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Hans Janosch zum Thema Europapolitik

Europawahlen 2009 – ein Kommentar

Die Europawahlen sind vorüber. Die Wähler haben ihr Votum abgegeben und entschieden wohin der Weg in Europa gehen soll. Eine solide bürgerliche Mehrheit ist in ihrer Ansicht gestärkt worden die deutsche Bevölkerung trage in den Grundsätzen den neoliberalen Kurs des europäischen Integrationsprozesses mit. Das Urteil der Bürgerinnen und Bürger habe bewiesen dass in der Bevölkerung deutliche Sympathien für den Lissabonvertrag bestehen. Das sagt das bürgerliche Lager zumindest. Fein. Dann freuen wir uns nun auf eine neue Epoche wunderschönen Freikapitalismus. Das denken sie zumindest. Und tatsächlich. Ein unbedarfter Beobachter mag tatsächlich mit einem Blick auf das Wahlergebnis mutmaßen dies sei der Fall. Doch wie sieht das alltägliche Leben aus? Man begegnet in den Straßen recht wenigen Menschen die, fragt man sie, der Ansicht sind die gegenwärtige Entwicklung in Europa sei wünschenswert. Eine Mehrheit lehnt den Lissabonvertrag ab. Nicht nur die sich mit ihm beschäftigenden Menschen lehnen in ab. Nein. Vielmehr lehnen ihn fast alle ab und wenn man sich nur dabei denkt „die europäische Politikerschar sei sicherlich auch nicht besser als die deutsche und deshalb könne man diese Wahl gleich mit vernachlässigen“.

Ein Problem scheint gegenwärtig ein Informationsdefizit der Bürgerinnen und Bürger zu sein. Man weiß gar nicht was im Vertrag steht. Man hat ein Dutzend Verträge. Versicherungen, Telekommunikationsverträge, Verträge mit der Bank, europäische Verfassungsverträge. Wer soll diesem ganzen Kleingedruckten noch Herr werden. Man kann heute schließlich bloß hoffen nicht übers Ohr gehauen zu werden. Dazu ist der Umstand zu beklagen die Menschen würden ohnehin nicht gefragt. Auch hätten sie eine eigene Meinung. Das sei zwar bedauerlich, aber man wisse schon was gut für uns sei und man sehe sich legitimiert es auch umzusetzen. Werden sie uns sagen. Aber gut. Vielleicht ist diese Sichtweise pessimistisch. Zumindest wäre es wünschenswert alle sich zu diesbezüglicher Aufklärung fähig sehenden Menschen aktiv zu wissen. Überall sollte darüber geredet werden. Ob in der Familie, dem Betrieb, beim Fußball. Das Ding ist wichtig. Das dürfen wir uns nicht aus der Hand nehmen lassen. Die entmündigen uns sonst völlig.

Alle sozial und demokratisch denkenden Parteien sollten ihre Basisstrukturen darauf trimmen mit den Menschen über Europa zu sprechen. Dann beschäftigen sich zumindest schon einmal die Parteibasen mit der Materie denn auch dort scheinen nach wie vor Defizite zu bestehen. Wenn eine breitere Basis im Land eine Auseinandersetzung mit dieser Materie betreibt kann es keinen Zweifel an der gemeinsamen Einsicht geben dieser Vertrag müsse stark modifiziert werden bevor er schlussendlich ratifiziert werden könne. Europäische Verträge hingegen benötigen wir schon. Das ist den meisten Menschen klar. Man ist zufrieden mit den grundsätzlichen Ergebnissen aus mehr als 60 Jahren europäischer Verständigung. Keine dummen Grenzkontrollen mit oft langen Wartezeiten mehr. Gemütliches und unkompliziertes bezahlen. Nette Leute wohin man auch kommt. Das ist alles in Ordnung. Gut. Bezahlen muss man mittlerweile schon recht viel. Das ist nicht so gut um nicht zu sagen es ist belastend. Man kann ja kaum noch eine größere Anschaffung tätigen wenn Staat oder eine Bank nicht unterstützend zur Seite stehen. Und tätigt man eine solche ist man auf Jahre von anderen Konsummöglichkeiten abgeschnitten und hofft zumindest den Kurzurlaub im Harz realisieren zu können. Dann kommt man einmal aus dem ganzen Stress heraus und kann sich in Ruhe zulaufen lassen damit er einem nicht wieder einfällt. Das ist die Lebensrealität vieler Menschen und dies ist als höchst bedenklich anzusehen.

Das Leben ist heute nicht bloß fortschrittlich und dynamisch. Es ist belastend für die Menschen. Die Erbringung des Lebensunterhaltes nimmt wieder zu viel Lebenskapazität ein. Dann leben die Menschen wie in einem Hamsterrad und durch das was sie dort gerade auch schaffen mögen werden sie im Ergebnis auch noch ärmer. Dazu nicht selten krank. Das muss geändert werden. Als Mensch muss man arbeiten. Das ist klar. Wenn die Lohnerbringung ordentlich ausgestaltet ist dann ist sie durchaus praktikabel. Sie ist freiheitlich. Jeder kann entscheiden wodurch er sich ernähren möchte. Das kommt der Kreativität der Menschen entgegen und ist somit Instrument einer modernen Gesellschaft. Der Ausbeutung hingegen muss ein Ende gemacht werden. Das spüren beinahe alle Menschen im Land und wünschen diesbezügliche Verbesserungen. Gerade die demokratischen Parteien müssen an diesem Punkt ansetzen. Wer in der gegenwärtigen Lage noch mit den Lebensrealitäten in Europa zufrieden ist und weiter höhere Kapitalerträge fordert der ist nicht ernst zu nehmen. Der darf nicht noch mehr Schaden anrichtet. Auch wenn er ein freier Kapitalist ist. Das geht nicht.

Das Ergebnis von Wirtschaft müssen adäquate und brauchbare Arbeitsplätze sein die das Leben nicht bloß erhalten sondern auch in Balance halten. Das ist heute nicht zuviel verlangt und die Menschen wären gut beraten es auch weiterhin für sich einzufordern. Das ist schließlich ihr Recht in einer Demokratie. Das sollte auch in Europa der Anspruch sein. Dann kann Europa kommen. Dann ist Europa auch hilfreich und bringt die Menschen zusammen. So ein Europa wünschen sich die Menschen und man wird kaum jemanden finden der anderes behauptet. Für uns kommt Europa zu früh. Wir brauchen mindestens noch 5 Jahre thematischer Verfestigung um einen solchen Prozess ordentlich beenden zu können und es mag andere Länder geben die noch mehr Zeit benötigen. Man kann nur hoffen der bislang an einigen Stellen gezeigte Widersinn gegen den Lissabonvertrag erreicht ausreichend Wirkung um ihn zu stoppen. Vielleicht muss man den Druck noch ein wenig verstärken. Bislang scheint die EU weitgehend unbeeindruckt. Lediglich die nationalen Parlamente werden langsam unruhig. Irgendwann wird es wohl eine Mehrheit geben diese Dinge neu zu verhandeln. Solange - kann man nur hoffen nicht übers Ohr gehauen werden


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Rainer Nehring zum Thema Europapolitik

EU Dienstleistungsrichtlinie

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Liebe Kolleginnen und Kollegen,

anbei die erste Antwort auf meine Schreiben an die EU-Abgeordneten bzgl. EU-Dienstleistungsrichtlinie!

Mit freundlichem Gruß

Bernd Schuster

Hier findest du die Liste der EU Abgeordneten aus Deutschland

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Rainer Nehring zum Thema Europapolitik

Aufruf zu Aktionen "EU Dienstleistungsrichtlinie verhindern"

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Der Europäische Gewerkschaftsbund ruf alle europäischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zur Demonstration am 14. Februar 2006 in Straßburg auf. Zudem ruft ver.di zu Aktionen am 11.Februar 2006 in Düsseldorf
Die Teilnehmer/innen der 1 Internationalen Arbdeiterinnen und Arbeitertage von ver.di am
15. und 16. Oktober 2005 in Wroclaw verabschieden folgende Entschließung

Europa wächst zusammen,

eine langgehegte Intention der europäischen Gewerkschaftsbewegung geht in Erfüllung.
Ein gemeinsames Europa ist die beste Gewähr Krieg und das damit verbundene Leid für die Menschen dieses Kontinents dauerhaft zu verhindern. 60 Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges ist dies das wichtigste Signal welches von einem vereinten Europa ausgeht.

Trotz dieser positiven Wirkung erzeugt das vereinte Europa bei den betroffenen Menschen, insbesondere bei Arbeiterinnen und Arbeitern, länderübergreifend mehr Zukunftsängste als hoffnungsvolle Erwartungen. Dies hat das „Non“ und „Nee“ der Franzosen und der Niederländer eindrucksvoll bewiesen.

Die politischen Ansätze der EU-Kommission in der jüngsten Vergangenheit sind nicht geeignet diese Zukunftsängste abzubauen. Das Gegenteil ist der Fall.

Die geplante EU-Dienstleistungsrichtlinie ist ein solcher Ansatz der dazu geeignet ist Zukunftsängste bei Menschen zu schüren, Fremdenfeindlichkeit fördert und einen bereits in vielen Ländern latent vorhandenen Nationalismus stärkt.

Dies ist der falsche Weg!

Der durch diese EU-Richtlinie eingeschlagene Weg fördert den Verdrängungswettbewerb zu ungunsten sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze und bevorzugt Billiganbieter. Dieser Weg führt nicht zur Steigerung der Akzeptanz der politischen Ausrichtung der EU.
Harmonisierung der gesetzlichen, tariflichen und sozialen Standards auf hohem Niveau ist das Gebot der Stunde. Bis dieses verwirklicht werden kann müssen Dienstleistungen in Europa weiterhin mindestens den Standards entsprechen die in dem Land in dem die Dienstleistung erbracht wird geregelt sind.

Arbeitszeiten und Einkommen, Arbeitsschutz und Unfallverhütungsbestimmungen nach den Bestimmungen der Herkunftsländer, ist nicht die Form von Europa die Arbeiterinnen und Arbeiter wollen.

Zur Klarstellung:
Wir wollen ein vereintes Europa
Wir wollen ein Europa dessen Politik für Menschen gemacht wird und nicht gegen sie.
Wir wollen ein Europa für Menschen und nicht nur für Konzerne

Aus diesen Gründen lehnen die Teilnehmer/innen der 1. Internationalen ArbeiterInnentage die geplante EU-Dienstleistungsrichtlinie ab.

Wroclaw den 16.Oktober 2005



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Rainer Nehring zum Thema Europapolitik

Der Hammer - EU Dienstleistungsrichtlinie

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Die EU Dienstleitungsrichtlinie auch Bolkensteinrichtlinie genannt schleicht sich durch die Instanzen von Brüssel.
Im Oktober soll die Richtlinie durch das europäische Parlament abgestimmt werden.
Wer nach den Protesten im Frühjahr die Hoffnung auf eine inhaltliche Änderung der Richtlinie hatte, sieht sich jetzt eines "Besseren" belehrt.
Deshalb rufen DGB, ATTAC und andere zu weiteren Protestaktionen auf.
Aktion EU-Dienstleistungsrichtlinie 05.10.2005
Der DGB organisiert am 05.10.2005 in Berlin eine Aktion zur Dienstleistungsrichtlinie. Treffpunkt zu
dieser Aktion ist die Wilmersdorfer Straße/Ecke Goethestraße in der Zeit von 11.00 bis 15.00
Uhr.

Der BundesarbeiterInnenausschuss von ver.di hatte sich schon einmal gegen die Dienstleistungsrichtlinie ausgesprochen.
Die Stellungnahme findet ihr anbei.
Da sich an den entscheidenden Inhalten nichts geändert hat, bekräftigen wir diese Ablehnung.


Stellungn BAA Europa wächst zusammen.doc

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