
Rainer Nehring schrieb am Dienstag 8. November 2005 zum Thema Tarifrunden:

SOLIDARITÄT ORGANISIEREN MIT DEN BESCHÄFTIGTEN VON GIESECKE & DEVRINT IN LOUISENTHAL – VER.DI-SOLIDARITÄTSAUFRUF (08.11.2005)
ver.di ruft zur Solidaritöt mit den Streikenden von Giesecke & Devrient, im Werk Louisenthal, auf. Seit vielen Wochen stehen die Beschäftigtn in der Auseinandersetzung mit der Geschäftsführung über die Schließung des Werks in Louisenthal. Seit Montag (07.11.2005) befindet sich die Belegschaft in einem unbefristeten Streik eingetreten. Vorhergehende 24stündige Warnstreiks an vier Tagen hatten noch nicht dazu geführt, dass die Geschäftsführung den Forderungen des Betriebsrats für einen Interessenausgleich und Sozialplan und der Forderung von ver.di nach einem Ergänzungstarifvertrag entgegenkommt. Aktuelle Informationen geben wir auf unserer Internetseite www.gegendruck.info. [http://www.streik-gdl.de.vu/">www.streik-gdl.de.vu sowie auf URL des Textes: http://www.verdi-blog.de/arbeiterinnen/13/viewentry/688
Kommentare
Karl Hofmann am 14. Februar 2006
Ich hatte kurzfristig die Hoffung geschöpft das ver.di sicher nicht mehr vollständig den Realitäten verschließt. Die Streikkampagne gegen die Arbeitszeitverlängerung zeigt allerdings eindeutig, dass ich mich offenbar krass geirrt habe. Ich kann es nicht fassen, dass eine so große Arbeitnehmervertretung im Wesentlichen die großen Egos ihrer Spitzenkräfte befriedigt und einfach auf Krawall macht. Können wir nicht einmal auf dem Teppich bleiben und für einen Moment über die Situation der öffentlichen Haushalten nachdenken?
Dass sich Kollegen kurz vor dem Rentenalter keinen Kopf mehr über die Staatsverschuldung machen und gegen selbst eine geringere Mehrarbeit murren, kann ich ja noch nachvollziehen, aber dass wir Jungen nun gegen unsere eigenen Interessen streiken soll ist unfassbar. Ich bin 27 und muss in meinem Leben noch die Zeche für das Leben der öffentlichen Haushalte über unsere Verhältnisse zahlen. Genau wie beim Thema Rente - mir ist mittlerweile egal ob ich mit 65 keine Rente oder erst mit 67 keine Rente bekomme.
Natürlich müssen auch Steuerschlupflöcher gestopft werden, aber vor allem muss auch die Ausgabenseite runter. Tun wir doch nicht so als gebe es nicht noch viel Fett an einigen Stellen. Ich arbeite beim Berliner Senat und weiß wovon ich spreche.
Hört endlich auf mit dem rückwärtsgewandten Aktionismus. Ist ja sicher spannend einen Streik zu organiesren, aber lösen tut das gar nichts - erst recht, wenn wir gewinnen. Wo können sich bloß die Vernünftigen organisieren? Bei ver.di wohl leider nicht.