den Gegensatz, den du konstruierst, das es entweder selbstlose, kompetente Verdianer gibt oder inkompetente Macht- und Postengierige Nichtverdianer ist schlichter Blödsinn. Und du weist das selbstverständlich auch! Trotzdem hofftst du, das hier Leute mitlesen, die auf deinen Stuss hereinfallen.

Traurig das alles...

Günter . Montag 25. Juni 2007 13:36

Wer hält eigenlich den Mitgliederschwund in Verdi auf? Ich erlebe bei einigen Hauptamtlichen, dass sie aktiv werden wenn es darum geht, das Posten in den Werkausschüssen oder Aufsichtsrats
posten zuvergeben sind, dann bemühen sie sich auch die Kolleginnen und Kollegen
im Betrieb auf zusuchen. Es wäre gut wenn die Hauptamtliche jährlich berichten
wieviel Betriebe und Mitglieder sie auf gesucht haben, ausserdem sollten sie sich alle 4Jahre zur Wahl stellen nur so läst sich die spreu vom Weizen trennen.

Franklin . Montag 25. Juni 2007 14:45

@ Basist II

den "Gegensatz" den ich angeblich konstruiert habe, war mir Beim Verfassen meines Beitrags so gar nicht bewusst und auch nicht beabsichtigt.

Deshalb Danke für Deine Sichtweise, welche Teile.
Auch habe ich den sarkastischen Unterton in Bezug auf die Selbstlosigkeit registeriert. Ist meiner Erfahrung nach auch angebracht.

Traurig finde ich, dass Du meinen Beitrag als "Stuss" abqualifizierst.

Im übrigen wollte ich nur darauf hinweisen, dass dort, wo es noch funktionierende Verdi Betriebsgruppen gibt, diese durch mangelnde Betreuung nicht noch demotiviert werden und womöglich die Brocken hinschmeissen und dann tatsächlich ein Neuaufbau, der nicht mehr von aktiven Verdi-Mitgliedern getragen wird, erforderlich wird.

mausebär . Mittwoch 27. Juni 2007 07:56

Ihr dreht euch im Kreis! Spart eure Energie und verwendet sie lieber dazu, euch für die nächsten Tarifverhandlungen zu positionieren und dann am jeweiligen Abeitsplatz zu "KÄMPFEN", wenn's denn dort überhaupt noch möglich ist. Mein AG (LRA R-N-K) ist aus dem AG-Verband ausgetreten, niemand hat bzw. konnte ihn daran hindern. Wo waren hier die AN-Vertreter? Der Personalrat kümmert sich nun um Blutspenden und den Betriebsausflug und liegt sonst dem LR zu Füßen. Wo war ver.di? Wir arbeiten nun 40 h für das immer noch gleiche Schmerzensgeld (mehr isses ja nicht mehr) wie 2005. Die Verwaltungsreform in Ba-Wü z.B. war ein von Anfang an abgekartetes Spiel, um den AN das Mitspracherecht zu entziehen. Personalräte wurden durch die Ämtereingliederung in die LRÄ drastisch reduziert, einfach gestrichen, ich war auch einer davon. Nun sind noch ein paar Hansel übrig, die vom LR leicht zu überblicken, kontrollieren und zu beherrschen sind. Auch wenn man wollte, man hat in so einem Riesen-Amt an einer kleinen Nebenstelle keine Chance mehr, nochmals Personalrat zu werden- klassisch ausgebremst. Unser Black Devil "Erwin" wird sich in den Pausen zwischen den Philosophie -Vorlesungen halb totlachen. He won.

EDE . Mittwoch 27. Juni 2007 11:11

Alle Politiker lachen sich halb tot über die ö.D. "Gewerkschaften".

Aber vielleicht lachen im Hinterzimmer Politiker und Gewerkschftsbosse zusammen über die doofen ö.D. Arbeitnehmer?

Wer weiß ??

Ich kann jedenfalls Jobsuchenden nur empfehlen: Geht bloß nicht zum offentlichen Dienst (nur, wenn ihr Lust haben solltet, permanent verarscht zu werden)

wim-holderberg . Mittwoch 27. Juni 2007 21:38

Toller Vorschlag von Herrn Müntefering:
Arbeitslose gegen halbe Bezahlung in den öffentlichen Dienst zu stecken.

Den Rest zum TVöD finanziert der Bund. Es würde ja Hartz IV gespart und den Kommunen/Behörden würden keine Kosten entstehen.

Glaubt Herr Müntefering allen Ernstes, dass eine Kommune oder andere Behörde dies nicht nutzt um Stellen einzusparen?

Toll auch, Arbeitslose als Konkurrenz gegen die Mitarbeiter/innen des ÖD auszuspielen.

Das es für den Bund und die Kommunen wesentlich billiger wird ist klar, denn die Leute werden ja, egal nach welcher Gehaltsstufe sie bezahlt werden, nach Entwicklungsstufe 1 oder 2 eingestellt. Und das ist mit Kindern netto nicht wesentlich mehr als bei Hartz IV (teilweise sogar weniger).

Und diesen Tarifvertrag im ÖD haben wir Verdi zu verdanken.

Ich bin mal gespannt auf die Reaktion des großen Vorsitzenden von Verdi auf diesen Vorschlag.

Ich kann mir denken, dass er den Vorschlag toll findet.

Er kennt sich ja beim Stelleneinsparen aus…..als ehemaliger Personaldezernent mit Stelleneinsparerfahrung.

PS: Ich habe meiner Tochter ebenfalls empfohlen auf jeden Fall nicht im Öffentlichen Dienst anzufangen.

Mit freundlichen Grüßen
wim-holderberg
3.000,--Euro Minus
im Jahr durch TVöD

ludwig vogt . Donnerstag 28. Juni 2007 15:46

Wer steckt in der Krise ?????vieleicht wir selber ?? wir! ja wir klagen weiter auf hohen Niveau und suchen die Schuld bei den Anderen, warum es ist einfach auf der Ver.di seite den Müll abzuladen,geht in die Gewerkschaft bringt euch ein geht in den Personalrat/Betriebsrat geht zu den Parteiveranstalltungen und sagt eure Meinung. wer nichts bewegt der wird Bewegt.jeder Tarifvertrag ist nur so gut wie mann ihn Durchsetzen kann.Den Koll von der Telekom kann mann nur sagen Toll sechs Wochen Steik Hut Ab. und ein Ergebnis von weg und wieder drin kann sich sehen lassen.natürlich werden einige Koll auf der seite schreiben das war schlecht das könnte besser sein oder oder ..Streikt erstmal sechs Wochen ..........

Es gibt nichts Gutes auser Mann Tut es ...

Ex und Hopp . Donnerstag 28. Juni 2007 17:30

@ludwig vogt

Toller Vorschlag, nur was bringt es mir beim Betriebsrat/Personalrat vorstellig zu werden um dann nach 1 Stunde Diskussion feststellen zu müssen, dass der Gegenüber trotz direktem Draht zur Gewerkschaft weit weniger Ahnung hat als der Fragende??

Mit dem TV-L z. B. hätte man auch eine neue Dienstvereinbarung bzgl. Wöchentlicher Arbeitszeit/Gleitzeitkonto machen können mit einem größeren Arbeitszeitkorridor. Habe dies mehrmals per Email und Telefon angesprochen..... passiert ist rein garnix - und der TV-L gilt schon seit ein paar Tagen!!

Kurzum: leider sitzen auf solchen Posten immer alte Knacker mit Haus im Grünen, Kindern auf eigenen Füßen (also aus dem Elternhaus draussen mit eigenem Job) und Unkündbarkeit. Was will man von solchen Personen noch erwarten?? Die haben doch ausgesorgt.

wim-holderberg . Donnerstag 28. Juni 2007 21:25

An Ludwig Vogt

Ja Herr Vogt, das hohe Niveau habe ich mir selbst erarbeitet. Ohne Gewerkschaft, ohne Solidarität der Gewerkschaftskollegen.

Im Gegenteil, ab einem bestimmten Gehaltsniveau ist man als Gewerkschaftsmitglied lediglich als Zahler erwünscht.

Man ist lt. Verdi auf einmal Besserverdiener und die gilt es zu bekämpfen.

Genau aus diesem Grunde bin ich aus der Gewerkschaft ausgetreten.

Glauben Sie allen Ernstes, das ich einer Gewerkschaft die mich in keiner Weise vertritt, mir 3.000 Euro im Jahr per Tarifvertrag wegnimmt, auch noch ca. 600 Euro im Jahr an Mitgliedsbeiträgen nachwerfe?

Fragen Sie sich doch mal selbst, warum Verdi in den IT-Bereichen, bei den Ärzten und vielen anderen Bereichen einen Organisationsgrad hat, der gegen 0 geht.

Mit sozialistischen Solidaritätsaufrufen von gestern ist in den Bereichen von Heute und Morgen nichts zu holen.

Eine Gewerkschaft von Gestern, die Tarifverträge auf einem Niveau von Vorgestern abschließt, wird nie im Leben meine Gewerkschaft sein.

Ja, ich würde gerne wieder in eine Gewerkschaft gehen um etwas zu bewegen, aber eine die auch tatsächlich die Interessen aller darin organisierten Mitglieder vertritt.

Und eine solche Gewerkschaft ist Verdi nicht.

Kurt Francke . Freitag 29. Juni 2007 09:38

Hallo Herr Holderberg,

Sie treffen den Nagel auf den Kopf. Ich bin noch viel schlimmer dran als Sie.

Bin auch sogenannter Besserverdienender und Verdi klaut mir hochgerechnet bis zur Rente fast 100.000 (!!!) Euro. Diese Gewerkschaft ist für mich tot! Sie vertritt nur Gehaltsgruppen mit hohem Oraganisationsgrad und betreibt Klientel-Politik!

War in Verdi bis zum Tv-L. Bin dann sofort ausgetreten. Ich werfe Gehaltsklauern nicht auch noch über 500 Euro Mitgliedbeiträge pro Jahr hinterher.

Würde ebenfalls gerne wieder in eine Gewerkschaft eintreten die die Interessen ALLER Arbeitnehmer im ÖD vertritt, das ist Ver.di in der Tat nicht.

Angestellter . Freitag 29. Juni 2007 11:55

Natürlich wird nur durch rummjammern und in Foren schreiben nichts passieren, aber glaubt wirklich noch jemand ernsthaft dass sich bei solch einem katastrophalen Ergebniss, wie den TVÖD, noch irgendjemand mit den Gedanken spielt in die Gewerkschaft einzutretten?Seit zwei Jahren ist das Gehalt eingefroren bzw. wenn man es genau nimmt wurde es sogar gekürzt. Kein Urlaubsgeld mehr, keine Alters-Steigerung mehr usw.
Der Wegfall der verschiedenen Zuschläge (Kinder, verheiratet etc) führt gerade bei jüngeren Kollegen zu massiven Einkommensverlusten. Bei mir sinds 79.000€ bis zur Rente. Man muß mal eines ganz deutlich sagen, diese Zuschläge waren ein Teil des Gehaltes und nicht irgendwelche Bonuszahlungen. Ich, als Bauingenieur, bekomme nach 6 Jahren im öffentlichen Dienst weniger als ein bauarbeiter in der freien Wirtschaft, von den Kollegen aus der Metallbranche ganz zu schweigen.
Seit über zwei Jahren wird an den Eingruppierungsmerkmalen rumgespielt mit noch absolut keinem Ergebnis d.h es wird so weiterlaufen wie bisher..........also mehr als Bescheiden. Ändern wird sich für uns dadurch ja eh nichts, wir kennen doch "unsere" Gewerkschaft.
Ich würde gerne in die Gewerkschaft eintretten, wenn ich das Gefühl hätte dass es was bringt. Bei Verdi ist dies definitiv nicht der Fall.

Steffen . Freitag 29. Juni 2007 13:21

Hallo,

Herrn Holderbergs Beitrag mag so Manchem nicht schmecken, er gibt aber die (ungeschminkte) Wahrheit wieder. Seit Jahren halten die sog. "Besserverdiener" im ÖD ihren Kopf für die Sparhysterie der öffentlichen Arbeitgeber und die Unfähigkeit der Gewerkschaft hin. (Vorläufig) letzter Höhepunkt dieser Entwicklung ist der TVöD / TV-L. Persönlich verliere ich dank TV-L ab 45 jährlich ca. 2400,- EUR. Wäre ich ein paar Jahre jünger, wäre es noch viel mehr. Mit dem TVöD sollen junge und leistungsbereite Leute für den öffentlichen Dienst gewonnen werden? Das ist nun wirklich der Gipfel des Zynismus! Wer jung + leistungsbereit ist und halbwegs logisch denken kann, wird jetzt erst recht um den ÖD einen großen Bogen machen!
Personalpolitisch die blanke Katastophe, Leistungsträger systematisch zu vergraulen.

Nur mal einige Zahlen aus eigenem Erleben. In unserer Abteilung haben ca. 30% der Leute eine abgeschl. Berufsausbildung, der Rest einen FH-/Uni-Abschluss.
Als ich vor ca. 10 Jahren hier anfing, waren rund 40% gewerkschaftlich organisiert. Letztes Jahr waren es, dank Einführung des TV-L (und dessen Vorgeschichte) noch 10%. Tendenz weiter fallend. Dabei ist die Hälfte der Belegschaft sogar älter als 45, profitiert also von ihren Besitzständen. Als Gewerkschaftsführung würde ich mir mal langsam Gedanken machen, wie ich diese Leute zurück gewinne.

wim-holderberg . Samstag 30. Juni 2007 00:59

Ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen.

Auch Steffen hat aufgezeigt, wie Verdi Klientel-Politik macht.

Als ich vor 15 Jahren (noch zu ÖTV-Zeiten) in meiner Abteilung angefangen habe - 34 Personen, 11 im höheren Dienst, 8 im gehobenen Dienst, 12 im mittlern Dienst und drei im einfachen Dienst -, waren bis auf 2, alle in der Gewerkschaft (ich eingeschlossen).

Heute ist es noch EINER.

Die letzte große Austrittswelle kam nach Einführung des TVöD.

Bis auf einige wenige, haben alle Angestellten bei uns Verluste durch den miesen Tarifvertrag.

Der Einzige der sich wirklich freut über den TVöD ist mein Arbeitgeber, denn der hat jetzt erheblich geringere Personalkosten.

Und das Beste kommt noch. Es werden in den nächsten Jahren einige bei uns aus dem höheren Dienst in Rente gehen. Nachfolge ist nicht in Sicht.

Es bewirbt sich niemand.

Beispiel gefällig:
Letzte Stellenausschreibung für den höheren Dienst (Uni-Abschluß erforderlich, besser mit Dr.-Titel), Bezahlung nach TVöD 13, Entwicklungsstufe 2.

Ergebnis:
Drei Bewerbungen, zwei Bewerber haben während des Vorstellungsgesprächs bei der Bekanntgabe des zu erwartenden Gehaltes, abgesagt.

Einstellung der noch einzigen Bewerberin als Beamtin nach A 14 - sie hatte die Vorrausetzungen - Bei Einstellung nach TVöD hätte sie ihre Bewerbung zurückgezogen.

Vor fünf Jahre hattten wir bei Stellenausschreibungen für den höheren Dienst im Schnitt 15 bis 20 Bewerber/innen.

Sollte der TVöD in der jetzigen Form weiter gelten, sehe ich schwarz für die Zukunft.

Qualifizierte Bewerber für den öffentlichen Dienst wird es wohl kaum noch geben bei der miesen Bezahlung.

Mit freundlichen Grüßen
wim-holderberg

Franklin . Sonntag 1. Juli 2007 20:19

@ wim-holderberg

ich bezweifle stark, dass die Bewerberlage wesentlich besser wäre zu alten BAT-Bedingungen.

Nachfrage zu Ihrem vorstehenden Beitrag:
Angebot EG13 Stufe 2 = 3130,- EUR Anfangsgehalt oder EG 13 Stufe 4 (wäre Entwicklungsstufe 2) = 3630,- EUR Anfangsgehalt. Die Differenz wäre immerhin 500,- EUR.
Stufe 5 nach wieviel Jahren ? Diese Steigerung fest zugesagt oder offen gelassen: dass heißt von der Leistung abhängig.
Differenz 460,- EUR auf Brutto 4090,- EUR.
Einstellung unbefristet oder nur nach Teilzeit- und Befristungsgesetz für 2 Jahre ?

Ihre Einschätzung "Sollte der TVöD in der jetzigen Form weiter gelten, sehe ich schwarz für die Zukunft." ist nicht ganz von der Hand zu weisen.

Aber jetzt sind die öffentlichen Arbeitgeber am Zug, dass was diese sich auch mit dem TVöD eingebrockt haben, wenigstens teilweise zu korrigieren.

Dazu müssten sie auf die Verdi Vorschläge zur Entgeltordnung eingehen und ernsthafte Verhandlungen dazu führen. (Bis Mai 2007 haben dazu keine Tarifverhandlungen stattgefunden, daher gab es auch kein "rumwerkeln" an der neuen Entgeltordnung) Da ich keine neueren Informationen dazu habe, verweise ich nur auf die Pressemitteilungen der VKA zur anstehenden Tarifrunde für die Kommunen zum Jahreswechsel. Die Ankündigungen lassen auf eine harte Tarifrunde schließen.

wim-holderberg . Sonntag 1. Juli 2007 22:03

@Franklin

Mein lieber Franklin,
wo leben Sie eigentlich?

Wissen Sie was in der freien Wirtschaft gezahlt wird?

Nur mal ein paar Details zu den Vorstellungsgesprächen bzw. den Bewerbern.

Beide Bewerber, die beim Vorstellungsgespräch abgesagt haben, waren in einer festen Anstellung – nicht ÖD - , verheiratet, haben Kinder und sind über 40 Jahre alt, jeweils 15 Jahre Berufserfahrung.

Beide verdienten zum Zeitpunkt der Bewerbung knapp 5.000 Euro im Monat + Weihnachts- und Urlaubsgeld (auf meine Nachfrage hin).

Das sind Zahlen, die sie im ÖD nach TVöD nie im Leben verdienen können, auch nicht bei Einstufung in Entgeltgruppe 14, auch nicht mit Erreichen der Endalterstufe.

Beiden Bewerbern war noch der BAT bekannt. Unter Vorraussetzung des BAT wären sie nach BAT Ib in der entsprechenden Altersstufe, mit Aufstiegsmöglichkeit nach BAT Ia eingestellt worden.

Sie hätten zwar anfangs Gehaltsverluste gegenüber ihrem jetzigen Verdienst gehabt, aber nicht so gravierend wie z. Zt. Nach TVöD.

Ihnen ging es um Sicherheit des Arbeitsplatzes. Sie hätten auf Gehalt verzichtet, aber nicht in dieser Menge und zu den Bedingungen des TVöD.

Würden Sie unter diesen Vorraussetzungen in den ÖD wechseln?

Glauben Sie allen Ernstes, dass ein AG einem Bewerber mehr als Entwicklungsstufe 2 anbietet?

Mittlerweile habe ich eine Menge Bewerbungsgespräche mitgemacht, keinem/r Bewerber/in durfte mehr als Entwicklungsstufe 2 angeboten werden.

Zu Ihrer Aussage: Jetzt sind die Arbeitgeber am Zug.

In einem früheren Beitrag habe ich bereits geschrieben, das die Verdi-Vertreter bei Abschluss des TVöD offensichtlich nicht durchgelesen haben, was für einen „Mist“ sie da unterschrieben haben.

Die Arbeitgeber tun nur das, was sie gemäß den Bedingungen dieses Vertragsmachwerkes auch können. Sie verweigern sich, denn der TVöD gibt ihnen die Möglichkeit dazu.

Glauben Sie allen Ernstes, dass die Arbeitgeber einen eigenen Vorstoß zur besseren Bezahlung oder Anerkennung von Berufserfahrung machen?

Es gibt doch noch Beamte, die werden auf die sog. Schlüsselpositionen gesetzt und mit dem TVöD-Beschäftigten wird der Haushalt saniert (denn die Alten sind ja da und können nicht weg, dafür hat Verdi mit dem TVöD schon gesorgt – das war eine Aussage eines Beamten aus dem höheren Dienst meines AG).

Er hat verstanden, Verdi offensichtlich nicht.

In allen Ihren Schreiben, Herr Franklin setzen Sie immer auf die Einsicht oder Bereitschaft der Arbeitgeber. Glauben Sie wirklich, dass es die gibt?

Viele Andere und ich nicht!

Mit freundlichen Grüßen
wim-holderberg

Franklin . Sonntag 1. Juli 2007 23:39

@ wim-holderberg

Danke für Ihre Antwort.
Nun können alle hier den Gehalts-Abstand zwischen öffentlichem Dienst und anderen Branchen bezüglich Vergütung für Hochschul-Absolventen besser einschätzen.

Ich persönlich habe keine Illusionen darüber, dass die öffentlichen Arbeitgeber alles daran setzen werden, die Verhandlungen zur neuen Entgeltordnung mit anderen Verhandlungsgegenständen zu verquicken, so dass nichts Vernünfiges dabei herauskommt ausser einem Dissenz und ggf. einem weiteren Streik.

Einsicht in offensichtliche Notwendigkeiten
ist bisher nicht eine Stärke der Arbeitgeberseite.
Deshalb ist Ihre Forderung, dass bei der Bezahlung von Hochschulabsolventen dringender Handlungsbedarf besteht, voll und ganz berechtigt.

Das klärt sich aber erst auf, wenn tatsächlich die Arbeitgeber bei den Verhandlungen zur neuen Entgeltordnung nicht einen Schritt nach vorne machen.
Ich rechne fest damit, dass die Arbeitgeber die auf dem Tisch liegenen Verdi Vorschläge dazu ablehnen werden, weil es ja nicht teurer werden darf.

Nun es stimmt auch, dass die Endstufe der Entgeltgruppe 14 mit 4360,- EUR nach 15 Jahren Betriebszugehörigkeit und entsprechender Leistung nicht allzu üppig ist.
Aber das Problem hatten wir mit dem BAT auch schon nur es wurde nicht so offen darüber diskutiert dass der Gehaltsabstand von Hochschulabsolventen zwischen öffentlichem Dienst und anderen Branchen zu einem existenziellen Problem führen wird.

MWeber . Montag 2. Juli 2007 10:02

@ wim-holderberg

Ganz so schwarz sehe ich es mit dem Willen der Arbeitgeber nicht. Mir haben sie bereits im Herbst 2005 bei der Einstellung Stufe 3 angeboten.
Da ich mit 2800€ auf EG10/3 immer noch 528,85€ monatlich weniger habe als nach altem Bat (3328,85E Bat 4a/8), sieht es in meinem Fall natürlich anders aus. (Kinderzuschlag, Urlaubsgeld usw. "Wo seid ihr hin?")

Ich hatte keine Wahl - Stelle annehmen und weiter bewerben. Heute werde ich ausserhalb des ÖD nach meiner Leistung entlohnt und nicht mit Almosen abgespeist.
Irgendwann wird sich die Leistungsfähigkeit der Angestellten im ÖD an die Entlohnung angepasst haben - erst dann wird das Verhandlungsgeschick wieder auf Augenhöhe mit Verdi sein.
Falls der ÖD überhaupt solange warten muss:

§ 56 In-Kraft-Treten, Laufzeit

(1) 1Dieser Tarifvertrag tritt am 1 Oktober 2005 in Kraft. 2Er kann mit einer Frist von drei Monaten zum Schluss eines Kalenderhalbjahres schriftlich gekündigt werden, frühestens jedoch zum 31. Dezember 2009.

Mal sehen wann die ausgeschlafenen Personalräte zwischen Mitarbeiterausflügen und Personalinformationssitzungen diese Information verarbeiten und sich vorbereiten.

EDE . Montag 2. Juli 2007 15:31

Qualifizierte Zuwanderer sollen min. 85.000,00/Jahr verdienen, sagt die Bundesregierung.

Wer im öD ist qualifiziert?

Steffen . Montag 2. Juli 2007 17:29

Hallo EDE,
vielleicht ist es Dir entgangen - aber ÖD bedeutet nicht automatisch nur Aktenberge verwalten, Bußgelder eintreiben und den ganzen Tag Beamten-Mikado spielen.
Stell Dir vor, auch im ÖD trifft man ab und zu auf qualifizierte und/oder motivierte Leute. Manche von Ihnen sind sogar bereit, Verantwortung zu übernehmen, andere "mitzuziehen", täglich Dutzende Entscheidungen zu treffen, Überstunden zu schrubben usw. Vielleicht kannst Du ja nachvollziehen, dass es eine Katastrophe wäre, wenn z.B. in Krankenhäusern, bei Rettungsdiensten oder in IT-Abteilungen nur "unqualifizierte" Leute herumsitzen. Außerdem wenden zahlreiche Firmen bzw. GmbHs den BAT, jetzt TVöD, an, ohne hundertprozentig zum ÖD zu gehören.

Es fragt sich halt nur, ob TVöD bzw. TV-L wirklich geeignet sind, qualifizierte Leute zukünftig "bei der Stange" zu halten. Für diese gehört schon jetzt eine große Portion Idealismus zum täglich Brot. Wenn es aber so weiter geht wie in den letzten Jahren, verlieren wir auch diese Leute noch und dann ist der ÖD wirklich endlich dort, wo ihn Einige schon längst haben wollten!

wim-holderberg . Montag 2. Juli 2007 19:01

Hallo Franklin,

Das zwischen BAT und Bezahlung in der freien Wirtschaft ein gewisser finanzieller Abstand bestand, ist wahr. Nur durch den TVöD ist die Situation erheblich schlimmer geworden.

Der TVöD hat einerseits nicht nur die Gehaltsaussichten sondern auch die Einstellungsvoraussetzungen erheblich heruntergeschraubt.

Zu BAT-Zeiten wurden die Mitarbeiter/innen mit Hochschulstudium nach BAT Ia (Gemeinden) mit Anerkennung der Berufserfahrung eingestellt. Heute nach TVöD 13 ohne Anerkennung von Berufserfahrung. Das ist nicht nur eine komplette Gehaltsklasse tiefer und Berufserfahrung zählt überhaupt nichts mehr. Übrigens ist das in der freien Wirtschaft auch anders. Dort zählt Berufserfahrung.

Weiterhin konnten sie zu BAT-Zeiten BAT Ib erreichen (was in den meisten Fällen auch real war), nach TVöD ist bei 14 Schluss.

Es ist richtig, dass die Gehälter zu BAT-Zeiten nicht so üppig waren……aber nur gegenüber den Gehältern in der freien Wirtschaft.

Ein kleiner Vergleich BAT zu TvöD

Früher BAT Ib, Endaltersstufe, verheiratet, 2 Kinder,
Jahresverdienst = 62.824 EURO

Heute TVöD 13, Endaltersstufe, verheiratet, 2 Kinder,
Jahresverdienst = 53.928 Euro

Früher BAT Ia, Endaltersstufe, verheiratet, 2 Kinder,
Jahresverdienst = 69.204 Euro

Heute TVöD 14, Endaltersstufe, verheiratet, 2 Kinder,
Jahresverdienst = 58.086 Euro

Das ist in beiden Fällen ein Unterschied von ca. 9.000 Euro pro Jahr

Das ist Geld, das einem auch für die Rente fehlt.

Auch ist es eine Diskriminierung ab Entgeltstufe 10 lediglich 15 % Überstundenzuschläge zu zahlen. Darunter sind es 30 %.

Was mich am meisten stört bei Verdi, ist die Tatsache, dass dort seit Jahren dem gehobenen und höheren Dienst Geld per Tarifvertrag als sog. Solidaritätsbeitrag abverlangt wird.

Diese Gruppen sollen immer nur Solidarität durch Verzicht zugunsten der anderen Gruppen leisten. Andersrum ist bei Verdi anscheinend nicht erwünscht und auch nicht möglich.

Wenn, wie bei den Ärzten und anderen Berufsgruppen bereits geschehen, jemand aus Verdi ausschert und eine eigene Interessenvertretung für sich „kämpfen“ lässt, wird dies als Raffgier und Entsolidarisierung durch die Verdi-Oberen unwahr dargestellt.

Gerade bei den Ärzten hat Verdi verschwiegen, dass sie bereits in der Vergangenheit zugunsten anderer Gruppen verzichtet hatten und durch den TVöD neben der schlechteren Bezahlung auch noch die Arbeitsbedingungen erheblich verschlechtert werden sollten.

Solidarität ja, aber nicht nur immer in eine Richtung.

Mit freundlichen Grüßen
wim-holderberg

wim-holderberg . Montag 2. Juli 2007 19:07

Entschuldigt bitte den Dreher eingangs in meinem Text bei BAT Ia und BAT Ib.

Richtig ist Einstellung nach BAT I b und Aufstieg nach BAT Ia.

MfG
wim-holderberg


Franklin . Montag 2. Juli 2007 23:14

@ wim-holderberg

Danke für folgenden Anknüpfungspunkt:
"Was mich am meisten stört bei Verdi, ist die Tatsache, dass dort seit Jahren dem gehobenen und höheren Dienst Geld per Tarifvertrag als sog. Solidaritätsbeitrag abverlangt wird."

Im Großen und Ganzen stimmt Ihre Feststellung und ist auch nicht zu widerlegen.
In der Vergangenheit wurde bei Tarifforderungen immer über sie Struktur der Forderung gesprochen sprich: Festbetrag für alle, Festbetrag für alle kombiniert mit prozentualem Betrag für alle oder die klassische prozentuale Variante für alle.
Die Verdi Führung hat sichimmer für die klassische prozentuale Variante eingesetzt, weil diese am gerechtesten war auch wenn vielerortens an der Basis ein Festbetrag von x DM gefordert wurde, weil dieser schon die unteren Lohn- und Gehaltsgruppen bevorzugt hätte.
Oft kamen beim Tarifabschluß dann strukturelle Komponenten heraus die höhere Vergütungsgruppen im Gesamtergebnis schlechter stellten.

Eine Strategie ist es, die Beschäftigtengruppen bei Tarifabschlüssen zu belohnen, die bei Streikmaßnahmen sich besonders eingesetzt haben. So geschehen beim letzten Streik auf Länderebene wo die Kliniken Ihre 38,5 Stundenwoche verteidigen konnten.

Ganz problematisch finde ich es, bei Tariferhöhungen nach Entgeltgruppen gestaffelte prozentuale Erhöhungen oder die Erhöhungen zeitlich gestaffelt nach Entgeltgruppen zu vereinbaren: da hört bei mir auch die Solidarität auf.

Gerade die Länder sind für Tariflösungen besonders anfällig, die höhere Entgeltgruppen "benachteiligen" weil die Länder dort, im Gegensatz zu den Kommunen, viele Beschäftigte eingruppiert haben. Die Kommnen streben eher einen Tarifabschluss an , die untere und mittlere Eingruppierungen nicht bevorzugen.

Auch wenn sich TVöD und TV-L im Kern nicht wesentlich unterscheiden, so ist dass ein Grund, dass es jetzt zwei Tarifverträge für den öffentlichen Dienst gibt.

Um es mal zu vereinfachen:
für die Arbeitgeber stellen Tarifverträge immer Höchstarbeitsbedingungen dar, es sei denn, sie sind aufgrund der Marktlage gezwungen, mehr für neu einzustellendes Personal auszugeben. Die Alternative wäre Outsourcing der Aufgabe, mit der mittelfristigen Feststellung, dass diese Lösung auf Dauer doch teurer ist.

Für Gewerkschaften sind Tarifverträge Mindestarbeitsbedingungen, von denen der Arbeitgeber zu Gunsten der Arbeitnehmer auch mal abweichen kann, wenn man vertretbare Gründe dafür hat.

In diesem Spannungsfeld erlebe ich auch die Arbeit im Gesamtpersonalrat meiner Dienststelle

Es gibt natürlich auch Menschen, auch unter Verdi-Mitgliedern, für die Tarifverträge wortwörtlich einzuhalten sind und dass auch als eine Ausprägung von Solidarität verstehen und auch nach aussen vertreten.

Nun ein Wort zu den Ärzten: wahr ist, dass die Ärzte nur deshalb so besonders erfolgreich waren, weil das Ansehendieser Berufsgruppe in der Bevölkerung besonders hoch ist und die Medien den sogenannten Ärztestreik ständig thematisierten.
Wahr ist auch , das die graduell von der Verdi Vereinbarung abweichene Tarifvereinbarung des Marburger Bundes mit der 42 Stundenwoche erkauft wurde.

Der Marburger Bund ist schon längst in der Tarifwirklichkeit angekommen und muss nun gehörig bei den eigenen Mitgliedern strampeln und den eigenen Tarifvertrag erklären, mit allen Haken und Ösen. An deren Arbeitbedingungen hat sich trotz Verdi und trotz der eigenen Gewerkschaft kaum etwas verbessert.

Insofern ist ideologisierende Häme über das Heer der Assistenzärzteschaft und deren Ärztegewerkschaft Marburger Bund unangebracht.

EDE . Dienstag 3. Juli 2007 04:13

"....Wenn es aber so weiter geht wie in den letzten Jahren, verlieren wir auch diese Leute noch und dann ist der ÖD wirklich endlich dort, wo ihn Einige schon längst haben wollten!"

So sehe ich das auch.

Die Verdi-Bosse gehören mit zu den Totengräbern des öffentlichen Dienstes.

Wer weiß, wer davon profitiert, daß immer mehr öffentliche Dienstleistungen privatisiert werden??

Max . Dienstag 3. Juli 2007 08:56

Das haben wir doch schon alles durchdiskutiert!!!
Tasache ist, das dieser TVöD eine Katastrophe ist und bleibt. Von der Arbeitgebeklage auf die 40 Stundenwoche
ganz zu schweigen, und wie ich die deutschen Gerichte kenne, kommen sie damit auch durch. Damit wird den Beschäftigten schon wieder Geld aus der Tasche geklaut.
Die Gegenüberstellung von wim-holdenberg ist sehr hilfreich, das ist die Wahrheit. Wir, die Beschäftigten im ÖD, haben uns durch den TVöD massiv verschlechtert. Das zieht sich in der Tat bis zur Rente durch. Aber das scheint die Macher ja überhaupt nicht zu berühren.

wim-holderberg . Dienstag 3. Juli 2007 20:56

An Franklin

Der Punkt ist doch, dass die Gewerkschaftsoberen sich nicht um die Hochschulabsolventen kümmern, sonst wären sicherlich wesentlich mehr aus dieser Gruppe in Verdi.

Aber wenn die Gewerkschaftsführer sie als Besserverdienende abstempeln, und mit Sprüchen wie: die haben doch schon genug" verprellt, wirbt man keine neuen Mitglieder bei dieser Klientel. Die verbliebenen Hochschulabsolventen-Mitglieder, die in der Gewerkschaft sind, treten aus mir nachvollziehbaren Gründen aus.

Das beste Beispiel sind doch die Ärzte, alles Hochschulabsolventen. Verdi hat sie durch eigenes Verhalten praktisch in die Arme des Marburger Bundes getrieben. Und der Marburger Bund hat nun einen enorm hohen Organisationsgrad – in diesem Fall also Arbeitnehmermacht.

Gerade die bei Verdi vorhandene „verkrustete Funktionärsebene“ hat sich durch solch arrogantes Verhalten völlig von der Basis entfernt. Denn auch Hochschulabsolventen gehören zur Basis.

Beim Zusammenschluss der unterschiedlichsten Gewerkschaften zu Verdi, hat sich die Vorstandsebene von Verdi die Gehälter bis zu 60 % in Worten - SECHZIG PROZENT – auf einen Schlag erhöht.

Argument: Wir müssen auf „Augenhöhe“ mit den Arbeitgebern verhandeln.

Liebe Verdi-Vorstandsebene:
Ich muss auch mit sehr vielen Leuten verhandeln, die erheblich mehr verdienen als ich. Wo bin ich denn auf Augenhöhe mit meinen Verhandlungspartnern?

Diese 60 % Gehaltserhöhung, die Sie sich selbst genehmigt haben, werde ich in meinem restlichen Arbeitsleben niemals erreichen.

Im Gegenteil! Mein Gehalt und meine finanziellen Zukunftsperspektiven haben Sie einfach per Tarifvertrag gekürzt.

Den Vorsitzenden von Verdi, Herrn Bsirske, habe ich im Fernsehen bei „Hart aber Fair“ gesehen. Er hatte keine Antworten auf ihm gestellte Fragen, er wich dem Thema aus. Er musste lange, sehr lange nachdenken, bevor er Antworten gab.

Mein Fazit zu seinem Auftreten: Grauenhaft.

Und genau das ist auch der nächste Punkt, Franklin.

Die Ärzte sind hoch angesehen in der Gesellschaft, haben Sie gesagt. Dem stimme ich voll zu.
Verdi versuchte aber – nach dem Ausscheren des Marburger Bundes – diese Berufsgruppe als raffgierig und Erpresser darzustellen. Hat aber offensichtlich nichts genutzt. Verdi hat die beleidigte „Leberwurst gespielt“.

Es ist mir völlig unverständlich, warum Verdi nichts macht, um das Image des öffentlichen Dienstes mal ein bischen aufzuoplieren. Und Herr Bsirske hat mit seinem Auftritt bei Hart aber Fair mit Sicherheit für ein noch schlechteres Image gesorgt.

Das war nicht nur in dem zur Sendung laufenden Forum nachzulesen, an dem sich viele Beschäftigte des ÖD beteiligt hatten, sondern auch in seinen Ausführungen zum TVöD. Durch seine Aussagen wie: „Jahrhundertwerk, der erste leistungsorientierte TV im öffentlichen Dienst, jetzt wird auch dort nach Leistung bezahlt“, muss doch bei den Nicht-ÖD- Zuschauern den Eindruck erweckt haben, dass im ÖD vor diesem TV von den Beschäftigten nichts oder nicht viel geleistet wurde.

Lieber Franklin, dass Sie hier schreiben achte ich sehr, ich bin auch davon beeindruckt, dass Sie als einer der wenigen „Offiziellen“ in diesem Forum Fragen beantworten und Stellung nehmen. Sie sind tatsächlich jemand, der engagiert ist.

Bedauerlich ist leider, dass keiner aus dem Gewerkschaftsvorstand, sich auch nur ansatzweise zum Thema TVöD äußert. Diese Leute haben den TVöD „verbrochen“ und „verdrücken“ sich einfach.

Ein Fazit ziehe ich auf jeden Fall, Die Mitgliederzahl bei Verdi sinkt, weil Verdi selbst dafür sorgt – nicht die Mitglieder, sondern die Funktionärsebene.

So, dass musste mal raus.
Mit freundlichen Grüßen
wim-holderberg

Steinbock . Mittwoch 11. Juli 2007 21:56

Hans-Böckler-Stiftung,
Lohnentwicklung 1. Halbjahr 2007
Lach ver.di, s. Tvöd
peinlich und dreist den link auch noch auf der homepage anzubieten.
Kopfschüttel

Michael Recker . Donnerstag 12. Juli 2007 00:38

Ich nehme die IG Metall mal aus, als Vorbemerkung. Nicht dass mir der VW-Skandal oder die gewerkschaftliche Reaktion darauf gefallen hätte. Aber sowas kann passieren.

Jedenfalls liegen Peters und Kollegen noch nicht mit den Arbeitgebern in einem Bett.

Von Bsirske oder Hansen (Transnet) kann man das leider nicht sagen.

Der Lokführerstreik ist die Wiederholung des Ärztestreiks. Vergeßt die angeblichen 31% Lohnforderung, das ist Arbeitgeberpropaganda, der sich Transnet leider anschließt.

In Wirklichkeit hat Transnet den Lokführern schrittweise etwa 15% des Einkommens genommen, das sie noch vor 10 Jahren hatten. Und Transnet hat zugestimmt, dass man heute mit sechs Monaten Kurzkurs Lokführer werden kann.

Hansen von Transnet ist ein gelber Gewerkschaftler. Und der Tarifabschluss von 4,9% (19 Monate + 7 Monate Einmalzahlung, also weniger als 2,4% pro Jahr, sprich gerade mal knapp über der Inflationsrate) wird in den Medien als Riesenerfolg verkauft. Dabei ist das nur ein Trick, damit der gelbe Gewerkschaftschef den Gewerkschaftstag übersteht und wiedergewählt wird.

EDE . Donnerstag 12. Juli 2007 15:08

Das verdi den Bericht des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung (Lohnentwicklung in 2007) auf seiner HP zitiert, kann man wohl nur noch als Realsatire betrachten.

Wo bitte, liebe verdi-Oberen, bleit die Lohnentwicklung im öffentlichen Dienst??

Steinbock . Donnerstag 12. Juli 2007 20:25

Was für ne Lohnentwicklung für den ö.D.will man denn darstellen? Es geht um positive Entwicklungen!! Laut Lach und böse guck!

Claudia . Donnerstag 19. Juli 2007 16:50

Ede +Wim

Hallo allerseits,

wieder einmal positives von der GEW, diesmal aus Berlin:
http://www.jungewelt.de/2007/07-17/016.php

Grüße

EDE . Freitag 20. Juli 2007 10:31

Was ist da positiv?

Die GEW stellt jetzt das fest, was wir alle schon lange wissen - und was verdi nicht wahrhaben will:

Der TVöD ist eine Katastrophe.

Verdi Verda Nein Danke . Freitag 20. Juli 2007 13:36

Hallo

ich habe das Glück gehabt, 2 Insolvenzen zu erleben (beide im Bereich Kühllogistik), bei der einen gab es einen Betriebsrat und Verdi stand sofort bei uns auf der Matte - trotzdem wurde die Fa. mit ca. 1500 Mitarbeitern Deutschlandweit geschlossen, Infos gab es erst vernpünftige zum Insolvenzgeld als wir einen vertretter des AA vor Ort hatten.(Auf das restliche Geld warten die Mitarbeiter heute noch was uns lt. Sozialplan zusteht).
2 Jahre später, neuer Name, ähnliche Firmenstruktur und neue Besitzer usw. kein Betriebsrat und siehe da keine Gewerkschaft für uns zZuständig, obwohl alle Mitglieder dort waren.
Und bei jedem Schreiben dieses Kollegen und Kolleginnen sowie am telefon ebenfalls *heute beim tippen noch Fußnägelhochrollen dabei habe*
Diese Leistungen haben wir alle nach 2 Jahren und der Insolvenzabwicklung gesehen... Ach ja die Firmenppleiten waren Anfang des neuen Jahrtausends.

[B]Ich glaube, das "Gewerkschaftskollegium" hat einfach den Bezug zur Arbeitswelt verloren [/B]


Aufgrund von Arbeitslosigkeit (da braucht man keine Gewerkschaft) wollte ich meine Mitgliedschaft dann fristlos beenden - ginge nicht... also Kündigungsfrist eingehalten und einen privaten Rechtschutz genommen (billiger ist es auch und deckt mehr ab) und meine Gehaltsgeschicke usw. regel ich alleine und Rechtsauskungft kann ich auch beim Arbeitsgericht bekommen.

EDE . Dienstag 24. Juli 2007 07:19

Alarmstufe ROT

DBB Tarifunion und verdi wollen stärker kooperieren.

Die beiden, die uns den unsäglichen TVöD, das "moderne" neue Bundesbeamtenrecht und langjährige Lohnpausen eingebrockt haben, wollen jetzt in den Personen Bsirske und Heesen ihre Unfähigkeit zusammenwerfen.

Die Politik wird jubeln, solche Leute als Verhandlungspartner zu haben.

scientist . Dienstag 24. Juli 2007 11:28

Kann ich auch für Wissenschaftler bestätigen.
6 Bewerbungen auf eine E14 Stelle (für erfahrene Wissenschaftler). Alle, die nicht direkt aus dem öffentlichen Dienst kamen, haben bei der Stufe 2 gleich abgewunken. Naja, dann muss man halt die interne Bewerbung nehmen...Soviel zum Thema Stärkung des Technologiestandortes oder Rückholung aus dem Ausland. Klingt für Menschen, die noch weniger verdienen vielleicht komisch, aber für 3400 brutto kommt niemand aus Industrie oder Ausland zurück an die Hochschule, wo die Gehälter mittlerweile bei 4500-6500 angelangt sind. Und verbeamten kann man auch nur "Gesunde" (als ob das hier ein Polizeieinsatzzug wäre, mit 40 haben die halt ihre Wehwehchen)

steinbock . Samstag 28. Juli 2007 23:14

Für mich haben alle Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes in den letzten Jahren versagt. Der TVöD ist das Beispiel. 3 Jahre Laufzeit und Nullrunden vereinbaren und alle anderen Verschlechterungen die bald viele persönlich trifft. Wie kann so was sein? Sie vertreten eindeutig Arbeitgeberinteressen. Und jetzt schon darauf hinweisen wie schwierig die Tarifrunde 2008 wird. Lachhaft!! 12 Monate Laufzeit und 5 % Lohnerhöhung als Abschluss sind noch moderat und die erwarte ich auch.

Max . Sonntag 29. Juli 2007 13:56

stell ich mir richtig toll vor: DBB und Verdi , also Bsirske und Heesen Arm in Arm mit den Arbeitgebern.......da werden sich die AG aber freuen...

EDE . Montag 30. Juli 2007 20:07

Aus WELT.de: Nachwuchsmangel im öffentlichen Dienst.

"...Hinzu kommt, dass qualifiziertes Personal zunehmend die angenehmeren Arbeitsbedingungen und die ungleich besseren Verdienstmöglichkeiten in der freien Wirtschaft der sozialen Sicherheit des öffentlichen Dienstes vorzieht..."

So, so. Hat verdi mit dem "revolutionären" TVöD da was übersehen???

ludwig vogt . Dienstag 31. Juli 2007 15:58

Ja Ja es ist einfach genieal alles der Gewerkschaft in die besagten schuhe zu ........... da zu ein paar Fakten
Deutschland 1991:
Arbeiter/innen 1.605 in Tausend
Deutschland 2005:
Arbeiter/innen 480 in Tausend
Veränderung in Prozent sagenhafte 70 Prozent stellen abbau im Öffentlichen Dienst.auch die Angestellten sollen nicht vergessen werden dort wurden auch 39 Prozent an stellen Abgebaut ..Der Staat ist der Größte Privatisierer.schuld ist die Gewerkschaft ?????würden jetzt einige sagen ich sage wir sind die Gewerkschaft bringt euch ein macht mit verändert das was euch nicht past. aber nicht von ausen sich beklagen wie schlecht die Gewerkschaften sind und sich Rechtsanwälte zu nehmen für ihr eigenintresse zu klagen Rechtsanwälte haben in diesen Land noch keinen Tarifvertragabgeschlossen ........

Freitag . Dienstag 31. Juli 2007 22:06

Klar wird das Verdi in die Schuhe geschoben, wer hat den vorher laut von "Besitzstandwahrung" und alles wird rosarot getönt.
Eine ehrliche Information vorher und nachher gab und gibt es nicht.
Die AG-Seite ist logischerweise auch nicht besser, da ist es aber bekannt auf welcher Seite sie stehen.
Da von Verdi ja nix mehr zu erwarten ist, bleibt einem nur noch der Klageweg. Darauf hätte ich auch lieber verzichtet.

Harte Worte, aber das musste jetzt mal raus. Ansonsten halte ich Gewerkschaften sehr wohl für sinnvoll und erforderlich.

Ludwig Vogt . Mittwoch 1. August 2007 11:22

Hallo Freitag:
Besitzstandwahrung ist so beschlossen worden aber nun kommt die Umsetzung
im Tarifvertrag Überleitung ( TVÜ ) Bund und VKA ist es geregelt wie die Beschäftigten in die vereinbarten Zuordnungstabellen kommen z.B. VG VIb-
EG 6 neu. es wurden auch Indiiduelle Zwischenstufen beschlossen das sind nur Fakten Koll Freitag wichtig ist aber die Umsetzung im Betrieb das ist richtig Arbeit da ist jeder MA mit dem Personalrat-Betriebsrat und Personal Abtl.
in die richtige EG. ein zu ordnen auch wichtig Ver,di mit einbinden den zuständigen Fb Sekretär vom Bezirk einladen . zu Beachten ist auch die Ausschlussfrist ( sechs Monate ) muss von der/dem Beschäftigten schriftlich geltend gemacht werden ( gab es auch Vortrucke von Ver,di) die in den Beziksvorstands sitzungen bei uns verteilt wurden. und die Information von Ver,di gab es zu Hauf sie mußten auch im Betrieb verteilt werden oder auf Betriebsversammlung mit Ver,di fragen stellen bezogen auf den TVöD ....wichtig ist für uns alle was kann Ver,di besser machen .............

Stephan . Mittwoch 1. August 2007 14:33

@Herr Vogt

Wollen Sie mich eigentlich verarschen? Sie faseln was von Besitzstandwahrung???

Ich verliere in den Jahren bis zur Rente unglaubliche 97.000 Euro und das nur weil Ver.di einen Tarifvertrag unterzeichnet hat, der uns gnadenlos bestiehlt. Tolle Besitzstandwahrung, Herr Ludwig!

Ver.di ist ein Karnevalsverein, aber ganz sicher keine Gewerkschaft mehr.

Ehemaliger Verdianer . Mittwoch 1. August 2007 16:28

Liebe LeserInnen !
Seit langem lese ich hier still und regelmäßig mit. Und als Angestellter und somit Leittragender des TV-Länder möchte ich nun endlich auch mal meinen subjetive Enttäuschung hier loswerden.
Ich arbeite als Ingeniuer im IT-Bereich an einer Hochschule. Hochqualifiziertes Personal ist in diesem Bereich notwendig und hier an der Hochschule stark vertreten.
Der Organisationsgrad der Angestellten in einer Gewerkschaft Verdi ist aber minimal. Es liegt bei etwas 8 %. Und dieses hat seine Gründe. Verdi hat sich nie für dieses hochqualifizierte Personal stark gemacht. Wir empfinden Verdi im öffentlichen Dienst als eine Klientelgewerkschaft für die Einkommensschwächeren. Ein Eintritt in diese Gewerkschaft nutzt den Hochqualifizierten wenig, da sie innerhalb der Gewerkschaft keine Lobby haben. Eine Mitgliedschaft wäre ein Kampf gegen Windmühlen.
Am besten merkt man die fehlende Lobby im Geldbeutel.
Die Gehälter von Ingenieuren, Informatikern, etc. liegen im ÖD im Mittel 25 % unter dem Marktdurchschnitt. Daten dazu liefert die Hans-Böckler-Stiftung.
Die Sympathie für Klientel-Interessenvertreter wie der Marburger Bund oder die Gewerkschaft der Lokführer sind groß. Sie zeigen, daß kleine Interessenvertreter effektiver und realisitischer arbeiten können und für Mitglieder mehr rausholen können.
Versteht mich nicht falsch. Ich bin für Gewerkschaften. Aber ich fühle mich durch Verdi nicht vertreten und werde es auch wohl nie. Aus diesem Grund bin ich auch ausgetreten.
Anlass für meinen Austritt war der TV-Länder der dafür sorgt, dass alle die schon im öffentl. Dienst gearbeitet haben und noch eine Familie gründen wollen ( Heiraten , Kinder kriegen ), es erhebliche Einkommensverluste im Laufe ihres Arbeitsleben geben wird.
Noch eine Anmerkung: Schon jetzt merken wir, daß wir kaum geeignetes Personal bekommen. Vielleicht sollte ich den Mut haben und auch in die sog. freie Wirtschaft gehen....

EDE . Mittwoch 1. August 2007 17:02

Lieber Ehemaliger Verdianer,

an Ihrem Kommentar ist nichts wegzulassen und nichts hinzuzufügen.

Geht mir als Dipl.Ing im öD genauso.

Leider bin ich schon zu alt, um in die freie Wirtschaft zu gehen.

Wer jung und qualifiziert ist, sollte aus dem öD ausscheiden, gerade in der IT. Und er sollte um gotteswillen nicht in den öD gehen.

Das ewige schönreden der Gewerkschaft bezüglich des TVöD nervt nicht nur mich:-)

Ludwig Vogt . Donnerstag 2. August 2007 15:06

Mir kommen die Tänen ich bin zu Alt in die Freie Wrtschaft zu gehen ,dann ist der Orga grad zu gering aber mann braucht Gewerkschaften ? wer hat denn in all den Jahren für euch Tarifverträge duchgesetzt
und für Erhöhungen fürs Entgeld auf der Sraße Demonstriert das war der normale Arbeiter / Angestellte . es gibt noch einen der verliert 97000 Euro bis zur Rente Koll was verdienst du im Monat ... mal im Ernst der Tarifvertrag ist nur für Mitglieder das wissen auch die AG. und wer der meinung ist der ist Schlecht der TV. kann doch dem AG sagen ich möchte den TV nicht ich will eine andere Bezahlung......

Lutz . Freitag 3. August 2007 07:38

@Vogt

Das Sie völlig ahnungslos sind, beweisen Sie in jedem einzelnen Beitrag hier.

Was Sie hier schreiben ist nur noch schwer zu ertragen.

Aber solche Leute braucht Ver.di.

Bedingungslos folgen, auch wenn man von der eigenen Gewerkschaft über den Tisch gezogen wird.

Bernd . Freitag 3. August 2007 10:01

@Vogt
Wie ich im Internet gesehen haben sind Sie bei Verdi angagiert tätig. Werden die Verschlechterungen durch den neuen TV wirklich mit solcher Ignoranz hingenommen oder brodelt es auch in Gewerkschaftskreisen. Bei unserer letzten Versammlung war scheinbar nur heiter Sonnenschein. Ich bin Verdianer aber langsam zweifle ich an den Hauptverantwortlichen. Vielleicht könntest du mal aus dem Nähkestchen plaudern

rainer nehring . Freitag 3. August 2007 10:18

@ Bernd und alle,
ich denke das sich Deine Frage durch die kritischen Beiträge und den Kommentaren die auf dieser Seite zu finden sind von selbst beantwortet.

Rainer Nehring

Ludwig Vogt . Freitag 3. August 2007 11:59

Ausgangslage: Am 18 Aprill 2002 hat die BTK, in Halle mit 142 ja-, 5 Nein Stimmen und eine Enthaltung ein Beschluß gefasst zum Einheitlichen Tarifrecht Die Ziele ::
: Schaffung eines einheitlichen,überschaubaren und nachvollziebaren Tarifrechtes für Angestellte/Arbeiter/Arbeiterinnen bei Bund,Länder und Gemeinden in West und Ost. immer noch ausgagslage Wirtschaftliche Rahmenbedingungen,Veränderungen in der politischen Landschaft (Kündigung TVL Hessen, Berlin) mit Ignoranz haben die Verantwortlichen Politiker in den Städten zu tun,weil sie Wirtschaftlichen-gewinnorientierten Profit in den Fb sehen,und nicht ihre aufgabe der Öffentlichen Daseinsvorsorge Artikel28.nr 2. nachkommen . aber wie ist es bei euch im Betrieb Verwaltung wenn die Geschäftsleitung sagt wir müssen sparen wo fängt mann an ?? wie ist es dann vor Ort mit Personalrat, Betriebsrat , Ver,di
nur heiter und Sonnenschein !! der ist dann weg Koll machen wir uns doch nichts vor Der Druck vor ort ist doch da.
dagen kann mann nur mit einen guten Orgagrad und guten Betriebsvertretung mit Ver,di Entgegenwirken.......ein ahnungsloser Verdianer. ich wünsch euch eine entspannte Woche....alles wird gut ....

Bernd . Freitag 3. August 2007 15:42

@Vogt
Ich glauge ich bin nicht richtig verstanden worden. Es war eine Versammlung von Verdi. Es gab keinerlei Kritik an Sachthemen nur gegenseitiges Schulterklopfen und Wahlen von Vertrauensleuten und Wahlmännern. Ich war Fassunslos über so viel Ignoranz.

steinbock . Freitag 3. August 2007 21:04

12 Monate Laufzeit und 5% Gehaltserhöhung sind das Mindeste nach all den Jahren des Verzichts und der Kürzungen!!

Freitag . Samstag 4. August 2007 14:59

Ergänzung zu Steinbock..

und eine UNEINGESCHRÄNKTE und RÜCKWIRKENDE Korrektur der Diskriminierungen der Überleitung in das TVödem (teilzeitbedingte Kürzungen beim Ehegatten- und Kinderzuschlag).
Dann werden die Eintritte auch wieder über den Austritten liegen, mich eingeschlossen.

Ex und Hopp . Samstag 4. August 2007 15:14

@steinbock

Also ich würde eher sagen die Erhöhung der Tabellen sollte schon zweistellig sein um wenigstens im Ansatz mit den Erhöhungen von anderen Gewerkschaften mithalten zu können.

steinbock . Samstag 4. August 2007 21:44

At Freitag: Die Abzocke bei Überleitungen müssen rückgängig gemacht werden, gar keine Frage. Wer in Ver.di in der Tarifkommision sitzt und so was zu läßt, tut mir leid der hat keine Ahnung!
Ich kenne Fälle, so wie deiner, da sind sogar Bürgermeister großer Städte überrascht das so was von ver.di unterschrieben wird!
At Ex und Hopp: 5% für 12 Monate ist ein Anfang, darunter geht natürlich gar nichts
Ich denke, dass Ver.di ein Auslaufmodell ist. Es wird Zeit, dass sich Gewerkschaften für den ö.D. finden und gründen und dem Arbeitgeber klar machen was man leistet. Unabhängige Gewerkschaften!!

Franklin . Samstag 4. August 2007 23:47

Wer hier Forderungen von 5% diskutiert für 12 Monate als Minimum der kann sich sofort bei der Streikleitung melden und sich gleich auf mehrere Wochen (Monate) einstellen.

Im Kommunalen Bereich gehen die Uhren anders: jeder Kämmerer ist froh, wenn sein Personal ab 2008 nicht mehr kostet:
also wöchentliche Arbeitszeit auf das Niveau der Beamten erhöhen 40 Stunden und mehr, dann kann ich Personal abbauen, wenn dann auch noch Senkungen bei der Entgeltordnung herausspringen, dann kann eventuell die Prozentuale Marke wie für die Länderbeschäftigten herausspringen.

Wenn die kommunalen Beschäftigten nach mehrwöchigem Streik den Gleichstand mit den Länderbeschäftigten herstellen und noch ein paar Verbesserungen des TVöD erreichen, wäre das schon ein Erfolg.
Wenns mehr wird: umso besser.

Steinbock . Sonntag 5. August 2007 00:51

5% und 12 Monate Laufzeit sind mehr als moderat!!
At Franklin, ich kenn Sie nicht also reden Sie mich nicht mit "wer hier" an. Okay!! Streik?? Ja, dass wird im ö.D. langsam mal Zeit!! Die Beschäftigten im ö. D. sind jahrelang abgezockt worden! Welche Interessen vertritt Franklin eigentlich?

Michael Recker . Sonntag 5. August 2007 06:42

Franklin,

der TVöD kommt schon durch die Wirklichkeit unter Druck. Der öffentliche Dienst wird z.B. keine Diplom-Informatiker mehr bekommen, wenn er denen ein Einstiegsgehalt von 1500 Euro netto bezahlt.

Weiterhin ist die Lage der Kommunen sehr unterschiedlich. Dein sparsamer Kämmerer scheint nicht die Regel zu sein, wenn ich mir z.B. das nördliche Ruhrgebiet anschaue, wo die Kommunen inzwischen (rechtswidrige, aber geduldete) Kassenkredite in dreistelliger Millionenhöhe vor sich herschieben, ganz ohne Tariferhöhungen. Für das Spaßbad der Politiker ist dabei über die Stadtwerke auch noch Geld da.

Kommunalfinanzen sin ein Thema für sich, und speziell öffentliche Verwaltungen mit ihrem Eigenleben in der Politik. Dass Krankenhäuser und Müllabfuhr mit der Verwaltung in einem Tarifvertrag sitzen, ist nicht gut.

Meine Heimatgemeinde ist kreisangehörig, hat ca. 12.000 Einwohner und beschäftigt umgerechnet 31 Vollzeitkräfte ohne den Bürgermeister. Sie hat 2006 die (begrenzten) Schulden um 200.000 Euro reduziert. Die Nachbargemeinde hat viermal so viele Einwohner, beschäftigt 600 Vollzeitkräfte (es waren vor 10 Jahren 700), hat als wirklichen Unterschied ein eigenes Jugendamt und ist seit vielen Jahren überschuldet und in der Haushaltssicherung. Das Spaßbad wurde 2005 eröffnet.

Erzähl mir nichts von Kämmerern, an denen Tariferhöhungen scheitern.

EDE . Sonntag 5. August 2007 19:19

"...Der öffentliche Dienst wird z.B. keine Diplom-Informatiker mehr bekommen, wenn er denen ein Einstiegsgehalt von 1500 Euro netto bezahlt...."

Für dieses Geld schaut ein Diplom-Informatiker heutzutage nicht mal mehr zum Fenster raus!!

Und was die Kämmerer anbelangt, sollen sie doch den Laden ohne Mitarbeiter schmeißen, wenn das dann so billig ist.

Gecko . Montag 6. August 2007 08:23

Wenn solche Leute wie Franklin die Verhandlungen mit den Arbeitgebern führen, wird mir jetzt schon schlecht.

Der zieht den Schwanz schon ein, bevor es los geht.

Max . Montag 6. August 2007 15:46

Natürlich sind wie alle abgezockt worden und werden es , wenn dann mal die Eingruppierung kommen würde, weiter abgezockt. Wir warten noch auf die Leistungsbezahlung, bei der wir weiter abgezockt werden.

5% sind eigentlich das untere Ende!
Verdi ist eine Arbeitgeberfreundliche Gewerkschaft , zumindest für den ÖD und kann es nicht weiter kaschieren.

EDE . Mittwoch 8. August 2007 14:33

Da verbietet ein Provinzarbeitsgericht den lockführerstreik (war doch mal was mit Grundrechten?) und die großen Gewerkschaften, zu denen doch auch verdi gehören will....halten ihr Maul.

Anstatt jetzt mal lauthals aufzuschreien!

Was ist denn, wenn der nächste verdi-Streik von einem hintertupfinger Arbeitsgericht verboten wird?

Revol... . Samstag 11. August 2007 23:52

Wie wär es eigentlich, wenn Ihr eure Meinungen mal direkt beim BMI oder Familienministerium äußern würdet. Die haben dort nämlich Kontaktseiten. Vielleicht würden dann die Damen und Herren Politiker doch einmal aufmerksam, wenn sie von Emails bezüglich dieser Problematik überschwemmt würden. Es kann ja nicht schlechter laufen, wie in den Gesprächen mit unseren Gewerkschaftsvertretern, die wirklich nicht zuhören. Ich muss sagen, dass das was ich in den letzten Monaten erlebt habe, der reinste Horrortrip war. Ich bin Teilzeitbeamtin, und mein Mann (Arbeiter) wurde 2005 in den TVöD übergeleitet. Die meisten von euch wissen was nun kommt. Ich muss mich jetzt also tatsächlich mit 2 % Weihnachtsgeld, einer 40 Stunden-Woche (gnädigerweise um eine Stunde ermäßigt) und jetzt noch mit einem halbierten Familienzuschlag für 3 Kinder abfinden. Mein Mann bekommt auch keine Sozialzuschläge mehr. Wir haben also seit Jahren wahnsinns Einkommensverluste und das bei laufend steigenden Preisen. Mein Mann hat schon vor Monaten einen 400 Euro Job angenommen und auch angemeldet. Ich wollte jetzt meine Teilzeit erhöhen um den jetzt gekürzten FamZu. aufzufangen.
Nun ist aber die sadistische statistische Personalberechnung aufgeschlagen und ich bekam nun zur Antwort, dass für die höhere Stundenzahl keine Arbeit da ist. Toll oder?

Franklin . Sonntag 12. August 2007 17:51

Wer mich kennt, weiss, dass ich Verdianer bin und nicht den Schwanz vor irgendwelchen Arbeitgebern einziehe:

ich will nur deutlich machen, dass eine Tariferhoehung bei den Kommunen wahrscheinlich nicht ohne Streik abgeht und darauf sollten sich alle Kommunalbediensteten schon jetzt vorbereiten.

Schoenen Gruss aus dem Urlaub
Franklin

Steinbock . Sonntag 12. August 2007 21:36

Warum Streik? Nach Jahren des Verzichts und Kürzungen ist eine deutliche Einkommenserhöhung und eine vernünftige Laufzeit s.o. selbstverständlich!
Welche Branche wird 4 Monate vor dem Start der Tarifrunde zum Streik aufgerufen? Lächerlich! Alle Branchen haben in der Zeit unserer Null und Minusrunden mehrere Einkommenserhöhungen erhalten.

Michael Recker . Sonntag 12. August 2007 22:53

>ich will nur deutlich machen, dass eine Tariferhoehung bei den Kommunen wahrscheinlich nicht ohne Streik abgeht und darauf sollten sich alle Kommunalbediensteten schon jetzt vorbereiten.

Verdi sollte sich darauf vorbereiten.

Nachdem die traditionellen Speerspitzen der Streiks wie Müllabführ und Nahverkehr dämlicherweise eigene Tarifverträge haben, werden neue Speerspitzen gebraucht. Kitas wie in BaWü sind nicht wirklich der Bringer.

Optimal wären natürlich die IT-Leute in den Rechenzentren. Ach so, ich vergaß, die sind nur schwach organisiert und wurden deshalb beim TVöD den Wölfen vorgeworfen, sprich 1500 netto/Monat für ledige FH-Absolventen.

Das könnte schwierig werden.

Wer kann sonst noch den Laden wirklich durch Streik beeinträchtigen?

Ex und Hopp . Montag 13. August 2007 13:19

Supi? Wo muss ich mich melden für 1.500 Netto/Monat als Diplom-Informatiker (FH)??

Ich bin durch die Überleitung in 10/2 und habe unter 1.500 Netto/Monat.

Regulär fängt man bei Neueinstellungen mit 10/1 oder gar 9/1 an. Wer dann noch Weib und mindestens ein Kind hat bekommt über Hartz IV mehr Geld und hätte sich dafür sogar die 500 EUR Semestergebühren sparen können.

Im Prinzip gehören die Stufen einfach neu sortiert:
15 = Promoviert
14 = Uni
13 = FH

Dann würde man sich wenigstens ein bissle in Richtung der Gehälter der freien Wirtschaft angleichen.

Ich habe nur einen befristeten Vertrag, welcher vor der nächsten Stufenerhöhung (Nov. 2008) ausläuft. Da ich davon ausgehe, dass der Laden dann bei mir nochmal neu anfängt die Stufenlaufzeit zu berechnen werde ich wohl verzichten zu verlängern. Ja, ich habe es bei einem Kollegen selbst erlebt: befristeter Vertrag lief aus, er bekam dann einen unbefristeten Vertrag und schwupps wurde das Weihnachtsgeld nur für die Monate des neuen Vertrag bezahlt - die Arbeitsmonate des vorherigen befristeten Vertrag zählten nicht. Und auf eine höhere Entgeltstufe brauche ich auch garnicht erst zu hoffen, denn es ist ja nicht einmal genug Kohle da um unsere Nacht- und Wochenendarbeit zu bezahlen oder wenigstens die im TV-L angegebenen Zeitzuschläge auf's Freizeitkonto zu buchen.

Max . Montag 20. August 2007 09:11

Was ist jetzt mit diesem hochgelobten TvÖD?
Wo bleibt die Eingruppierung?
Wo ist die Leistungsbezahlung?
Wo sind Gehaltserhöhungen?

Was kommt am 1.1.2008?
Nichts!

Franklin . Montag 20. August 2007 18:36

@ Steinbock

hast Du schon mal erlebt, dass Arbeitgeber freiwillig eine Tariferhöhung angeboten haben. (ohne Kompensation !)

Gerade die öffentlichen Arbeitgeber im kommunalen Bereich führen mit Verdi doch noch eine Auseinandersetzung via Beklagung der Meistbegünstigungsklausel um die wöchentliche Arbeitszeit.
Schon vergessen?

@ Max:
besorge dir TS Berichtet Nr. 043/2007 vom 07.08.2007. Da steht was die Verhandlungen zur neuen Entgeltordnung anbetrifft und eine Vorschau auf die kommmenden Tarifverhandungen im kommunalen Bereich einiges wissenswertes drin.

Nur soviel: die kommunalen Arbeitgeber waren so gnädig mit Verdi einen Auftakttermin für Ende September zur Entgeltordnung zu vereinbaren.

Gruß Franklin

Steinbock . Montag 20. August 2007 20:52

Tarifeinigung beim Bau:
Zum 01.06.2007 3,1%, rückwirkend
+ zum 01.04.2008 1,5%
+ zum 01.09.2008 1,6%
+ Einmalzahlung zum 01.06.2007 0,4%
+ Einmalzahlung zum 01.04.2008 0,5%

@ Franklin: Wenn man so ein Flickwerk wie den TVÖD auch noch unterschreibt darf man sich nicht wundern.

Franklin . Montag 20. August 2007 22:43

@ Steinbock

wass wollen Sie denn eigentlich mit Ihrem Beitrag sagen?

Selbst wenn wir heute den BAT und die alten Arbeitertarifverträge noch hätten wäre die Chance zur Durchsetzung einer Tarifforderung im öffentlichen Dienst um keinen deut besser.

Wenn die Auflistung der Tarifeinigung im Bau Ihre Wunschliste ist:
Frage: was sind sie Bereit dafür zu tun, dass Ihr Wunsch in Erfüllung geht ?

Michael Recker . Dienstag 21. August 2007 10:08

>Selbst wenn wir heute den BAT und die alten Arbeitertarifverträge noch hätten wäre die Chance zur Durchsetzung einer Tarifforderung im öffentlichen Dienst um keinen deut besser.

Die genialen Taktiker von Verdi haben ja durch zig Spartentarifverträge die eigene Kampfkraft massiv reduziert.

Diese Aufsplitterung wurde dann noch fortgesetzt mit der Spaltung TVöD und TVL.

Wenn wir den alten BAT noch hätten, mit dessen Geltungsbereich, dann könnten Müllabfuhr, Nahverkehr und IT streiken, mit Wirkung für den gesamten BAT.

Ex und Hopp . Dienstag 21. August 2007 17:03

@Michael Recker

Welche IT soll denn bitte streiken??

Bei uns im Rechenzentrum arbeiten knapp 50 Mitarbeiter und von denen ist nur das sowieso nicht relevante Fußvolk (also Mitarbeiter ohne FH-/Uni-Abschluß) in ver.di. Alle Personen mit Köpfchen hängen sich garnicht erst an den Verein ran, denn da wird sowieso nichts für uns gemacht, also warum dann noch die x% vom lächerlichen Monatseinkommen verschenken??

Und selbst da sieht es dann noch so aus, dass von den Leuten mit dem höherwertigen Abschluß eher das untere Maß an Köpfchen vorhanden ist, denn a) versteht kaum jemand von denen überhaupt etwas von Tarifverträgen, Dienstvereinbarungen usw. und b) sind die z. T. verheiratet mit einem oder zwei Hosenscheißern und Eigenheim -> was haben die zu verlieren durch die grottenschlechten Tarifabschlüsse?? Haus ist kurz vor der Abzahlung und Dank Besitzstand behalten die alle Zuschläge bis zur Rente. Denen ist doch dann egal ob junge Berufseinsteiger in Zukunft noch Ortszuschläge bekommen oder nicht..... Hauptsache die eigenen Annehmlichkeiten sind gesichert.

Bei uns werden nicht einmal die im Tarifvertrag genannten Sonderformen der Arbeit wie dort geschrieben vergütet..... und juckt es einen der über 20 Diplom Informatiker/Ingenieure?? Nein!!! Von denen steht keiner auf und fordert die Vergütung der Überstunden, Nacht- und Wochendarbeiten.

Ich kann daraus nur zwei Gründe ableiten:
1) Es ist den Leuten scheißegal weil einem das erbärmliche Einkommen/Leben reicht
2) Die Leute haben zwar irgendwann nen Diplom erhalten, aber das haben sie nicht wegen ihrer Intelligenz bekommen

Ach ja, bevor jemand kommt: ich habe mich deswegen beschwert..... da hieß es nur wenn mir das nicht gefällt stünde mir ja offen den Arbeitsvertag aufzuheben. Frei nach dem Motto "Friss Du armer kleiner Dummkopf oder lasse Dich auf'm Arbeitsamt schikanieren weil Du gekündigt hast".

Franklin . Mittwoch 22. August 2007 10:32

@ Michael Recker

Gibt es ein gelungenes Scheitern?
Scheitern schult die Rücksichtslosigkeit unseres Blickes für die Realitäten des Lebens. Wir müssen sie aushalten, und wir sind ihnen dann gewachsen, wenn wir etwas Neues beginnen. Der Gescheiterte hat dem Erfolgreichen etwas voraus. Er weiß um die Ungewissheit des Erfolges. Wenn er dennoch handelt und sich Ziele setzt, wenn er kämpft, wenn er das Mögliche ausschöpft, nur dann kann er ein Sieger werden. Eine Niederlage ist eine Chance. Und wenn man nach ihr antritt, nicht, um es den anderen zu zeigen, sondern um in Übereinstimmung mit sich selbst zu leben und zu handeln, erst dann kann man Identität finden. Identität ist nichts, was wir haben.


Samuel Beckett bringt unser Thema auf folgende Formel: "Try and fail; try again and fail better." Man kann Scheitern lernen, und man muss sich darauf vorbereiten. Nur wer gescheitert ist, kann jener Glücklichste aller Menschen werden, als den uns Camus Sisyphus beschrieben hat, wenn er den Stein am Fuße des Berges wieder aufnimmt. Er handelt, obwohl und weil er um die Unzulänglichkeit und Endlichkeit des menschlichen Handelns weiß. Er handelt und setzt sich Ziele, obwohl und weil er um die Unsicherheit des Erfolges weiß. Er definiert sich nicht über die Blicke der anderen. Und wenn wir ganz nahe bei ihm sind, dann hören wir, wie er leise summt: "We are the champions."
Quelle: Welt

Tarifpolitik und die daraus resultierenen Tarifverträge spiegeln immer eine gesellschaftliche Entwicklung wider, sei es als ein "Nacharbeiten" von gesellschaftlich/ökonomischen Entwicklungen oder als Vision von etwas Neuem.

Das was verloren gegangen ist: die Sicherheit. Ja viele Lebensentwürfe, die auf den alten Tarifverträgen gegründet wurden, sind zum Scheitern verurteilt.
Aber wer hat versprochen, dass Tarifverträge niemals geändert werden?

Freiheit statt Sozialismus ist nicht mehr die Frage sondern wie gebe ich den Menschen ein wenig Sicherheit zurück.
Tarifverträge sind in unserer Gesellschaft ein Teil davon, so unvollkommen diese auch sein mögen.



Pferdi . Freitag 24. August 2007 11:28

Oh, jetzt werden die Herrschaften von Ver.di auch noch philosophisch...!

Uns bleibt auch nichts erspart!

rainer nehring . Freitag 24. August 2007 11:50

@ Pferdi
Spott und Hohn bringt uns keinen Schritt weiter.
Vielleicht fällt Dir ja noch was besseres ein als Menschen zu Verhöhnen.

beobachter . Freitag 24. August 2007 13:03

@ rainer nehring

was bringt uns denn weiter?
Leider lesen und schreiben hier nur "Tvoed-Geschädigte".
Antworten von Verdi-Verantwortlichen findet man leider nicht.

sabine sauer . Freitag 24. August 2007 13:05

@ franklin!
"Ja viele Lebensentwürfe, die auf den alten Tarifverträgen gegründet wurden, sind zum Scheitern verurteilt."
Stimmt , führt "Ihr" denn eine G E S C H E I T E R T E N Statisik, in diese kann ich mich wohl auch einreihen. Heißt im Klartext, das ich nach Wechsel meines Arbeitsplatzes, mit TVÖD Einkommen unser Eigenheim mit 20000 Verlust verkaufen mußte, da ich meinen Kredit nicht mehr bedienen konnte. Aber das ist noch nicht alles, bis zu meiner Rente verzichte ich auf 110000 Euro! Bei gleicher Leistung meinerseits, ohne Aussicht auf Veränderung!
@rainer nehring, hinter jedem Beitrag hier steht ein Name ohne Gesicht, aber mit wachem Blick für das eigene (unverschuldete) S C H E I T E R N.
Da darfst du deinen Genossen/innen nicht verübeln sich verhöhnt zu fühlen.

Pferdi . Freitag 24. August 2007 14:46

@ Reiner Nehring

Leider fällt mir nix anderes als Hohn für so ein Geschreibsel ein. Ich fühle mich von Ver.di komplett über den Tisch gezogen und keiner von Euch tut auch nur einen Furz dagegen.

Im Gegenteil: Andauernd muss man das Gelaber vom Jahrhundertwerk TVÖD / Tv-L von Bsirske und Co ertragen.

Jahrhundertwerk ist ja richtig: Aber leider nicht für uns Arbeitnehmer sondern nur für die Arbeitgeber, die sich wohl immer noch auf Schenkel klatschen und langsam nicht mehr wissen, wohin sie mit den eingesparten Personalkosten sollen.

Das ist Hohn und vielleicht solltest Du mal den feinen Herrn Bsirske darauf hinweisen.

rainer nehring . Freitag 24. August 2007 15:12

@Pferdi

Mach mit und leiste deinen Beitrag, wie es besser werden kann.
Gib dich nicht damit zufrieden nur hier deinen Frust zu äußern.
Da musst du schon mal selber was tun.

Eine Beitrittserklärung findest du auf dieser Seite

Max . Samstag 25. August 2007 18:32

Wer will den schon in diese Gewerkschaft, die alle Arbeitnehmer im ÖD über den Tisch gezogen hat.

Muss ja schlimm um euch stehen....

Pferdi . Montag 27. August 2007 09:17

Ja, nee is klar...!

Ist das jetzt die Taktik von Ver.di?

Grottenschlechte Tarifabschlüsse zur Mitgliederwerbung fabrizieren?

Versuchts doch mal andersrum, vielleicht wird so ein Schuh draus?

rainer nehring . Montag 27. August 2007 14:26

@ Pferdi & Max

ich will nochmal auf den Beitrag hinweisen zu den hier die Kommentare geschrieben werden. Aufmerksam und bis zum Schluss lesen.

Max . Montag 27. August 2007 14:52

Lieber rainer nehring,
Sie haben wohl nicht den Bericht von sabine Sauer gelesen.
Das sind die Folgen den TvÖD!

sehr aufmerksam und bis zum Schluss lesen!!!

rainer nehring . Montag 27. August 2007 15:51

@Max
Aber genau das ist der Punkt. Ich bin der Überzeugung, dass es an der nötigen Durchsetzungsfähigkeit gefehlt hat. Bei einer Gewerkschaft ist die Masse der Machtfaktor. Und zwar die, die auch bereit sind zu kämpfen (Streiken).

EDE . Montag 27. August 2007 17:41

Na, na, Herr Nehring,

für den TVöD in den Ländern wurde ja (aus Unwissenheit?) gestreikt!

Auf der anderen Seite möchte ich Sie nicht zu sehr frustrieren und zugestehen, daß es Massengewerkschaften heutzutage furchtbar schwer haben.

Spartengewerkschaften wie z.B Piloten und Fluglotsen haben es da schon merklich leichter.

Aber....die verdi Führung sollt mal ehrlich zugeben, daß der TVöD kein Jahrhundertwerk sondern eine Missgeburt war.

Kann ja jeder mal Mist machen, sollte aber Besserung geloben! :-)

Steffen . Dienstag 28. August 2007 15:08

Sorry, aber einige Leute scheinen Ursache und Wirkung immer wieder zu verwechseln.
Man erinnere sich an die Jahre 2004/2005, als der TVöD in Verhandlungskommissionen, bestehend aus Vertretern von Bund/Kommunen sowie verdi ausgetüftelt wurde. In dieser Zeit wurden die verdi-Mitglieder nur sehr spärlich informiert und stets sinngemäß so vertröstet: "Alles steht unter Einigungsvorbehalt, deshalb gibts vorerst keine Infos." Im Februar 2005 wurde der TVöD dann in großer Einmütigkeit von den Herren Bsirske, Schily und Böhle unterzeichnet, OHNE dass die Basis hier wiederum die Möglichkeit zu Meinungsbildung oder wenigstens Information gehabt hätte. Wäre das nämlich passiert, hätte man ein Riesenpotential streikbereiter Leute zur Verfügung gehabt, die diesen unseligen TVöD überhaupt nicht wollten. Aber man wollte den Streik nicht, sondern ein "Jahrhundertwerk". So kam alles anders, den großen Streik hat man ein Jahr später wegen der lächerlichen Mehrarbeitszeit bei den Kommunen und für die Einführung des TVöD (bzw. TV-L) bei den Ländern initiiert. Jetzt, wo viele Landesbeschäftigte den TVöD zumindest grob kannten, konnte den natürlich niemand ernsthaft wollen. Daraus schloß die verdi-Führung nun, dass die Streikbereitschaft in den Ländern nahezu Null ist und zukünftig unbedingt zu verbessern ist. Aber mal ehrlich (und ich wiederhole mich): Kann man das den Beschäftigten verdenken, die jetzt oder in einigen Jahren WENIGER verdienen werden als nach BAT, die KEINE Kinderzuschläge mehr bekommen, die bei neuen befristeten Verträgen wieder in Stufe 1 oder 2 anfangen (obwohl schon vorher dort beschäftigt), die WENIGER Jahressonderzahlung erhalten als nach BAT usw.usf? DAFÜR KANN DOCH WIRKLICH NIEMAND ERNSTHAFT STREIKEN WOLLEN?!?!

Franklin . Mittwoch 29. August 2007 10:58

@ Steffen

Ursache: siehe:
flugblatt.pdf

TVöD und TV-L sind bei aller unvollkommenheit Realität und, da die zugehörige Entgeltordnung fehlt, noch längst nicht fertig.
Es geht darum, dass diese Tarifverträge verbessert werden und die Beschäftigten bei Bund und Kommunen eine Tariferhöhung erhalten.

Und dafür lohnt es allemal sich einzusetzen.

Rückwärtsgewandte Diskussionen helfen da nicht weiter. siehe auch Beitrag vom 22.08.2007

Angestellter . Mittwoch 29. August 2007 11:44

Es geht doch eher darum dass seitens von Verdi endlich mal jemand dazu steht dass der TVÖD ein arbeitgeberfreundlicher Tarifvertrag ist und nicht weiterhin in allen Medien von einem Jahrhundertwerk TVÖD gesprochen wird. Da kommt sich doch jeder der betroffenen Mitarbeiter im öffentlichen Dienst ziemlich verars.... vor. Vielleicht sollte man einfach zu den Fehler stehen und spätestens jetzt versuchen die zu ändern. In einer Zeit wo in jeder Branche Tariferhöhungen stattgefunden haben, gibt es im öffentlichen Dienst seit 2 Jahren ein Stillstand, bzw. durch Kürzungen im Urlaubs-/Weihnachstgeld unmittelbar und durch Wegfall von Zuschlägen auch noch zukünftig massive Streichungen.
Wenn man sich den oben genannten Link mal durchliesst muß ich sagen dass die genannte Prämisse "keine schlechterstellung durch den Wechsel BAT-TVÖD", absolut nicht erreicht wurde. Es wurden auf Kosten der Arbeitnehmer, also der Verdi Mitglieder, Kürzungen hingenommen nur damit dieses "Jahrhundertwerk" präsentiert werden und sich die Verdi Oberen profillieren konnten.
Die zugehörige Entgeltordnung ist noch nicht fertig, wer allerdings glaubt dass auch nur ein Arbeitgeber freiwillig was verbessert, glaubt wohl auch noch an den Weihnachtsmann. Es wird mal wieder so ausgehen dass es zu absolut keiner Verbesserung kommt.
Vielleicht sollte man sich mal die Forderungen der Lokführer angucken. Da wird ein Anfangsgehalt von mindestens 2.500 € gefordert und wahrscheinlich auch durchgesetzt . Ich möchte klarstellen das Lokführer kein Studium hinter sich haben und mehr verdienen als einer mit Studium nach dem "Jahrhundertwerk" TVÖD.

EDE . Mittwoch 29. August 2007 12:29

@Angestellter

Dem kann ich nur voll zustimmen.

Verdi sollte mal daran denken, ihr Fürungspersonal auszuwechseln.

EDE . Mittwoch 29. August 2007 12:30

"Führungspersonal"

Franklin . Mittwoch 29. August 2007 13:13

@ Angestellter

>"Vielleicht sollte man einfach zu den Fehler stehen und spätestens jetzt versuchen die zu ändern."

Genau darum geht es in der anstehenden Tarifrunde Bund Kommunen.

Und es gibt bereits Bestrebungen innerhalb von verdi die Regelungen zu den leistungsbezogenen Entgeltbestandteilen im TVöD abzuschaffen.

Max . Mittwoch 29. August 2007 14:53

@ Franklin

"Und es gibt bereits Bestrebungen innerhalb von verdi die Regelungen zu den leistungsbezogenen Entgeltbestandteilen im TVöD abzuschaffen"

Wieso? Soll sich Leistung im ÖD nicht mehr lohnen?

EDE . Mittwoch 29. August 2007 18:23

@Max

Auf diese "Nasenprämie" kann ich gerne verzichten.

sabine sauer . Mittwoch 29. August 2007 22:06

@ reiner nehring! "Ich bin der Überzeugung, dass es an der nötigen Durchsetzungsfähigkeit gefehlt hat" .ist das die antwort auf meinen beitrag oder auf die anregung von max. also ich bin die masse und wer ist die gewerkschaft-ich versteh gar nichts mehr. das kannst du mir sicher erklären,ohne parolen,bzw.hinweis auf beitrittserklärung.

Niemals Gewerkschaftsmitglied (bei Verdi) . Donnerstag 30. August 2007 21:07

Folgender Fall ein Märchen?!
Angestellter 40 Jahre, mittler Dienst. Hat den Angestelltenlehrgang II absolviert, der als Voraussetzung für eine Tätigkeit im g.D. ist.
Arbeitgeber bietet diesem höherwertige Tätigkeit an, aber unter der Voraussetzung es wird ein Auflösungsvertrag geschlossen und dann ein entsprechender neuer Vertrag. Ergebnis: Höhere Enteldgruppe jedoch Rückstufung in Erfahrungsstufe 2. Verlust trotz Aufstieg 600 Euro p.M.
Ein Märchen? Nein, so geschehen in einer obersten Bundesbehörde. Verdi, vielen Dank, für den TVÖD. Was vorher undenkbar war, habt Ihr möglich gemacht. Vielen, vielen Dank!

wim-holderberg . Donnerstag 30. August 2007 23:38

Noch so ein Fall, auch kein Märchen:

Auschreibung bei einer Kommune: gesucht werden ein Facharzt für Psychatrie und eine Kinderärztin, natürlich mit Erfahrung und und und ...............................insgesamt seit 6 Monaten,

Gehaltsangebot zunächst TVÖD 14, Stufe 2
keine Bewerbung
nach 3 Monaten Gehaltsangebot TVÖD 15,
Stufe 2
bis heute keine Bewerbung.

Grund: Für diese miese Bezahlung kommt niemand.

Noch mehr:

Die wenigen "echten IT-Experten", nicht die angelernten, kündigen und gehen in die freie Wirtschaft.

Ersatz: nicht in Sicht, auf Ausschreibungen keine Reaktionen.

Tolles Jahrhundertwerk der TVÖD

MfG
wim-holderberg

hnr . Donnerstag 6. September 2007 14:36

Ich muss auch ganz ehrlich gestehen, dass ich es in keinster Weise nachvollziehen kann, was verdi sich dabei gedacht hat. Sinn und Zweck des neuen Tarfivertrages sollte es doch angeblich sein den öD für neue und insbesondere junge Arbeitnehmer interessant zu gestalten. Angeblich sollte sich auch keiner schlechter stehen als zu Zeiten von BAT.
Wer sich mal den spaß gemacht hat und einen der vielen Rechner im Internet ausprobiert hat, wird schnell sehen, dass in ALLEN Stufen der Netto-Betrag bei vergleichbaren Einstufugen (bsp.: bat IIa und E13) bei dem TvöD geringer ist. Und wenn ich dann sehe, dass ein Industriemechaniker, der ein oder zwei Zusatzqualifikationen gemacht hat und um die 30 ist mit einem Jahresgehalt von ca. 45000 Euro nach Hause geht, dann muss ich mich fragen, warum auch nur ein einziger noch in den öD geht.

Franklin . Sonntag 9. September 2007 20:37

Link zum Interview mit dem Ver.di Tarifexperten Achim Meerkamp und Materialien zur neuen Entgeltordnung


http://verwaltungsreform.verdi.de/ag_tarif/entgeltordnung/defaultView?rnd=3798181.51648

Jan . Dienstag 11. September 2007 01:38

Der TVÖD ist passiert. Und es ist schlimm. Unsere Führung hat uns belogen und tut es immer noch. Trotzdem ist dies die Ausgangslage für die Tarifrunde 2008. Jetzt gilt es, eine ordentliche Forderung im zweistelligen Prozentbereich aufzustellen. Und wir müssen was dafür tun, dass uns unsere Führung nicht schon wieder auf den Gremientreffen so Phrasen wie „Die halten uns für verrückt, wenn wir mehr als [z.B.] 5 % fordern“ dreschen können. Die Herren und Damen gewählte Vertreter sollen endlich mal den Willen der Basis durchsetzen. Und da sie davon weit entfernt sind, müssen wir – die Basis – sie halt ständig darauf aufmerksam machen. Dass es völlig legitim ist, wenn wir nach all den Verlusten, die uns dieser Jahrhundertabsenkungstarifvertrag gebracht hat, jetzt für eine ordentliche Erhöhung eintreten wollen. Oder besser gesagt müssen: Denn bei all den aufgezeigten (richtig dargestellten) Verlusten, die ich in diesem Forum lese, will ich doch mal bemerken, dass es sich dabei meist um die obere Hälfte der Tabelle handelt. Und die untere Hälfte hat nicht weniger Federn lassen müssen. Mittlerweile ist es nahezu ausgeschlossen, selbst mit Ausbildung und Berufserfahrung als Alleinverdiener eine vierköpfige Familie ernähren zu können. Ganz zu schweigen von dem sogenannten „Niedriglohn“-Sektor. Ein Skandal ist das.

Aber helfen wird uns nicht das reine Schimpfen auf die Gewerkschaft. Wir selber sind die Gewerkschaft, und müssen sie uns endlich wieder von diesen Co-Managern und eingeschleusten Arbeitgeber-Vertretern zurückerobern. Auf jeder Versammlung nerven, Kolleginnen als aktive Gewerkschafterinnen werben, Delegierte zur Rechtfertigung drängen, Aufklären, Kämpfen. Dem Gerede von der angeblich fehlenden Durchsetzungskraft widersprechen. So dass es irgendwann „verrückt“ ist, wenn man nur 5% fordert, nachdem man jahrelang auf Lohn verzichten musste und dazu noch die Tabelle radikal abgesenkt hat. Es darf eben nicht mehr „verrückt“ sein 15 – 20% Lohnerhöhung zu fordern, damit nicht nur der Lokführer mit seinem verantwortungsvollen Job seine Familie ernähren kann. Sondern auch die Krankenschwester, die jetzt als Einstiegslohn – für eine mindestens ähnlich verantwortungsvolle Aufgabe – gerade mal 1.850 Euro Brutto bekommt und selbst bei einer 15% Erhöhung noch deutlich unter der – berechtigten und gesellschaftlich mehrheitlich akzeptierten – Forderung der Lokführer für einen Anfangslohn von 2.500 Euro läge.

Zur Entgeltordnung:
Ich denke, wir können froh sein, dass die Arbeitgeber nicht auf die Verhandlungen eingehen. Vielleicht gibt es eine Chance, im Arbeitskampf um die Tarifrunde 2008 durchzusetzen, dass die BAT-Eingruppierung weitergelten wird. Die Umsetzung der verdi-Vorschläge wäre die nächste Katastrophe zum Jahrhundertwerk. Zwar kompliziert, aber die Eingruppierungen sind durchgeklagt. Alles wieder auf Null zu setzen, würde bedeuten, der Eingruppierungswillkür der Arbeitgeber Tür und Tor zu öffnen. Und die werden das nutzen. Immerhin spart man ja, wenn die Arbeitnehmer erstmal Jahre lang um die richtige Eingruppierung klagen müssen. Neue Entgeltordnung nur aus der Position der Stärke heraus. Jetzt Alte Eingruppierung verteidigen!

Franklin . Dienstag 11. September 2007 20:36

Hallo Jan !

Zum ersten Absatz möchte ich keine Stellung nehmen, verweise auf den Link in meinem vorherigen Beitrag, damit sich jeder selbst eine Meinung bildet, wie die Bewertung der Tariflage TVöD/TV-L durch führende Verdi Personen vorgenommen wird.
Zum zweiten Absatz Zustimmung, ob die Tarifforderung der Lokführer nach einem Anfangsgehalt von 2.500 EUR mehrheitlich gesellschaftlich akzeptiert wird, sei dahingestellt.

Zur Entgeltordnung: schwierig wird es, wenn die Arbeitgeber (auch in eigenem Interesse) keine Übergangsregelung betreffend der Eingruppierung mit Verdi treffen. Übergangsweise könnten die alten Eingruppierungsvorschriften weiter greifen, wenn man das so vereinbart. Zum TVöD und TV-L gehört eine neue Entgeltordnung ansonsten wären diese unvollendet.

Das Verdi Modell der Eingruppierung richtet sich, wie bisher auch, nach der auszuübenden Tätigkeit und erfolgt in zwei Schritten:

1. die Grundeingruppierung erfolgt nach den für die Tätigkeit erforderlichen Kenntnissen und Fertigkeiten, gemäß der Beschreibung der Entgeltgruppen, wenn diese zu einem Zeitanteil von mindestens 50% der Arbeitszeit erforderlich sind.

2. Die Tätigkeit wird auf fünf Zusatzmerkmale: Selbständigkeit, Verantwortung, Schwierigkeit, soziale Kompetenz, Psychische und physische Anforderungen hin geprüft. Trifft ein Zusatzmerkmal für mindestens 25% der Arbeitszeit zu führt es zu einer Eingruppierung einer Entgeltgruppe über der Grundeingruppierung.
Je mehr erfüllte Zusatzmerkmale, desto höher die Eingruppierung.

Dieses Modell wird nicht angewendet, wenn in der Entgeltordnung ein bestimmter Beruf oder eine bestimmte Funktion aufgeführt ist: z.B. Erzieher/in oder Mülllader/in.

(verkürzte Darstellung um die Systematik verständlich zu machen)

Im übrigen können die alten Eingruppierungsregeln nach BAT und Einreihung nach den Arbeitertarifverträgen gar nicht auf den TVöD und TV-L übertragen werden, weil diese Bewährungs- und Zeitaufstiege enthalten, welche bekanntlich abgeschafft sind.
Wir brauchen auch deshalb eine neue Entgeltordnung , um das alte Tarifniveau wieder herzustellen.

Jan . Dienstag 11. September 2007 23:04

Hallo Franklin.

Ja, ein tolles System. Wenn Du mich also jetzt frägst, wie ein Erzieher danach einzugruppieren ist, dann sage ich Dir: Entgeltgruppe 5, da Ausbildung notwendig, plus alle 5 Zusatzmerkmale, da alles auf mindestens ein Viertel der Arbeit zutrifft. Also gehen wir davon aus, das Erzieher in Zukunft in Entgeltgruppe 10 bezahlt werden.(Jetzt ist es EG 6)

Ich finde es ist schon seltsam, wenn man Preissteigerungen + Produktivitätszuwachs seit der letzten Tariferhöhung zusammenzählt (was in jedem Gewerkschaftsprogramm drin steht) und so auf eine Forderung von 15% kommt, für verrückt erklärt wird. Gleichzeitig darf man ein Modell vorstellen, das sowas von absolut unrealistisch ist, und dazu noch die Gefahr birgt, dass der Schuss nach hinten los geht. Sicher, das Hauptproblem ist, dass keine Nachwirkung, für den Fall, dass keine Entgeltordnung abgeschlossen werden kann, weiter gilt. Das muss man halt erkämpfen.

Zum Abschluss des TVÖD hieß es, die Bewährungsaufstiege sind in die Tabelle mit eingeflossen. Jetzt wo alle merken, dass das Lohnniveau insgesamt drastisch gesenkt wurde, ist das plötzlich nicht mehr so? Und deshalb wird den KollegInnen vorgegaukelt, sie können das alles über eine neue Entgeltordnung wieder reinholen. Ich finde das absolut gefährlich.

Dass wir plötzlich in allen Berufslebensverläufen drastische Absenkungen haben, liegt aber nicht an einer falschen Eingruppierung, sondern daran, dass die Tabelle viel zu niedrig ausgehandelt wurde. Sicher gibt es die eine oder andere Berufsgruppe die nicht richtig eingruppiert ist, aber das ist ein ganz anderes Thema.

Wir müssen darum kämpfen, dass die Tabelle erhöht wird. Nicht wieder im Voraus, die Kampfkraft für die Tabellenlohnerhöhung dadurch kleinreden, dass man den Kollegen leere Eingruppierungsversprechungen macht. Jedes neue Eingruppierungsmodell ist doch im Grunde von der Systematik ähnlich: Es wird die Tätigkeit anhand von mehr oder weniger sinnvollen Merkmalen bewertet. Das war im BAT nichts anderes. Nur dort waren die Streitpunkte, die Zuordnungen, das Bewerten von Berufsbildern eben ausgefochten. Und die neue Entgeltordnung bedeutet nichts anderes, als die jahrelangen Arbeitsgerichtsprozesse unserer Vorgänger über den Haufen zu werfen und die KollegInnen dem längeren Hebel der Arbeitgeber auszuliefern.

Wenn man die GEW-Papiere über die neuen Eingruppierungsforderungen der Erzieher liest, ist das ja alles schön einleuchtend und man gönnt es den Kollegen. Aber es ist sowas von unrealistisch zu denken dass (keine Ahnung wie viele, aber es sind bestimmt unendlich viele) Zigtausende Erzieher damit rechnen könnten, statt in EG 6 in EG 8 oder 9 zu kommen. Die GEW soll das durchaus weiterverfolgen, ist ja richtig. Aber es darf nicht dazu führen, dass jetzt nicht die Tabellenerhöhung als Hauptziel angegangen wird. Es ist ausserdem völlig klar, dass die Arbeitgeber eine Diskussion zur Eingruppierung dafür nutzen werden, viele Berufsgruppen herabzugruppieren. Es wird wieder viele Verlierer geben. Und an so weiche Regeln wie Tätigkeitsmerkmale werden viele Arbeitgeber sich nicht halten oder es auf Gerichtsverfahren erst mal ankommen lassen. Bestes Beispiel ist die eigentlich ganz klare Formulierung der Entgeltgruppe 1. Dort stehen die Reinigungskräfte im Aussenbereich drin. Im Umkehrschluss, und nach TVÜ gehören also die Reinigungskräfte im Innenbereich in die EG 2. Aber wie sieht die Realität aus? Viele Reinigungskräfte kommen in die EG 1. Es ist ein Skandal.

Auf die Weitergeltung der BAT-Eingruppierung zu pochen ist einfacher und sicherer als alles zu öffnen und neu aushandeln zu müssen. Da ich denke, dass auch die Arbeitgeber grundsätzlich an einer Ordnung interessiert sind, ist es unsere einzige Chance, weitere Absenkungen zu verhindern.

EDE . Mittwoch 12. September 2007 04:41

Da mag der gute Franklin sich drehen und wenden, wie er will.

Aus Mist ist kein Goldstück zu pressen.

Eine "Gewerkschaft", die sich wesentliche Bestandteile und Einkommenshöhen eines bestehenden Vertrages abkaufen lässt - ja selbst händeringend anbietet - unter vager Aussicht auf Entgegenkommen der AG ist keine Arbeitnehmervertretung, sondern eine Unterorganisation der Arbeitgeber.

Fritz . Mittwoch 12. September 2007 12:58

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

hat Jan nicht in jeder Beziehung recht?! Letztendlich hilft kein Schimpfen auf die Verhandlungsführer von verdi, die den öffentlich beschäftigten Ar-beitnehmern diesen vermaledeiten TVöD eingebrockt haben. Es sind nicht die ‚Besserverdienenden’ in dieser Gewerkschaftsleitung, die die Folgen auszubaden haben. Es sind auch nicht die ‚ausgesteuerten’ altbeschäftig-ten Arbeiter, deren Besitzstand durch Abschluß des TVöD gewahrt wurde und die ihr ‚Klassenziel’ erreicht hatten. Es trifft all die Angestellten, die nicht besser bezahlt werden, als die Arbeiter und deren Bewährungsauf-stiegsmöglichkeiten durch den TVöD entfallen sind. Es trifft insbesondere die Angestellten, die im Gewerkschaftsjargon als die „Besserverdienen-den“ bezeichnet werden – also diejenigen die ab BAT VerGr V B/TVöD EG 9 eingruppiert sind. Es trifft die neu eingestellten Beschäftigen, Arbeiter und Angestellte, deren Arbeitsverträge jetzt nach dem TVöD abgeschlos-sen werden.

Anscheinend dämmert aber den Verantwortlichen in verdi inzwischen, was sie mit dem Abschluß des TVöD aufgegeben und den Beschäftigen des ÖD eingebrockt haben. Sie mögen nur noch nicht ihr eigenes eklatantes Ver-sagen und ihre eigene Dummheit eingestehen. Statt dessen wird den Kommunalen Arbeitgeberverbänden Blockadehaltung und das Setzen auf Zeit vorgeworfen.

Ohne eine erkennbare adäquate Gegenleistung der öffentlichen Arbeitge-ber wurde das von verdi zerdeppert, was in 40 Jahren von den im öffentli-chen Dienst Beschäftigten/ÖTV teilweise hart erkämpft worden war.
Da kann man noch von einer glücklichen Fügung sprechen, dass uns die Eingruppierungsmerkmale nach dem BAT erhalten geblieben sind. Jan hat doch recht: Der BAT ist durchgeklagt. Warum sollte so ein Werk aufgege-ben werden? Wer käme auf die Idee, unsere komplette Rechtordnung mit dem Grundgesetz zu kippen, oder unserer BGB abzuschaffen, nur weil es 2000 Paragrafen enthält. Wer käme denn auf die Idee, unsere Rechtord-nung auf die auf die 10 Gebote des Volkes Israel beim Auszug aus Ägyp-ten vor mehr als 3000 Jahren beschränken zu wollen?

Da geistert in den Köpfen der verdi-Verantwortlichen die Zahl von 17.000 Eingruppierungsmerkmalen herum. Erstaunlich, dass jemand die Zeit ge-funden hat, die zu zählen. Blanker Unfug! Als Stellenbewerter einer Kom-munalverwaltung komme ich bei meiner täglichen Arbeit in der Regel mit geschätzten (nicht gezählten) 25 Tätigkeitsmerkmalen zurecht. Ansonsten schaue ich und schlage ich nach. Auch das bereitet mir keine Schwierig-keiten. Es gibt wunderbare Werke mit Stichwortverzeichnissen!

Und was wird eine neue Entgeltordnung grundsätzlich anderes bringen?

Ich zitiere, was Achim Meerkamp dazu sagt:

„Zukünftig werden es deutlich weniger werden (als 17.000 Eingruppie-rungsmerkmale). Doch jedem muß klar sein: Eine Handvoll Merkmale werden nicht reichen. Gerade damit es übersichtlich bleibt, werden wir uns auf so wenig Merkmale wie möglich beschränken, aber auch so viele wie nötig vereinbaren. Verdi hat inzwischen ein Modell erarbeitet, das die Grundlage für die künftige Eingruppierung darstellen soll. Nach diesem Modell würde es einen Allgemeinen Teil geben, in dem die Grundsätze der Eingruppierung festgehalten sind - allerdings ohne Beispiele zu nennen. Aber schon dieser Allgemeine Teil ist rechtliche Grundlage für die zukünf-tige Eingruppierung, sofern eine Tätigkeit nicht mehr gesondert eingrup-piert wird. Die Details für die einzelnen Berufsgruppen und Branchen fin-den sich dann im Besonderen Teil. Daneben könnte es einen Besonderen Teil für spartenspezifische Berufsgruppen geben wie Krankenpflege, Flug-häfen, Verwaltung oder Entsorgungsbetriebe.“

Diese Idee hat ja was. Nur ihr Lieben – haben wir so etwas nicht schon?: Da gibt es in Anlage 1a zum BAT die „Allgemeine Vergütungsordnung“ (für die Verwaltung) und dann die zusätzlichen Tätigkeitsmerkmale für Ange-stellte im Sparkassendienst, Fremdsprachendienst, Ärzte, Apotheker, Tier-ärzte, Zahnärzte, Angestellte in der Datenverarbeitung, im Sozial- und Er-ziehungsdienst, in Nahverkehrsbetrieben, an Theatern und Bühnen und so weiter und so weiter .... Für Krankenpflege, Flughäfen oder Entsorgungs-betriebe gibt es auch zusätzliche Tätigkeitsmerkmale. Nur durch das Exis-tieren der Spartentarifverträge lässt sich die imaginäre Anzahl von 17.000 Tätigkeitsmerkmalen erklären.

Grundsätzlich spielt bei der Eingruppierung die Aus- und/oder Weiterbil-dung eine entscheidende Rolle. Daran hat sich in so weit wohl etwas ge-ändert, dass das Lebensalter von 40 Jahren (bis dahin erworbene Erfah-rung) bei der Eingruppierung nach dem TVöD keine Rolle mehr spielen wird.

Den Worten des Kollegen Meerkamp zu Folge kommen noch zusätzliche Merkmale wie Verantwortung und Selbständigkeit hinzu. Die sind bloß ein alter Hut, die gibt es nach dem BAT bereits. Wirklich neu hingegen wären Merkmale wie Geschicklichkeit, soziale Kompetenz und psychische Anfor-derungen. Nur: Wie misst man die? Wie bemisst man „Geschicklichkeit“? Wie bemisst man „soziale Kompetenz“? Verantwortung und Selbständig-keit sind in 40 Jahren bis zum BAG durchgeklagt. Um zu wissen, was un-ter Geschicklichkeit etc. zu verstehen ist und wie man Geschicklichkeit wertet, werden die Mühlen unserer Gerichte in Gang gesetzt werden müs-sen. Dazu müssen die Eingruppierungsmerkmale in noch zu verhandeln-den Prozentpunkten nachgewiesen werden. Da kommt mir alles bekannt vor; und das ist mir bekannt! Das haben wir nämlich schon seit Jahren nach dem guten alten BAT. Anstelle der sagenhaften 17.000 Eingruppie-rungsmerkmale nach dem BAT werden wir dann wohl 18.000 nach der neuen Entgeltordnung haben. Vielleicht werden es auch 19.000 werden, weil es in Zukunft ja auch noch landesbeziekrliche Regelungen geben soll.

Eingruppierung nach dem BAT ist kompliziert und wird nach der neuen Entgeltordnung nicht weniger kompliziert sein. Wenn der Kollege Meer-kamp meint, man müsse dem BAT nicht nachweinen, weil dieser un-gerecht sei und verschiedene Berufsgruppen (wie Schulhausmeister, Schulsekretärinnen und Bibliothekare) benachteilige, kann ich ihm beim besten Willen nicht zustimmen. Zweifellos war der BAT im Laufe von vier Jahrzehnten angestaubt und überarbeitungsreif, aber gerechte Stellenbe-wertungen waren und sind mit den Tätigkeitsmerkmalen und dem Wissen um Tarifrecht und dem Willen der Akteure in den Bewertungskommissio-nen zur Umsetzung dieses Rechts durchweg zu erreichen.

Aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Stellenbewertung von Kollegin-nen und Kollegen als ungerecht, benachteiligend nebulös empfunden wur-den. Rechte aus dem BAT wurden sowohl von Seiten des Arbeitgebers als auch der Personalvertretung nicht als fundamental akzeptiert und häufig genug so interpretiert, wie es gerade der einen oder anderen Seite passte. Das sieht das BAG ähnlich und hat bereits in einer Entscheidung aus dem Jahre 1986 festgestellt, dass die rechtlichen Schwierigkeiten in Eingrup-pierungsprozessen ihre Ursache keineswegs allein in den zahlreichen un-bestimmten Rechtsbegriffen der Vergütungsordnung hätten. Sondern sie wären oft darin begründet, dass „bei lediglich verbaler Anerkennung des Tarifgefüges innerhalb der öffentlichen Hand Höher- und Eingruppierung in Wahrheit nach außergerichtlichen Gesichtspunkten vorgenommen und insbesondere am dafür unmaßgeblichen Stellengefüge orientiert werden.“


Ja glaubt denn irgendjemand, die harsche Kritik des BAG an der rechts-widrigen Anwendung von Tarifrecht würde sich mit Einführung einer neuen Tarifordnung in ein Nichts auflösen. Daran, dass außergerichtli-che/außertarifliche Gesichtspunkt bei Stellenbewertung eine Rolle spielen, wird sich rein gar nichts ändern. Den Personalräten wird die Lektüre von Eingruppierungsvorschriften und Urteilen auch weiterhin zu mühsam sein, und sie werden Eingruppierungsempfehlungen auch weiterhin zustimmen, häufig genug ohne zu wissen, was sie tun und ohne für Transparenz zu sorgen.


Wie der Kollege Bsirske sagt, werden sich die Verhandlungen zur neuen Entgeltordnung noch über Jahre hinziehen. Deswegen sollen die Aufstiege nach dem BAT und den Tarifverträgen so lange gelten, bis eine neue Ta-rifordnung steht. Die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube!

Das bedeutet doch in Konsequenz, dass die Überleitung so zu sagen rück-abgewickelt werden müsste. - Und das ganze Theater deswegen, „weil“, so der Kollege Meerkamp, „verdi davon ausging, dass die neue Entgelt-ordnung bis zum Herbst steht.“ Fragt sich nur, welches Jahr war gemeint?
.... davon ausging!... Auf’s Blaue hinein hat verdi also den TVöD unter-schrieben. Das Ziel, das die öffentlichen Arbeitgeber erreicht haben, hat der Kollege Meerkamp ja wenigstens als solches erkannt: „Die derzeitigen Wertebenen absenken. Über die Eingruppierung würden damit auch die Entgelte abgesenkt.“

Es mag ja sein, dass das für verdi indiskutabel ist. Nur, meine lieben ver-di-Funktionäre, ihr habt euch in eurer ideologischen Verblendung blauäu-gig und ahnungslos (bar jeglicher Sachkunde) total hinters Licht führen lassen:

Das, was ihr unterschrieben habt ist geltendes Tarifrecht. Klare Verlierer sind die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst. The winner takes it all .... so läuft das, klar und einfach.


Nur wer ist der winner? Wem nützt dieser „grundlegend modernisierte“ TVöD, in den so überaus „mutig“ verdi-Bosse eingewilligt haben?

Letztendlich nicht einmal den öffentlichen Arbeitgebern, hinter denen doch letztendlich die Bürgerinnen und Bürger in Bund, Ländern und Gemeinden stehen. Wenn in den Augen von Arbeitgeber-Verhandlungsführen und Kämmerern nur noch die €-Zeichen blitzen und sie nur noch Zahlen im Sinn haben, wenn im öffentlichen Dienst auch Provitmaximierung vor Ge-meinwohlorientierung steht, wird die Bevölkerung den Nachteil davontra-gen. Der Rüttgers-Club in Düsseldorf nennt das „privat vor Staat“. So, wie es jetzt aussieht, wird der öffentliche Dienst (mit Hilfe von verdi) voll vor die Wand gefahren, so dass er von Profit-Haien total gefleddert werden kann. Und der ÖD ist heiß begehrt als Anlagesphäre. PPP ist ja inzwischen auch auf verdi-Etage kein unbekannter Begriff mehr.

Und hier erinnere ich an die Unterhaltsreinigung in öffentlicher Hand. Als es Mode wurde, diese als Erstes zu privatisieren, hat sich in verdi kein Verantwortlicher gerührt.

Völlig ohne jegliche innergewerkschaftliche Diskussion und hinreichende ehrliche Information der Gewerkschaftsbasis hat verdi den BAT gekippt, statt dessen diesen unsäglichen TVöD kreiert und als Quantensprung von den Arbeitgebern in Bund, Ländern und Gemeinden feiern lassen. – Wäh-rend sehr, sehr viele der Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes in den Regen gestellt wurden. Verraten von völlig inkompetenten Führungskräf-ten ihrer eigenen Gewerkschaft!


Die Fähigkeit, den Einsatz der Mitarbeiter flexibel den Bedürfnissen der öffentlichen Arbeitgeber anpassen zu können, muß heute auch im öffentli-chen Dienst als preiswerter Dienstleister für Bürger mehr denn je gefragt sein. Wie jedoch eine effektive Nutzung der teuren und wertvollen Mitar-beiter-Ressourcen durch den TVöD im Sinne der Beschäftigten zum stra-tegischen Faktor des öffentlichen Handelns werden soll, ist mir bislang ein Geheimnis geblieben.

Wie sollen die ihre frustrierten Mitarbeiter zur Leistungserbringung für den Bürger motivieren? Wie denn, bitteschön? Wenn nicht über Geld! Die Ar-beitgeberfunktionäre werden über diese Folgen wohl ebenso wenig nach-gedacht haben wie die super bezahlen, satten verdi-Verantwortlichen in ihrem Verwaltungspalast in Berlin.


Dort muß aber wohl inzwischen die Erkenntnis dämmern, dass so mir nichts dir nichts durch einen Federstrich von verdi, mit dem der TVöD-Abschluß besiegelt wurde, zu viele Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes stattliche Summen verlorenen haben - sie so zu sagen enteignet wurden.
Es lässt sich in verdi-Etagen wohl nicht mehr ignorieren, dass es an der Basis gärt. Warum sonst die Rolle rückwärts indem verdi auf eine Verein-barung dringen will, „dass die Aufstiege nach dem BAT und den Tarifver-trägen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer so lange gelten, bis eine neue Entgeltordnung steht.“ Warum sonst soll seitens verdi die neue Ent-geltordnung Teil der Tarifrunde 2008 werden. Aber – daran haben öffentli-che Arbeitgeber doch gar kein Interesse. Die können mit den bisherigen Tarifmerkmalen leben, zumal die Bewährungs-/Fallgruppenaufstiege nach dem TVöD ebenso entfallen sind wie die familienbezogenen Leistungen und Altersstufen.

In dem Kurt Martin meint, in der bevorstehenden Tarifrunde sei eine kräf-tige Lohnsteigerung zu fordern, weil

1. die Einkommenssteigerungen der vergangenen Jahre sehr beschei-den ausgefallen waren
2. der Öffentliche Dienst nicht von der Entwicklung in der Privatwirt-schaft abgekoppelt werden dürfe
3. die Steuereinnahmen wieder steigen

beweist er als einer der verdi-Verhandlungsführer, dass offenbar unter dem totalen Verlust seines Realitätssinns leidet:
Was haben Steuereinnahmen mit einem angemessenen Einkommen der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst zu tun?
Und gerade durch den TVöD wurde der ÖD von der Einkommensentwick-lung in der Privatwirtschaft abgekoppelt. Und durch den Wegfall der Be-währungs-/Fallgruppenaufstiege sowie der familienbezogenen Leistungen und Altersstufen haben sehr, sehr viele der ÖD-Beschäftigten gewaltige Einkommenseinbußen als enteignungsgleich ansehbaren Eingriff hinneh-men müssen. In diesem Zusammenhang von bescheidenen Einkommens-steigerungen zu sprechen, muß wie Hohn in den Ohren der gebeutelten Beschäftigten des ÖD klingen.

Wenn dann der Kollege Bsirske von einem Abschluß spricht, der oberhalb von drei Prozent liegen müsse, stellt sich für mich die Frage: Wovon? Was ist die Ausgangsgrundlage? Der rückabgewickelte BAT oder der TVöD, der die Beschäftigen finanziell massiv schlechter gestellt hat.

Worum soll es denn nun in der Tarifrunde gehen?:

a. Vereinbarung, dass die Aufstiege nach dem BAT und den Tarifver-trägen für Arbeiter so lange gelten, bis eine neue Entgeltordnung steht,
b. Entgeltordnung, die niemanden finanziell schlechter dastehen lässt als bisher
c. Einkommenssteigerung von mehr als drei Prozent
d. Abwehr der Arbeitszeitverlängerung
e. Sicherung der Zusatzversorgung
f. Leistungsentgelt (was auch immer man darunter verstehen mag)

Das hört sich für mich so an, also sollten mit dem TVöD leichtfertig aufge-gebene Positionen nun teilweise zurück erobert werden.

Allerdings frage ich mich, wie verdi diese Forderungen gegenüber den kommunalen Arbeitgebern mit Nachdruck vertreten will. Bei der sich fort-setzenden negativen Mitgliederentwicklung ist doch mit dem Kollegen Bsirske zu befürchten, dass die Gewerkschaft 2008 von den öffentlichen Arbeitgebern gar nicht als nachdrücklich handlungsfähig wahrgenommen wird. Und das angesichts der verworrenen Gemengelage.

Mit kollegialen Grüßen
Fritz

EDE . Mittwoch 12. September 2007 13:38

Wenn nur 50% von dem, was Fritz sagt, richtig sind (aus meiner Sicht sind es 100%), dann muß verdi die Konsequenzen ziehen, und mindestens ihre "führenden Persönlichkeiten" auswechseln!

Besser noch, den Laden abwickeln.

Hans-Gerd . Mittwoch 12. September 2007 13:49

Fritz, perfekter Beitrag, den sich Bsirske und .... zum Gemüte führen sollten.

Max . Mittwoch 12. September 2007 19:28

Ja der Fritz, der kennt sich aus. Das mußte mal so gesagt werden.

Und es trifft 1000% zu. Nach meiner bescheidenen Meinung.

Ich hoffe jeden Tag, das die Entgeldordnung nicht kommt und auch nicht die Leistungsbezahlung.

Ich befürchte nur, das der Beitrag von fritz genauso von den Verdi-Oberen igniriert wird, wie alle andern Beiträge.

Franklin . Mittwoch 12. September 2007 20:08

@ Fritz

Hervorragender Beitrag !

Habe mir diesen kopiert und werde Ihn bei einer Verdi Fortbildungsveranstaltung,
wo es auch um Selbstverständnis und Ziele der gewerkschaftlichen Arbeit geht, einbringen.

Mit kollegialem Gruß
Franklin

Jan . Mittwoch 12. September 2007 21:31

Da wir nun festgestellt haben, dass die neue Entgeltordnung uns eher schaden als nutzen wird, treten wir also aktiv bei der Forderungsaufstellung in der Tarifrunde 2008 dafür ein, dass die Eingruppierungsordnung der Vorgänger-Tarifverträge weitergelten und die Tabelle kräftig(z.B. 15%) erhöht werden soll. Mal sehen, ob wir als Basis die Tarifkommission ausreichend unter Druck setzen können. Viel Erfolg Franklin, bei Deiner Fortbildungsveranstaltung!

Trotzdem möchte ich etwas richtigstellen, was die hier in diesem Forum immer wieder auftauchende Behauptung betrifft, dass die Verlierer die Angestellten ab Entgeltgruppe 9 aufwärts wären und die Arbeiter und einfacheren Angestellten nicht so stark von den Kürzungen betroffen wären.

Diese Behauptung ist nicht zutreffend. Auch Arbeiter hatten Bewährungsaufstiege, auch sie hatten Kinderzulagen und bei meinen Stichproben, haben sie genauso viel verloren, wie die oberen Entgeltgruppen. Ganz krasse Verluste gibt es z.B. bei den Erziehern um die Entgeltgruppe 6-8. Ausserdem sind die einfachsten Jobs mit der neuen Entgeltgruppe 1, die das Lebenseinkommen im Vergleich zum niedrigsten BAT-Einkommen um 20% absenkt, die vollkommen Verarschten. 1.286 Euro Brutto in einen Tarifvertrag zu schreiben, das ist richtig übel.

Man kann festhalten: Nicht oben oder unten sind Gewinner oder Verlierer. Sondern Verlierer sind die Familien, einschliesslich derjenigen die irgendwannmal Kinder haben werden. Und natürlich die Stellenwechsler. 30% weniger Lohn nach 15 Jahren Berufserfahrung sind da überhaupt keine Ausnahme.

Für den Tarifkampf 2008 müssen wir alle zusammenstehen! 15% mehr muss sein!

wim-holderberg . Mittwoch 12. September 2007 22:40

Fritz,

super Beitrag!!

An die wenigen Verdi-Offiziellen hier im Forum:

Macht es wie Franklin, kopiert den Beitrag, diskutiert ihn in den Gremien und schickt ihn an eure Vorstände.

Vielleicht merken diese Damen und Herren endlich was.

So deutlich hat es bisher keiner aufgezeigt, vor allen Dingen die Tatsache, mit welcher Naivität der Verdi-Vorstand Verhandlungen führt.

Schaut man sich das "Jahrhundertwerk" TVöD an, sieht man sehr deutlich wie stümperhaft und anscheinend ohne Sachkenntnis von Verdi verhandelt wurde.

Auch Jan gebe ich völlig recht, alle haben verloren durch den TVöD, der/die Eine mehr oder weniger, die Jüngeren die Älteren, jede Berufsgruppe usw., nur eins muss man den Leuten die hier schreiben zugute halten, sie schildern nur ihre Situation und ihre Sicht der Dinge.

Die einzigen Gewinner des TVöD sind die öffentlichen Arbeitgeber.

Mein Traum wäre, das der alte BAT wieder zurückkommt und die ganze Vorstandsetage von Verdi ihren Hut nimmt.

Aber wie gesagt......es ist ein Traum.

MfG
wim-holderberg

oliver . Freitag 14. September 2007 11:41

Ich lese hier 15 % Gehaltsforderung sollte es bei dieser Tarifrunde sein. Ein mehr als berechtigte Forderung. Ich hätte von den Gewerkschaften erwartet, dass diese sich mit mindestens einer zweistelligen Forderung für die die folgende Tarifrunde aufstellen. Aber auch der Zug, ist doch schon abgefahren. 5,5 % sind doch als Forderung schon formuliert. Wie das ausgeht wissen wir doch alle. Es wird wieder ein Vertrag mit ungewöhnlich langer Laufzeit geschlossen. 2,x im ersten Jahr, 2,x im zweiten Jahr und 2 mal 150,-- (oder 300,--) Euro Einmalzahlung. Das Ganze über ne Laufzeit von 3 Jahren. Schon kommt die 5 % in der Summer raus und Verdi wird das wieder als Erfolg seinen Mitgliedern vorgaukeln und sich weiterhin auf die Schulter klopfen. Den Preis für diese weitere "Nullrunde", auf den bin ich gespannt. Den wird Verdi wieder erstmal verschweigen und es wird erst nach und nach wieder rauskommen, wie Verdi (und dbb tarifunion) sich wieder haben über den Tisch ziehen lassen.
Ihr schreibt immer es macht keinen Sinn, nachzukarten. Ok, aber ich kann leider noch nicht mal im Ansatz erkennen, dass die Gewerkschaftsführung Fehler eingesteht. Das wäre doch Voraussetzung, um endlich den längst überfälligen Kurs der Korrekturen zu starten. Ich wäre unter den Voraussetzungen bereit, für einen richtigen Arbeitskampf aber doch nicht für diesen schlechten Treppenwitz, den verdi wieder aufstellt.
Die Massive Kritik (in meinen Augen ist das auch klein nachkarten) hat sich die Gewerkschaft selber zu zu schreiben. Verdi muss sich halt an Taten messen lassen und das war leider in der Vergangenheit ein Flop nach dem andern. Besserung (Einsicht) leider nicht in Sicht.
Aus Frustration folgt Resignation. Ich verabschiede mich, aus der Gewerkschaft. Veräppeln kann ich mich selber.

ÖDler . Freitag 14. September 2007 13:33

Stimme dem Beitrag von Fritz vollkommen zu! Besser und umfassender kann man es nicht ausdrücken.

Die einzig mögliche Konsequenz daraus hat EDE genannt: "Besser noch, den Laden abwickeln."

Mit der Gewerkschaft verdi und den dort agierenden Funktionären, die ihre schier grenzenlose Unfähigkeit und ihre Abgehobenheit von der Basis mit dem Abschluß von TVöD/TV-L endgültig unter Beweis gestellt haben, ist in Zukunft kein Blumentopf mehr zu gewinnen!

Etwas neues muß her!

Grüße

Jan . Freitag 14. September 2007 23:29

Allein die letzten 3 Beiträge zeigen das eigentliche Problem von uns:

... ein Traum ... (=nix tun)
... sich selber veräppeln können (=austreten)
und schliesslich
... den Laden abwickeln (=Gewerkschaft abschaffen)

Das sind ja wirklich schlaue Strategien. Hut ab!

Also ich finde, ich habe ein Anrecht in einer wohlständigen Gesellschaft einen anständigen Lohn für meine Arbeit im Öffentlichen Dienst zu erhalten. Und ich bin nicht bereit, darauf kampflos zu verzichten.

Sicher, wir haben in den letzten Jahren eine Niederlage nach der anderen erlebt. Wir haben Gewerkschaftsbosse, die uns von der Gegenseite untergejubelt wurden. Und die produzieren eine Katastrophe nach der anderen.

Das können wir nun akzeptieren, durch Austritt, durch abwickeln oder durch nix tun. Oder aber wir fangen wieder von vorne an und holen uns unsere Gewerkschaft zurück. Dass das nicht einfach geht und nicht bequem ist, ist ja völlig klar, aber was ist die Alternative? Ich denke, kaum jemand wird „halt einfach in die Wirtschaft wechseln“ können. Also Kollegen, etwas mehr Kampfeslust! Zeigen wir den Herren da oben, dass es einfach eine Lüge (oder zumindest eine völlig falsche Strategie) ist, ständig der Gewerkschaftsbasis die eigene Kampfesschwäche einzureden. In den Streiks, die im letzten Jahr (allerdings für ein völlig idiotisches Ziel: Nämlich die Arbeitszeit geringfügiger zu erhöhen, als die Arbeitgeber forderten) geführt wurden, hat sich gezeigt: Mit etwas intelligenter Streikorganisation haben wir immer noch die Macht, so einige Räder still stehen zu lassen.
Wir werden nicht dadurch stärker, dass wir den Leuten sagen, sie müssten nur zahlreich eintreten, dann könnten wir schon was erreichen. Sondern wir müssen in den Bereichen in denen wir (noch) stark sind (kleine) Erfolge erzielen und damit wieder – Schritt für Schritt – unsere Interessen durchsetzen. Wir müssen dadurch, dass wir präsent sind und unsere Bedürfnisse artikulieren, zeigen was die Basis denkt. Und wir dürfen keine Gewerkschaftsbosse wiederwählen, die uns nachweislich belügen und betrügen.

Wer, wenn nicht wir, KollegInnen?

Erster Schritt: Einmischen in die Diskussion zur Entgeltforderung! Rein in die Orts- und Fachebenen und 15% fordern!

Ex und Hopp . Samstag 15. September 2007 11:21

@Jan

Klar eine Krankenschwester wird es wohl schwer haben "mal eben in die freie Wirtschaft zu wechseln", nur für Fachkräfte will man jetzt sogar schon Studierte aus dem Ausland mit besonderen Arbeitsgenehmigungen importieren weil der Bedarf nicht mehr gedeckt werden kann. D. h. wenn Mitarbeiter aus diesen Berufsgruppen nicht so klammern würden an ihren Arbeitgeber..... gut ich zähle mich da zum Teil auch dazu. Mein Bürokollege (Dipl.-Inf FH) hatte vor zwei Wochen ein Vorstellungsgespräch ausserhalb ÖD und mittlerweile die Zusage - wenn er eine Möglichkeit hätte früher aus dem hiesigen Vertrag zu kommen könnte er dort sofort anfangen für das doppelte Gehalt (hat durch Überleitung E11 Endstufe). So muss er bis 1.1. warten wegen Kündigungsfrist zum Kalendervierteljahr. Ich frage mich schon jetzt wie die Stelle bitte besetzt werden soll, denn für E11/2 (trotz Berufserfahrung geht ja nicht mehr) kommt garantiert kein Informatiker mit solchem Spezialwissen - aktuell sind wir zwei sowieso die einzigen mit Kenntnissen für diesen Bereich - wir durften z. B. auch nie zur gleichen Zeit Urlaub machen und wenn einer krank wurde musste der andere mindestens per Telefon erreichbar sein. D. h. wenn er weg ist und ich auch was Besseres finde müssen die hier wohl oder übel Supportverträge abschließen weil niemand auch nur im Ansatz sich jemals mit unseren Tätigkeiten auseinandergesetzt hat oder auch nur grundlegendes Wissen dazu hat.

Mal abwarten wie glücklich unser Vorstand dann noch über den TV-L sein wird wenn er zu dessen Tarifen keinen Ersatz findet.....

Manfred . Dienstag 18. September 2007 09:59

Guten Morgen Deutschland, der Beitrag von Fritz, welcher eine gute Zusammenfassung aller Beiträge hier darstellt, und das Flugblatt http://tarif-oed.verdi.de/materialien_flugblaetter/materialien/flugblaetter/data/flugblatt_1_2003.pdf deutet darauf hin, dass das was hier geschrieben wird, für Verdi so wichtig ist, wie ein Loch im Kopf. Nicht eine Silbe von den mehr als missratenen Überleitungen und der Notwendigkeit, der sofortigen Änderung. Speziell bei den Bewährungsaufstiegen, die je nach Stufe gewährt wird oder nicht. Je nach Stufe, reicht die hälfte der Zeit, oder aber der Stichtag liegt leider ein paar Tage zu früh. Auch wenn die 10 Jahre Bewährung zu 99,99% erfüllt sind. Das ist das Gleichheitsprinzip von Verdi. Bald werden wir auch alle den gleichen Mindestlohn von 7 € erhalten. Aber wenn wir 15 Minuten länger Arbeiten müssen, gehen wir sofort empört auf die Strasse und rufen:Wenn mein starker Arm das will, bleiben alle Räder still. Doch dann werden wir leider feststellen, dass die Räder sich trotzdem weiter drehen und wir nachfolgend 30 Minuten länger Arbeiten für 6 €. Aber seien wir froh, TVöD zeigt mit Transparenz, das der öffentliche Dienst keine Zukunft mehr hat. Ist nur dumm für die, die schon lange mit dem BAT gelebt und verzichtet haben und nun einfach betrogen wurden. Aber keine Silbe von denen, die das uns eingebrockt haben, keine Entschuldigung, nichts. Es wird weiter im Paralleluniversum gelebt und so werde auch ich, leistungsorientiert ebenso meinen derzeitigen Job sehen und versehen. Gute Nacht Deutschland

Ex und Hopp . Freitag 21. September 2007 13:54

An die Träumer hier:

Aus der Saarbrücker Zeitung vom 19.09.2007:
>>>>>
Die Tarifabschlüsse in der Wirtschaft sind kein Vorbild für die nächste Lohnrunde der kommunalen Arbeitgeber, so Verbandspräsident Thomas Böhle.

Saarbrücken. Die kommunalen Arbeitgeber lehnen Lohnforderungen von über sechs Prozent mehr für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst ab. Zugleich wollen sie mit Blick auf die im Januar 2008 beginnende neue Tarifrunde den Anteil der leistungsorientierten Bezahlung ausweiten. Das hat der Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Thomas Böhle (München), jetzt bei einer Festveranstaltung zum 50-jährigen Bestehen des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Saar (KAV) in Saarbrücken angekündigt.

,,Es ist an der Zeit, dass die Beschäftigten im öffentlichen Dienst an der allgemeinen Ein
kommenserhöhung partizipieren, aber die hohen Tarifabschlüsse in der Privatwirtschaft
können für uns kein Maßstab sein“, sagte Böhle. Der Dezernent der Stadt München plädierte dafür, künftig die Wochenarbeitszeit im öffentlichen Dienst wieder bundeseinheitlich zu regeln. Während heute im bayerischen Landesdienst 40 Stunden und sechs Minuten gearbeitet werde, seien es bei den Landesbeschäftigten im Saarland 39,5 und bei den Beschäftigten der kommunalen Arbeitgeber an der Saar 38,5 Stunden.
<<<<<

So, wer träumt nun noch immer davon, dass im ÖD bald eine Lohnsteigerung im 2-stelligen Bereich kommt, wenn sogar 6% schon abgelehnt werden??

Irgendwann ist soweit, dass die Putzfrau bei einem Großkonzern mehr verdient als der Ingenieur/Informatiker im ÖD. Das sollte einem zu denken geben. Selbst ALDI bezahlt seinen Auszubildenden im Laufe der Ausbildung ja schon knapp an die 1.000 € im Monat.

Franklin . Freitag 21. September 2007 21:06

@ Ex und Hopp

dass die kommunalen Arbeitgeber andere Vorstellungen haben als die Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst ist nichts aussergewöhnliches, davon lassen wir Verdianer uns nicht abschrecken, die eigenen Vorstellungen zu formulieren.

Für mich gilt der TV-L und bekomme ab 01.01.2008 2,9 % mehr Gehalt.

Dass hält mich aber nicht davon ab, bereits jetzt "Solidaritätsaktionen" für meine Kolleginnen und Kollegen bei Bund und Kommunen zu planen.

Engel brauchen nicht mehr Lohn
Wir schon !

Ex und Hopp . Samstag 22. September 2007 16:59

Für mich gilt auch der TV-L, aber über die 2,9% kann ich nur lachen wenn ich sehe was die IG-Metall den Arbeitgeber jährlich aus den Rippen leiert.

Bis wir mit unseren Hungerlöhnen die 2,9% bekommen haben die Metaller doch schon annähernd 10% auf ihren sowieso schon großzügigeren Lohn addiert bekommen.

Die Stromriesen kündigen jetzt schon für 2008 Erhöhung um 10% an - wie soll ich das mit meinen 2,9% ausgleichen?? Von den ganzen Preiserhöhungen bei Nahrungsmitteln noch garnicht gesprochen. Die ganzen Arbeiter/Angestellten in der freien Wirtschaft mit ihren 3, 4, 6 usw. Prozentpunkten jährlich mögen sich da ärgern kommen aber weiter über die Runden ohne den Gürtel enger schnallen zu müssen, aber ich muss schon gewaltig sparen.

Letztes Jahr als bei Müllabfuhren und Unikliniken bald nichts mehr ging wäre der richtige Moment gewesen für ne zweistellige Lohnerhöhung, aber da hat man ja lieber für Gehaltskürzungen auf der Straße gestanden und sich für gebildete Aussenstehende (also Leute die den TVÖD kannten und auch verstanden haben) zum Gespöt der Nation gemacht.

Norbert . Montag 24. September 2007 14:18

Liebe Protestanten: Es wird auch in der Runde 2008 (leider) wieder GENAU SO kommen:

"Neu, klar und übersichtlich"
"Nach zwei Jahren intensiver Vorbereitung und schwierigen Verhandlungen in den vergangenen zwei Tagen und Nächten eröffnen sich den rund 2,1 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen durch das mit der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) vereinbarte neue Tarifrecht attraktive Perspektiven. „Damit haben wir das Tarifrecht im öffentlichen Dienst zukunftsfest gemacht“, sagte der ver.di-Bundesvorsitzende Frank Bsirske im Anschluss an den dreitägigen Verhandlungsmarathon in Potsdam. (11.02.2005)"!
http://tarif-oed.verdi.de/tarifrunden/neu_klar_und_uebersichtlich

Bin mal wieder zurück; mit spez. Gruß an Max, Ede, Reiner Nehring, natürlich Franklin & die Familienzulagebetrogenen der ersten Tage (das war 2005 - gell!?)
Norbert

Franklin . Montag 24. September 2007 17:07

Hallo Norbert !

Weiter oben hat Fritz in seinem (lesenswerten) Beitrag vom 12.09.07 folgenden Katalog aufgestellt:

Worum soll es denn nun in der Tarifrunde gehen?:

a. Vereinbarung, dass die Aufstiege nach dem BAT und den Tarifver-trägen für Arbeiter so lange gelten, bis eine neue Entgeltordnung steht,
b. Entgeltordnung, die niemanden finanziell schlechter dastehen lässt als bisher
c. Einkommenssteigerung von mehr als drei Prozent
d. Abwehr der Arbeitszeitverlängerung
e. Sicherung der Zusatzversorgung
f. Leistungsentgelt (was auch immer man darunter verstehen mag)


zu a) wird so gefordert, ist ein Punkt auf der sogenannten Restantenliste.

zu b) neue Entgeltordnung ist zunächst zurückgestellt da Punkt a Vorrang hat.

zu c) Einkommenssteigerungen: aber ja !! Engel brauchen keinen Lohn: Wir schon !

zu d) Arbeitszeitverlängerungen sind grundsätzlich abzuwehren, es sei denn, bei vollem Lohnausgleich und es gibt eine prozentuale Erhöhung oben drauf.

zu e) die Zusatzversorgung ist im Niveau zu erhalten

zu f) Leistungsbezogene Vergütungsbesandteile auszuweiten, wie es die Arbeitgeber wollen, ist eher unwichtig.

Die Verdi internen Vorbereitungen zur Tarifrunde 2008 sind bereits angelaufen. Alle Verdi - Mitglieder bei Bund und Gemeinden:nutzt die Möglichkeiten sich aktiv bei der Forderungsaufstellung zu beteiligen.

Dann kommt es bestimmt nicht "GENAU SO" wie Norbert befürchtet.

rainer nehring . Mittwoch 26. September 2007 02:12

Probe

Norbert . Mittwoch 26. September 2007 03:02

@ Franklin
nocheinmal gefragt: wohin sind Ihre und meine und andere Postings der letzten drei Tage verschwunden?
Gruß Norbert

rainer nehring . Mittwoch 26. September 2007 03:34

@ Norbert
Ich habe keine Ahnung wie das passieren konnte oder ist. Ich habe nichts gelöscht.
Ich kann es im Moment aber auch nicht reparieren. Sorry
Rainer

weblog-Admin . Mittwoch 26. September 2007 03:52

hallo an alle!
leider hat gestern der server aller ver.di-blogs den geist aufgegeben. wir mussten deshalb alle blogs und kommentare auf einen neuen server legen. wir werden in den nächsten tagen versuchen alles wieder auf den alten stand zu bringen.

sorry! es war ein rein technisches problem das hoffentlich nur alle paar jahre vorkommt.

Norbert . Mittwoch 26. September 2007 04:34

Danke an R N und Admin! Ich hatte schon Schlimmes befürchtet...

Franklin . Donnerstag 27. September 2007 07:47

Auftaktveranstaltung zum Eingruppierungsrecht in Fulda

Am 24. und 25. September 2007 wurden in Fulda die Gespräche für eine neue Entgeltordnung mit
dem Bund und der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) wieder aufgenommen.
Hierbei zeigte sich, dass die Überlegungen der Arbeitgeber sich noch in einem Diskussionsstadium
befinden und sie auf wichtige Fragen keine Antwort geben konnten. Dennoch ist erkennbar, dass
es auch in ihren Grundüberlegungen bereits erhebliche Unterschiede zu unserem ver.di-Modell gibt.
Zur Klärung weiterer Fragen wurde ein nächster Gesprächstermin für Ende November 2007
vereinbart. Spätestens dann muss auch eine Einigung über die notwendige Fristverlängerung im
Übergangsrecht erzielt werden.

benno . Freitag 28. September 2007 11:40

Hallo miteinander! Unsere Gewerkschaft zeigt sich endlich solidarisch. Siehe http://www.genuggespart.de/start/
sowie http://gesundheit-soziales.bayern.verdi.de/termine_und_veranstaltungen
danke verdi!

Norbert . Montag 1. Oktober 2007 07:11

@ Franklin:
Danke für die Info vom Donnerstag!
Ansonsten war ich gestern auf der sehr guten Seite "www.genuggespart.de", und hab auch Deinen Kommentar gelesen. Jetzt weiß ich wohl, wer Du bist (nach ein paar Klicks mehr: f-cafe, oder ??) Respekt vor Deinem Engagement!
@ alle Protestanten:
Hier http://www.genuggespart.de/mitmachen-diskutieren-protestieren/protestieren/ könnt Ihr Euch auch eintragen und solidarisch erklären.
Gruß Norbert

Daniel . Montag 1. Oktober 2007 08:02

Auf der Seite http://bundeskongress2007.verdi.de/antraege_beschluesse bekommt man Einsicht zu allen eingegangenen Anträge ,die während des Bundeskongresses behandelt werden sollen.
Ich habe diese mal überflogen und hatte den Eindruck, daß auch die dort gestellten Anträge sich allg. kritisch den den neuen Tarifwerken im öffentlichen Dienst auseinandersetzen.
Auch für die Belange von Ingenieuren wurden Anträge gestellt.

Steffen . Montag 1. Oktober 2007 08:04

Hallo,

ja - diese Initiative macht Mut, und jeder ÖD-Beschäftigte sollte dort mal reinschauen und mitdiskutieren!

Anderes Thema: viel ist im Vorfeld darüber gesprochen worden, nun findet er statt, der verdi-Bundeskongress:
http://bundeskongress2007.verdi.de/nachrichten/showNews?id=be350f9e-700b-11dc-68d6-0019b9e321e1
Bei der Führung nichts Neues, würde ich sagen: Man übt sich in Selbstbeweihräucherung, Schulterklopfen usw. Kein kritisches Wort zu den Katastrophen-Tarifverträgen TVöD und TV-L. Übrigens, Der-/Diejenigen, die dies maßgeblich zu verantworten hatten, treten (offiziell "aus Altersgründen") nicht mehr zur Wahl zum Bundesvorstand an, siehe
http://gemeinden.verdi.de/gremien/bundesfachbereichskonferenz_2007/bundesfachbereichskonferenz_2007
Dass man der Öffentlichkeit diese Version einer all zu durchsichtigen Personalentscheidung präsentiert hat, kann ich gut nachvollziehen.
Allerdings nutzt das den Hunderttausenden Beschäftigten, die nicht das Glück hatten, von irgendwelchen Besitzständen profitieren zu dürfen und deren Probleme z.T. bis heute(!!!) nicht gelöst sind, herzlich wenig (ich erinnere nur an das leidige Thema Ehegattenanteil im Ortszuschlag)!
Und jedem, der sagt, das Kapitel ist beendet, schau nach vorne, bring Dich lieber in zukünftige Auseinandersetzungen ein, sage ich: Nein, das Kapitel ist eben nicht beendet. Das Vertrauen vieler Beschäftigter in verdi, was über Jahrzehnte gewachsen ist, wurde innerhalb von zwei Jahren vollständig zerstört. Ich merke es doch an Gesprächen und an den Anfragen in meiner Abteilung. Und nun wird es erneut Jahrzehnte dauern, bis ein solches Vertrauen wieder aufgebaut ist.
Aber - was hilfts? Ich habe in diesem und anderen Foren in der Vergangenheit nicht mit kritischen Beiträgen gegeizt. Aber ich habe in den letzten Monaten auch (schmerzhaft) erkennen müssen: Es gibt keine Alternative zur Gewerkschaft verdi. Es wird allerdings ein langer und mühevoller Weg, all die Enttäuschten und Frustrierten wieder einzubinden und zu mobilisieren.
Aber es ist die einzige Chance, die wir haben, um als Beschäftigte im ÖD auch zukünftig ein wenigstens einigermaßen erträgliches Auskommen zu haben.
In diesem Sinne :-)
Kopf hoch!

Steffen

Norbert . Montag 1. Oktober 2007 08:53

@ Steffen:
dito! Es geht einem leider doch nicht so schnell runter, was uns da in den letzten vier Jahren passiert ist: Strukturelle Absenkung 25% für "Familienwillige", der F...z "Leistungszulage", die Handwerksfehler Familienanteil, und und und... Rainer Nehring gebührt das Verdienst, dass er diese Blogs ermöglicht hat, hier steht alles nachzulesen, die ganzen Jahre. Vielleicht war es ja nicht umsonst, dass wir diskutiert haben.
Ansonsten ist es wie Du schreibst. Es gibt nur einen Weg: verdi muss den Wandel schaffen...
Ein von MAX oben erwähnter Zeit-Artikel sei nocheinmal wärmstens zur Diskussion empfohlen! (http://www.zeit.de/2007/26/Gewerkschaft-verdi)
Gruß Norbert

headkjshgklhs . Montag 1. Oktober 2007 12:37

Unter www.bawue.verdi.de ist nachzulesen:
Streitpunkte TV öD: ver.di bekommt fast immer Recht!
Es gab sehr viel Kritik an der Formulierung einzelner Regelungen des TVöD. Manchmal wurde dabei nicht berücksichtigt, dass wir es mittlerweile mit einer Arbeitgeberstrategie
im öffentlichen Dienst zu tun haben, die – ähnlich wie Südwestmetall bei der Umsetzung des ERA – versucht, die Deutungshoheit über die Tarifverträge zu
gewinnen.
Im öffentlichen Dienst konnten die Arbeitgeber bisher darauf vertrauen, dass viele ArbeitnehmerInnen sich nicht trauten, Ansprüche geltend zu machen. Etliche Kolleginnen
und Kollegen haben angesichts der hohen Regelungsdichte und rechtlichen Standards im öffentlichen Dienst auch angenommen, Arbeitgeber interpretierten
den TVöD korrekt. Wie die bislang uns vorliegenden Urteile zeigen, schließen sich die Gerichte der Arbeitgeberauffassung bislang in der Mehrzahl der Fälle nicht an.

In einigen Fällen ist es mittels intensiver personal- und betriebsrätlicher Arbeit sogar gelungen,dass sich einzelne Arbeitgeber der Auffassung des baden-württembergischen
KAV nicht angeschlossen haben.

Damit zeigt sich: Es lohnt sich, für seine Rechte zu kämpfen!

20.09.2007 Übersicht Urteile

Darüber kann ich als TVÖD-Geschadigter nur Lachen ! Verdi kämpft für uns ?
3 Tage weniger Urlaub in B-W für "Minderbehinderte" die Anlehnung an das Beamtenrecht wurde ja komplett gestrichen ! Wie soll ich dagegen klagen ?
Geschweige Der sich in Luft aufgelöste halbe Ortszuschlag und die daraus folgenden Nachteile bei einem noch ausstehenden Stufenaufstieg durch das um 4o Euro gekürzte Übereleitungsentgelt ! Stichtag! und wenn deine Frau nur mit Zeitvertrag noch 3 Monate beim Land beschäftigt war STICHTAG! kein Ortszuschlag mehr! keine Besitzstandswahrung ! Wie soll ich gegen ein von Verdi "verbrochenen" TVÖD klagen ?

EDE . Mittwoch 3. Oktober 2007 07:47

verdi will ja lt. Pressemeldungen in den Tarifverhandlungen 2008 im öD mächtig zuschlagen.

Sprich, was den AG´s erst geschenkt wurde, soll jetzt wieder zurückgeholt werden.

Bin ja mal gespannt!

Max . Donnerstag 4. Oktober 2007 05:54

So sagt es jedenfalls der mit 94 % ? wiedergewählte Vorsitzende.

Aber da dürfen wir wirklich gespannt sein!

Angestellter . Freitag 5. Oktober 2007 04:32

Wa versteht Verdi unter "mächtig zuschlagen" bei den Tarifverhandlungen 2008? Sind damit die 3-4% Lohnerhöhungen gemeint die im Vorfeld zu lesen waren? Wenn ja, dann frag ich mich wie ignorant sich die Herren in der Vorstandsetage denn noch geben wollen. Wie kann es sein dass ein Vorsitzender mit 94% wiedergewählt wird, obwohl jeder nur noch am schimpfen ist über dem Jahrhundertwerk TVÖD?
Glaubt wirklich jemand ernsthaft daran dass die Flut der Austritte aus der Gewerkschaft sich stoppen lässt wenn weiterhin die unmittelbar Betroffenen dieses Jahrhundertwerks für dumm verkauft werden?
Mit Forderungen von mindestens 10% würden wenigstens die Verluste der letzten Jahre einigermassen ausgeglichen werden, aber es ist ilusorisch überhaupt mit dem Gedanken zu spielen dass es irgendeinen aus den oberen Verdi Etagen gibt dem dies bewusst ist bzw. dem es nicht egal ist was mit dem TVÖD angerichtet wurde.
Die 94% Zustimmung sagt ja wohl absolut alles aus wie ernst die Nöte und die Unzufriedenheit der TVÖD Betroffenen genommen wird.

Claudia . Freitag 5. Oktober 2007 08:05

Hallo Ede, Max und Angestellter,

da in Zukunft ja mit dem dbb-Beamtenbund zusammen verhandelt wird, kann man sich an dessen Forderung orientieren.
dbb-Chef Heesen stellte am 9.7.07 eine Forderung "in Höhe von 5 % Gesamtvolumen" auf.

Zum TVöD gibt es kritisches aus dem verdi-Arbeiterbereich, in dessen blog wir uns ja befinden. Mal sehen was aus dem Antrag wird.
http://bundeskongress2007.verdi.de/antraege_beschluesse/antrag.html?cat=H&sort=148
Grüße an alle von
GEW-Claudia

Max . Samstag 6. Oktober 2007 04:10

5% ist genauso lächerlich wie 2 oder 3 %.

10 % wäre angemessen, alleine was die Preissteigerungen von 2004 bis jetzt betrifft.

Leider ist ja der Vorstand, der und diesen Tvöd verbockt hat, jetzt fast komplett ausgetauscht worden. Und was interressiert den neunen Vorstand, was der Alte so verbrochen hat.

WIR, die wir mit diesem Vertrag weiter leben müssen, wir stehen weiter in Regen.

Danke Herr 84 % Vorsitzender

Franklin . Sonntag 7. Oktober 2007 09:41

Ausschnitt aus einem Redebeitrag von Frank Bsirske auf dem Gewerkschaftstag:

"Ich finde, wenn wir auf die Tarifrunden beispielsweise im Öffentlichen Dienst - das war ja der Ausgangspunkt für die Stellungnahmen - zurückblicken, haben wir eine sehr, sehr offensive Tarifrunde 2002/2003 geführt, die von den Arbeitgebern geradezu als Niederlage wahrgenommen worden ist, die aber auch bei uns zum Teil als GAU wahrgenommen worden ist.
Ich bin auf Funktionärsversammlungen direkt nach dem Abschluss in meiner eigenen Heimatbezirksverwaltung von 270 Kolleginnen und Kollegen beschimpft worden, was das für ein GAU sei. Der Vorsitzende des Personalrates des Abfallwirtschaftsbetriebs hat sich hingestellt und gesagt, lieber kämpfend untergehen, als einen solchen Abschluss zu machen. Darauf sage ich, Kolleginnen und Kollegen, wir sollten in der Tarifpolitik nicht untergehen wollen. (Beifall)
Es ist nicht schöner unterzugehen, als einen Abschluss zu machen, den die Arbeitgeber als mindestens hochproblematisch empfinden und der nur mit knappsten Mehrheiten auf der Arbeitgeberseite überhaupt durchgekommen ist. Auch da rate ich zu mehr Selbstbewusstsein, Kolleginnen und Kollegen, in unseren eigenen Reihen. (Beifall)
Das heißt nicht, eine Optik produzieren zu wollen, dass wir von Sieg zu Sieg geeilt seien. Wir sind nicht von Sieg zu Sieg geeilt. Wir haben Auseinandersetzungen ausfechten müssen, bei denen wir zum Teil Kompromisse schließen mussten, die uns alles andere als leichtgefallen sind.
Ich frage aber auch - und ich unterstreiche das mit Blick auf das, was Wolfgang Hoepfner gesagt hat -: Ist es ein Erfolg, wenn wir einen Tarifvertrag erzwingen, der zu nicht unwesentlichen Teilen zu unseren Bedingungen gelaufen ist, oder ist es eine Niederlage für uns, wenn die Arbeitgeber mit der Ansage: ihr fresst entweder das, was wir den Beamten diktieren, oder es gibt keinen Tarifvertrag, nicht durchkommen und anschließend der Flächentarifvertrag mit Bindungswirkung nach 16 Wochen Streik durchgesetzt ist? Ich sage auch dazu: Das ist ein Erfolg, und wir sollten das nicht kleinreden, Kolleginnen und Kollegen. Damit schaden wir uns nur selbst. (Starker Beifall)"

Es sollte erkennbar sein, dass Frank Bsirske sich mit den Folgen des TVöD und TV-L sehr wohl auseinandersetzt und seinen Job macht: eine Gewerkschaft zu führen.

Claudia . Montag 8. Oktober 2007 02:08

Die teilweise guten Anträge zur Tarifpolitik wurden komplett an den Gewerkschaftsrat überwiesen und damit erster Klasse beerdigt...
Grüße

Michael Recker . Mittwoch 10. Oktober 2007 14:27

Nur zur Information:

http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Gewerkschaft-Verdi-Tarifeinheit;art271,2395354

Michael Recker . Mittwoch 10. Oktober 2007 14:30

Und hier:

http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Gewerkschaft-Verdi-Tarifeinheit;art271,2395368

Angestellter . Donnerstag 11. Oktober 2007 12:30

Es geschehen noch Zeichen und Wunder.
Der dbb Beamtenbund und tarifunion hat eine Forsa Studie im Auftrag gegeben.
.“ Die Umfrage habe zudem gezeigt, dass 82 Prozent der Kolleginnen und Kollegen im öffentlichen Dienst wachsende Einkommensrückstände gegenüber der Privatwirtschaft beklagen. „Leider zu Recht“, so der dbb Chef, „denn in den vergangenen Jahren sind durch Nullrunden, Weihnachts- und Urlaubsgeldkürzungen sowie Arbeitszeitverlängerungen Reallohnverluste von mehr als 20 Prozent eingetreten. Das muss sich nun endlich ändern.“

Da gibt ja quasi zum ersten mal ein Gewerkschaftsvorsitzender zu dass die Tarifpolitik der letzten Jahre nicht gerade berauschend war.
Dass allerdings dieser Reallohnverlust von 20% jemals wieder ausgeglichen wird, bleibt wohl nur ein frommer Wunsch.

http://www.dbb.de/dbb-beamtenbund-2006/3155_3774.php

Franklin . Freitag 12. Oktober 2007 23:33

- Ver.di signalisiert ÖD-Forderung von mehr als 5 Prozent

Mit einer Forderung nach Einkommenssteigerungen „von mehr als 5
Prozent“ wird Ver.di in die neue Tarifrunde für die rund 2,1 Mio. Beschäftigten im Bund und in den Gemeinden gehen. Noch während des Leipziger Kongresses erklärte Achim Meerkamp, neuer Verdi-Vorstand für den
öffentlichen Dienst, seine Organisation sehe die vom Beamtenbund ins
Spiel gebrachte Forderung von exakt 5 Prozent als zu niedrig
und daher unrealistisch an. Seit 2003 sei die Einkommensentwicklung im öffentlichen Dienst um etwa zehn Prozentpunkte hinter der Privatwirtschaft
zurückgeblieben. Jetzt sei „eine kräftige lineare Lohnerhöhung“
nötig, die voll in die Entgelttabellen eingehen müsse. Im laufenden
Jahr und in den beiden Vorjahren hatten die Staatsdiener jeweils nur eine Einmalzahlung von 300 Euro erhalten. Ende 2007 laufen die Tarifverträge für Bund und Kommunen aus. Die Lohnforderung soll am 18.12.2007 beschlossen werden, die erste Verhandlung ist am 10.1.2008
in Potsdam geplant. Meerkamp signalisierte dabei, dass der Abschluss
deutlich über den rund 3 Prozent liegen müsse, die für die etwa 900.000
Beschäftigten der Länder zum 1.1.2008 bereits vereinbart wurden. Diese
Vereinbarung, die bis Ende 2008 gilt, sei unter ganz anderen wirtschaftlichen
und politischen Rahmenbedingungen sowie unter dem Druck,
den Flächentarif zu erhalten, geschlossen worden. Ein Richtwert für den
öffentlichen Dienst, der sich nicht wie die Privatwirtschaft an Produktivitätskennziffern
orientieren könne, seien die für das laufende Jahr vereinbarten Tarifsteigerungen. Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche
Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung (HBS) habe diese Steigerungen
auf 3,7 Prozent beziffert. Im öffentlichen Dienst gebe es wieder Verteilungsspielräume,
erklärte Meerkamp, und die Haushaltslage des Bundes und vieler Gemeinden habe sich ebenfalls gebessert.

Wallenröder . Montag 15. Oktober 2007 06:56

"... seine Organisation sehe die vom Beamtenbund ins
Spiel gebrachte Forderung von exakt 5 Prozent als zu niedrig
und daher unrealistisch an."

Hm, betreiben verdi und der Beamtenbund nicht neuerdings eine gemeinsame Webseite zur Aufbesserung des Images des ÖD in der Öffentlichkeit? Und hatte man nicht erklärt, in Zukunft bei Tarifverhandlungen gemeinsam vorzugehen um eine stärkere Position zu haben?

Wie passen solche Stänkereien dazu?

Grüße

Max . Montag 15. Oktober 2007 22:42

In einem hat Franklin recht: 5% sind viel zu niedrig. Last euch mal erzählen, was so ein Gewerkschaftvorsitzender verdient.

Und zu der Rolle des DBB. Da kann ich ja nur noch den Kopf schütteln. Was har der unsägliche Herr Heesen, seines Zeichen Vorsitzender des DBB nicht schon alles verbockt. Er hat das Ansehen der Beamten in der Öffentlichkeit noch weiter verschlechtert. Und nicht nur der Beamten, auch das der Beschäftigten. Die Mitglieder des DBB sind sehr unzufrieden mit ihm.
So gesehn wird steht die Allianz zwischen Verdi und DBB unter keinem guten Stern.

NaderUlli . Dienstag 16. Oktober 2007 13:51

Liebe Kollegen ich brauche mal eure Hilfe,ist wirklich dringend:
Wir haben einen gekündigten Haustarifvertrag, der sich auf den BAT BuL bezogen hat. Die Ergebnisse im öffentlichen Dienst wurden bisher übernommen. Nur jetzt sind wir hier in eine Krise geraten, da anscheinend die Lohntabellen BAT BuL nicht weiter gepflegt werden. Gibt es Einrichtungen, die einzelvertraglich ebenfalls den BAT BuL vereinbart haben und Lohnerhöhungen (Einmalzahlungen 2006 und 2007) bekommen haben, obwohl sie nicht auf den TVL übergeleitet wurden? Warum merkt bei Verdi eigentlich keiner, dass es auch Arbeitgeber (und Arbeitnehmer) gibt, die garnicht auf den TVL übergeleitet werden wollen!

Wallenröder . Dienstag 16. Oktober 2007 18:50

Hallo Max,

das ist wohl weniger ein Statement von Franklin, sondern vielmehr ein Zitat aus einer Pressemeldung.

Davon abgesehen ist es natürlich völlig richtig, daß 5% viel zu niedrig gegriffen ist.

Wenn man sich allein nur den Rückstand in der Gehaltsentwicklung des ÖD im Vergleich mit der Privatwirtschaft ansieht, der seit 1992/93 aufgelaufen ist (in jeder Tarifrunde weit unterdurchschnittliche Abschlüsse, immer wieder erneutes einfrieren der Weihnachtssonderzahlung auf den Stand von 1992 usw.), so kommt man zu dem Schluß das eine lineare Erhöhung der Tabellenwerte um 33 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 25000 Euro allein angemessen ist um den Rückstand auszugleichen und die Verluste im Lebenseinkommen wenigstens teilweise wieder reinzuholen.
Diese Forderung ist zu erheben und ohne Abstriche durchzusetzen - wenn nötig auch durch einen Generalstreik!

Grüße

Franklin . Dienstag 16. Oktober 2007 20:33

@ NaderUlli

vermute mal es gibt ein paar Verdi Mitglieder bei euch im Betrieb, die sich auch kennen und etwas bewegen wollen: macht eine Mitgliederversammlung, möglichst mit eurem zuständigen Sekretär und besprecht wie und mit welchem Ziel Ihr eure Haustarifverhandlungen führen wollt. Der Gewerkschaftssekretär wird Euch dann über die Vorteile einer Anlehnung an den TV-L schon berichten und auch über die Alternativen eines eigenen davon losgelösten Haustarifvertrages beraten.

Frage: will euer Arbeitgeber als neuen Haustarifvertrag sich an den TV-L anlehnen?
Ist Verdi an euren Arbeitgeber herangetreten (weil Ihr so viele Beschäftigte bzw. Mitglieder habt) und hat den TV-L angeboten?
Hat euer Arbeitgeber Verdi angesprochen wegen Abschluß eines neuen Haustarifvertrages?

naderUlli . Mittwoch 17. Oktober 2007 08:07

@franklin
Der Arbeitgeber will auf keinen Fall einen neuen Haustarifvertrag machen, denn das würde ihn ja wieder binden. Die Haustarifvertragsverhandlungen sind ja bei uns gescheitert. Ist ja so auch für den Arbeitgeber wesentlich bequemer. Der gute alte BAT wird nicht weiter gepflegt, er braucht keine Tarifabschlüsse mehr zu übernehmen und kann je nach Haushaltslage etwas Geld als Einmalzahlung auf den Tisch legen, um die Beschäftigten zu beruhigen. Spannend wird es doch erst, wenn er den Tarifabschluss im öffentlichen Dienst übernehmen muss. Von daher verstehe ich nicht, warum die BAT-Tabellen nicht weiter gepflegt werden.

Angest. . Mittwoch 17. Oktober 2007 10:01

@naderUlli

Ohne BAT keine BAT-Tabellen!
Wie sollte Verdi das auch ihren Mitgliedern erklären, wenn neben den gepriesenen TVöD/TV-L mit verschlechterten Tarifbestimmungen und abgesenkten Tabellen auch weiterhin der gute alte BAT für irgendwelche "BAT-Anlehner_Haustarifvertrags_Parteien" gepflegt würde!?
Damit wäre dann ja die Mitgliederverarschung komplett und perfekt...

Franklin . Mittwoch 17. Oktober 2007 13:37

@naderUlli

Woran sind eure Haustarifverhandlungen gescheitert?

es gibt drei Möglichkeiten:
1. Haustarifvertrag mit (Voll)Verweisung auf den TV-L
2. eigenen individuellen Haustarifvertag
ggf. mit Anlehnung an den TV-L
3. die derzeitige Situation: gekündigten Haustarifvertrag mit Nachwirkung für die Beschäftigten beim Kündigungszeitpunkt und der Möglichkeit die Arbeitsbedingungen für Neueingestellte individuell zu vereinbaren.

Ich nehme mal an die dritte Variante möchtet Ihr überwinden.
Die erste Variante wird von Verdi bevorzugt.
Die zweite Variante ist möglich, wenn die Mehrheit der Verdi Mitglieder in eurem Betrieb sie will und diese gegenüber dem Arbeitgeber auch durchsetzt.
Die erste Variante muss natürlich auch gegenüber dem Arbeitgeber durchgesetzt werden.

naderUlli . Mittwoch 17. Oktober 2007 15:20

@Franklin
Unser HTV wurde gekündigt, als der TVL noch garnicht in Kraft war. Der HTV hat in der Vergütung Bezug auf den BAT BuL genommen. Gekündigt wurde der HTV, da uns die Einnahmen weggebrochen waren, um weiterhin die Leistungen des BAT an die Mitarbeiter zu zahlen. 'Verdi-Mitglieder gibt es unter 5% der Belegschaft und nicht mal Verdi selbst kann genaue Zahlen liefern.

Franklin . Mittwoch 17. Oktober 2007 22:49

@naderUlli

Fragen:
1. werden Neueingestellte Beschäftigte schlechter bezahlt als Altbeschäftigte ?

2. haben Neueingestellte schlechtere Arbeitsbedingungen (z.B. längere wöchentliche Arbeitszeit, weniger Urlaub, schlechtere Lohnfortzahlung im Krankheitsfall) als Altbeschäftigte.

3. hat Dein Arbeitgeber freiwillig Einmalzahlungen nach Kündigung des Haustarifvertrages gezahlt?

4. Was ist der Hintergrund deiner Äusserung: "Spannend wird es doch erst, wenn er den Tarifabschluss im öffentlichen Dienst übernehmen muss."

Warum sollte Dein Arbeitgeber den Abschluss übernehmen müssen?

Ich stelle Dir gerade diese Fragen weil dein Satz: "Gekündigt wurde der HTV, da uns die Einnahmen weggebrochen waren, um weiterhin die Leistungen des BAT an die Mitarbeiter zu zahlen." in sich nicht schlüssig ist.

Wenn einem Unternehmen die Einnahmen dauerhaft wegbrechen dann werden ganz andere, wesentlich härtere Maßnahmen im Personalbereich ergriffen, um den Bestand zu sichern. Das geht dann bis zu Änderungskündigungen mit einer Weiterbeschäftigung zu weit schlechteren Bedingungen als vorher. Wenn man den geänderten Arbeitsvertrag nicht akzeptiert ist man schnell arbeitslos.
Ist es schon soweit gekommen in eurem Betrieb?

Eine Frage zum Schluß: was haben die Verdi Mitglieder bei euch bisher getan um die tarifliche Lage zu verbessern?


naderUlli . Donnerstag 18. Oktober 2007 09:57

@franklin
Altbeschäftigte haben einen Besitzstand. Neueingestelle werden nach einem Festlohn (ähnlich TVL) eingestellt, der aber unterhalbe BAT BuL ist. Der Arbeitgeber hat mit der Kündigung des HTV den damals Beschäftigten eine Zusage gegeben, die zukünftigen Lohnerhöhungen im Bereicht des öffentlichen Dienstes zu übernehmen, dass ging auch bis zum letzten Jahr gut, dann stellte er sich auf den Standpunkt, dass der BAT BuL nicht weiter gepflegt wird und er somit auch keine Lohnerhöhungen (Einmalzahlungen)weitergeben muss. Eine freiwillige Einmalzahlung hat er im Jahr 2006 geleistet, die knapp über der Einmalzahlung nach TVL lag. Bis jetzt hat er nicht vor, in die Besitzstände langjähriger Mitabeiter einzugreifen, in der Zwischenzeit steht die Firma auch wieder ganz gut da. Wie gesagt der Organisationsgrad ist sehr gering und nun arbeiten wir daran, es zu verbessern.

dean . Freitag 26. Oktober 2007 11:21

Weiter so Verdi!

Wie aus hochrangigen Gewerkschaftskreisen zu erfahren war, will Verdi mit einer 6,5%igen Lohnforderung Reallohnverluste der letzten 3 Jahre „wettmachen“. Ich finde, dies ist deutliches Signal. Endlich eine Forderung, die durchsetzbar ist! Im Gegensatz zu der von Koch bereits genehmigten 3%igen Lohnerhöhung im Land eine realistische Forderung. Ich glaube, dafür lohnt es sich zu streiken.

Auch soll die leistungsorientierte Bezahlung weiterhin Bestand haben. Zum Glück wurde dem Antrag auf Abschaffung des Leistungsentgeltes auf dem Bundeskongress nicht gefolgt. Er wurde zurecht an den Gewerkschaftsrat verwiesen.

Um den öffentlichen Dienst flexibler, schlanker, leistungsfähiger zu gestalten und um Synergieeffekte zu nutzen, ist dieses Instrument der Leistungsbezahlung unbedingt notwendig. Nur mit LOB ist es möglich, Mitarbeiter/Innen zu motivieren. Mehr Leistung ermöglicht eine Einkommenssteigerung. Es hat jeder selbst in der Hand was er daraus macht.

Sicherlich wird der KAV bei den Tarifverhandlungen die Arbeitszeiterhöhung ins Spiel bringen. Hier besteht Verhandlungsmasse. Star, an der jetzigen Arbeitszeitregelung festzuhalten, ist falsch. Vielmehr sollten wir uns den Beamten angleichen und eine einheitliche Arbeitszeit von 40 Std./wchtl. festlegen

M.Weber . Freitag 26. Oktober 2007 11:50

"will Verdi mit einer 6,5%igen Lohnforderung Reallohnverluste der letzten 3 Jahre „wettmachen“ ?

Währe ich noch im ÖD, hätte ich dank der Tarifänderungen in den letzten 3 Jahren immer noch über 20% Reallohnverluste !!

Im übrigen gibt es in unserer Kommune eh keine Leistungsprämie, sondern die Variante der flächendeckenden Ausschüttung.

Und auf wieviel Euros "real" muss man dank der Streichungen bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Arbeitszeiterhöhung und dem Wegfall Arbeitsfreier Tage sowie Familienzuschläge heute für die Paar Kröten verzichten?

G? size= . Freitag 26. Oktober 2007 12:25

Als Arbeitnehmer der untere Lohngruppehalte ich eine 6,5% Lohnforderung zu hoch. Wozu gibt es die leistungsorientierte Zulage?
Ich will meine Bezahlung durch Leistung Verdienen.

Max . Freitag 26. Oktober 2007 12:51

Dean scheint ein Arbeitgeber zu sein, nur so ist seine Argumentation zu verstehen. Auch hier wurde des öfteren vorgerechnet, wieviel realer Verlust seit 2004 und seit Einführung des TvÖD schon da ist. Die sind mit 6,5% Prozent , bei der am Ende eine 3 herauskommt nicht gedeckt. Und ich werde einen Teufel tun und 40 Stunden arbeiten ohne Erhöhung des Gehaltes. Noch sind wir keine Leibeigenen, wie es die Beamten ja sind, mit denen wird nach Gutsherrenart umgegangen.
Also mindestens 15% und eine Einmalzahlung keine Wochenarbeitszeiterhöhung und die LOB ist vergebenen Mühe. Mich kann man damit nun wirklich nicht motivieren.

Norbert . Freitag 26. Oktober 2007 13:37

@ ALLE, die um Familienzuschlagsanteile betrogen wurden:
Steckt die Tarifpolitik in der Krise !?
Mit Sicherheit!
"Das Bundesarbeitsgericht beseitigte heute die Hoffnungen, die das Arbeitsgericht Weiden vielen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes gemacht hatte, nämlich dass die unterschiedliche Berücksichtigung des Ortszuschlags beim Vergleichsentgelt im Rahmen der Überleitung nach dem jeweiligen Überleitungstarifvertrag (TVÜ) in den TVÖD unzulässig sein könnte."...
"Nach dem jeweiligen Überleitungstarifvertrag (§ 5 Abs. 2 Satz 2 TVÜ-VKA oder andere) erhielten Ehepartner, die beide in den TVÖD übergeleitet wurden, ein höheres Vergleichsentgelt als andere Ehepaare, deren Partner nicht in den TVÖD übergeleitet wurde."
BAG - Urteil vom 25.10.2007 - 6 AZR 95/07
Tolle Leistung, Verhandlungskommission verdi. Der tüchtige Herr Martin geht in Rente, und den Familien mit Kindern fehlen z.T. mehrere hundert Euro. (Je mehr Kinder, desto mehr Minus-Euro)
Lieber Rainer Nehring (wissend, dass Sie nix dafür können, usw. usw.), heute bin ich für eine längere Zeit wieder sehr sauer auf einige verdi-Führer!
Norbert

Norbert . Freitag 26. Oktober 2007 14:11

Ergänzung zum BAG- Urteil
Ich habe zitiert aus http://blog.juracity.de/2007-10-25/bag-zum-ortszuschlag-beim-vergleichsentgelt-nach-5-abs-2-tvue-vka.html Sorry! Norbert

Claudia . Freitag 26. Oktober 2007 14:18

@Norbert
Beim BAG liest sich die Pressemitteilung so:
(...) Der Sechste Senat des Bundesarbeitsgerichts hat entschieden, dass auch dann lediglich der Ortszuschlag Stufe 1 der Bildung des Vergleichsentgelts zugrunde zu legen ist, wenn der im Anwendungsbereich des BAT verbliebene Ehegatte des überzuleitenden Beschäftigten wegen einer Teilzeitbeschäftigung nur den entsprechend seiner Teilzeit gem. § 34 BAT gekürzten Ortszuschlag beanspruchen kann. Der Kläger hatte daher mit seiner auf Zahlung des hälftigen Unterschiedsbetrages der Stufen 1 und 2 des Ortszuschlags gerichteten Klage - wie auch schon in den Vorinstanzen - keinen Erfolg.

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 25. Oktober 2007 - 6 AZR 95/07 -
Vorinstanz: Landesarbeitsgericht Hamm, Urteil vom 4. Januar 2007 - 17 Sa 1275/06 -

Norbert . Freitag 26. Oktober 2007 14:58

@Claudia
Stimmt, hier geht es "nur" um den sog. Verheiratetenanteil, nicht um den Kinderzuschlag. Danke+Gruß NF
P.S.: Schmälert dennoch nicht die herausragende "Leistung" der Arbeitnehmer"vertreter"...


wim-holderberg . Freitag 26. Oktober 2007 20:20

Leistungsorientierte Bezahlung nach TVöD??

Der größte Quatsch den es gibt.

Bei mir im Betrieb wird die gesammte LOB-Summe in Punkte umgerechnet.

Je mehr mitmachen bei der LOB, um so weniger ist der Punkt wert.

Alle, von der Raumpflegerin bis zum/r Abteilungsleiter/in erhalten für einen Punkt das gleiche Entgelt. Alle können die gleiche Punktzahl erzielen.

Beispiel: Ein Punkt = 2,50 EUR.
Höchste erzielbare Punktzahl = 150.

Vergleich EG 13 Stufe 6 und EG 2 Sufe 6:

Beide bekommen 375 EURO im Jahr oder 31,25 EURO im Monat.

Umgerechnet bedeutet dies für EG 13 = 0,7 % im Monat und EG 2 = 1,5 % im Monat, Brutto wohlgemerkt.

Netto bleiben bei EG 13 gerade mal 15 EURO über, also 0,35 % / Monat.

Netto bleiben bei EG 2 wenigstens noch 23,50 EURO über, also 1,13 % / Monat.

Außerdem wird mit dem Vorgesetzten eine Zielvereinbarung über Ziele und Erreichen der Ziele gemacht. Also *****kriecher vor.

Auch muss man sich erklären ob man mitmacht oder nicht. Bei Abschluss der Zielvereinbarung weiß kein Mensch wie viele Mitarbeiter teilnehmen und wie viel ein Punkt wert ist. Ich weiß also gar nicht wie viel ich für die Leistung bekomme.

Die sog. leistungsorientierte Bezahlung ist nichts anderes als Augenwischerei von Verdi.

MfG
wim-holderberg

wim-holderberg . Freitag 26. Oktober 2007 20:31

An dean:

Leistungsorientierte Bezahlung und Arbeitszeiterhöhung sind also nach Ihrer Meinung geeignet um Arbeitnehmer zu motivieren.

Wo leben Sie eigentlich, wo kaufen Sie ein um die Reallohnverluste die durch den TVöD geschaffen wurden, auszugleichen.

Bekommen Sie in Supermärkten Rabatte wenn Sie sagen das Sie im öffentlichen Dienst sind?

Ihnen fehlt der Bezug zur Realität, träumen Sie weiter.

MfG
wim-holderberg

Franklin . Freitag 26. Oktober 2007 21:40

@ dean

bei Ihrem Kommentar musste ich dreimal schlucken.......

1. Im Prinzip ist es egal, welche Forderung eine Gewerkschaft stellt: Hauptsache die Mitglieder stehen hinter dieser Forderung und setzen sich dafür auch ein.

2. Die leistungsorientierte Bezahlung im Öffentlichen Dienst ist eine Forderung der öffentlichen Arbeitgeber gewesen.
Kein Kind von Verdi ! Die Masse der Beschäftigten im öffentlichen Dienst legt Wert auf eine ordentliche monatliche Vergütung nach Tabelle und nicht auf eine leistungsorientierte Komponente, für die man sich ggf. noch extra abstrampeln muss. (@ wim-holderberg: was machen wir denn, wenn die Arbeitgeber 4% Erhöhung anbieten, davon 1% auf Tabelle und 3% in die leistungsorientierte Bezahlung? ganz unrealistisch ist dass nicht, oder wohl, oder doch?)

3. eine Angleichung der wöchentlichen Arbeitszeit an die Arbeitszeit der Beamten kommt überhaupt nicht in Frage: dann wären wir Verdianer aber der perversen Arbeitgeberlogik gefolgt. Lieber mache ich, wenn arbeit da ist, Überstunden und nehme dafür Freizeitausgleich, dann habe ich etwas davon. Und wenn Arbeitszeiterhöhung, dann nur mit vollem Lohnausgleich und eine Erhöhung oben drauf: alles andere wäre Betrug.
Das Schild: 38,5 bleibt sonst streikt´s steht noch im Keller.

Alex . Freitag 26. Oktober 2007 23:13

Also(!), .. wer in der Organisation kann und will mit diesen Forderungen Tarifverhandlungen führen und gewinnen...?

1.mehr Geld
2.Streichung Leistungsentgelt
3.keine Arbeitszeiterhöhung
4.neue Entgeltordnung ohne Verluste
5.Ortszuschläge zurückfordern
6.Vbl sichern
7."Restanten" einfordern
8.Bewährungsaufstiege sichern
9.und und und...

Wallenröder . Samstag 27. Oktober 2007 05:47

@ Alex

Jeder, der in verdi nichts zu melden hat (=einfach Mitglieder) will und kann diese Forderungen stellen! Auf der Funktionärsebene sieht das dann gleich ganz anders aus und je höher man auf dieser Leiter steht, desto wenig kann man mit diesen Forderungen aufgrund diverser Blah-Blah-Argumente anfangen.
Die Bundestarifkommission wird dann im Vergleich mit deiner vernünftigen Aufzählung ein paar Pille-Palle-Forderungen beschließen...

Grüße

Dean . Samstag 27. Oktober 2007 21:42

@ Franklin

Es überrascht mich, dass du schlucken musst!

Das sind doch die Forderungen von Verdi für die nächste Tarifrunde.

Verdi will 6,5% mehr Lohn fordern und LOB fortsetzen! Das die Mitglieder hinter dieser Forderung stehen, bezweifle ich. Dies war für mich, bei meinen Erläuterungen, aber nicht maßgeblich.

Bzgl. der Arbeitszeit scheint dir etwas entgangen zu sein. Ich arbeite schon lange, als Angestellter im öffentlichen Dienst, Niedersachsen schon lange keine 38,5 Std./wchtl. mehr. Die wurden mir incl. der freien Tage (Heiligabend/Sylvester) bei der letzten Tarifrunde geklaut. Da hat euch der KAV ganz schön über den Tisch gezogen. Die MA merken diesen Verlust dieses Jahr zum ersten Mal und fragen sich? Warum alles so kompliziert, einfach 40 Std. für alle. Keine Missgunst zwischen den einzelnen Beschäftigungsgruppen, mit sage und schreibe 38,5 , 39 (+Wegfall zwei freier Tage), 40 Std.. Also das Schild (38,5 Std.) kannst du ruhig im Keller stehen lassen, sonst wirst du nämlich nicht mehr ernst genommen.

Wir sprechen uns in einem halben Jahr wieder. Mal sehen, wie weit ich recht hatte. Es sei denn, wir kündigen nicht den Tarifvertrag!

Franklin . Samstag 27. Oktober 2007 23:25

@ Dean

Auch ich arbeite in einem Betrieb der für verschiedene Beschäftigte unterschiedlich lange Arbeitszeiten hat: Tarifbeschäftigte Geltungsbereich Verdi 38,5 Stunden, Tarifbeschäftigte Geltungsbereich Marburger Bund viel länger und zu guter letzt die bei uns kleine Gruppe der Beamten mit 40 Stunden.

Das ist die Realität und mit Ihr kann ich gut leben.
Die Beamten bekommen Ihre Arbeitszeit verordnet, Tarifbeschäftigte nicht. Den Druck den öffentliche Arbeitgeber argumentativ aufbauen, Tarifbeschäftigte sollen genauso lang arbeiten wie Beamte, ist doch beabsichtigt und vom Ansatz her pervers.

Ein Kompromiss bei der wöchentlichen Arbeitszeit ist nur dann möglich bei vollem Lohnausgleich und einer Erhöhung oben drauf. Ansonsten bleibts bei den jetzt bestehenden Arbeitszeiten.

Im übrigen welche Anzeichen bestärken Deine Zweifel, die Verdi Mitglieder könnten nicht hinter der von Dir beschriebenen möglichen Tarifforderung stehen?

Claudia . Montag 29. Oktober 2007 13:14

@ Franklin @wim-holderberg

§ 18 Abs.3 TVöD legt bereits 8 % des Gesamtvolumens als Zielgröße für das Lesitungsentgelt fest. In der Niederschriftserklärung Nr.12 zu § 18 Abs.3 ist weiter festgelegt, dass sich die 8 % a) aus auslaufenden Besitzständen (!) und b) im Rahmen zukünftiger Tarifrunden finanzieren.
Das Leistungsentgelt muss weg.
Claudia

EDE . Montag 29. Oktober 2007 13:58

Sehr schön, Claudia, daß Du das mal klargestellt hast.

Das Leistungsentgelt muss weg!!!!

Ich frage mich nur immer, warum die Gewerkschaftsspitzen dieses unsägliche Leistungsentgelt so vehement anpreisen und verteidigen.

Ute Kuehler . Montag 29. Oktober 2007 20:07

Auch ich sage weg mit LOB, ich habe 30 Jahre Fussböden gereinigt und bin mit sechzig in Rente gegangen und habe auf 18% meiner Renteverzichten müssen.
Die Gewerkschaftsbosse sollen mal Vorort die Putzfrauen fragen was sie von LOB halten.
Soweit nach unten bewegen sie sich erst nicht, dann würden die Arbeitnehmer ja sehen, dass sie teuere Anzüge tragen und das sie ein Auto mit einen eignen Fahrer fahren.

Max . Dienstag 30. Oktober 2007 11:27

Wie will man denn im ÖD sowas einführen. Ist doch die reine Idiotie!

Z.B. In der IT.

Wenn alle Server immer zu 98 % laufen, bekommt man keine. Erst bei 100%.
Oder ich habe heute 10 Pässe ausgestellt, mein Kollege nur 5, also habe ich die Zielvereinbarung erfüllt.
Das 8% des Gesamtvolumens dort einfließen sollen, ist eine Frechheit.

Und das das an mir eingesparte Geld dafür verwendet wird, setzt dem Ganzen die Krone auf.
Aber die Arbeitgeber wollen halt weiter zwist unter die Mitarbeiter bringen.
Oder sollte sich Leistung im ÖD doch lohnen?

Ex und Hopp . Dienstag 30. Oktober 2007 11:53

@Max

Na dann schau Dir mal die Ideen für die neue Eingruppierungsverordnung an.

Wie soll das mit der "Eine Stufe rauf für Zusatzqualifikation" denn z. B. in der IT laufen?

Mitarbeiter bekommt E9 für die Stelle als Systemadministrator und jetzt? Systemadministrator = Windows und weil er sich noch mit Linux auskennt und dies benötigt wird gibt es dann E10 und wenn der Arbeitgeber auf die Idee kommt VMware einzusetzen und der Mitarbeiter das kann gibt es E11???

Lächerlich!!

Oder bei einer Tippse im Büro - bekommt was weiß ich E6 und wenn Sie noch Arbeiten als Übersetzerin tätigen kann weil sie Deutsch, Französisch, Englisch und z. B. Russisch kann bekommt sie für jede Sprache eine Entgeltgruppe drauf??

Das wird doch nur für Krieg führen und letztlich Gerichte beschäftigen was zur normalen Eingruppierung gehört und was schon als Zusatzqualifikation zählt.

Alleine bei mir (IT-Systemadministrator) schon die Lachnummer:
- Diplom-Informatiker (FH)
- Betriebssystem: Windows, Linux, Unix, Novell NetWare
- Software: Citrix, Microsoft, SAP, VMware
- Hardware: Drucker, Server, Thin Clients
- Systeme: komplettes SAN inkl. Backup

Was gibt das dann? E9 als Grund und dann für jede Quali eins rauf und dann lande ich bei E20??

wim-holderberg . Dienstag 30. Oktober 2007 18:45

zu Franklin . Freitag 26. Oktober 2007 21:40
zu Punkt 2.
Die leistungsorientierte Bezahlung im Öffentlichen Dienst ist eine Forderung der öffentlichen Arbeitgeber gewesen.
Kein Kind von Verdi !

Lieber Franklin: Kein Kind von Verdi??

Das ich nicht lache!!

Protokollerklärung zu § 18 TVöD:

DIE EINFÜHRUNG DER LEISTUNGSORIENTIERTEN BEZAHLUNG IST VON BEIDEN TARIFPARTNERN GEWOLLT :-(

Nur zur Erinnerung, von wem die LOB gewollt und auch abgenickt wurde.

Ach ja, war ja kein Kind von Verdi.
Ist die Vaterschaft noch nicht festgestellt, oder wie habe ich das zu verstehen ;-)

MfG
wim-holderberg

Alex . Mittwoch 31. Oktober 2007 07:05

Dann bin ich ja mal gespannt, ob die BTK im Dezember die Streichung der LOB als Forderung aufstellen wird...( ob der Vorsitzende der BTK das überhaupt erlaubt?! )

Max . Mittwoch 31. Oktober 2007 09:04

Aha , da haben wir es, hier werden Unwahrheiten von Verdi -Seite verbreitet.
Nur schlecht, wenn das jeder nachlesen kann und somit jeder, der lesen kann, entlarven kann.
Leider ist die Lob bei uns schon beschlossenen Sache.
Dieses unheivolle durchpeitschen des TvÖd ohne die Basis zu fragen, das rächt sich jetzt.

G? size= . Donnerstag 1. November 2007 12:22

Alex,
verdi ist doch eine demokratische Gewerkschaft da bestimmen doch die Mitglieder der BTK was läuft und nicht der Papa der BTK oder hast du andere Erkenntnise? Wahrst du etwa bei unseren Autoritären Gewerkschaft-Papa in
Berlin.

Franklin . Donnerstag 1. November 2007 18:04

@ Claudia

Danke, dass Du den Tariftext nochmals in Erinnerung bringst. Die Arbeitgeber würden dass gerne so einführen wollen. Ob wir da mitspielen?

@ EDE
Ich Bitte um Quellenangabe z.B. Verdi Webseiten oder downloadbare Dateien wo man die Behauptung nachlesen kann, das "Gewerkschaftsspitzen dieses unsägliche Leistungsentgelt so vehement anpreisen und verteidigen".
Ich hatte dass anders in Erinnerung.

Es ist schon ein Unterschied wenn man ein glühender Verfechter des Leistungsentgeltes ist, wie die Arbeitgeber, ohne sich um Kriterien der Leistungsbewertung zu scheren oder wie es die Verdi Vertreter bei den Tarifverhandlungen getan haben, die Praktikabilität zu hinterfragen und dann wenigstens Mechanismen des gegenseitigen Aushandelns auf betrieblicher Ebene vereinbart hat, damit sich alle Personalräte mit dem Problem der Leistungbewertung auseinandersetzen müssen, wie schwer das eigentlich ist.

PS: bin selbst vom Leistungsentgelt betroffen aber in 2007 in der mildesten Form: dem gleichen prozentualen Betrag für alle, weil es noch keine Regelung zur Verteilung des Leistungsentgeltes gibt.

Da bin ich sehr skeptisch, wie diese bei meinem Arbeitgeber (Krankenhaus, TV-L) aussehen wird, da sich an eine Landesbezirkliche Regelung für die Landesbediensteten angelehnt werden soll.

Mir wäre es auch lieber wenn das Volumen des Leistungsentgeltes in die Entgelttabelle eingearbeitet würde. Aber ob da die Arbeitgeber mitspielen?

Franklin . Donnerstag 1. November 2007 18:25

@ wim-holderberg

wie die von Dir zitierte Protokollnotiz in den TVöD hineingekommen ist, wissen wir Normalsterbliche ja nicht, sondern können nur darüber spekulieren.

Kennst Du jemanden, der Licht in unser Nichtwissen bringen könnte?

Franklin . Donnerstag 1. November 2007 18:52

Linktipp

www.destatis.de

Siehe Bereich Arbeitskosten.
Da kann man, mit ein wenig suchen, den statistischen Duchschnittsverdiener finden und mit seinem eigenen Entgelt vergleichen. Manchem werden dabei die Tränen kommen.

Patrick Hoefer . Freitag 2. November 2007 08:51

Hallo Leute!

Juhu! Ade TVÖD/TVL! Ab 01.12.2007 wechsle ich in die Privatwirtschaft. Ich verdiene nur schlappe 23% mehr und bekomme meine zusätzlich S-Bahn-Fahrkarte komplett vom Arbeitgeber bezahlt.
Was wurde beim Abschluß vom TVÖD erzählt? Der öffentliche Dienst konkuriert mit der freien Wirtschaft um die besten Arbeitskräfte!
Tja, ich hole mir selber meine Kaufkraft zurück! Der Öffentliche Dienst zahlt eh nur noch Hungerlöhne.

Auf wiedersehehn und ich wünsche allen Beschäftigten im Öffentlichen Dienst in Zukunft vernünftige Tarifabschlüsse.

Viele Grüße und schönes Wochenende

Patrick

Weg mit LOB . Freitag 2. November 2007 12:51

@Franklin

Natürlich ist die Idee vom Leistungsentgelt eine Idee von Verdi und von der Tarifunion. Das weißt Du als Verdianer auch ganz genau!

Aber Du verhälst Dich mal wieder ganz typisch. Erst Mist machen und und die Schuld anderen in die Schuhe schieben.

Wer hat Verdi denn gezwungen so einen Blödsinn zu unterschreiben? Ach ja, die Arbeitgeber warens...und haben mit dem Lederriehmen gedroht, falls Bsirske den Kulli nicht rausholt...!

Franklin . Freitag 2. November 2007 14:13

@ Weg mit LOB

nach meinem Kenntisstand war die LOB eine Forderung der Arbeitgeber ohne die es den TVöD/TV-L nicht gegeben hätte.

Kannst Du Deine Behauptung untermauern?

Fakt ist, dass die Tarifvertragsparteien sich auf die LOB geeinigt haben und viele Betroffene damit nicht glücklich sind (so auch ich).

Was bringt es sich um die Urheberschaft der LOB zu streiten?

Alex . Freitag 2. November 2007 15:41

LOB ist sicher keine verdi Forderung. Aber es ist problematisch den am Verhandlungstisch nicht gelösten Konflikt auf Personal und Betriebsräte abzuwälzen. Die sind hiermit überfordert!!

Im übrigen ist bei diesem Thema auch die Front der Arbeitgeber inzwischen sehr gespalten. Einige Hardliner wollen natürlich noch aufstocken, aber viele sehen auch inzwischen den hohen personellen Aufwand bei geringem Nutzen.

Dies sollte verdi in der Tarifrunde durch eine klare Forderung zur Abschaffung des LOB nutzen !

wim-holderberg . Freitag 2. November 2007 19:26

Hier kommt der "wichtige" Wortlaut der Protokollerklärung zu Absatz 4 § 18:

Protokollerklärungen zu Absatz 4
1. Die Tarifvertragsparteien sind sich darüber einig, dass die zeitgerechte Einführung des Leistungsentgelts sinnvoll, notwendig und deshalb beiderseits gewollt ist...........................

Der ganze Text der Protokollerklärung kann bei Verdi nachgelesen werden unter folgendem Link:

http://verwaltungsreform.verdi.de/ag_tarif/leistungsentgeltsysteme/tarifvertragstext_18_tvoed

Entschuldigt die Verspätung, aber ich hatte Probleme die Blog-Seite zu öffnen.

MfG
wim-holderberg

Arbeitnehmer . Sonntag 4. November 2007 22:20

Es gibt Gewerkschaften, die die Interessen ihrer Mitglieder versuchen, knallhart durchsetzen (GDL oder Marburger Bund). Es gibt aber auch Gewerkschaften, man könnte vermuten, die im großen Strom schwimmen; s. link:
(http://www.stern.de/politik/deutschland/:Bahn-Privatisierung-Transnet-SPD-Modell/601455.html

An welche Gewerkschaft glauben wir?

Die mit aller Schärfe unsere Interessen durchsetzen. Die von jeglicher Bestechlichkeit zumindestens subjektiv entfernt ist. Man könnte viel vermuten.

Na, ich könnte mich für GDL oder Marburger Bund entscheiden.

Es gibt tatsächlich nocht glaubwürdige Gewerkschaften in Deutschland.

Hoffentlich werden es mehr!!!!

Viele kleine Gewerkschaften für Deutschland. Dann flehen noch viele Arbeitgeber bei Frau Merkel um Hilfe.

Gehört verdi zu diesen Gewerkschaften?

Vergleichen wir es an den Mitgliederzuwachsraten!

Manfred . Montag 5. November 2007 09:24

Hurra, mein stufenaufstieg ist da!!! 10 euro brutto und mit dem struktur-ausgleich nochmals 50 euro dazu.

Mit steuerklasse 1 bleibt da richtig was in der tasche.

Mit bat-tarifvertrag hätte ich dagegen wegen einer 10 jahre bewährung in 2 monaten 500 euro mehr. Dank verdi ist damit aber essig.

Aber gut das alles wieder wett gemacht werden kann mit der blindleistungs-zulage, 8 % leistung mit hilfe von 16% verwaltung.

Verdi, in eurem verein werde ich jedenfalls kein mitglied.

Schade das es hier für mich noch keine schnuklige arbeitnehmervertretung wie gdl oder marburger bund gibt, der ich beitreten kann. Kommt aber vielleicht noch und dann ich auch mit 2% brutto als mitgliedsbeitrag dabei.

Bernd . Dienstag 6. November 2007 08:05

Die Tarifforderung für den TVÖD steht meiner Meinung jetzt fest. Wie bei den Politikern beim Bund. Mindestens 9,4% oder 700€ Plus der Tariferhöhung für Bundesrichter.

Angestellter . Mittwoch 7. November 2007 11:31

"Am 30. Oktober 2007 fand in Frankfurt am Main die erste Verhandlungsrunde zwischen dbb tarifunion und dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) Hessen zur Einführung eines Tarifvertrags für den Kommunalen Nahverkehr TV-N in Hessen statt. Dabei haben die Arbeitgeber zu verstehen gegeben, dass es ihnen nicht auf eine Teilhabe der Beschäftigten an der allgemein günstigen Konjunkturentwicklung ankomme.

Vielmehr verlangen die Arbeitgeber eine weitgehende Absenkung der Entgelte und sonstigen Arbeitsbedingungen auf das Niveau des Tarifvertrages, der für das private Omnibusgewerbe in Hessen gilt. Die Tarifkommission der dbb tarifunion hat klargestellt, dass Absenkungen bei den Einkommen der Bestandsbeschäftigten mit ihr nicht zu machen sind. Sofern die Arbeitgeber über Veränderungen der Arbeitsbedingungen und niedrigere Entgelte bei Neueinstellungen sprechen wollten, sollte ihnen klar sein, dass die dbb tarifunion zunächst ein Bekenntnis zur Sicherung der Besitzstände der Altbeschäftigten von ihnen erwarten."


Man sollte sich mal diese Meldung der DBB Tarifunion genauer durchlesen. Ich finde das ist ein absolutes Armutszeugnis der Gewerkschaft und lässt böses erahnen wie es im nächsten Jahr mit den TVÖD Verhandlungen ausgehen wird. Die Gewerkschaft ist bereit sich über niedrigere Entgelte bei Neueinstellungen zu unterhalten. Sorry, aber das ist ja wohl der absolute Hohn. So ein Realitätsverlust ist doch schon langsam krankhaft. Es ist keinem in der Gewerkschaft mehr bewußt was für ein Super Gau dieser Tarifvertrag überhaupt ist. Denen gehts ja gut auf ihren hochbezahlten Posten. Wissen die überhaupt dass ein normaler Angestellter/ Sachbearbeiter mittlerweile Netto nur noch knapp über den Sozialhilfeniveau liegt? Können die sich vorstellen wie es möglich sein soll mit 1200€ eine Familie zu ernähren?
Wenn da nicht endlich mal jemand der Gewerkschaftsbosse aus seinem "gesunden" Büroschlaf erwacht und zumindest versucht mit angemessenen Forderungen die Richtung zu ändern, sehe ich keine Zukunft mehr in diesem Bereich. Ich würde einer Gewerkschaft wie der GDL, die für ihre Mitglieder eintritt, sofort beitreten.

Steffen . Mittwoch 7. November 2007 16:20

@Patrick Höfer
Glückwunsch und viel Erfolg im neuen Job!
(Wir haben vor einigen Monaten mal telefoniert ;-)
Ich kann Deinen Schritt voll nachvollziehen. Die Jungen verlassen das sinkende (perspektivlose) Schiff, und die Alten sind fein raus, haben ja Ihre Besitzstände und bekommen LOB noch on top drauf gezahlt. So wird sich der Laden wohl irgendwann von selbst abwickeln.

Steffen


Jan . Mittwoch 7. November 2007 23:46

Aus der Labournet-Mailing-List vom 6.11.2007:

VIII. . Diskussion > Gewerkschaftsstrategien > Tarifrunden > ver.di:
Tarifrunde 2008 bei Bund und Kommunen

Netzwerk für eine kämpferische und demokratische ver.di: Tarifrunde öffentlicher Dienst

Am 18. Dezember beschließt die Bundestarifkommission von ver.di die offizielle Forderung für die Tarifrunde 2008 bei Bund und Kommunen. In den Betrieben und Gremien hat die Diskussion über die Forderungen begonnen. Hier zeigt sich, dass viele Mitglieder weit mehr wollen, als die von der ver.di-Führung bereits in die Debatte geworfenen 6%. Es werden zusätzlich Korrekturen am TvöD verlangt. Bei einer ver.di-Mitgliederversammlung im Klinikum Kassel wurden folgende Forderungen beschlossen: 10% und mindestens 250 Euro, 100 Euro für Azubis, Beibehaltung der Übergangsregelung bei der Entgeltordnung, keine Veränderung der Arbeitszeit und Neuverhandlung von Verschlechterungen des TvöD. Eine ver.di-Mitgliederversammlung am Klinikum Stuttgart beschloss eine Forderung von 150 Euro plus 5% für alle, Finger weg von der Arbeitszeit, verbindliche Weitergeltung der bisherigen Eingruppierungsregelung, keine Kompensationsgeschäfte, 12 Monate Laufzeit und kein Lohnverlust durch Arbeitgeberwechsel. Die Vertrauensleute beim Studentenwerk Aachen wollen mit einer Festgeldforderung von 300 bis 400 Euro in die stadtweite Konferenz gehen, bei der eine Forderung beschlossen werden soll.

Das "Netzwerk für eine kämpferische und demokratische ver.di" will deshalb bei seinem nächsten bundesweiten Treffen am 10.11.07 in Kassel die Tarifrunde 2008 zum Schwerpunkt machen. Darüber hinaus wird es Arbeitskreise zu Krankenhäuser, Verkehrsbetriebe und Telekom geben. Siehe dazu:

a) das Einladungsflugblatt zum 10.11.07 (pdf)

http://www.netzwerk-verdi.de/fileadmin/Material/NwEinladungBundestreffen_20071110.pdf

b) Mehr Kohle heißt die Parole - TVÖD-Tarifrunde 2008

Sonderseite beim Netzwerk für eine kämpferische und demokratische ver.di
http://www.netzwerk-verdi.de/46.0.html

c) und dort das Flugblatt zur Tarifrunde: Mehr Kohle heißt die Parole(pdf)

http://www.netzwerk-verdi.de/fileadmin/Material/NwFlugblattTVOEDLohnrunde2008_2007-08-28.pdf

Bernd . Donnerstag 8. November 2007 09:11

Kann das Netzwerk nicht eine eigene Gewerkschaft gründen?
Dieser würde ich sofort beitreten

G? size= . Donnerstag 8. November 2007 14:02

Über dein Gedanke haben viele meiner Kollegen nachgedacht. Bisher habe ich denen,dass wieder ausreden können.
Denn nur eine große Gewerkschaft, wie Verdi können etwas durchsetzen, in diesen Zusammenhang verweise ich auf den letzten Tarifabschluss

Max . Donnerstag 8. November 2007 14:12

Das haben wir ja gesehen und spüren es weiter........der letzte Tarifabschluss für den ÖD war gelinde gesagt, eine Katastrophe....
Das sehen jetzt sogar die Arbeitgeber ein, weil sie kein qualifiziertes Personal mehr bekommen.

EDE . Donnerstag 8. November 2007 14:47

@G? size=

"in diesen Zusammenhang verweise ich auf den letzten Tarifabschluss "

Was willst Du damit sagen?

Daß dieser Tarifabschluss - dank der großen Gewerkschaft - gut war?

EDE . Donnerstag 8. November 2007 15:42

Zur GDL

Endlich mal eine Gewerkschaft, die ihre Aufgabe begriffen hat, die kämpft und nicht schmust.

Vielleicht fallen die auf die Schnauze (was ich nicht hoffe), doch die GDL setzt endlich Masstäbe, was Gewerkschaftsarbeit ist....Kampf für ihre Mitglieder.

Ich hoffe , daß verdi und die unsägliche DBB-Tarifunion unter dem ebenso unsäglichen Herrn Heesen (mit dem sich verdi verbündet hat) daraus lernen, was ihre eigentliche Aufgabe ist.

Kampf gegen die Kapital- und Finanzmafia.

Franklin . Donnerstag 8. November 2007 18:08

Zu Ede:

es sind immer noch die Lokführer selbst, die Mitglieder einer Gewerkschaft, die für Ihre eigenen Interessen eintreten und streiken und nicht "Die Gewerkschaft" und ihre obersten Vertreter.

zu Max:
die öffentlichen Arbeitgeber bei Bund und Kommunen sollen nicht so tun, als hätten sie es nicht gewusst, dass bei der derzeitigen Entgeltstrukur der öffentliche Dienst für qualifizierte Leute unattraktiv ist. Sie haben ja auch den TVöD unterschrieben. Jammern kann jeder: konstruktive Vorschläge auch von Arbeitgebern sind gefragt.

Alex . Donnerstag 8. November 2007 18:55

Warum koppelt verdi sich nicht einfach an die Lokführergewerkschaft, statt nur mit der braven Transnet zu kooperieren ?
Irgendwie habe ich sowieso den Eindruck wir verdi Mitglieder werden auf Kompromisse eingeschworen.
Ein bißchen mehr Geld..., aber dafür Kompromisse bei
EGO
Überleitung
Bewährungsaufstiege
Ostangleichung
Leistungsentgelt
Arbeitszeit
Vbl
längere Laufzeit
Sonderregelungen für Ballungsräume
usw.

Franklin . Donnerstag 8. November 2007 20:12

@ Alex

darauf legt sie GDL keinen Wert.

Im Übrigen könnte die GDL vielleicht mehr erreichen, wenn sie den Tarifverbund mit der Transnet und der Gewerkschaft der Eisenbahner beibehält anstatt stur auf einem eigenen Tarifvertrag zu beharren.

Wer weis heute schon ,wieviele Kröten die GDL schlucken muss, um zu einem eigenen Tarifvertrag zu kommen.

wim-holderberg . Donnerstag 8. November 2007 20:42

Franklin . Donnerstag 1. November 2007 18:25

@ wim-holderberg

wie die von Dir zitierte Protokollnotiz in den TVöD hineingekommen ist, wissen wir Normalsterbliche ja nicht, sondern können nur darüber spekulieren.

Kennst Du jemanden, der Licht in unser Nichtwissen bringen könnte?

Hallo Franklin,

frag doch mal Herrn Martin, der war doch damals Verhandlungsführer von Verdi, oder ist der etwa nach seinem "Ausscheiden" ausgewandert (ist etwas zynisch)?

Aber mal im Ernst, es wird doch irgendjemand der Verdi-Offiziellen wissen, warum die LOB auch von Verdi als sinnvoll, notwendig und deshalb gewollt bezeichnet wird.

Das Argument "war eine Forderung der Arbeitgeber" zieht nicht mehr. Die Protokollnotiz zu § 18 TVöD beweist das Gegenteil

MfG
wim-holderberg

Arbeitnehmer . Donnerstag 8. November 2007 22:37

@Franklin,
würde die GDL mit den Weichwaffeln der Transnet im Tarifverbund bleiben, würden Sie einer Privatisierung zustimmen. Die Transnet steht der beabsichtigten Privatisierung sehr aufgeschlossen gegenüber.

Fast so wie Verdi, die auch immer nur mitgestalten wollen. Und unsere ganzen Streikfronten, wie z. B. Müllwerker, vergrault haben. Erst dadurch konnten Städte und Gemeinden Private "reinholen".

Hätte Verdi damals energisch dagegen gehalten, hätten wir heute auch noch eine intakte Streikfront. Aber jetzt? Alles Privat.

Die Verhandlungtaktik der GDL und der Eindruck nach außen, sind für die Mitglieder allemal besser, als wie das Gezaudere von Verdi. Die haben doch in den letzten 2 Jahren die meisten Kröten schlucken müßen und die meisten Mitglieder verloren.

Die GDL wird ihren Weg schon machen.

G? size= . Freitag 9. November 2007 10:31

Hallo Wim Holderberg,
Kurt Martin ist jetzt bei der Vbl beschäftigt
und kämpft dort für den erhalt unserer
Renten.
Weshalb ist Kurt Bei Verdi ausgeschieden
oder ist der gegangen worden sein?

wim-holderberg . Freitag 9. November 2007 12:52

G? size= . Freitag 9. November 2007 10:31

ich weiss es auch nicht so recht, warum er auf einmal so sang- und klanglos verschwunden (worden?) ist.

Aber wenn er bei der VBL genau so für unsere Gehälter kämpft wie bei Verdi......na dann schon mal gute Nacht!

MfG
wim-holderberg

Dean . Freitag 9. November 2007 14:29

Hallo,
das habe ich gerade auf den Focus-Internetseiten gelesen. Soweit ich mit erinnere will Verdi mit dem dbb Beamtenbund enger zusammenarbeiten. Hier die Stellungnahme des Vorsitzenden:

Der Vorsitzende des Beamtenbundes, Peter Heesen, sagte der „Passauer Neuen Presse“ am Freitag, er werde bei der im Januar 2008 beginnenden Einkommensrunde auf den Einstieg in eine leistungsorientierte Entlohnung drängen. „Der Bund könnte sofort ein Prozent seiner Personalausgaben für Leistungsprämien einsetzen – das wären nur 100 Millionen Euro, bei einem Haushalt von 270 Milliarden“, sagte er der Zeitung. Der Beamtenbund strebe „Leistungsanreize anstelle des „Gießkannenprinzips“ an. „Das ist für eine Gewerkschaft nicht selbstverständlich“, so Heesen.

„Alle Politiker fordern eine solche Modernisierung des öffentlichen Dienstes. Aber die Große Koalition kann sich darauf nicht einigen, obwohl es im Koalitionsvertrag steht“, kritisierte Heesen. Dies sei ein „Armutszeugnis“. „Die Gewerkschaften wollen mehr Reformen als die Politik – das ist doch absurd!“

http://www.focus.de/jobs/karriere/gehalt/beamte_aid_138654.html

Ich glaube LOB bleibt uns erhalten.

Steffen . Freitag 9. November 2007 16:11

@wim-holderberg

Sprechen wir's doch mal aus: da ist jemand gegangen (worden), weil er erheblichen Anteil am Zustandekommen des TVöD und dessen (Miss)erfolg hatte. Na immerhin.
Und zum Thema VBL: Dort wirkte er bereits 2001 maßgeblich an der Reform der Zusatzversorgung mit. Im Ergebnis wurde zur Freude der Arbeitgeber eine Kostenexplosion der Betriebsrenten verhindet, gleichzeitig aber die Höhe zukünftiger Betriebsrenten verringert. Irgendwie war das wohl schon ein kleiner Vorgeschmack des "Jahrhundertwerks" TVöD.
Alles irgendwie kein Zufall, oder?

Steffen

wim-holderberg . Freitag 9. November 2007 17:14

Steffen . Freitag 9. November 2007 16:11

So ist es,

das ist verkrustetes Verdi-Funktionärsdenken und ewiges Einknicken vor den Arbeitgebern!

Es ist kein Zufall, dass Verdi die Mitglieder in Scharen davongelaufen sind, keine neuen Mitglieder eintreten und in Zukunft noch mehr austreten werden.......wenn sich "da oben" nicht bald was ändert.

MfG
wim-holderberg

Alex . Freitag 9. November 2007 18:31

Was ist das eigentlich für ein bescheuertes Tarifinfo : "Wir brauchen mehr Geld" ? Das ist in der BTK überhaupt nicht beschlossen worden !
Aber der Vorsitzende hat schon in der BTK die Delegierten auf wenige, maßvolle und nicht zu konkrete Forderungen eingeschworen- nein eingenordet!!
Wenn dieser Kurs jetzt fortgesetzt wird, demotiviert Bsirske die Basis und die Streikbereitschaft noch mehr !
Irgendetwas ist faul im Staate "verdi"...

EDE . Freitag 9. November 2007 18:49

Mich interessiert ja, ob da ein "Masterplan" dahintersteckt.

Auch der liebe Herr Heesen von DBB-Tarifunion, die ja mit verdi kooperiert, überschlägt sich mit Forderungen, die - sagen wir mal - nicht unbedingt im Interesse der Bediensteten/Arbeitnehmer sind.

Was wird da ausgekungelt?

steinbock . Freitag 9. November 2007 21:37

Man kann Franklin kaum noch ertragen, verteidigt seine Verdifreunde, die in den letzten Jahren sowas über den Tisch gezogen worden sind, wie ein Terrier. Ein Vorsitzender der mit so einer %zahl wiedergewählt wurde nicht zu fassen! Druck auf die Arbeitgeber wird so aussehen: Winterdienst streikt im Sommer, Müllabfuhr im Winter. Damit tut man Arbeitgeber nicht weh und gewollt ist das seitens Ver.di auch nicht!!

10 Prozent und keinen Cent weniger! . Samstag 10. November 2007 08:44

Der Bsirske ist ehemaliger Personaldezernent der Stadt Hannover. Der war während seiner ganzen Zeit dort nur damit beschäftigt Leute rauszukegeln und Kosten zu senken. Das setzt er jetzt halt in anderer Position eindrucksvoll fort. Wir Ödler haben mit diesem Vorsitzenden die denkbar kleinste Lobby. Wie mann eine eine solche Führung, die uns in den letzten Jahren so verarscht hat, mit über 90 Prozent wiederwählen kann entzieht sich meiner Kenntnis. Das ist kaum zu fassen und kann nur noch mit Realitätsverlust erklärt werden.

Norbert . Sonntag 11. November 2007 02:08

Seid nicht so hart zu Franklin.
Er leistet viel als BR in seinem Klinikum und ist ein anständiger Mensch. (Das habe ich ihm schon vor zwei Jahren hier gesagt). Im Alltag ist man als BR auf den gewerkschaftlichen Rückhalt "auf Leben und Tod" angewiesen. (Bin selbst nicht BR)
Aber - in der Tat - geht es mit verdi abwärts. Es ist nicht aufzuhalten. DIE Einheitsgewerkschaft hat sich übernommen. Sie opferte zu viel genau für diesen Größenwahn Einheit - und verliert am Ende alles. Kungeln mit den Mächtigen, wen immer man zur jeweiligen (TVöD-) Tatzeit für einen Mächtigen hält (Schielü & Cie?), hat sich noch nie ausgezahlt für die Vasallen. Nur für Brzirzke et. al. Angeblich hat ja sogar seine Gattin in Berlin einen schönen Posten "errungen". Tüchtige Leute braucht das Land! Dem ÖD laufen die Jungen davon - oder reagieren konsterniert auf das allen Ernstes angebotene Anfangsgehalt, das 1000++€ unter der Industrie liegt. Weiter so.
Das mit dem Realitätsverlust meines Vorredners kann ich schweren Herzens nur unterstreichen... es fehlen halt die hellen Köpfe eines Marburger Bundes oder aus den Cockpits... usf., usf, usf.
Norbert
PS.: Das mit Martin angeblich in der VBL werde ich auf jeden Fall erforschen, bin hier aus KA. Das wär ja der Hammer...

Franklin . Sonntag 11. November 2007 14:58

Hier ein Link zur Meinungsbildung.
Dort steht auch, dass Kurt Martin aus Altersgründen sich nicht mehr zur Wiederwahl gestellt hat.

http://gemeinden.verdi.de/gremien/bundesfachbereichskonferenz_2007/bundesfachbereichskonferenz_2007

Im aktuellen Organigramm der VBL (Stand 8.11.2007) habe ich Kurt Martin nicht gefunden. Ein Vorstandsposten ist aber nicht besetzt.

Alex . Sonntag 11. November 2007 15:56

Kurt ist übrigens laut Wikipedia 1946 geboren.
Laut "KIK" (Kurzinformationen zum 2.verdi Bundeskongress vom 30.09.-6.10.07 )bleibt er "verdi als alternierender Vorsitzender bei der VBL" erhalten.

wim-holderberg . Sonntag 11. November 2007 16:36

Kurt Martin, aus Altersgründen ausgeschieden?

Das ich nicht lache, der Mann ist 61 und nimmt immer noch einen Vorstandsposten bei Verdi war: alternierender Vorsitzender bei der VBL.

Verdi ist auch nicht anders als die Vertreter der Politik.

Mist gebaut.......aber irgendeinen lukrativen Posten werden wir für ihn schon finden.

MfG
wim-holderberg

Alex . Sonntag 11. November 2007 16:51

P.S. laut zitierten Kongreßinfo vom verdi Bundeskongreß hat Kurt jetzt auch mehr Zeit seinem Hobby als begeisterter und erfolgreicher Golfer mit Handicap 13,9 nachzugehen.Da Golf bei uns inzwischen ja auch Volkssport ist, trifft er im Golfclub dann endlich einmal seine Basis....

Franklin . Sonntag 11. November 2007 17:19

BundesarbeiterInnentage vom 04.10. – 05.10.2004

K. Martin:
Ja, liebe Kolleginnen und Kollegen, bin doch jetzt ein bisschen überrascht,
aber man muss Mehrheitsentscheidungen auch akzeptieren. Noch überraschter über
den Wortbeitrag von Reinhard zu den Redebeiträgen meiner Vorgänger.
Selbstverständlich kann ich die Antwort hier geben, nämlich Tarifpolitik ist keine
theoretische Sache. Tarifpolitik ist eine Sache, die in der Praxis umgesetzt werden
muss, und wenn die Globalisierung bei den Stadtwerken in Wuppertal damit
angefangen hat vor etwa 15 Jahren dergestalt, dass mit Zustimmung nicht aller, aber
vieler Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat festgelegt wurde in der heutigen
Situation, dass zu den Tarifbedingungen des öffentlichen Dienstes, nämlich zum
BMPG, beziehungsweise zum BAT keine Einstellung mehr erfolge, sondern bei der
Tochter VTG, dann frage ich mich, wer hier eigentlich in der Verantwortung ist, ob
das der handelnde Tarifsekretär ist, der einmal versucht hat, die Kolleginnen und
Kollegen, die seiner Zeit, in meiner früheren Funktion, nicht in der jetzigen, die seiner
Zeit bei der VTG eingestellt worden sind mit dem Tarifrecht des öffentlichen Dienstes
reinzuholen, das waren damals 200 Kolleginnen und Kollegen, die noch die Chance
in Wuppertal bekommen haben, unter das Tarifrecht zu fallen. Heute bekommt keine
Kollegin und kein Kollege mehr im Nahverkehrsbereich, obwohl da eine wunderbare
Schwebebahn ist, zu den Bedingungen des öffentlichen Dienstes reinzukommen.
Man muss immer gucken, dass wir eine gewisse Strategie entwickeln, die Ursachen,
Wirklichkeit, Theorie und die Praxis nicht versuchen miteinander zu vermischen. Ich
kann dem viel abgewinnen, was Prof. Schui hier eben gesagt hat, nur die Realität in
diesem Lande, die ist eine andere, und sie wird uns, und deshalb werde ich erst zu
einem späteren Zeitpunkt meines Referates zu der augenblicklichen Situation des
Tarifrechtes des öffentlichen Dienstes eingehen, sondern die Gesamtsituation der
Tarifpolitik, wie wir uns befinden, wir versuchen darzustellen, nämlich sie ist nicht
berauschend, und wenn heute, auch bei der Demonstration die Situation von
Karstadt, Quelle eine entscheidende Rolle mitmacht, dann ist ver.di davon betroffen,
dann sind immer Kolleginnen und Kollegen betroffen, das sollte man sich vor Augen
führen, und da muss man gucken, welche Stärken und welche Schwächen wir letzten
Endes entwickeln. Selbst wenn wir, ich weiß nicht, ich habe aus anderen Gründen
hier mal den Raum verlassen, ob Michael darauf eingegangen ist, aber zumindest ist
ja immer wieder die Rede davon, dass die konjunkturelle Entwicklung im vierten
Quartal 2004 sich weiter positiv entwickeln wird und die Belebung im Jahre 2005
fortgesetzt werden soll, ist nicht davon auszugehen, dass wir nächstes Jahr
überhaupt eine spürbare Entlastung, die Ursachen sind ja hier dargestellt worden,
wann Entwicklung am Arbeitsmarkt statt findet, wir können nicht davon ausgehen,
dass eine spürbare Entwicklung am Arbeitsmarkt geschehen wird. Nach wie vor
wirken sich die Einschnürung der Binnennachfrage, ist ja vieles von gesagt worden,
und die zunehmende Verunsicherung der Beschäftigten im Zusammenhang mit
Hartz IV und der Kostenumverteilungsmaßnahmen im Gesundheitssektor negativ auf
Wachstum und Beschäftigung aus. Die beschäftigungspolitischen
Rahmenbedingungen für die Tarifpolitik werden 2005 weiterhin eher unter negativen
Vorzeichen zu sehen sein. Der politische Druck auf uns und die Flächentarifverträge
und die darin gesicherten Standards wird 2005 weiter zunehmen. Hartz IV und
insbesondere die Absenkung der Zumutbarkeitsgrenze für Langzeitarbeitslose aber
auch die Standortsicherungsvereinbarungen, zum Beispiel in den Großunternehmen
der Automobilindustrie, der Elektroindustrie erhöhen den Druck zusätzlich auf die
Beschäftigung und uns als Gewerkschaft, eine zeitlich begrenzteArbeitsplatzsicherung durch Verzicht auf tarifliche Leistungen letztendlich zu
bezahlen. Diese Beispiele werden auch in anderen Branchen meines Erachtens nach
Schule machen. Die Angst um Arbeitsplatzverlust, insbesondere bei der Generation
über 40, 45 Jahren, wird durch die Befürchtung, bei Arbeitslosigkeit binnen kurzer
Zeit auf Sozialhilfeniveau plus abzurutschen, deutlich verstärken und die Bereitschaft
zur Gegenwehr meines Erachtens nach nicht fördern. Die politische Aufklärung überdie Folgen dieser Politik – und das haben wir hier zum Thema unserer Arbeitertage
gemacht – und die Propagierung unserer Alternativen ist deshalb ein wichtiger
Bestandteil zur Verbesserung auch der tarifpolitischen Mobilisierungsmöglichkeiten.
Die politische Kampagne von Politik und Arbeitgebern, die tariflichen Arbeitszeiten
ohne Lohn zu verlängern, wird in der Tarifauseinandersetzung 2005 in den ver.di-
Branchen, wenn ich einmal so sagen darf, einen Schwerpunkt der
Auseinandersetzung beinhalten. Die Kündigung der Arbeitszeitbestimmungen durch
die Arbeitgeber der Länder, also für den öffentlichen Dienst, und die Kündigung des
Manteltarifvertrages in der Druckindustrie und auch im Reisebürogewerbe, sind alles
Zuständigkeiten, wo wir hier sind, sind eine deutlicher Beweis für diese These.
Bereits heute nehmen die Forderungen der Arbeitgeber im Rahmen von Notfall und
Härtevereinbarungen, die Arbeitszeit ohne Lohnausgleich zu verlängern, deutlich zu.
Eine direkte Verlängerung der tariflichen Wochenarbeitszeit mit oder ohne
Lohnausgleich konnten wir bisher im Prinzip immer wieder verhindern. Die großen
Tarifbereiche – und öffentlicher Dienst tue ich wirklich jetzt bei diesen
Formulierungen, wo ich hinkomme, ein bisschen außen vor nehmen, weil ich da
nachher noch einmal gesondert drauf eingehen werde – werden wie im Einzelhandel,
Großhandel, in der Druckindustrie, die Papier und Pappe verarbeitende Industrie
haben die tariflichen Öffnungsklauseln und Wettbewerbssicherungsklauseln in den
Tarifverträgen bisher immer gehalten. Das erklärte politische Ziel der
Spitzenverbände der Arbeitgeber, BDA und BDI ist es, auch in diesen Bereichen
ohne Öffnungsklauseln in den Flächentarifverträgen entsprechende Klauseln zu
erzwingen. Nachdem es in der Tarifrunde 2004 bei den Banken nicht gelungen ist,
eine entsprechende Öffnungsklausel zu verhindern, wird der Druck somit auf die
Tarifbereiche, wo zurzeit wir als ver.di verhandeln, immer größer werden.
Unabhängig davon hat es in den letzten Jahren auch in diesen Bereichen eine
deutliche Zunahme von Beschäftigungssicherung und Notlagentarifverträgen
gegeben, allerdings werden in den Tarifbereichen ÖD Ost, im Gesundheitswesen, bei
den Wohlfahrtsverbänden und bei den Bildungseinrichtungen, sowie dem
Verkehrsgewerbe nach wie vor die größte Anzahl von Not- und Härtefallregelungen,
beziehungsweise Tarifverträge mit Tarifstandardabsenkungen vereinbart. Bislang ist
es nur bei der Telecom gelungen, in einer Kombination dauernder
Arbeitszeitverkürzung mit Teillohnausgleich und weitergehende Option zur zeitlich
befristeten Arbeitszeitabsenkung zur Beschäftigungssicherung eine Brücke zu
schlagen, die nicht nur passive Elemente enthält. Soweit bislang Äußerungen,
Ankündigungen beziehungsweise Forderungskataloge der Arbeitgeber der
entsprechenden Branchen erkennbar ist, lassen sich folgende Forderungskomplexe,
die in den Tarifauseinandersetzungen, die ja jetzt auch folgen werden, eine Rolle
spielen. Erstens grundsätzliche Verlängerung der Arbeitszeit, da wo die 35-Stunden
Woche – Michael hat ja eben für die Druckindustrie gesprochen – ist ein politischer
Ansatz ohne Lohnausgleich auf 42,43-Stunden Wochen neben weiteren Maßnahmen
der Einschränkung manteltariflicher Rechte die Forderung auf dem Tisch.
Arbeitszeitflexibilisierung, unter anderem zur Vermeidung von Mehrarbeitsbezahlung
und Auswertung der Regelarbeitszeit auch an Samstagen, Streichung von Zulagen
und Zuschlägen, Variabilisierung von Entgeltbestandteilen, und zwar immer mit der
Aussage, den Leistungsgedanken nach vorne zu bringen, das heißt,
Sonderzuwendungen, Sonderzahlungen, immer leistungsorientiert, und wer
volksabhängig nur noch zahlen zu wollen neben der Maßgabe, diese auch generell
abzusenken. Öffnungsklauseln, die die Aushandlung tariflicher Regelungen auf die
Betriebsebene verlagern sollen, weil da meines Erachtens nach, wenn es um die
konkrete Situation geht, die Betriebsräte mehr unter Druck stehen, als wenn wir dies
im Rahmen des Flächentarifvertrages begleiten, und wir leben in einer Situation, wo
Tarifverträge nur noch der Nachbindung beziehungsweise der Nachwirkung
unterliegen, dass bei Neueinstellungen die tariflichen Regelungen nicht mehr zur
Anwendung kommen. Neben Lohn- und Gehaltsfragen gibt es somit eine Reihe von
branchenübergreifenden Themen, die es nahe lägen, dass wir sie auch gemeinsam
tarifpolitisch angehen. Gerade die Bedrohung des Arbeitszeitstandards durch die
Arbeitgeberseite macht es politisch notwendig, dass ver.di diese
Auseinandersetzung, und zwar wir gemeinsam annehmen und auch entsprechend
koordinieren, um gegensteuern zu können. Dies ist nicht nur die Situation in einer der
von mir genannten Branchen, dies ist auch die Situation im Bereich des öffentlichen
Dienstes, denn jedes Nachgeben an dieser Stelle, das heißt, die Arbeitszeit ohne
Lohnausgleich hochzutreiben, bedeutet nicht mehr Arbeitslose und die Positionen,
die hier eben meine Vorredner dargestellt haben, sondern sie werden von den
Arbeitgebern, insbesondere auch von der Politik, aufgegriffen, dies auch in den
anderen Tarifverträgen letzten Endes zu haben. Deshalb, liebe Kolleginnen und
Kollegen, Ihr wisst im Bereich des öffentlichen Dienstes haben wir die Länder bei den
Tarifverhandlungen ja herausgeworfen, weil sie sich auch noch erdreistet haben,
nicht nur die Sonderzuwendungen zu kündigen, sondern auch die
Arbeitszeitbestimmungen, und sie haben ja massenhaft für Beamtinnen und Beamten
von ihrem gesetzgeberischen Recht nach Gutsherrenart Gebrauch gemacht und die
Arbeitszeiten bis zur 42-Stunden-Woche hochgesetzt, nicht mit der Maßgabe, dass
hier zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden, sondern Hunderttausende von
Arbeitsplätzen im Prinzip im Bereich des öffentlichen Dienstes vernichtet werden.
Noch nicht in allen Tarifbereichen ist endgültig klar, wie sich die Arbeitgeber zu
diesem Thema aufstellen wird. In der Beurteilung des Fachbereiches 8 mit den
Tarifbereichen Druck und Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitende Industrie –
also ein richtiger schwieriger Begriff für einen ... ist das einfache Papierverarbeitung?
Gut, ich habe mir das aufschreiben lassen, aber dann, gut: In der Papierverarbeitung,
im Fachbereich 2 in der privaten Entsorgungswirtschaft, das muss man sehen, was
da gemacht wird, wird Auswirkungen auf die Arbeitsverhältnisse unserer Kolleginnen
und Kollegen, die noch unter dem BMTG fallen, in der öffentlichen
Entsorgungswirtschaft haben. Im Fachbereich 12, Handel, ist aber bereits jetzt
absehbar, dass die Auseinandersetzungen auf einen Konflikt zulaufen wird, und wir
werden meines Erachtens nach nicht umhin kommen, Arbeitskampfmaßnahmen, jetzt
nicht nur bei der aktuellen Situation, sondern auch in Zusammenhang mit der
Beabsichtigung den Manteltarifvertrag für Einzel- und Großhandel zu kündigen
vorzubereiten und, wie ich eben gesagt habe, zu koordinieren. Liebe Kolleginnen und
Kollegen, wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass wir wegen der ökonomischen
und politischen Gemengenlage eher aus der Position der Verteidigung von erreichten
Standards her operieren müssen. Die Verhinderung von Arbeitszeitverlängerung oder
Lohnkürzung ist allerdings bereits ein Ziel, dass alle Anstrengungen meines
Erachtens nach wert ist und dass wir ohne Konfliktbereitschaft auch nicht erreichen
können. Im Frühjahr 2005 werden die Tarifverhandlungen überwiegend
ausschließlich in ver.di-Branchen geführt werden. Die Haupttarifbereiche anderer
großer Einzelgewerkschaften, die bislang die Signale für unserer Tarifbereiche
gegeben haben, die befinden sich in der Friedenspflicht, tarifpolitische Signale
können also von denen nicht kommen. Wir sind auf uns gestellt. (Kassette:
Seitenwechsel)... zurzeit mit der tiefsten Finanzkrise der öffentlichen Haushalte seit
Bestehen der Bundesrepublik Deutschland konfrontiert. Nach den massiven
Einnahmeeinbrüchen in den letzten Jahren ist nun mit weiteren Einnahmeverlusten
der öffentlichen Haushalte zu rechnen. Die letzte Steuerschätzung vom Mai dieses
Jahres hat ergeben, dass zwischen 2004 und 2007 etwa 61 Milliarden DM
Steuereinnahmen durch die Steuerreform und den Geschenken an Reiche und
Unternehmen im Säckel von Bund, Länder und Gemeinden fehlen wird. Ein hoher
Betrag, wenn man die letzten Jahre noch mit berücksichtigt, dann sind das
Milliardenbeträge in dreistelliger Größenordnung, wo die Politik keine einfache
Situation hat, als dies bei den Beschäftigten wieder einzukassieren. Gleichzeitig sind
insbesondere im Osten erhebliche zusätzliche Ausgaben, vor allem im sozialen
Bereich zu erwarten, während die Einnahmen in den neuen Bundesländern
zusätzlich weiter sinken werden. Die öffentlichen Arbeitgeber von Ländern und Bund
haben mittlerweile für Beamtinnen und Beamten nicht nur die Arbeitszeit verlängert,sondern auch die Weihnachtszuwendungen und das Urlaubsgeld abgesenkt, und ich
kann – hier sind wir ja in Niedersachsen. In Niedersachsen hat die Landesregierung
beschlossen, für Beamtinnen und Beamte im nächsten Jahr keine
Jahressonderzahlungen mehr, also das sind dann Weihnachtszuwendung, zu zahlen.
Da steht die nackte Null für Beamtinnen und Beamte. Und deshalb fordern die Länder
in erster Linie, die gleichen Verschlechterungen auch bei den Tarifbeschäftigten
letzten Endes durchzusetzen und meines Erachtens mit dem perfiden Argument der
Gleichberechtigung. Ich frage mich – wir leben im 21. Jahrhundert – und ich habe
dies auch im Fernsehen auch so deutlich formuliert, war nur leider Gottes morgens
früh. Der Code Civil, die Vorgängerin des bürgerlichen Gesetzbuches, ist mit dem
1.1.1900 abgeschafft worden. Mit abgeschafft worden ist die Leibeigenschaft und
auch das Faustrecht. Beides brauchen wir, das Faustrecht brauchen wir, und
offensichtlich werden Kolleginnen und Kollegen, die im 21. Jahrhundert diesen Status
der Beamtinnen und Beamten erfüllen, wie Leibeigene behandelt. Ich denke mal, es
wird Zeit, dass wir dem Ministerpräsidenten klar machen, dass Kolleginnen und
Kollegen, die dann auch noch leistungsorientiert arbeiten sollen, einen anderen
Umgang, eine andere Fürsorgepflicht verdient haben für ihre treue Pflicht gegenüber
dem Staat. (Applaus) Hinzu kommt, das will ich so auch deutlich sagen, dass nach
der Tarifrunde 2003 der öffentliche Tarif und Arbeitgeberbund quasi nicht mehr
existiert. Und dann will ich auch – hier wir sind ja auch nicht weit von Hessen entfernt,
da muss man zwar ein bisschen über Nordrhein-Westfalen weggucken – es war der
Ministerpräsident Koch aus Hessen, der von der Tarifgemeinschaft deutscher Länder,
ist der Arbeitgeberverband der einzelnen Bundesländer, verlangt hat, die
Arbeitszeitbestimmungen zu kündigen, damit er weiterhin Mitglied in der TDL bleibt.
Und was ist passiert? Die TDL ist seinen Taten gefolgt, hat gekündigt, und Koch ist
nicht mehr Mitglied in der TDL, und wir kriegen in Hessen im Prinzip nichts auf die
Beine, was Koch davon abhalten kann, für Neueinstellungen das alte Tarifrecht
weiter anzuwenden. Ich halte das für einen politischen Umgangston, den wir nicht
bereit sind, letzten Endes mitzumachen. Und liebe Kolleginnen und Kollegen, ich bin
ja selbst eigentlich viel im Reformprozess, weil es jetzt sich um die Gestaltung der
Tabelle handelt, also die Zusammenführung der Tabellen. Es sind immerhin sieben
Stück, da sind aber noch keine Auszubildendentabellen dabei, da sind keine
Praktikantentabellen, keine für den Krankenhausbereich, für das Gesundheitswesen
und so weiter, sondern sieben Tabellen, die wir bei Tarifrunden letzten Endes immer
wieder für den Bereich des öffentlichen Dienstes verhandeln. Und ein erster
Geschmack im kleinen Verhandlungskreise – so nennen wir das, früher hat man es
Sondierungskreis genannt – war, dass die Arbeitgeber aus den Kommunen gedroht
haben, gedroht haben, dass komplette Bereiche, wie Krankenhäuser, austreten,
wenn wir ihnen nicht entgegen kommen. Und sie haben weiter gedroht, dass dort
Hardliner vorhanden sind, also Länder wie Baden-Württemberg, wie hier in
Niedersachsen, aber auch in den neuen Bundesländern, die einfach die Tarifverträge
für den Bereich des öffentlichen Dienstes in Gänze, also nicht nur
Arbeitszeitbestimmungen, sondern das komplette Tarifrecht, kündigen wollen. Und
das Schlimme war, dass sie mir dann auch gesagt haben, offensichtlich hat ver.di
den Kündigungen vom Bund gegen die Zuwendungstarifverträge und insbesondere
der Bundesländer gegen die Arbeitszeitregelungen beziehungsweise Urlaubs- und
Weihnachtszuwendungen nichts entgegen zu bringen. Liebe Kolleginnen und
Kollegen, trotz der Aktion, die in Nordrhein-Westfalen über 25.000 Menschen auf die
Straße gebracht hat, trotz der Aktionen in Hessen mit über 29.000, trotz den Aktionen
hier in Niedersachsen mit über 10.000 erdreisten sich die Arbeitgeber mir im kleinen
Kreis dann zu sagen, ver.di bringt nichts auf die Beine, um gegen diese politische
Position des überwiegenden Teils der Ministerpräsidenten etwas in der Öffentlichkeit
letzten Endes vorzubringen, geschweige denn, dass wir in der Lage sind, dies
entsprechend umzusetzen. Ich will aber auch nicht verhehlen, dass durch die
Nachwirkungen, Nachbindung der gekündigten Tarifverträge eine Mobilisierung
schwierig ist, um so höher bewerte ich die Aktionen, die ich eben genannt habe. InBaden-Württemberg kann man also die Universitätskliniken und überall in Bayern und
in Hamburg und so weiter mit hinzuzählen, ich bewerte, dass überhaupt was passiert
ist, dass Tausende auf der Straße waren, im Prinzip als einen gewerkschaftlichen
Erfolg, sich nicht alles gefallen zu lassen. Ihr habt ja täglich erlebt hier vor Ort wie die
Situation in der realen Wirklichkeit ist. Jetzt ist der Reinhard wieder draußen ... Wir
sind immer wieder gezwungen, so genannte Notfalltarifverträge abzuschließen, und
ich sage das, soweit sie überhaupt meinen Schreibtisch erreichen, weil ja vieles in
den Fachbereichen von ver.di abläuft, so weit sie mich erreichen, da wird das jeden
Tag mehr. Kann man einfach so sagen. Im Osten steigt die Zahl der Tarifverträge zur
sozialen Arbeitszeitsicherung, das heißt Reduzierung der Arbeitszeit, im selben
Umfang Reduzierung des Einkommens. Trotz dem, dass wir in der Tarifrunde den
politischen Erfolg von 100 % 2010/2009 erreicht haben. Ich habe gestern eine
Mitteilung von Sachsen bekommen. Es sind, wenn man die Beschäftigten rechnet,
weit mehr als 10.000 Beschäftigte. Und es sind Landkreise und Kommunen und
sonstige Einrichtungen, die bei dem kommunalen Arbeitgeber in der Regel Mitglied
sind, ausgetreten. Das heißt, auch hier wird in naher Zukunft keine unmittelbare
Wirkung der Tarifverträge mehr vorhanden sein. Und dies ist nicht nur ein
Ostphänomen. In Baden-Württemberg sind Landkreise ausgetreten. In Schleswig-
Holstein sind von 13 kommunalen Krankenhäusern mittlerweile 12 aus dem
kommunalen Arbeitgeberverband ausgetreten, und im Rahmen der Gespräche, die
ich am vergangenen Freitag gehabt hatte, hat der nordrhein-westfälische
Geschäftsführer – Hauptgeschäftsführer, die haben ja immer einen tollen Titel –
Vesper (?) mir dann erklärt, ehe er die Mitglieder aus den Krankenhäusern verliert,
nimmt er die gerne als Gastmitglieder, und damit unterliegen sie nicht der
unmittelbaren Tarifbindung. Was das wieder für den Fachbereich 3 bedeutet, brauche
ich euch nicht groß vorzutragen. Das bedeutet aber auch weiterhin Druck auf die
Tarifsituation im gesamten öffentlichen Dienst. Ich kann aber auf der anderen Seite
auch feststellen, nachdem wir hier die TDL im Prinzip nicht mehr bei den
Tarifverhandlungen zur Neugestaltung des öffentlichen Dienstrechtes, des
Tarifrechtes dabei haben, es geht auch teilweise schneller. Man erlebt immer wieder
Rückschritte, wie am vergangenen Wochenende, aber auf der anderen Seite haben
wir eine Terminflut vereinbart bis Mitte Dezember, und wenn das, was die Frauke A.
(?) veröffentlicht hat, richtig ist, dass wir die Lohn- und Gehaltstarifverträge nicht
kündigen können, dann ist das Datum 31.12., da müssen wir mit diesem Prozess
fertig sein, und dazu fordere ich die Arbeitgeber auf, nachdem wir ihnen sehr deutlich
gemacht haben, wo wir im Rahmen der Beschlussfassung der
Bundestarifkommission bereit sind, bestimmte Dinge mitzumachen, dass sie nun
endlich mal zu den strukturellen Bedingungen, die wir für unsere Kolleginnen und
Kollegen eingebracht haben, nun mal die entsprechenden Antworten geben. Ich
möchte Euch auch meine Verärgerung zum Ausdruck bringen. Also, wenn der
Tarifklempner oder der politisch für den angelehnten entwickelten und für den
Tarifbereich des öffentlichen Dienstes zuständig ist, die Aussagen treffen muss, dann
will ich mal sagen, wie die reale Wirklichkeit mich tagtäglich erreicht. Und das sind
zum Teil Tarifverträge, die schon unterschrieben sind. Und von ehrenamtlichen
Kolleginnen und Kollegen, so sieht das unsere Tarifrichtlinie und unsere Satzung
letzten Endes vor, auch zugestimmt worden ist, und heute morgen habe ich eine
weitere Zustimmung dann in Richtung Clearance-Stelle, die wir ja auch noch haben,
gegeben, was die Frage Arbeiterwohlfahrttarifverträge Nordrhein-Westfalen,
nachdem da das dritte Mal nachverbessert worden ist, muss man einfach sagen, die
Dinge, die dort geregelt werden, holen uns am Verhandlungstisch für den öffentlichen
Dienst ein. Darüber müssen wir uns im Klaren sein, und deshalb können bestimmte
Dinge von uns nicht geduldet werden, und trotzdem wird das Niveau unterhalb des
öffentlichen Dienst sein. In Hessen hatten wir den Fachbereich 3 beauftragt, mal
auszusondieren, wie denn der unterste Level aus Arbeitgebersicht ist, um
Beschäftigung in Krankenhäusern im öffentlichen Dienst zu erhalten. Dann haben die
ein Eckpunktepapier gemacht, haben sie mir nicht zugeschickt. Ich habe abertrotzdem vor einem Spitzengespräch erhalten. Da stand dann drin: Etwa 7,80 Euro,
den genauen Betrag habe ich jetzt nicht mehr im Kopf, Zuwendung – also
Zusammenfassung von Urlaubsgeld und Sonderzahlungen – auf 80 %, Zahlung der
Zusatzversorgung nur noch in Höher von 2 % und damit eine fünfzigprozentige
Anspruchsabsenkung. Dann frage ich mich, wie weit sind wir eigentlich gekommen?
Die Zusatzversorgung, die haben wir Gott sei Dank 2001 neu umstellen können.
Wenn aber da der öffentliche Dienst übermäßig Personal abbaut und weitere
Tarifbereiche oder Unternehmen ausbrechen aus der Zusatzversorgung, dann
werden wir ein Problem vor 2007 haben, nämlich wie die Finanzierung gesichert
werden kann. Jetzt kann ich euch natürlich den Tarifvertrag gemacht haben,
hingehen und sagen, wir haben alles abgesichert. Wenn mehr Kosten anfallen, auf
Grund der Maßnahmen des Arbeitgebers, dann muss der Arbeitgeber ein höheres
Sanierungsgeld zahlen. Das ist tariflich abgesichert. Die Beschäftigten sind nicht
dabei. Aber ich bin nicht blauäugig. Und ich gucke auch nicht nur auf einem Auge, ich
versuche immer auf zwei Augen zu gucken. Was wird denn passieren? Wenn die
Arbeitgeber mehr Aufwendungen, weil weniger Beschäftigte und immer mehr
Leistungsempfänger in der Zusatzversorgung vorhanden sind, dann werden sie uns
das anrechnen auf mögliche Lohn- und Gehaltserhöhungen in zukünftigen
Tarifauseinandersetzungen im öffentlichen Dienst. Deshalb können wir überhaupt
kein Interesse daran haben, dass in Fachbereichen die Zusatzversorgungen
abgesenkt werden, nämlich das holt Euch, das holt die Beschäftigten und die
zukünftigen Generationen überall ein, und deshalb Hände weg von der
Zusatzversorgung. (Applaus) Und wenn die Arbeitgeber aus dem Tarifverbund raus
sind, wie in Schleswig-Holstein, wo circa 10.000 Kolleginnen und Kollegen nicht mehr
tarifgebunden sind, dann erlebt man, wie schnell man über Betriebsräte Niveaus
absenkt, Ausbildungsvergütungen in der Krankenpflege nur noch zur Hälfte, weil man
eine GmbH gründet, und dann anschließend sollen wir das wieder alles einfangen.
Das, was betrieblich gemacht wird, bekommen wir von den Arbeitgebern auf
Bundesebene vorgehalten, wie flexibel doch die Betriebsrätinnen und Betriebsräte
sind und wie flexibel die Gewerkschaft vor Ort ist, nur die Starrköpfigen und die
Halsköpfe, die an Bundesebene halten, das sind die Idioten, die nicht wissen, was in
den Betrieben Sache ist. In der Universitätsklinik Kiel haben alle Kolleginnen und
Kollegen, um Arbeitsplatz zu erhalten im Servicebereich, auf 2,5% Lohn verzichtet.
Das alles jetzt im Endstadium der Auseinandersetzung mit den Arbeitgebern im
Bereich des öffentlichen Dienstes, und alle Kolleginnen und Kollegen verzichten auf
das Urlaubsgeld. Die selbe Situation haben wir in Mecklenburg-Vorpommern bei der
Uniklinik Greifswald, wo wir dann versuchen, die Kolleginnen und Kollegen aus einem
tariflosen Zustand langsam wieder aufzufangen, um langfristig auf dem Tarifrecht des
öffentlichen Dienstes wieder anzufangen. Aber das ist kein Nordproblem, sondern in
Bayern im Klinikum Fürth ist die Vergütung abgesenkt worden auf 8,60 Euro,
gekürzte Zuschläge. Die Einmalzahlung, also an Stelle von Sonderzuwendungen und
Urlaubsgeld beträgt nur noch 200 Euro im Jahr. Und die Altersversorgung wird
pauschal mit 25 Euro den Kolleginnen und Kollegen überwiesen. Der Urlaub ist
reduziert, und es ist eine Jahressollarbeitszeit auf de Basis von 38,5 Stunden
eingeführt worden. Was das heißt: Da wird Urlaub, Krankheit rausgerechnet, und im
Prinzip muss über die Jahresarbeitszeit die Arbeitsleistung erbracht werden. Ähnliche
Situation im München-Stift, in Hamburg, in der Städtischen Gebäudereinigungs-
GmbH ist ausschließlich keine Orientierung mehr – ist ein städtisches Unternehmen –
am Tarifrecht öffentlicher Dienst, sondern eine Orientierung im Bereich der IGBAU
vollzogen worden. Das heißt im Klartext 7,68 Euro und keine
Jahressonderzuwendungen mehr. Im Klinikum Eppendorf ist man auf eine Vergütung
7,26 Euro runtergegangen, und da wird die Zuwendung leistungsorientiert gezahlt. In
Baden-Württemberg befinden sich die Unikliniken Heidelberg, Freiburg, Ulm,
Tübingen nicht mehr im Tarifverbund. Dort kämpfen die Kolleginnen und Kollegen,
dass sie das Tarifrecht des öffentlichen Dienstes erhalten. Und auch das große
Bundesland Nordrhein-Westfalen ist nicht davor gefeit, dass im Gesundheitsbereich,
bei den Universitätskliniken, beim Klinikum in Dortmund, in Lippe-Lemgo
Notfallvereinbarungen und Lohnabsenkungen insbesondere für den Servicebereich
gemacht worden sind. Selbst die Bundesknappschaft, also ein Satellit, der den BAT
im Prinzip bisher immer uneingeschränkt angewandt hat, hat für die 80 Beschäftigten
im Servicebereich mit unserer Zustimmung tarifvertragliche Regelung zur Absenkung
gemacht. In Remscheid, im Mühlenkreis, sagt mir nichts, aber hier ist das immer
aufgeschrieben, in Niedersachsen, Bremen, selbst bei einer Stadt wie Hannover
fordert der Oberbürgermeister für eine Arbeitsplatzgarantie bis zum Jahre 2011 einen
Beitrag der Beschäftigten ein. In Bremen hat der regierende Bürgermeister, Henri
Scherp (?), uns einen Brief geschrieben, sie wollen mit uns Tarifverhandlungen über
eine Sozialsituation herbeiführen, weil der Haushalt nicht gesichert werden kann. Ich
habe bei den Tarifverhandlungen immer erklärt: „Was bringt uns das denn?“ Wir
haben einen bundesweiten Finanzausgleich der Länder. Das heißt, es gibt
Geberländer und Nehmerländer, und Bremen ist bekanntermaßen ein Nehmerland.
So, das heißt, wenn wir die Löhne absenken würden für die Beschäftigten, dann
bekämen sie ja von den Geberländern weniger. Sie haben das strukturelle Problem
der nichtordnungsgemäßen Finanzsituation nicht gelöst. Und dazu geben sie uns
keine Antworten, und trotzdem wollen sie die Löhne und so weiter absenken. Ich
denke, das kann es meines Erachtens nicht sein. Und dann möchte ich ein Highlight
in der Funktion, wo ich mal in Alt-ÖTV, in meiner Vorgängerorganisation – ich war in
einer anderen Funktion, aber mit dem selben Aufgabengebiet – eines Kollegen, der
mit mir noch in den neunziger Jahren erheblich strukturelle Verbesserungen für
Arbeiterinnen und Arbeiter aber auch für einen Großteil der Angestellten
herbeigeführt hat, Willi Hans, wie der meint, mit Betriebsräten umzugehen. Und dann
kommen die Verkündungen, wenn man sich am Wochenende trifft, über die
Zeitungen, nicht über ver.di oder so, wir werden gar nicht beteiligt. Aber sie sind
beteiligt worden, es ist alles im Prinzip vom Tisch, aber trotzdem finde ich nett, was
dieser Kollege, der Karneval in Köln immer im Büßerkleid herumläuft, und mittlerweile
zieht er die Kapuze runter, wenn ich komme, meint zuzumuten, um die Insolvenz
eines öffentlichen Betriebes abzuwenden. Das ist für mich vollkommen neu gewesen.
Weder wusste der Aufsichtsrat was davon noch der Oberbürgermeister von Leipzig
was. Er hat also fünf Themen besetzt. Die erste Forderung, und da hat er angeblich
mit einem Teil des Betriebsrates Verständigung erreicht, insgesamt in den nächsten
drei Tarifrunden, die werden ausgesetzt, egal, wie hoch, letzten Endes sollten die
Lohn- und Gehaltserhöhungen ausfallen. Zusätzlich zweitens wird die angestrebte
Angleichung der Osttarifverträge an das Westniveau auf Eis gelegt. Ich frage mich,
was wir eigentlich vereinbart haben. Da kann überhaupt keiner dran. Drittens, bisher
gewährter zusätzlicher Urlaub für Nachtarbeit und Wechselschichtarbeit wird
gesammelt und kann nur noch kurz vor dem Ausscheiden wahrscheinlich aus dem
Arbeitsleben – Tod meint er ja nicht, aber... (Gelächter) – genommen werden. Ferner
verzichtet die Belegschaft im kommenden Jahr aufs Urlaubsgeld und akzeptiert, dass
das danach, also ab 2006, nur noch als Leistungszulage gezahlt wird. Und, was man
normalerweise bei solchen Tarifverträgen ja automatisch macht, ist eine
Arbeitsplatzgarantie, und die kann er nicht gewähren. Ja, liebe Kollegen, ich frage
mich, wo wir manchmal hingekommen sind. Ich bin froh, dass das jetzt in Sachsen
und auch vom Aufsichtsrat und auch vom Oberbürgermeister klar gestellt wurde, so
etwas gehört in den Papierkorb der Zeitgeschichte, aber Willi Hans gleich mit.
(Applaus) So, und nun komme ich auf den neuesten Stand, ich werde jetzt nicht alles
darstellen, wie weit wir schon in den einzelnen Facetten in der Frage der
Flexibilisierung der Arbeitszeit, in der Frage der Arbeitszeitsouveränität, in der Frage
der Bewertung von Arbeitszeiten sind, aber auch hier noch ein Highlight: Wir erfahren
bei den Tarifverhandlungen, wo es sich dann um das Feuerwehrpersonal der
Flughäfen, was nicht verbeamtet ist, sondern unter dem Tarifbereich, durch die
Arbeitgeber, dass man in Stuttgart einen Tarifvertrag abgeschlossen hat, im Juno,
der liegt weder der Clearingstelle vor noch sonst irgendwie was, wo für volles
Personal die 66-Stundenwoche vereinbart wurde. Dies unter der Maßnahme desArbeitszeitgesetzes und der europäischen Arbeitszeitrichtlinie. In welche
Verzückungen ich dann immer wieder auf Bundesebene komme, wieso so etwas da
geht und bei uns wieder nicht gemacht wird, das ist dann immer sehr fürchterlich, weil
die Arbeitgeber auf uns dann versuchen einzudreschen. Ich möchte aber – ich habe
ja gesagt, ich bin eingestiegen mit der Tabelle – und wir haben auch mit Blick auf den
29.09., wo ja 8-Punkte-Drohungen der VKA anstanden, versucht mal nach vorne zu
kommen. Wir haben uns in der Tabellenstruktur letzten Endes bisher darauf geeinigt
– ich muss, wenn hier ein Grundsatz steht, dann ist der schon aufgerufen, aber ich
meine einen anderen Grundsatz. Ich will noch einmal darauf hinweisen, dass der
Prozess und einzelne Ergebnisse, die nachher wie so ein Mosaik zusammengeführt
werden, immer unter dem Einigungsvorbehalt einer Gesamteinigung stehen, also erst
zum Schluss, wenn einzelne Punkte zusammengeführt werden, wird eine
Gesamtentscheidung getroffen. Und die Gesamtentscheidung kann auch beinhalten,
dass wir nicht zu dem Ergebnis kommen, aber ich hoffe es nicht, weil dann viele
Fragen, die eben gestellt worden sind, aufbrechen werden, wie wir dann
weiterkommen werden. Wir haben uns auf fünfzehn – ich weiß nicht, ob das die erste
Folie ist – Eingruppierungsstufen verständigt. Es soll sechs Stufen geben, wobei die
ersten zwei sogenannte Erfahrungsstufen sind, und die anderen – der Begriff
Entwicklungsstufen ist noch nicht fest, da versuchen wir etwas anderes drunter zu
verstehen, aber die Arbeitgeber legen wert, dass Stufungen, ähnlich wie das heute
von Schily für Beamtinnen und Beamte verkündet worden ist, dann leistungsorientiert
letzten Endes bei durchschnittlichen Leistungen nur eine Höherstufung erfolgt. Wir
haben weiter festgelegt, dass in der Stufe 1 Kolleginnen und Kollegen ohne
Berufserfahrung reinkommen. Das heißt, auch heute haben wir Tarifregelungen, dass
Beschäftigte unter 21 im Angestelltenbereich sogar unter 23 Jahren, wenn sie das
Lebensalter noch nicht erreicht haben, nicht den Volllohn erhalten. Und bei
Arbeiterinnen und Arbeitern haben wir dann im Prinzip ab dem 18. Lebensjahr
geregelt, aber trotzdem haben wir Situation, wo bisher der Volllohn nicht gezahlt
worden ist. In der Stufe 1 ohne Berufserfahrung soll bis zu einem Jahr verbracht
werden, das heißt, die originäre Einstufung ist im Prinzip die Stufe 2, wo man mit
mindestens einjähriger Berufserfahrung reinkommt, und anders als wie das im
Arbeitertarifrecht heute ist, zählt die Berufserfahrung, die ich außerhalb des
öffentlichen Dienstes, also nicht bei dem selben Arbeitgeber hinterlegt habe, also die
zählt nicht. Also wenn jemand eine einjährige Berufserfahrung hat, dann kommt er
mindestens in die Stufe 2. Und bringt er drei Jahre mit – und damit ist auch klar,
obwohl wir uns noch nicht darauf verständigt haben, dass von der Stufe 2 zur Stufe 3
der Aufstieg zwei Jahre betragen wird, also mit dreijähriger Berufserfahrung nicht wie
heute immer eine Stufe 1, sondern dann auch in der Stufe 3 die Eingruppierung. Wir
werden oder haben uns darauf verständigt mit den Arbeitgebern, dass die
sogenannte Entgeltgruppe 5, wir werden drei sogenannte Eckgruppen haben, das ist
die Entgeltgruppe 5, die 9 und die 13 und hier werden Voraussetzungen letzten
Endes abgefordert, das muss ich erst mal vorlesen, mit in der Regel zweieinhalb- bis
dreijähriger Berufsausbildung. Wir werden für den Krankenpflegebereich und auch für
Nordrhein-Westfalen, ich weiß das, weil wir da gegenüber den anderen
Bundesländern bei den Arbeiterinnen und Arbeitern in den Kommunen einen andere
Eingruppierungssituation haben, gegebenenfalls ob es dann Öffnungen für die
Entgeltgruppe 6 geben wird, die sogenannten Fachhochschulabsolventen, die sollen
in der Entgeltgruppe 9 und die Hochschulabsolventen oder mit Masterlehrgang, heute
hat man ja alles englische Begriffe, Bachelor und wie sie alle heißen, da müssen wir
also noch Formulierungen machen, die sollen dann in die 13. Wir haben uns, und das
war mit Sicherheit der Hinweis, den Rainer bringen wollte, auf eine neue
Entgeltgruppe 1 verständigt. Die Arbeitgeber hatten gefordert, analog des
Tarifvertrages für die Versorgungsbetriebe, für einfachste Tätigkeiten, so war ihre
Formulierung, einen Betrag von 1286 Euro, und zwar ohne Stufensteigerung. Wir
haben da die Gefahr gesehen, dass das nicht ganz diskriminierungsfrei ist. Und wir
haben mittlerweile erreicht, dass im Rahmen der Überleitung keine Kollegin undKollege, der in der Vergütungsgruppe 10 oder in der Lohngruppe 1 drin ist, da
eingruppiert werden kann, sondern dies haben wir schon festgelegt, sie werde
übergeleitet in die Vergütungsgruppe 2, mindestens Stufe 2. Wir haben uns weiter
darauf verständigt, dass bundesweit, da muss man die besondere Situation der
Ostländer sehen, wir dies mit Merkmalen im Sinne eines Ausschließlichkeitskataloges
regeln wollen, dass originär eingruppiert wird, wir haben eine grundsätzliche
Verständigung darüber, dass wir ja ein vereinfachtes und überschaubares
Eingruppierungsrecht schaffen wollen, dass aber landesspezifisch ausgestaltet
werden kann. Und wir haben einen Tendenzbeschluss der Bundestarifkommission,
der beinhaltet, dass für un- und angelernte Tätigkeiten in den bisherigen
Entgeltgruppen 1 bis 4, man kann auch sagen dann 2 bis 4 im neuen Tarifrecht,
landesbezirkliche Rahmenregelungen gestaltet werden können, die im Rahmen einer
Anwendungsvereinbarung dann im Betrieb umgesetzt werden können, und die Basis
der neuen Entgeltgruppe 1, die Voraussetzung des Levels für die landesbezirklichen
Regelungen ist, das heißt, die 1286 können nicht unterschritten werden. Ich weise
daraufhin, dass wir für den Ostbereich ja nur einen Lohnansatz von 92,5 % haben,
das heißt, bis 2007 wird es hier weitere Regelungen geben. Die Überleitung ins neue
Tarifrecht habe ich eben schon erklärt, und ein Wollen von uns, das ja im neuen
Tarifrecht ja auch Leistungskriterien und somit eine Art Leistungsbezahlung
stattfindet, stand in der Prozessvereinbarung. Wir haben uns darauf verständigt, weil
vieles ja auch einen Vorlauf letzten Endes haben wird, das ab 2006 mit 2 % der
Lohnsumme gestartet werden kann, offen gelassen, bis wann die 8 %, da kann man
im Prinzip sagen, das ist ein Monatsgehalt, aber die Tabellen werden nicht variabel
gestellt, das haben wir also jetzt schon festgelegt. Und das eine
Auszahlungsverpflichtung stattfindet, dass wir paritätisch besetzte Kommissionen und
so weiter bilden müssen, das ist klar, und klar ist, da wo Leistungsbezahlung wie in
Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Saarland für Arbeiterinnen und
Arbeiter schon gibt, dass da eine landesspezifische Überleitung erfolgt. Und damit ist
auch klar, dass die Forderung, dass die Leistungsbezahlung on top gewährt wird, im
Gegensatz zu den Beamtinnen und Beamten, die das im Rahmen des
Besoldungsrechtes klären, klar. Wenn das 2006 startet, dann fragt man sich, wo
kommt das Geld her. Wir haben erklärt, bis dahin sind Lohnrunden, und es wird bis
dahin Rückflüsse aus Besitzstandsregelungen, aus Rechtschutzregelungen und so
weiter. Nämlich wenn Kolleginnen und Kollegen bis 2006 ausscheiden und wir eine
Besitzstandsregelung haben, weil wir ja sagen, es wird den Kolleginnen und Kollegen
nicht in die Tasche gegriffen, wird das Ergebnis eines einheitlichen Tarifrechtes halt
mehr kosten als wie die Arbeitgeber sich das unter Kostenneutralität vorgestellt
haben. Und wenn ein Leistungsbezug vorhanden ist, dann wird auch ein
Effizienzgewinn letzten Endes zu erwarten sein. Da haben die Arbeitgeber erklärt,
das wollen sie nicht im Vorgriff machen, aber wir haben tarifvertraglich festgelegt,
dass wir über die Speisung da noch mal auf 8 % zu kommen, im Jahre 2008 uns
auch darüber unterhalten, wie Effizienzgewinne aus der Leistungsbetrachtung sind.
Die letzte Tabelle haben uns die Arbeitgeber etwa vor vier Wochen virtuell an die
Tafel gemalt. Der einzige Betrag, der ein bisschen, wenn man die Struktur, die ich
versucht habe eben zu erklären mit der Stufe 1 mit dem jetzigen Tarifrecht in
Übereinklang ist, dann ist das in der 5 der Betrag von 1.820 Euro, da fehlen nur noch
knapp 90 Cent, dann ist das der Betrag der Lohngruppe 4, Stufe 1, ob Bund, Länder
oder Gemeinden mag dahin gestellt werden. Wir haben den Arbeitgebern erklärt,
dass wir eine Zuordnung auf Grund der alten Eingruppierungsstruktur, der
Lohngruppe 4 zur Vergütungsgruppe 7 nicht akzeptieren, sondern wir wollen
ansetzen auf der Basis der Vergütungsgruppe 7 mit der Lohngruppe 5. Wir werden
dies verhandeln am 20.10.04 Ich habe den Arbeitgebern erklärt, ich habe am 21. und
22.10. die Mitglieder der Bundestarifkommission, und ich will denen endlich mal
erklären, wie der Aufstieg sich vollzieht, und wo für uns die strukturellen
Verbesserungen da sind, wenn man sich einig ist, dass jüngere Beschäftigte bezahlt
werden sollen. Das ist bei den Vorschlägen, die die Arbeitgeber im Prinzip am BATBund/Länder, der ja in der Bezahlungsweise, in der Tabelle niedriger ist als der
Gemeindebereich, hier versucht haben vorzuschlagen, und ich habe ihnen auch
erklärt, dass sie vorschlagen sollen an der Entgeltgruppe 9, dann haben wir nämlich
den Batzen unserer Mitglieder, was die Eckeingruppierung anbetrifft, uns auch einen
verbesserten Vorschlag zu machen. Die Arbeitgeber haben erklärt, wie sie das immer
machen, das ist ihr erster Vorschlag. Also, wenn schon einer einen ersten Vorschlag
macht, dann hat er schon was zweites drin, aber man muss dann mal gucken, wo es
letzten Endes hingeht. Dies wollen wir am 20.10., ich habe ihnen das sehr deutlich
am Freitag mit auf den Weg gegeben, und ich habe ihnen auch aus meiner Sicht, das
ist nirgendwo protokolliert, Summen genannt, die ich da letzten Endes vorfinden
möchte, und ich möchte auch Klarheit darüber haben, wann die Kolleginnen und
Kollegen denn in die Endstufe kommen, und ich kann mir das nicht vorstellen, wie
das auf Bundesebene ist, dass man dafür 20 Jahre braucht, bei den Beamtinnen und
Beamten. Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Strukturveränderungen, das steht fest,
und ist auch von den Arbeitgebern im Prinzip, zwar nicht nach außen hin
dokumentiert, obwohl der Stüber gestern für Unruhe gesorgt hat, das ist heute vom
Bundesinnenminister richtig gestellt worden, es gibt keine Vereinbarung über das
Volumen der Arbeitszeit, das haben wir ausdrücklich aus dem Prozess
ausgeklammert, aber ansonsten kann ich mit dem, was Stüber veröffentlicht hat,
leben und den Arbeitgebern vorhalten, wo sie dann letztendlich die Bringschuld zu
erbringen haben. Klar ist, dass die neue Entgelttabelle für Jüngere eine bessere
Bezahlung beinhalten wird, wenn bezahlte Pausen bei Schicht und Wechselschicht,
und am Freitag haben wir uns auf Grund der besonderen Situation in den
Krankenhäusern darauf verständigt, dass da die Pausen in Wechselschicht nicht
bezahlt werden, aber die Regelung, die gegenüber dem allgemeinen Zuschlagsrecht
für Überstundenbezahlung für Krankenhäuser gelten soll, dass im Rahmen des
Ablaufs des normalen Arbeitstages, wenn da bis zu zwei Überstunden anfallen, dass
da kein Überstundenzuschlag gezahlt wird, die haben wir natürlich zurückgenommen,
also, die ist jetzt auch mit diesem Paket letztendlich vom Tisch, aber die
Besonderheit, das wird in Sparten so sein, da wird man zu unterschiedlichen
Bewertungen kommen. Wenn die Angleichung, und das ist auch erklärtes Ziel, Ost an
West und nicht umgekehrt stattfindet, dann wird dies Mehrkosten verursachen. Das
ist nicht nur die Arbeitszeitregelung, sondern das ist auch die Zuwendungsregelung
und noch das ein oder andere, was im Osten anders bewertet wird als im Westen,
nur wir werden das nicht auf einmal bekommen. Das macht ein Volumen von circa
sieben bis acht Prozent aus. Und wer glaubt, dass man also über
manteltarifvertragliche Regelungen nächstes Jahr mal so acht Prozent rübergereicht
werden, der lebt wahrscheinlich nicht in dieser Welt, von daher werden wir im
Endeffekt das regeln, aber wir brauchen da – und ich habe das auch auf den letzten
Arbeitertagen immer wieder gesagt – eine entsprechende Spreizung. Die neuen
Eingruppierungsvorschriften, weil ich mir das nicht noch antun wollte, das alles bis
Ende diesen Jahres zu regeln, werden erst zum 1.1.2007 in Kraft treten. Ihr kennt die
Problematik mit Diskriminierungsfreiheit und alles drum und dran, und wir wollen
einen Probelauf starten. Das heißt, wir werden eine neue Tabelle haben, aber hinter
der neuen Tabelle die alten Eingruppierungsregeln bis dahin weiterlaufen lassen. Wir
sind uns im Augenblick mit den Arbeitgebern im Clinch, wie denn eine verpflichtende
Regelung hinkommt, dass wir a) einen Probelauf machen können und dass wir diese
Regelungen dann zum 1.1.2007 in Kraft setzen können. Wenn der politische Druck
vorhanden ist, dann wird das auch meines Erachtens nach erfüllt sein. Und wenn das
so ist, dass zum Schluss im Rahmen der Überleitung keinem in die Tasche gegriffen
wird, dann werden Mehrkosten anfallen. Und diese Mehrkosten, das habe ich auch
immer wieder erklärt, wenn wir 2002 damit angefangen haben, die werden
aufgerechnet werden mit zukünftigen Tarifrunden und insbesondere, wenn man die
Ausgangslage insgesamt betrachtet für das kommende Jahr im Bereich des
öffentlichen Dienstes halt die Arbeitgeber nur eine Absenkungsrunde fahren wollen,
dann muss man eine entsprechende Strategie fahren, um letzten Endes auch
konstruktiv zum Ergebnis zu kommen. Und dieses Konstruktive ist mindestens bei der
politischen Führung, ich sage jetzt einmal beim Bundesinnenminister Schily und beim
Präsidium der VKA, Stüber, der leider im November ausscheiden wird, weil er jetzt
demnächst nicht mehr Oberbürgermeister in Bochum sein wird, aber dieser politische
Wille, dieses Werk auch zu Ende zu bringen, der ist also auch vorhanden. Und ich
habe das auch auf den Herbsttagungen sowohl hauptamtlichen wie auch
ehrenamtlichen Tagungen gesagt, aus meiner Sicht ist dieser Prozess alternativlos,
weil er ansonsten uns in der tarifpolitischen Situation in Gefahr bringt, dass hier
mittel- und langfristig eine Tariflandschaft entstehen wird, die nur durch Nachwirkung
oder Nachbindung geprägt ist, und das wiederum bedeutet schlichtweg, das
bestehende tarifvertragliche Errungenschaften über kurz oder lang zur Disposition
stehen werden. Dass dieses Risiko nicht zu unterschätzen ist, zeigt das Beispiel der
gekündigten Zuwendungen und Arbeitszeitregelungen im Bereich der Länder,
insbesondere für die Neueinstellungen. Und ich frage mich, wie lang wir mit
nachwirkenden Tarifregelungen leben können, wenn zwar im geringen Umfange,
aber demnächst Tausende von Kolleginnen und Kollegen nicht mehr in der
Tarifbindung drin sind, dann bieten wir ihnen als ver.di auch keine Heimat und bieten
ihnen auch nichts an. Und in den Hochschulen, wo ein Großteil der Kolleginnen und
Kollegen im befristeten Arbeitsverhältnissen sind, das macht in der Regel 30-40% der
Arbeitsverhältnisse aus, die teilweise nur für ein halbes Jahr oder bis 1 1/2 Jahre im
befristeten Arbeitsverhältnis sind, da sind ein Großteil der Beschäftigten schon aus
der Tarifbindung und aus der Tarifnachwirkung raus. Dann würde ich auch gerne
erinnern an die politischen Ansätze von CDU und FDP, dass sie ins
Tarifvertragsrecht eingreifen wollen, nämlich die unbefristete Nachwirkung von
tarifvertraglichen Regelungen zu beschränken, auch das steht demnächst auf der
Tagesordnung. Und eines durften wir auch dann erfahren: Wenn der Tarifverbund der
öffentlichen Arbeitgeber, Bund, Länder und Gemeinde nicht mehr existiert, dann
werden wir eine Automatisierung der Tariflandschaft haben, dann wird der
Häuserkampf stattfinden, und dann wird man vor Ort neue Niveaus – und ich habe ja
eben einige vorgetragen, letzten Endes vereinbaren die durch einen
Branchentarifvertrag, den wir auf Bundesebene vereinbaren, letzten Endes niemals
tätigen würden. Und das alles hat für mich die strategische Frage gestellt, wie gehen
wir mit der nächsten Tarifrunde des öffentlichen Dienstes um. Und ich bin zu der
strategischen Schlussfolgerung gekommen, im Mittelpunkt der nächsten Tarifrunde
2005 muss die Zielsetzung sein, das neue Tarifrecht in Kraft zu setzen. Nämlich dies
wird die zentrale Schlüsselposition beinhalten, aus der sich folgende Folgerungen
ableiten. Es ist klar, dass diese Tarifreform Geld kostet. Das habe ich eben im
Einzelnen erläutert. Also Beispiel: Jüngere besser bezahlen, Besitzstände und alles
drum und dran und einzelne Manteltarifsvertragsteile. Dann werden wir mit einer
Tarifrunde dieses Tarifrecht in Kraft setzen. Und dann sage ich das hier auch so
deutlich, weil ich das auch in einer separaten Veranstaltung in den neuen
Bundesländern und auch auf der Herbsttagung so deutlich gesagt habe. Wenn man
das politische Ziel der Angleichung Ost an West in den Manteltarifbestimmungen
macht, dann wird man eins nicht noch zusätzlich tun können, einen weiteren
Angleichungsschritt in dieser Tarifrunde der Osteinkommen über 92,5 % machen zu
können. Das heißt aber auch, darüber hinaus, dass wir in den darauffolgenden
Jahren letzten Endes da mit starken Schritten in die Angleichung müssen. Ich will
noch einmal betonen, gerade was Willi Hans temptiert (?) hat, indem er einfach
meinte, beordere (?) dem Mufti zu sagen, das, was wir in der Tarifrunde 2000 erreicht
haben, die Regelung über die Ostangleichung für die kompletten Arbeiterinnen und
Arbeiter und die Angestellten bis in die höheren Eingruppierungen, dass die mit
Wirkung Ende 2007 erreicht wird, die ist nicht kündbar, und dies wird auch
umgesetzt, und dies steht auch nicht zur Disposition. Eine Verlängerung der
Arbeitszeit, das sage ich genauso deutlich, wird es mit ver.di nicht geben. Ich bin
überzeugt, dass die kommunalen Arbeitergeber und auch Schily mit dem Gleichgang
der Beamtinnen und Beamten sicherlich fordern werden, aber dann werden wir unsaufzustellen haben. Ich kann mir das im Zusammenhang mit dem Prozess, mit dem
Inkrafttreten des Prozesses nicht vorstellen. Nachdem wir den 29. September bei
dem kommunalen Arbeitgeber überstanden haben – ich will auch sagen, dass vier
Bundesländer gefordert haben in einer ersten Abstimmung auf der
Mitgliederversammlung der VKA, das komplette Tarifrecht des öffentlichen Dienstes
zu kündigen, drei Ost-KAV-Länder und Baden-Württemberg, der Stimme enthalten
hat sich hier Niedersachsen, und das hängt auch damit zusammen, dass wir natürlich
gearbeitet haben. Wir haben versucht, Einfluss zu nehmen auf die Leute, die Einfluss
auf den KAV nehmen können, und insofern bin ich auch Schmalstich, dem
Oberbürgermeister von Hannover dankbar, dass er wenigstens die Ablehnung
verhindert hat, obwohl der Druck aus den Krankenhäusern Niedersachsen riesengroß
ist, aus dem Tarifverbund des öffentlichen Dienstes auszutreten. Liebe Kolleginnen
und Kollegen, ich bin der Meinung, wir sollten an die Tarifrunde positiv herangehen.
Es bedeutet aber, dass in den Bereichen, wo wir schon ein neues Tarifrecht gestaltet
haben, wie die Versorgungsbereiche oder in den Nahverkehrsbereichen, wo auf
Länderebene bereits ein Reformtarifvertrag umgesetzt wird, dass wir auf
Bundesebene festlegen müssen, wie für diese Tarifbereich und für diese Tabellen,
die dort vereinbart sind, eine entsprechende Lohnerhöhung aussehen wird, und
deshalb bitte ich mit zu unterstützen, dass wir diesen strategischen Weg auch gehen
können und den Arbeitgebern keine Chance bieten, als Gegenforderung zu einer
konkretisierten Forderung für die Tarifrunde 2005 uns das Thema Arbeitszeit am
Verhandlungstisch zu präsentieren, nämlich die Verlängerung, die kostenlose
Verlängerung der Arbeitszeit und versuchen, das Jahreseinkommen abzusenken. Ich
denke mal, dass ich hier als Praktiker, als Tarifpraktiker meinen Vortrag gehalten
habe. Ich kann alles unterschreiben, was Schui gesagt hat, nur das lässt sich unter
den Rahmenbedingungen, wie die Tariflandschaft in der ganzen Republik aussieht,
mit den Hintergründen, die ich dargestellt habe, mit den öffentlichen Arbeitgebern,
letztendlich nicht umsetzen, dass wir neben der Tarifreform auch noch erhebliche
Zuwächse beim Lohn und Gehalt werden haben. Ich bedanke mich für Eure
Aufmerksamkeit. Ich hoffe, es ist nicht zu lang geworden, aber für die Diskussion
stehe ich gerne zur Verfügung. (Applaus)
Kurt Martin: Ja, guten Morgen, liebe Kolleginnen und Kollegen. Ich habe gestern so ein
paar Hinweise bekommen nach meiner Rede, wie das denn mit den
Erschwerniszuschlägen ist? Ich habe gestern keinen gesehen, der Hörschutz
getragen hat. Der hätte mit Sicherheit einen Anspruch auf Erschwerniszuschläge
gehabt. Also meine Ohre, die klingen noch immer von dieser sehr modernen
Band mit alten Liedern. Das nur noch mal als Hinweis und aus meiner Sicht, weil
die Fragestellung ja gestern über mindestens für mich akustisch verstehbar war.
Wir werden die Grundsätze der Erschwerniszuschläge regeln, in einem neuen
Tarifrecht, aber die Zuständigkeiten bei den Landesbezirken lassen. Und es
dürfte klar sein, dass die Regelungen, die jetzt vorhanden sind, dann nur auf
Landesebene neu ausgestaltet werden können. Dies wird auch in vielen anderen
Positionen so der Fall sein. Detlef, zu den Gestellungsverträgen: Bin übermorgen
auf einer Veranstaltung meines Fachbereiches VII und des FB VI. Da geht es
darum, wie aus Harz IV, der Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und
Sozialhilfe, die Beschäftigung der Kolleginnen und Kollegen im Bereich des
Öffentlichen Dienstes gesichert werden können. Wir haben ja die tollsten
tarifvertraglichen Regelungen. Wir haben auch geregelt, dass Angestellte, die 15
Jahre beschäftigt sind und über 40 Jahre alt sind, unkündbar sind. Ich rede immer
von „so genannter“ Unkündbarkeit. Wir haben Tarifregelungen über
Rationalisierungsschutz.
?:

Kurt Martin: Das weiß ich auch. Ich wollte auch mal sehr deutlich machen, vielleicht hörst
du dann mal zu, welche Wirkungen letzten Endes entfallen. Nämlich die Kollegen,
die 50 oder noch älter sind und vielleicht 30 Jahre bei den Sozialämtern der
Gemeinden beschäftigt sind, denen nützt weder die Bestimmung über die „so
genannte“ Unkündbarkeit, noch die Rationalisierungsschutz-Tarifverträge, weil
der Rationalisierungsschutz-Tarifvertrag dann nicht zur Anwendung kommt, wenn
auf Grund von gesetzgeberischen Maßnahmen Aufgaben wegfallen. Und die
Aufgaben fallen zum großen Teil für die Sozialhilfe bei den Kommunen weg. Und
dann bin ich froh, dass wir jetzt eine Regelung haben, nicht über Abordnung oder
Versetzung – weder eine Abordnung ist möglich, noch eine Versetzung ist vom
kommunalen Bereich möglich – sondern dass wir jetzt eine Regelung
hinbekommen, über die Gestellung von Arbeitnehmern in einer
Arbeitsgemeinschaft, so wie der Gesetzgeber das vorgesehen hat. Und da, in
diesem Zusammenhang von Lohndumping zu reden, das habe ich also bisher
das erste Mal gehört. Wenn wir gestellen, dann werden die Arbeitnehmer zu den
Bedingungen, wo sie bei der Kommune beschäftigt sind, dann zu
Arbeitsleistungen – an diesem Beispiel will ich es deutlich machen – es sind
immerhin 25.000-40.000 Kolleginnen und Kollegen bei den Kommunen und bei
der Bundesanstalt für Arbeit betroffen, und zwar in wechselseitiger Wirkung. Dass
wir Regelungen über Gestellungsverträge haben, dass sie dann weiterhin
Beschäftigte der Kommunen, bzw. der Bundesanstalt für Arbeit sind, und zwar zu
den Bedingungen, wo sie heute beschäftigt worden sind. Mir ist nicht erkennbar,
wie du aus dieser Formulierung der Arbeitnehmerüberlassung, wenn ich das mal
so sagen darf, die wir hier tarifvertraglich vornehmen, hier zu dem Ergebnis
kommst, dass wir hier Lohndumping betreiben. Das ist nicht beabsichtigt, und das
ergibt sich auch nicht aus der bisherigen Regelung. Jürgen, du hast ein Problem,
was wir im alten Tarifrecht hatten, angesprochen: Inwieweit für – ja, ich habe
immer das Problem „hoch“ – „höher“ eingruppierte Arbeiterinnen, am Beispiel der
Lohngruppe VII hast du das dargestellt, zur Meistertätigkeit. Wenn der
Meistertätigkeit dann im Vergleich der VI b macht und die Arbeiterin oder der
Arbeiter entsprechend qualifizierte Tätigkeiten macht, mehr Zulagen und
Zuschläge bekommt und insoweit ein höheres Einkommen hat. Es ist nicht
beabsichtigt, im Rahmen der neuen Entgeltgruppe die Arbeiterinnen und Arbeiter
abzusenken. Ich habe gestern versucht, deutlich zu machen, auch mit Blick auf
den 20. Oktober, dass wir mal von den Arbeitgebern dargestellt haben wollen, wie
am Beispiel der Entgeltgruppe V im Verhältnis Vergütungsgruppe VII mit der
bisherigen Lohngruppe V der Tabellenaufbau ist. Wo beginnt – ich habe das
versucht deutlich zu machen – das erste, die erste Stufe ist nur eine
Erfahrungsstufe. Also, wer noch keine Berufserfahrung hat, soll da bis zu einem
Jahr rein. Wir haben zum Beispiel geregelt, wenn im Rahmen von einem
Praktikum bei Fachhochschulabsolventen usw. ein Jahr Praktikum zurückgelegt
worden ist, dass dies darauf angerechnet wird. Also wir sind da relativ weit. Nur
die Zahl, die da genannt wird und die gestern da stand, mit 1820 EUR, habe ich
erklärt, das ist die Zahl aus der Lohngruppe VI. Und wenn ich hier die V sage, im
Vergleich, dann wird die Zahl höher sein. Und wenn wir uns mit den Arbeitgebern
einig sind, dass jüngere Kolleginnen und Kollegen im neuen Tarifvertrag besser
bezahlt werden müssen, dann muss das auch aus der Tabelle entnommen
werden. Wir haben keine Absicht, oder der Ansatz ist, Arbeiterinnen,
Arbeitertätigkeiten, qualifiziert bis zur Entgeltgruppe IX zu stufen. Also von daher
ist nirgendwo, sind die Verwerfungen, die du dergestalt siehst, dass Arbeiterinnen
und Arbeiter dann schlechter gestellt werden können. Das ist nicht Ziel, wir wollen
an dieser Stelle, das sage ich ausdrücklich, weil die das gestern wieder so
formuliert haben, auch erkennen, wo für uns denn die strukturellen
Verbesserungen sind. Und die müssen sich auch aus der Entgelttabelle
hergeben. Denn meines Erachtens wir keinen Tarifvertrag machen werden, der
alle Kolleginnen und Kollegen, die heute beschäftigt sind, überleiten in die neue
Entgeltgruppe und im Endeffekt steht alles unter Besitzstands- oder
Rechtsstandswahrung. Das ist kein zukunftsfähiges Tarifrecht, das wissen die
Arbeitgeber. Und wir wollen auch hier klar machen, wo die Gewinner und wo die
Verlierer auch deutlich sind, darüber haben wir immer gesprochen, und wenn es
Verlierer geben sollte, in der Entgeltfrage, dann haben wir auch immer deutlich
gesagt, dass wir da eine klare Besitzstands- und Rechtsstandswahrung haben.
Die Entgeltgruppe I: Die Ute, wenn ich das richtig verstanden hatte, hat danach
gefragt, ob der Arbeitgeber entscheidet, ob jemand eingestuft wird. Wir haben uns
am vergangenen Freitag über die Ausgestaltung der Stufen I-VI mit
unterschiedlichen Vorstellungen gegenseitig eingebracht, aber wir sind nicht weit
auseinander in dieser Frage. Wir werden die Stufung von 1.286, -- EUR-1.440, --
EUR vornehmen. Nur klar ist, dass keine Kollegin oder Kollege, die heute
verhandeln, in diese Entgeltgruppe I überführt wird. Ich habe gestern das auch
versucht, an der Folie deutlich zu machen, dass hier auf jeden Fall klar ist, dass
die Überleitung in Entgeltgruppe II, Stufe II, mindestens erfolgt. Es gibt auch kein
Wahlrecht des Arbeitgebers. Oder zu sagen, die Kollegen, die zukünftig neu
anfängt, vom Ausschließlichkeitskatalog, den wir auf Bundesebene ausgestalten,
und der weiter ausgestaltet werden kann durch landesbezirkliche Regelungen
oder spartenspezifische Situationen, dass der Arbeitgeber dann bestimmen kann,
in welche Stufe die Kollegin oder der Kollege dann letzten Endes anfängt. Der
Detlef hat im Zusammenhang mit den Krankenpflegeberufen darauf hin gewiesen,
dass er das nicht für in Ordnung findet, dass ausschließlich die An- und ich hatte
ausdrücklich darauf hingewiesen nicht nur auf Lohngruppe I – IV, sondern nur die
Angelernten oder die in Einarbeitung stehen. Und wir haben dann ein Problem.
Der Winfried, der ja in Kiel war, wie ich das richtig verstanden hatte, dann sollte
man auch hier aufhören, immer den Hauptamtlichen letztendlich die
Schuldzuweisungen zu geben. Wenn wir Tarifverträge machen, Tarifverträge
machen, dann gibt es Tarifkommissionen. Und die Tarifkommissionen sind in der
Regel dann nur mit einer hauptamtlichen Person besetzt, die das Stimmrecht hat.
Alles andere sind ehrenamtliche Kolleginnen und Kollegen. Und diese
Entscheidungen, die werden auch von den Kolleginnen und Kollegen getroffen.
Und was Kiel anbetrifft, habe ich mich bemüht, auch mit dem Finanzminister von
Schleswig-Holstein einen Versuch zu unternehmen, eine andere Regelung zu
machen. Aber für diese Regelung, die da getroffen worden ist, und wie in anderen
Bereichen, ich habe sie ja vorgetragen, getroffen worden sind, haben sich die
Kolleginnen und Kollegen ausgesprochen. Und insoweit ist das immer so in der
Clearingstelle auch eine große Schwierigkeit, dann immer den Entscheidungen,
die 10.000, über 10.000 Beschäftigte in Kiel betreffen, dann eine andere Position
einzunehmen. Wir versuchen, die Dinge einzufangen, und deshalb, denke ich
mal, müssten alle die Beispiele, die ich gestern genannt habe, Wert darauf legen,
im Augenblick keine tarifvertraglichen Vorleistungen zu bringen, die postwendend
dann bei den mit den Arbeitgebern zu führenden Verhandlungen zum neuen
Tarifrecht uns da landen und die Situation nicht vereinfachen, sondern immer
wieder schwierig machen. Ich denke mal, die über 20 Positionen, die ich gestern
dargestellt habe, machen deutlich, wie notwendig es ist, auch zukünftig ein
einheitliches Tarifrecht zu halten. Und ganz einfach gesagt, wenn wir diese
Regelung nicht machen, sie ist nach langer Diskussion von der erweiterten
Lenkungsgruppe einstimmig so beschlossen worden. Sie ist von der
Verhandlungskommission Freitag vor acht Tagen gegen zwei Stimmen
verabschiedet worden. Die letzte Entscheidung wird immer die
Bundestarifkommission treffen, und sie wird sich damit auch am 21. befassen. Wir
hatten im Frühjahr eine Diskussion, ob wir eine Öffnung auf Bundesebene
zulassen, um Outsourcing oder Insourcing, also wieder zurückholen, für die
Zukunft auch im Tarifrecht des Öffentlichen Dienstes gestaltbar zu machen. Das
hat eine lebhafte Diskussion, und das ist nicht nur eine Entscheidung, die die
Mitglieder der Bundestarifkommission getroffen haben. Ihr kennt dasRückkoppelungsverfahren, wozu wir uns entschieden haben und hier haben
mehrere Monate, ist versucht worden, in so genannten Mitgliederversammlungen,
oder zumindest in Funktionärsveranstaltungen darüber sich zu verständigen, ob
es einen so genannten Tendenzbeschluss gibt, der die Möglichkeit unterhalb des
bisherigen Tarifniveaus eröffnet. Das wir so was gestalten können und das ist
positiv entschieden worden. So, und danach haben wir eine Situation gehabt,
dass wir eine Diskussion auf der Basis der Tarifverträge der IG-BAU, die
bekanntlich noch im Frühjahr bei 8, 60 EUR Stundenlohn lagen, ein
Monatseinkommen als Sonderzahlungen hatten, die Diskussion geführt haben.
Und wenn man die 8, 60 EUR nimmt, kommt man auf 14, 40 EUR. Nur
mittlerweile hat die IG-BAU für die Gebäudereiniger die Absenkung
vorgenommen, auf 7,68 EUR. Und wenn du 7,68 EUR auf der Berechnungsbasis,
die wir haben auf ein Monatseinkommen hochrechnest, kommst du genau auf die
12,86 EUR. Und damit sind die Arbeitgeber in die Tarifverhandlungen
eingestiegen und wollten die 12,86 EUR als unterste Grenze für ewig
festgeschrieben haben und wollten noch darunter von uns, mit uns eine
Vereinbarung treffen, dass um Outsourcing zu verhandeln, der jeweilige
Referenztarifvertrag gilt. Und ihr habt ja vom Frank die, das Interview, wo wir
teilweise auch mit ver.di-Tariflöhnen sind, und wir abgelehnt haben, dass wir für
den Bereich des Öffentlichen Dienstes eine offene Armutsgrenze für
landesbezirkliche Regelungen machen. Wir haben uns dann, so – ich habe die
gestern vorgetragen – haben für landesbezirkliche Gestaltung für Un- und
Angelernte im Bereich des Öffentlichen Dienstrechtes mit den kompletten
manteltarifvertraglichen Regelungen, mit Zuwendung, mit Zusatzversorgung
halten zu können, wir die Entscheidungen, die ich auch gestern vorgetragen
habe, das ist noch das Nichthalten mehr im Öffentlichen Dienst. Haben wir uns
dafür ausgesprochen, mit den Arbeitgebenden Verständigung darauf getroffen,
dass die Deadline für die unterste Grenze, die auf landesbezirklicher Ebene nicht
im Betrieb, sondern auf landesbezirklicher Ebene nur im Rahmen einer
Anwendungsvereinbarung getroffen werden kann, 1286 EUR ist. Wir, das sind
nicht nur die Ungelernten, sondern da sind auch die Krankenhelferinnen und
ebenfalls mit betroffen, im Sinne der Regelungen, die für landesbezirkliche
Regelungen getroffen werden. Was die Frage der Änderungskündigungen von
Leitungsfunktionen von Krankenpflegerinnen oder Pflege anbetrifft, da ist die
Clearingstelle nicht zuständig. Das ist eine Entscheidung, die der jeweilige

Arbeitnehmer . Sonntag 11. November 2007 20:41

@Franklin

Was soll uns dieser Artikel jetzt sagen? Dass Verdi sich richtig verzockt hat?! Das der Herr Kurt Martin ein guter Mensch ist? Für mich ist da alles nur Gesülze! Der TVÖD war das Schlimmste, was uns passieren konnte.

Und dazu: (von Kurt Martin)
Wenn aber da der öffentliche Dienst übermäßig Personal abbaut und weitere
Tarifbereiche oder Unternehmen ausbrechen aus der Zusatzversorgung, dann
werden wir ein Problem vor 2007 haben, nämlich, wie die Finanzierung gesichert
werden kann.

Das kommt daher, dass ihr nur begleitet habt. Ihr müsst kämpfen. Wer nicht kämpft, der hat schon vorher verloren.

Hoffentlich baut der Herr Martin jetzt nicht auch noch bei der VBL Mist? Ich zahle von meinem Gehalt Beiträge in die VBL. Ich möchte irgendwann eine akzeptable Rente erhalten! Die Umwandlung in eine Art Betriebsrente war schon ein Fehler. Bitte nicht noch weitere Abstriche.


Franklin . Sonntag 11. November 2007 23:11

@ Arbeitnehmer

Danke für deinen Beitrag.

Egal wer als Gewerkschaftsspitze für Verdi Tarifverhandlungen im Bereich öffentlicher Dienst führt: er wird nicht für die Ergebnisse geliebt werden. Eine Beschreibung der begleitenden Umstände zum TVöD und TV-L hat Kurt Martin in seinem Redebeitrag bei den BundesarbeiterInnen-Tagen in 2004 gegeben und ist eine Momentaufnahme, die auch heute noch nachwirkt. Die Kampange: öffentliche Dienste sind mehr Wert ist doch ein Ausfluss daraus und ein erstes Zeichen des "Kampfes" den Du forderst. Verdi hätte dann verloren, wenn wir nicht mehr für Flächentarifverträge kämpfen würden.
Wenn jede Kommune und jedes Bundesland seine eigenen Tarifverhandlungen führen müsste: das wäre eine Katastrophe.

Norbert . Montag 12. November 2007 13:35

@ Franklin et al.,
ein Beitrag zum Versuch einer Aufklärung hinsichtlich entbehrlich gewordener Funktionäre...
„Lieber Kurt, die ver.di-Delegierten aus Nordrhein-Westfalen wünschen dir für deine Zukunft alles Gute, Gesundheit und Glück. Und möge dein Golfball immer den direkten Weg ins Loch finden.
P.S. Kurt bleibt uns aber auch noch für die ein oder andere Aufgabe erhalten. So zum Beispiel als alternierender Vorsitzender bei der VBL.“

Hier handelt es sich um den Vorsitz - (aber immerhin! – siehe unten Ziff. h)) des Verwaltungsrats der VBL - und nicht um einen hauptamtlichen Vorstandsposten:

§ 11 Berufung des Verwaltungsrats
(1) 19 Verwaltungsratsmitglieder werden von der Aufsichtsbehörde nach dem Vorschlage der Träger der Anstalt berufen.
19 Verwaltungsratsmitglieder werden von der Aufsichtsbehörde nach dem Vorschlage der Gewerkschaften berufen. Neben Personen, die bei der Anstalt versichert sind, können die Gewerkschaften auch bis zu sechs Personen vorschlagen, die die Versicherten vertreten …

(3) Die Verwaltungsratsmitglieder nach Absatz 1 Satz 1 und die Verwaltungsratsmitglieder nach Absatz 1 Satz 2 bestimmen jeweils aus ihrer Mitte einen Vorsitzenden. Die Vorsitzenden führen den Vorsitz im Verwaltungsrat im kalenderjährlichen Wechsel; …
§ 12* Aufgaben des Verwaltungsrats
(1) Der Beschlussfassung durch den Verwaltungsrat unterliegen ... . Er hat insbesondere zu beschließen über….
Ja, natürlich was? - siehe Bundestagsdiäten:
h) eine Vergütungsordnung für die Mitglieder und stellvertretenden
Mitglieder der Organe,…
Es muss halt doch IMMER auch noch Kohle gemacht werden. Kann mir jemand sagen, warum mir da der Name Steinkühler einfällt... hmmm, komm ums Verrecken nicht drauf... (:-))
Kollegiale Grüße Norbert

Arbeitnehmer . Montag 12. November 2007 13:54

@Franklin,

ich weiß jetzt nicht, warum du dich bei mir bedankst. Für die Unfähigkeit von Verdi?

Ich finde es schlimm, dass die Hauptamtlichen keinen Draht mehr zur Basis haben. Geschweige sich einmal bei uns sehen lassen. Die klüngeln doch viel lieber mit den Arbeitsgeber rum. Bei Vorstandssitzungen, Aufsichtsratsitzungen, usw.

Wir AN sind auf uns allein gestellt!

Das die uns zur Seite stehen und mit uns kämpfen, das war einmal.

Franklin . Montag 12. November 2007 17:21

@ Arbeitnehmer

der Redebeitrag vor der Bundesarbeiterinnenkonferenz 2004 ist die Auseinandersetzung mit der Basis: dort waren viele Verdi Mitglieder aus den Betrieben und Dienststellen denen er Rede und Antwort gestanden hat.

Und Kurt Martin beschreibt, wie schwer die Tarifarbeit im Bereich öffentlicher Dienst ist, wenn er die Kompromisse, die auf örtlicher Ebene ausgehandelt wurden und er gerade nicht zu vertreten hat, Ihm bei Verhandlungen um die Ohren geschlagen werden. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern.

Wenn dir dass als Beweis nicht genügt: ok dann habe ich keine Argumente mehr, dich vom Gegenteil zu überzeugen.

Als Arbeitnehmer bist Du auf Dich allein gestellt ? Hast Du keine Kolleginnen oder Kollegen, die deine Arbeit schätzen und auch mal Danke sagen ?

Alex . Montag 12. November 2007 19:36


Der Beitrag von Kurt Martin aus dem Jahre 2004 -als er an der Basis war -beweist, daß verdi zum ökonomisch ungünstigsten Zeitpunkt den TVÖD abgeschlossen hat
und daß dies von Martin forciert wurde!!
In dem Beitrag spricht Martin sich ja übrigens auch für LOB aus, was mir bisher so nicht bekannt war. Insoweit bin ich für die Veröffentlichung dankbar..

Alex . Montag 12. November 2007 20:16

P.S. natürlich ist es schlimm, wenn jede Kommune oder jedes Land oder Kreis seine eigenen Tarife aushandeln muß! Aber wir steuern doch direkt darauf zu. Schließlich beinhaltet der TVÖD schon jetzt Öffnungsklauseln, die auf betrieblicher Ebene verhandeln werden sollen (Arbeitszeit, flexible Lohnbestandteile wie LOB).Und hat der Vorsitzende nicht schon auf weitere "innere Differenzierungen" in Rahmen der Tarifrunde hingewiesen ?
Schön verpackt , was doch nichts anderes als Sondertarife für bestimmte Regionen heißt!!

Sabine . Dienstag 13. November 2007 12:45

Hinweis zu Pflegenotstand, heute abend in Frontal. Scheint für mich ehrlicher, wie Genug gespart Verdi Seite, denn wer hat uns dieses Dilemma denn eingebrockt. Danke
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/4/0,1872,7124100,00.html

Heinz . Mittwoch 14. November 2007 14:06

Wie stellen sich denn so die Tarifforderungen da. Mit welchen Forderungen wollen wir in die nächste Runde gehen. Könnt ihr mir darüber Auskunft geben.

EDE . Mittwoch 14. November 2007 14:15

Gerade gelesen auf der homepage der GdP:

Nasenprämie demotiviert Polizeibeamte



Berlin. Als entschiedener Gegner einer Leistungsbezahlung für Polizeibeamtinnen und -beamte positionierte sich der GdP-Bundesvorsitzende Konrad Freiberg im abschließenden Streitgespräch des 10. Schöneberger Forums, das unter dem Motto "Impulse für ein zukunftsfähiges Dienstrecht" mehreren Hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmern Gelegenheit gab, über Entwicklungen und Neugestaltungen im öffentlichen Dienst zu diskutieren. Eine Nasenprämie, so der GdP-Vorsitzende, demotiviere auf Teamarbeit angewiesene Polizeibeamte.

Arbeitnehmer . Donnerstag 15. November 2007 12:59

@Alex

wenigstens das netzwerk-verdi setzt sich für die GDL ein und bekundet seine Solidarität. Die Verdi-Funktionäre können sich diesem Beispiel anschließen.

Fritz . Donnerstag 15. November 2007 16:13

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

weiter vorn im blog meine ich davon gelesen zu haben, dass LOB keine Forderung von verdi gewesen sei. Erstaunlich, dass der Kollege Meerkamp als Nachfolger der Kollegen Martin in „ver.di - elektronischer Brief mit Informationen für Beamtinnen und Beamte Nr.: 10/07“ zum Entwurf eines Dientsrechtsneuordnungsgesetzes vom 17.10.07 in einer Presseerklärung das Folgende verlautbaren lässt:

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft unterstützt den vom Kabinett beschlossenen Entwurf eines Dienstrechtsneuordnungsgesetzes für die Beamtinnen und Beamten des Bundes. "Im Regierungsentwurf finden sich viele Aspekte wieder, die wir mit dem Bundesinnenministerium verabredet haben", sagte Achim Meerkamp, Mitglied des ver.di-Bundesvorstands. So lobte er den Erhalt des Einkommensniveaus, den Einbau der jährlich gezahlten Sonderzahlung in die Monatsgehälter sowie die Bezahlung nach Erfahrung statt wie bisher nach Lebensalter.

Gleichzeitig äußerte Meerkamp aber auch Kritik. Der Entwurf werde den Anforderungen einer Stärkung der Zukunftsfähigkeit des öffentlichen Dienstes nicht gerecht. Er vermisse insbesondere innovative Elemente der Leistungsbezahlung. "Wir würden eine Leistungsbezahlung im Volumen und mit den Instrumenten wie im Tarifbereich auf Beamtinnen und Beamte übertragen", so Meerkamp. Zudem müsse sich die Bezahlung der Beamtinnen und Beamten mehr an der tatsächlich ausgeübten Tätigkeit orientieren. Auch solle die Mobilität zwischen Privatwirtschaft und öffentlichem Dienst durch die Möglichkeit der Mitnahme von Versorgungsansprüchen erhöht werden.

Quelle:
http://kunden.mainis.de/news_ressort12/nl_1007.php3


Ich hebe es hervor, damit es sich besser einprägt:

Er vermisse insbesondere innovative Elemente der Leistungsbezahlung. "Wir würden eine Leistungsbezahlung im Volumen und mit den Instrumenten wie im Tarifbereich auf Beamtinnen und Beamte übertragen", so Meerkamp.

Es ist unglaublich, aber der Murks endet nicht mit dem Ausscheiden des Kollegen Martin; er geht offenbar mit dem Kollegen Meerkamp munter weiter - an den Interessen der Beschäftigen im Öffentlichen Dienst vorbei. Wer soll noch Vertrauen zu dieser Gewerkschaftsführung haben? Doch wohl nur noch die öffentlichen Arbeitgeber!

Mit kollegialen Grüßen
Fritz

Arbeitnehmer . Freitag 16. November 2007 18:19

@ Fritz,

wir bräuchten eine komplett neue Verdi-Spitze, oder eine neue Gewerkschaft. Erst dann sehe ich, dass unsere Interessen wieder vertreten werden.

Bis dahin hilft nur beten, damit der zu erwartetende Tarifabschluß keine Verschlechterung mit sich bringt.

Angestellter . Freitag 16. November 2007 19:27

Spätestens jetzt nachdem "unsere" Abgeordnete ihre Diäten der freien Wirtschaft etwas angeglichen haben, sollte doch für Verdi die Forderung für die nächste Tarifrunde klar sein. Erhöhung der Tabelenwerte um 300€/Monat für das Jahr 2008 und nochmal 300€/Monat für 2009. Unsere Abgeordnete werden doch meines Wissens auch von Papa Staat bezahlt und wenn für deren Diätenerhöhung anscheinend genug Geld da ist, warum dann nicht auch für die restlichen Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes? Da hilft nur eins.....Generalstreik und von der GDL lernen. Nicht wieder so lächerliche "punktuelle Streiks" die keinem weh tun.

Franklin . Freitag 16. November 2007 23:38

@ Angestellter

Zur GDL: sie hat ca. 39.000 Mitglieder die nur wenige Berufsgruppen umfasst. Das Ziel eines eigenen Tarifvertrages hat diese Gewerkschaft in einem strukturierten Disskussionsprozess schon vor ca. drei Jahren aufgestellt. Die Mitglieder stehen hinter dieser Forderung und sind bereit sich dafür einzusetzen. Wenn Lokführer streiken, dann hat dass unmittelbare Auswirkungen: der Zug bleibt stehen und fährt eben nicht.
Und dass sie alle Bereiche Personennah- und -fernverkehr sowie den Güterverkehr bestreiken darf, finde ich als Verdianer richtig.
Fatal ist, dass ohne eigenen Tarifvertrag es keine Lösung des Konfliktes geben kann, ansonsten wäre es eine Niederlage der GDL.
Zur eigenen Meinungsbildung habe ich dazu die Homepage der GDL angesehen.
Im Übrigen kann ich die Propaganda sowohl der GDL aus auch des Bahnvorstandes nicht einschätzen, da das genaue Angebot der Öffentlichkeit nicht bekannt ist.
Als Spitzfindigkeit des Bahnvorstandes finde ich, dass Er die GDL auf Schadensersatz verklagen will, wegen eines "unrechtmäßg" geführten Streikes in der Friedenspflicht. Ich hoffe dass kein deutsches Gericht dazu eine Entscheidung treffen muss, die künftige Arbeitskämpfe aller Gewerkschaften in Ihren Möglichkeiten belasten. Mit dem Begriff Generalstreik kann ich gar nichts anfangen, da er in der politischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland nicht verwurzelt ist.
Verdi hat im Bereich von Bund und Kommunen bestimmt mehr als 38.000 Mitglieder. Diese alle zur Teilnahme an einem "General"-Streik zu motivieren halte ich persönlich gelinde gesagt für organisatorisch undurchführbar.

Bevor man über die Diätenerhöhung bei den Bundestagsabgeordneten schimpft muss man diese ins Verhältnis setzen zu dem Gesamtvolumen der Erhöhung: wenn man die Anzahl der Bundestagsabgeordneten mal nimmt beispielsweise mit 5000,- EUR Jahrserhöhung kommt ein lächerlicher Betrag im einstelligen Millionenbereich heraus. Das ist im Bundeshaushaushalt durchaus realisierbar.
So berechtigt eine Forderung nach 300,-- EUR Tabellenerhöhung auch sein mag: man darf nicht blauäugig sein, welche Konsequenzen dass zur Folge hat, wenn diese umgesetzt würde.
Eine Marke ist schon gesetzt die: Tabellenerhöhung im TV-L Bereich: darunter geht nichts.

wim-holderberg . Samstag 17. November 2007 00:48

Franklin,

eine "Tariferhöhung" der Bundestagsabgeordneten beschließt der Bundestag selbst...........das ist der Unterschied.

Einige dieser selbsternannten Volksvertreter wettern gegen das Streikrecht der GDL - setzen angebliche Forderungen der GDL von 31 % in die Welt, die einfach nicht stimmen - genehmigen sich selbst aber einen dicken Schluck aus der Pulle....des Steuerzahlers, also auch von meinen Steuern.

Das ist der Punkt: Wein saufen und Wasser predigen.

MfG
wim-holderberg

Jan . Samstag 17. November 2007 00:59

@Franklin

Blauäugig über die Konsequenzen?

Also wir wollen uns nochmal die vielen Beiträge dieses Blogs in Erinnerung rufen, die absolut glaubhaft und nachvollziehbar dargestellt haben, was die Konsequenzen aus der Umstellung von BAT zum TVÖD sind: Enorme LohnVERLUSTE. Dazu hatten wir noch DREI Jahre Nullrunde. Und Arbeitszeiterhöhungen. Und was uns die neue Entgeltordnung noch bescheren wird, wollen wir mal gar nicht einrechnen.

Die einzige Konsequenz einer 300 Euro Lohnerhöhung wäre: der Erhalt der Lohnquote in unserer Gesellschaft, die schon seit geraumer Zeit stetig zugunsten der Gewinne immer weiter sinkt. Keine Verbesserung – nur Erhalt des Status quo!

Was befürchtest Du, Franklin? Dass die Bonzen massenweise unser Land verlassen, da sie sich nur noch drei statt vier Maseratis pro Jahr leisten können, weil eine Erzieherin nach 15 Jahren Berufserfahrung ihre Familie mit 2 Kindern ohne aufstockende Sozialhilfe selbst finanzieren können will. Die Regierung muss durch die Rücknahme der Steuergeschenke an die Reichen dafür sorgen, dass die öffentlich Beschäftigten ordentlich bezahlt werden können.

Das sind gewerkschaftliche Grundüberzeugungen. Überlass diese neoliberalen Argumente von unfinanzierbaren Sozialleistungen und den ausufernden öffentlichen Ausgaben doch den Wirtschaftsvertretern. Wir sind eine Gewerkschaft, nur zur Erinnerung. Und wir kämpfen – trotz unserer Führung – für Löhne, von denen man leben kann.

300 Euro Lohnerhöhung ab 2008!

Jan . Samstag 17. November 2007 01:22

Was sind eigentlich die Konsequenzen, wenn man keine ordentliche Lohnerhöhung umsetzen kann?

Die Lohntabelle im Öffentlichen Dienst endet für Nicht-Studierte in der Entgeltgruppe 8 bei 2.493 Euro (nach 15 Jahren Berufserfahrung). Sie beginnt bei 1.286 Euro. Dieser Tarif ist ein Armutstarif. Das ist ein Skandal.

Angestellter . Samstag 17. November 2007 11:39

Fangen die neu gewählten Verdi Oberen auch mit der Erfahrungsstufe eins an? Hört doch endlich mal auf diesen Mist weiterhin zu verteidigen. Der Tarif ist und bleibt ein Armutszeugniss und jetzt hilft nur noch alle Kräfte, gemeinsam, für einen akzeptableren Abschluss zu bündeln. Wenn ich allerdings lese dass 3-5% Lohnerhöhungen im Raum stehen, dann muß ich ganz klar sagen "ihr habt immer noch nicht kapiert was da angerichtet wurde". Gebt dem Bsirske doch mal für ein Jahr lang 1.286€/Monat (Brutto) und wenn er damit klar kommt und seine Familie ernähren kann halt ich ab sofort die Klappe und bin mit allem einverstanden. Ist es nicht paradox dass ich als Bauingenieur im öffentlichen Dienst weniger verdiene als ein normaler Bauarbeiter (mit Hauptschulabschluss) in der freien Wirtschaft? Also steht doch endlich mal zu den gemachten Mist und sorgt dafür dass der öffentliche Dienst nicht weiterhin ganz unten in der Lohnniveauskala anzutreffen ist. Einen Trost haben wir ja. Wenn die Parteien sich doch noch auf den Mindestlohn einigen gibts auch für einige aus dem TVÖD Lohnsteigerungen.

Franklin . Samstag 17. November 2007 18:52

@ Jan

Wir sind eine Gewerkschaft, nur zur Erinnerung. Und wir kämpfen – (trotz) mit unserer Führung – für Löhne, von denen man leben kann.

OK Jan über das Ziel sind wir uns einig, über die Strategie, Mittel und Wege wie wir dahin kommen in diesem Blog noch lange nicht. Und dass TVöD und TV-L keine guten Tarifverträge sind besteht auch konsens.
Nun Frage ich dich allen ernstens: würde durch eine Anhebung der Entgelttabelle um 300,00 EUR für alle plötzlich der TVöD (und TV-L) ein guter Tarifvertrag ?



Franklin . Samstag 17. November 2007 19:10

Hallo wim-holderberg!
Im Netz gefunden zum Thema Diätenerhöhung.
Es gibt Bundestagsabgeordnete, denen ist es schwer gefallen, der Dätenerhöhung zuzustimmen und die auch eine differenzierte Meinung dazu haben.

Erklärung zum Abstimmungsverhalten nach § 31 GO BT Erklärung nach § 31 der Geschäftsordnung des deutschen Bundestages zu dem siebenundzwanzigsten Gesetz zur
Änderung des Abgeordnetengesetzes (Drucksache 16/6942)

Ich werde dem Gesetzentwurf aus Gründen der Fraktionsdisziplin und, weil ich die Erhöhung der Abgeordnetendiäten niemanden missgönne, zustimmen.
Ich halte die Erhöhung jedoch für einen Fehler.
Es geht nicht darum, dass gute Arbeit nicht gut entlohnt werden soll. Ich bin der Überzeugung, dass wir hier weit
überwiegend sehr gute und sehr zeitintensive Arbeit leisten. Auch ist es richtig, die Diäten auch an der
Bedeutung der Tätigkeit zu messen. Ich habe daher kein Problem mit der Argumentation, dass die
Diätenerhöhung durch die Leistung verdient sei.
Für mich ist allerdings ausschlaggebend, dass die weiten Teile der Bevölkerung, die ebenfalls sehr gute, wichtige
und zeitintensive Arbeit leisten, und ebenfalls eine entsprechende Erhöhung verdient haben, diese in den letzten
Jahren nicht erhalten haben und auch (noch) nicht in diesem Maße von dem wirtschaftlichen Aufschwung
profitiert haben. Solange uns, als politisch Verantwortlichen, die Aufgabe nicht gelungen ist, der Bevölkerung
entsprechende Steigerungen des Einkommens zu verschaffen, halte ich eine Diätenerhöhung in der
vorgeschlagenen Höhe für falsch.
Ich werde daher, sollte das Gesetz in dieser Form beschlossen werden, die Erhöhung nicht für mich behalten,
sondern für meinen Wahlkreis verwenden. Über die Art der Verwendung werde ich die Öffentlichkeit
informieren.
Für richtig an dem Gesetzentwurf halte ich die Absenkung der Altersentschädigung. Ich setze mich jedoch dafür ein, dass in Zukunft ein System geschaffen wird, bei dem die Abgeordneten Beiträge in eine
Versorgungseinrichtung, sei es die gesetzliche Rentenversicherung oder ein Versorgungswerk leisten, und dafür
einen entsprechenden Anspruch auf Altersversorgung erwerben. In diesem Falle halte ich auch eine entsprechende Erhöhung der Diäten für richtig.

wim-holderberg . Sonntag 18. November 2007 00:01

Franklin,
was willst Du mir damit sagen?

Er hat aus Gründen der Fraktionsdisziplin aber trotzdem zugestimmt.

Außerdem ist das was er sagt "scheinheilig".

Er sagt lediglich dass er die "Diätenanpassung" in der vorgeschlagenen Höhe zum jetzigen Zeitpunkt nicht richtig findet.........sonst nichts.

Also findet er sie sehr wohl in Ordnung.

Dass er die "Anpassung in seinem Wahlkreis verwendet ist nichts anderes als populistisches Gerede für die Medien.

Mich fragen keine Medien, ob und wieviel ich für irgendend etwas spende. Sie würden mich auch nicht fragen, wenn ich es ihnen sage und auch nicht interessieren, weil ich kein Bundestagsabgeorneter bin.

Das was dieser Bundestagsabgeordnete macht, ist nichts anderes als vorgezogener Wahlkampf um sich in Erinnerung zu halten

Zynisch: Wie wärs denn mitt LOB für Bundestagsabgeordnete anstelle der Aufwendungspauschale?

MfG
wim-holderberg

EDE . Sonntag 18. November 2007 13:54

Hallo wim-holderberg, Du bist mir zuvorgekommen :-)

Genau das wollte ich franklin auch fragen/sagen.

Der ehrenwerte Abgeordnete hat zugestimmt.

Alle anderen Äußerungen dieses Herren sind peinliches blabla!

Grüße EDE

Franklin . Sonntag 18. November 2007 14:28

@ Wim-holderberg und EDE

habe schon erwartet, dass Ihr die Erklärung nicht Gut findet: OK mit Eurem Standpunkt kann man auch leben.

Ihr hättet es wohl besser gefunden, wenn die Abgeordnete dagegen gestimmt hätte. (wir lehnen doch auch keine Lohnerhöhung ab ? oder ?) Ich werde Sie fragen, was sie mit dem zusätzlichen Geld in Ihrem (und auch meinem Wahlkreis) gemacht hat.

Gruß Franklin

Jan . Sonntag 18. November 2007 23:11

Hallo Franklin,

Du siehst die 300 Euro als „berechtigt“ an, willst sie aber nicht fordern. Also schließe ich daraus, dass Du sie für nicht durchsetzbar hältst, wahrscheinlich hältst Du sie für die Tarifrunde für schädlich? (Sonst könntest Du sie ja fordern.)

Am Beispiel der Lokführer sieht man, wie man mit deutlichen Forderungen durchaus nicht sofort für verrückt erklärt wird, wenn man sie erläutern kann. Immer noch zeigt die Bevölkerung mehrheitlich Verständnis für die Forderungen der GDL.

Natürlich fällt es der ver.di-Führung schwer, eine deutliche Forderung zu vertreten, nachdem sie schon die vergangenen drei Jahre lang behauptet hat, dass die Umstellung zum TVÖD ein Gewinn für die Beschäftigten sei.

Um ein Entlohnungsniveau halten zu können ist es logisch, dass man nach besonders harten Verlusten eine höhere Tariferhöhung braucht. Und trotz einer späteren Erhöhung hat man in diesen Jahren der Nullrunden einen Beitrag zur Kostensenkung erbracht. Die verdi-Führung könnte sich ja sogar, ob dieses Beitrages der letzten drei Jahre zur „Rettung“ der öffentlichen Haushalte rühmen. Nur dazu müsste man es einfach mal zugeben. Und das wollen unsere Gewerkschaftsspitzen - aus welchen Gründen auch immer – nicht.

Ich sehe nicht ein, warum ich nur deswegen, weil der öffentliche Dienst mit seinen drei Nullrunden einen enormen „Sparbeitrag“ erbracht hat, nun auf alle Ewigkeit immer weiter an Einkommensniveau verlieren soll. Noch dazu völlig ohne Not, da die Gesellschaft immer reicher wird.

Es gab drei Jahre Nullrunde. Es gab enorme Verluste durch die Umstellung des Tarifvertrags. Es gab Arbeitszeiterhöhungen. Und noch vieles mehr. Ich verstehe nicht, warum wir diese Argmente nicht für eine hohe Forderung nutzen sollten, sondern dies alles unter den Teppich kehren und so tun, als ob wir einfach nur in die nächste reguläre Tarifrunde gingen. Und genau das machen die Arbeitgeber mit der „angemessenen Lohnerhöhung“ was immer sie darunter verstehen mögen und auch die Gewerkschaftsführung mit ihren Aussagen zu einer Lohnerhöhung um die 3%. Damit redet sie die Kampfbereitschaft klein.

Die Lokführer streiken für ein Einstiegsgehalt von 2500 Euro. Wir wollen 3% für eine Krankenpflegerin die mit 1850 Euro einsteigt? Das sind grad mal 55 Euro. Und da wundert sich die Führung warum ihr die Mitglieder in Scharen davonrennen?

Nein, natürlich ist der TVÖD/TV-L nach Lohnerhöhung immer noch kein guter Tarifvertrag. Selbst wenn wir wieder den BAT bekämen, wäre das immer noch kein guter Tarifvertrag. Ich fand schon vor Jahren die Bezahlung (nicht nur) im Öffentlichen Dienst lausig.

Aber um so wichtiger ist eine deutliche Lohnerhöhung. Sie muss unsere Hauptforderung sein. Natürlich gehört noch weit mehr dazu: Anerkennung der Berufserfahrung für Stellenwechsler, Angleichung Ost an West, Abschaffung Entgeltgruppe 1, Laufzeit für 1 Jahr, deutliche Arbeitszeitabsenkung, volles 13. Monatsgehalt, Wiedereinführung der Kinderzulagen statt Leistungslohn, Erhaltung der BAT-Eingruppierungsordnung als Untergrenze und keine anderen neuen Kompensationsgeschäfte, die uns den realen Lohnabschluss verschleiern sollen.

Wir müssen den KollegInnen, die diesen Arbeitskampf tragen werden, auch was anbieten, für das sich zu kämpfen lohnt. Wir können es uns nicht nochmal leisten nur für die Verhinderung von weiteren Verschlechterungen zu streiken, was dann, wie im letzten Streik zur Arbeitszeit als „Erfolg“ geringere Verschlechterungen einbringt. Mit so einer Taktik, werden wir weiter Mitglieder verlieren und es in Zukunft immer schwerer haben, Lohnsteigerungen durchzusetzen.

Manfred . Montag 19. November 2007 09:03

Wie ich schon mal schrieb, steht nächsten monat mein 10 jähriger bewährungsaufstieg nach bat an, stand an, wegen des tvöd. Jetzt weiss ich auch wer die 500€ stattdessen bekommt. So ein friedrich merz oder nun gehen wir doch dann mal im kopf durch die reihen im bundestag. Tja, ich denke das sind alles leute, die brauchen diese erhöhung. Wie soll mann und frau den sonst neben den nebenjobs über die runden kommen.

Als sich der aufschwung anbahnte wurde so eine mieser tarifvertrag wie der tvöd abgeschlossen und jetzt wo es wieder bergab gehen wird, wollt ihr für tariferhöhungen kämpfen. Das funktioniert nicht, vor allem habt ihr die oberen pfeifen in eurem verein, die uns den ganzen mist hier eingebrockt haben, wieder gewählt. Also ich hoffe es gibt bald mal eine andere gewerkschaft, wo es sich lohnt einzutreten.

G? size= . Montag 19. November 2007 12:16

Die Verdi Blog Seiten öffnen einem die Augen, was passiert in der Verdi- Führung?
Die müssen doch zur Kenntnis nehmen was ihre Mitglieder wollen und wo denen der Schuh
drückt. Die Personalräte haben Schwierigkeiten den Beschäftigten den TV ÖD zu erläutern
( 39 Std Woche und am Heiligenabend und Sylvester arbeiten, Urlaubsgeld futsch, LOB dazu noch einige Streichungen aus dem alten Tarifvertrag). Anfang 2008 sind neue Tarifverhandlungen ich hoffe die BTK macht, dass was die Mitglieder wollen und lassen sich nicht von den gut verdienenden Verdi Vorstand beeinflussen. Die Hauen ab, wenn denen der Boden unter den Füßen zu heiß wird. Das haben wir schon mehre mal erlebt, Monika Wulf –Mathies, Herbert May und Kurt Martin sind gute Beispiele.


Max . Montag 19. November 2007 15:35

Die Verdi-Führung ließt diesen Blog nicht. Warum ist der Vorsitzende denn mit 98% wiedergewählt worden? Verstehe ich persönlich nicht!
30 % wären nach den Nullrunden der vergangenen Jahren die richtige Forderung. Aber das traut sich ja keiner der Oberen zu sagen. Warum nicht? Wir haben die Nase voll von Nullrunden, Verschlechterungen. Das ist Fakt.
Und Franklin. Du erinnerst mich an einen aufrechten Kämpfer aus dem "wilden Westen" . Leider hast du keinerlei Connection nach oben.

Ex und Hopp . Montag 19. November 2007 19:59

@Jan

Dann vergiss aber bitte nicht zu erwähnen, dass Lokführer ein Ausbildungsberuf ist für den man(n) noch bezahlt wird.

Im TVÖD/TV-L sitzen Leute mit Fachhochschulabschluß, für den man noch Studiengebühren abdrücken darf, für ein Einstiegsgehalt von knapp über 2.000 € Brutto (E9/1). Erst nach einem Jahr gibt es dann mal knapp an die 2.300 € und nach weiteren 2 Jahren erklimmt man die 2.400 € Marke.

Das ist die traurige Realität!

Und das noch Traurige dabei ist, dass man sich trotzdem noch mehr den Ar*** aufreissen muss, als es ehemaligen Mitstudenten in der freien Wirtschaft für das doppelte Gehalt machen müssen.

Denn trotz dieser mikrigen Gehälter heißt es dann immer noch "es ist kein Geld da für eine weitere Planstelle für Verstärkung des Team".

Ich sehe es ja an meinem bald Ex-Kollegen - jetzt E11/5+ (also Endstufe plus Überleitungszuschlag) und bald in der freien Wirtschaft das Brutto mal zwei!!

Angestellter mit TV-Länder . Montag 19. November 2007 20:48

Liebe frustrierte Verdianer und Ex-Verdianer !

Ein interessanter Link heute im Spiegel:
www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,518128,00.html
Vielleicht ist dieses der richtige Weg für andere Berufsgruppen im öffentlichen Dienst !

wim-holderberg . Montag 19. November 2007 22:04

Habe mir den Artikel im Spiegel durchgelesen. Dort steht nachlesbar geschrieben, was die Verdi-Oberen nicht wahrhaben wollen:
Verdi entfernt sich immer mehr von der Basis.

Man merkt es auch in diesem Forum.

Nicht ein einziger Offizieller hat hier einmal Rede und Antwort gestanden zu dem Verschlechterungs-Tarifwerk TVöD.

456.000 Mitglieder hat Verdi seit 2001 verloren.

Wie viel müssen noch austreten, bevor Brsirske & Co etwas merken?

Bsirske und Co. werden wieder vor den öffentlichen Arbeitgebern einknicken, oder bestimmte Berufsgruppen werden Einbussen hinnehmen müssen.

Frage an Franklin:

Hat sich Verdi schon mal Gedanken gemacht, was passiert, wenn eine eigene Krankenpfleger/innen-Gewerkschaft gegründet wird?

Anfragen dazu gibt es bereits beim Marburger Bund.

Ich weiss zwar nicht wie es bei Euch im Krankenhaus aus, aber in meiner Wohngegend sind die meisten Pfleger/innen sehr schlecht auf Verdi zu sprechen.

MfG
wim-holderberg

Angestellter . Dienstag 20. November 2007 08:27

Wie ich bereits des öfteren erwähnte ist es den Verdi Oberen absolut egal was an der Basis passiert. Das zeigt das Wiederwahl Ergebnis von Bsirske mehr als deutlich. Die sitzen auf ihren gut bezahlten Posten und sind völlig realitätsfremd geworden. Da werden hier im Forum Forderungen von 300€/Monat gestellt um diese eklatanten Lohnunterschiede zur freien Wirtschaft ansatzweise zu mindern und das einzigste Statement ist dass solche Forderungen nicht durchsetzbar sind. Ich kann bei solch einer Vorgehensweise einer Gewerkschaft gut nachvollziehen dass zisch Tausende austretten und diese Politik des Lohndumping nicht mehr mitmachen wollen. Ich kann nur hoffen dass jetzt endlich mal jemand wach wird und angemessene Forderungen stellt. Darunter versteh ich Forderungen im zweistelligen Prozentbereich und nicht wie von der Gewerkschaft angedeutet 3-5%. Wenn das wirklich Ziel von Verdi bleibt sitzt der Bsirske (hoffentlich) bald nicht mehr lange auf seinem bequemen Sessel bzw. darf nur noch seine eigenen Interessen verhandeln da es keine Verdi Mitglieder mehr gibt. Kann für mich nur hoffen dass es bald eine Splittergewerkschaft (wie die GDL) gibt die auch meine Interessen vertritt und dafür sorgt dass dieses Armutszeugnis TVÖD schleunigst der Vergangenheit angehört. Also falls es irgendwo eine Gewerkschaft für Ingenieure/Techniker im öffentlichen Dienst gibt bitte melden.

EDE . Dienstag 20. November 2007 08:49

Ich habe es hier schon mal gesagt:

verdi wacht erst auf, wenn das letzte zahlende öD Mitglied gegangen ist.

Rainer Nehring . Dienstag 20. November 2007 10:12

@ Angestellter und Andere!

Dieses Forum ist geschaffen worden damit sich Kolleginnen und Kollegen miteinander austauschen können. Wenn du oder andere mit verdi-Hauptamlichen diskutieren willst, dann könnt ihr das bei den im Bezirk stattfindenden Veranstaltungen. Mir ist bekannt das auch der Vorsitzende an einer Reihe von Veranstaltungen teilnimmt . Ich würde dir also empfehlen dich in deinem Bezirk mal zu erkundigen.
Die beste Art der Kommunikation ist und bleibt die direkte und nicht die über ein Forum wie dieses.
Mit kollegialen Grüßen
Rainer Nehring

EDE . Dienstag 20. November 2007 13:52

Lieber Kollege Nehring,

verdi sollte sich mal überlegen, daß die Zeiten der "Insider" und "allwissender Funktionsträger" im Zeichen der globalen Kommunikation vorbei sind.

Es mag zwar anstrengen für die Funktionäre sein, aber ich verlange von verdi, daß auch solche Foren als Meinungsbildung gelesen, genutzt und verstanden werden.

Nix für ungut.

Grüße EDE

Rainer Nehring . Dienstag 20. November 2007 14:20

@ EDE und Andere

Zur Erklärung dieser Seite möchte ich darauf hinweisen, das dies zwar eine Verdi Seite ist, diese aber nicht auf der offiziellen Verdi Internetseite befindet. Es ist eine von Arbeiter/innen für Arbeiter/innen geschaffene Seite.
Es bleibt also jedem, auch Hauptamtlichen überlassen ob und wie er sich in das Geschähen auf dieser Seite einbringt.

Zur Kommunikation auch in einer digitalisierten und globalisierten Welt ist meine Erfahrung die, dass
nichts wird je die direkte Kommunikation von Mensch zu Mensch ersetzen können.

Max . Dienstag 20. November 2007 14:25

Dann macht doch das Forum wieder zu, wenn euch die Beiträge nicht gefallen. Ist ja schon mal passiert. Kann man wunderbar die berechtigte Kritik abwürgen. Ich würde als Funktionär anders mit diesen Informationen umgehen.

Arbeitnehmer . Dienstag 20. November 2007 14:45

@Rainer Nehring,

Genau das ist der Ton, wie ich ihn von Verdi gewohnt bin. Nicht mit der Sache auseinander setzen, sondern von oben herab bestimmend. Wie bei der letzten Sitzung der BTK. Danke, Rainer, besser konntest du es nicht darstellen.

Mal eine Frage, wer bezahlt euch eigentlich?

Angestellter . Dienstag 20. November 2007 14:55

Es freut mich ja dass mit Rainer Nehring immerhin ein Vertreter von Verdi (BundesarbeiterInnensekretariat) dieses Forum liest. Die obige Antwort möchte ich alledrings so nicht akzeptieren und sie zeigt wie dünnhäutig auf Kritik, zugegebenermasse häufige und massive Kritik, auf Seite von Verdi reagiert wird.

1: Soll/darf man sich in diesem Forum nur noch austauschen und keine Kritik üben? Möchte man Seitens von Verdi nicht akzeptieren dass sich das "dumnme Fußvolk" gegen das Jahrhundertwerk TVÖD wendet? Ich glaub, die Zeiten wo bedingungslos den Oberen gefolgt wurde sind lange vorbei und in diesem speziellen Fall hat sichs Verdi das selbst zuzuschreiben.

2: Kann man nicht erwarten dass gerade hier im Forum, bei der großen Anzahl von Statements und da es sich auch noch um das ofizielle Verdi Forum handelt, sich einige Verdi Funktionäre mal dazu äußern? Als der TVÖD eingeführt wurde gab es keine bzw. nur sehr dürftige Informationen seitens von Verdi. Jetzt wo die überwiegende Mehrheit mit negativen Auswirkungen dieses Tarifvertrages konfrontiert wurde und es an eigener Tasche merkt gibt es verständlicherweise Kritik. Trotztdem fühlt sich keiner dafür zuständig sich dieser Kritik anzunehmen und auch hier im Forum direkt darauf zu antworten. Kann man es nicht verstehen dass sich die Leute verschaukelt fühlen wenn von Verdi weiterhin eine heile Welt vorgegaukelt wird und die geäußerte Kritik weiterhin ignoriert wird?

3: Wie auch Ede, erwarte ich dass Heutzutage diese Form der Kommunikation genutzt wird.

4: Die Zeiten der Huldigungen sind lange vorbei.

Rainer Nehring . Dienstag 20. November 2007 15:02

@ Max und Arbeitnehmer

Genau das meine ich mit Kommunikation.
Arbeitnehmer du hast noch nie einen Ton oder eine Betonung von mir gehöhrt, aber dein Urteil steht fest. Ich weise euch auf eure Möglichkeiten zur Einflussnahme hin.
Das in Versammlungen (betrieblich oder bezirklich) diese Möglichkeit besteht. Nehmt sie in Anspruch!

Und Max dieses Forum ist immer noch offen und es wird auch offen bleiben, weil es eine Seite für die Arbeiter/innen von Arbeiter/innen ist.

Claudia . Dienstag 20. November 2007 15:59

@wim-holderberg und Angestellter

Neues aus der Tarifpolitik:
Eine Krankenschwester aus Kassel prangert u.a. ZUSI an und wird gekündigt
http://www.hna.de/breakingnewsstart/00_20071114151700_Blanckenburg_gewinnt_vor_Arbeitsgericht.html

Einige Bayern sind mit TV-N nicht ganz zufrieden...
http://www.jungewelt.de/2007/11-17/032.php
Grüße

NMF . Dienstag 20. November 2007 16:00

@ Angestellter, wim-holderberg, ede et al.
(aus dem Spiegel-Bericht a.a.o.:)
"Die Leute haben einfach genug von der Kungelei zwischen Ver.di und der BVG und machen jetzt ihrem Ärger über die erheblichen Einkommenseinbußen Luft"...
""In Berlin sieht man die drohende Konkurrenz dagegen sowohl bei Ver.di als auch bei der BVG gelassen."

Hängt das damit zusammen?:

"Während Bsirskes Zeit in Hannover fand seine Frau, Bettina Jankovski, eine Stellung als Abteilungsleiterin für Kindertagesstätten. Zuständiger Personaldezernent der Stadt: Frank Bsirske. Nach seinem Umzug nach Berlin 2001 stellte Bsirskes Gewerkschaftsfreund Hilmar Schmidt-Kohlhas die Kindergartenspezialistin Jankovski als Vorstandsreferentin bei den Berliner Verkehrsbetrieben ein. Brisant: Die Besetzung der Stelle erfolgte ohne vorherige öffentliche Ausschreibung."
(http://wissen48.net/x/Weltweite_Informationen-603065.html)
Sorry, Rainer, konnte es wieder nicht lassen...und (ehrlichen!) Dank, dass das Forum offen bleibt.

Tarifbeschäftigter . Dienstag 20. November 2007 16:55

Ich denke es gibt keine Arbeiter mehr. Das war doch eins der Ziele vom TvÖD / Tv-L. Bei uns in Niedersachsen wurde das hübsche Wort des Tarifbeschäftigten anstatt von Arbeiter / Angestellter eingeführt.

Toll, oder? Für diese neue Bezeichnung kann ich mir nix kaufen. Übrigens für die 350,- Euro, die ich bald weniger im Vergleich zum BAT (mir wurde der Bewährungsaufstieg geklaut) verdiene übrigens auch nicht. Vielen Dank, Ver.di!

Rainer Nehring . Dienstag 20. November 2007 17:29

@ Tarifbeschäftigter

Es gibt noch Arbeiterinnen und Arbeiter.
Auf dieser Seite findest du eine vielzahl von Informationen dazu.
Auch wissenschaftliche Studien

christoph . Dienstag 20. November 2007 17:29

an alle hier: merkt eigentlich keiner, dass dieses forum hier das einzige ist, das solche kommentare überhaupt ermöglicht? und merkt hier keiner, dass rainer nehring und der bereich arbeiterinnen und arbeiter dieses forum seit jahren beschützen. zum freien meinungsaustausch. vielen ist es ein dorn im auge. wenn ihr an die 'oberen' schreiben wollt, dann tut das – aber direkt. aber erwartet nicht, dass sie das hier in diesem forum lesen. und erwartet auch nicht, dass rainer nehring hier alles verteidigt. vielleicht will er das auch gar nicht. aber er kann sich hier auch nicht den mund verbrennen. denkt doch mal nach und werdet konstruktiv. es gibt genügend möglichkeiten in unserer gewerkschaft einfluss zu nehmen. aber einfach zuhause vor dem computer zu sitzen und die leute anzuscheissen ist wirklich simpel. ihr müsst eure ärsche auch mal bewegen. und zum thema TVÖD: ich glaube nicht, dass die grosse mehrheit der mitglieder damals für mehr gekämpft hätte als die 'oberen' gerade noch rausholen konnten. wir werden ja dieses frühjahr sehen wie kampfbereit wir sind.. auf der strasse.. im streik.. denkt mal nach!

Tarifbeschäftiger . Dienstag 20. November 2007 18:39

Ach Du liebe Zeit...!

So einen gequirlten Mist habe ich ja lange nicht mehr gelesen.

Niemand hier hat Rainer persönlich für irgendetwas verantwortlich gemacht, insofern muß er auch rein gar nichts verteidigen.

Natürlich hätte jeder einzelne hier und sonstwo für einen besseren TvÖD / TV-L gekämpft wenn die Führung uns umfassend informiert hätte, aber das hat sie nicht. Sie hat immer nur vom Jahrhundertwerk TvÖD / Tv-L gelabert und kannst Du mir mal sagen wie Du das gemeine Gewerkschaftsmitglied mobilsieren willst, wenn denen wieder besseren Wissens das blaue vom Himmel versprochen wird?

Aufklärung und Information ist die Devise und nicht Nebelkerzen zünden und den Arbeitgebern in den allerwertesten kriechen.


Insofern, veehrter Vorredner, entbehrt Dein Beitrag jeder Grundlage.

Und selbstverständlich kann man von den Verdi-Oberen erwarten, dass Sie sich diesen Blog ansehen und sich damit vertraut machen wo der Basis der Schuh drückt.

@Reiner

In der Nieders. Finanzerwaltung gibt es keine Arbeiter mehr. Alles Tarifbeschäftigte...!

Alex . Dienstag 20. November 2007 20:13

Also ich habe in diesem Blog sehr häufig direkt nach gewerkschaftlichen Veranstaltungen und Auseinandersetzungen mit "Funktionären" (oder solchen, die das zu sein vorgaben )meinen Frust abgeschrieben...
Aber nach dem Spiel ist für mich auch vor dem Spiel.. :-)
Übrigens die kommunalen Arbeitgeber planen schon Gehaltserhöhungen von um die 3% in den Haushalten ein. Weil die Konjunktur und Gewerbesteuern so sprudeln...
Da dürfte also einiges mehr zu verteilen sein !
Hoffentlich ist unser Vorsitzender eher ein Lokführer als ein Bremser...

Alex . Dienstag 20. November 2007 20:14

Also ich habe in diesem Blog sehr häufig direkt nach gewerkschaftlichen Veranstaltungen und Auseinandersetzungen mit "Funktionären" (oder solchen, die das zu sein vorgaben )meinen Frust abgeschrieben...
Aber nach dem Spiel ist für mich auch vor dem Spiel.. :-)
Übrigens die kommunalen Arbeitgeber planen schon Gehaltserhöhungen von um die 3% in den Haushalten ein. Weil die Konjunktur und Gewerbesteuern so sprudeln...
Da dürfte also einiges mehr zu verteilen sein !
Hoffentlich ist unser Vorsitzender eher ein Lokführer als ein Bremser...

Alex . Dienstag 20. November 2007 20:14

Also ich habe in diesem Blog sehr häufig direkt nach gewerkschaftlichen Veranstaltungen und Auseinandersetzungen mit "Funktionären" (oder solchen, die das zu sein vorgaben )meinen Frust abgeschrieben...
Aber nach dem Spiel ist für mich auch vor dem Spiel.. :-)
Übrigens die kommunalen Arbeitgeber planen schon Gehaltserhöhungen von um die 3% in den Haushalten ein. Weil die Konjunktur und Gewerbesteuern so sprudeln...
Da dürfte also einiges mehr zu verteilen sein !
Hoffentlich ist unser Vorsitzender eher ein Lokführer als ein Bremser...

Arbeitnehmer . Dienstag 20. November 2007 21:05

@Reiner Nehring
Ja es gibt noch Arbeiter+Angestellte, das merken wir spätestens am 24+ 31.12. diesen Jahres. Die "Verw.-Angestellten" müßen arbeiten bzw. vorarbeiten; die "Arbeiter" haben frei.
Mein Arbeitgeber freut sich nach dem Motto: Teile und herrsche!
Ich empfinde keine rechte Freude, so wird unsere Solidarität noch weiter geschwächt und der Neid geschürt!

Zu meinem Vorredner:
Hoffentlich erreichen wir die 3%; sicher bin ich mir nicht. Und ob LOB vom Tisch ist bezweifel ich auch. Dann dürfen sich wieder die Betriebs-Personalräte damit rumschlagen. Alles schön nach unten delegieren.

Hans Janosch . Dienstag 20. November 2007 22:55

Liebe Leute,

ich muss offen gestehen, dass ich die Art und Weise wie hier mit unserer Organisation ins Gericht gegangen wird als außerordentlich befremdlich empfinde!

Auch die Anfeindungen in Richtung derer die uns letztendlich diese Plattform bieten und erhalten ist schlicht ungerecht - würden alle die hier vornehmlich kritisieren ihre Energien sinnvoll kanalisieren wäre dass ein schon ein grosser Schritt in Richtung einer erhöhten Kampfkraft.

Offen gesagt braucht man sich nicht zu wundern, wenn den hier engagierten Leuten irgendwann die Lust vergeht - alles Verständnis kennt auch seine Grenzen.

Aber nichts desto trotz,