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Hans Janosch zum Thema Arbeitsplatzvernichtung

Gedanken eines Beschäftigten bei der Telekom

Liebe Kolleginnen und Kollegen

Heute stieß ich auf einen Fragmenttext eines Kollegen, der sich Gedanken zu seiner Situation bei der Deutschen Telekom gemacht hat. Nachdem ich noch einige eigene Gedanken hinzugefügt habe, möchte ich diesen Text an dieser Stelle veröffentlichen und herzlichst für die tollen Anregungen danken. Macht weiter so, die brauchen das.... ;-)

mit solidarischen Grüßen
Hans Janosch


-----------------------------------------------------------------


Verehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger!


Ich bin ein Phänomen. Mit meinen acht Armen kann ich Kundenaufträge für 3 Personen gleichzeitig bearbeiten und zur gleichen Zeit noch 5 Telefonate entgegen nehmen. Dies ist auch erforderlich, da mein Arbeitgeber die meisten anderen Kolleginnen und Kollegen lange vergrault hat. Meine übergroßen Ohren kommen mir bei meiner Aufgabenlerledigung natürlich außerordentlich gelegen; die sind mir mit der Zeit so groß gewachsen, da ich unentwegt dem Flüstern im Walde lauschen muss. Dies ist ebenfalls erforderlich, da ich ständig auf der Hut sein muss, um mich bei Bedarf rechtzeitig wegducken zu können. Aber auch wenn ich mich gerade unter meinem Schreibtisch vor dem nächsten Clearing verstecke, bin ich selbstverständlich bei allen Ihren Anliegen zur Stelle.


Ich spreche alle Sprachen, kenne mich selbstverständlich im Wegerecht und den AGB aus, kann an Hand Ihrer Rufnummer den Sachverhalt sofort erfassen und weiß auch ohne jedes Wort von Ihnen ganz natürlich, dass auch nur Sie es sein können. Mit meinen sensorischen Fähigkeiten kann ich mich auf jedes Erdkabel dieser Republik aufschalten und anhand der darauf folgenden Reaktion meiner Frisur jede Fehlspannung erkennen. Ebenso bin ich ein „natural born Helpdesk“, kann ohne jede weitere Erklärung sofort alle ihre Systemkonflikte erkennen und Ihnen die Lösung telekinetisch übermitteln. Dies alles sind mit der Zeit erworbene Fähigkeiten, erforderlich, da mein Arbeitgeber schon seit Jahren meine Arbeitsmittel sabotiert.


Harry Potter ist im Vergleich zu mir ein Dilettant, ich kenne die Lösungen Ihrer Probleme noch bevor Sie mich angerufen haben und spreche Sie nur nicht gleich mit Ihrem Namen an weil ich Sie nicht erschrecken möchte. Ich weiß wo Sie wohnen, obwohl sie noch gar nicht umgezogen sind und jawohl, selbst wenn sie bereits umgezogen sind, habe ich schon vorher den Anschluss ihres Nachmieters eingerichtet, den ihres Vormieters umgeschaltet und wenn Ihr Anschluss noch nicht funktioniert, dann nur, weil ich eine nette Unterhaltung mit Ihnen führen wollte. Ich bin ein Menschenfreund.


Ich bin auch gerne an allem Schuld, bin verantwortlich für zu hohe Tarife, nervige Vermieter, für kalten Kaffee, zu harte Eier, Wasserschäden, schlechte Schulnoten ihrer Kinder und die Kopfschmerzen des Partners, für die Launen ihres Chefs, Beleidigungen, Bedrohungen, für das Wetter, Unruhen, Kriege, Streiks, schlechte Wirtschaftslage, amerikanische Präsidenten, hässliche Kanzlerinnen, miese Gesetze und dafür, dass Sie extra wegen mir so früh aufstehen mussten.


Ich lächle, bin mitfühlend, ersetze bei Bedarf ganz kostenlos den Psychiater und gebe den Kummerkasten; außerdem bin ich gerne beim Abbau Ihrer Aggressionen behilflich, ertrage mit viel Ruhe und ohne Widerworte die schlimmsten Beschimpfungen, Ausfälle und Schreikrämpfe; ich kann PC, Drucker, Kopierer, Telefonleitungen und Ihr kaputtes Kfz reparieren, evtl. auch Ihre gescheiterte Ehe retten. Ich will nur, dass es Ihnen bald besser geht


Ich kenne weder Sonn- noch Feiertage, arbeite sehr gerne auch unentgeltlich bis in die tiefsten Abendstunden und nehme die Schuld an allen Verstößen gegen Arbeitszeitgesetze gerne auf mich; persönliche Freizeit ist mir fremd. Seitdem ich von meinem Ressortleiter tägliche Koffeininjektionen erhalte bin ich rund um die Uhr zu erreichen und sollten mir einmal die Sicherungen durchbrennen, bin ich selbst schuld und verzichte auf jegliche Lohnersatzleistungen. Während meiner 24stündigen Bürozeit habe ich keine eigenen Bedürfnisse, Essen, Trinken oder der Gang zur Toilette sind mir fremd.


Die einzige Freude meines Daseins ist es, meinem Arbeitgeber, Ihnen und dem Bundesfinanzminister völlig selbstlos zu dienen und ich verzichte dabei gerne auf gerechte Bezahlung, Beförderungen, Privatsphäre, Wertschätzung, soziale Standards und einen wohnortnahen Arbeitsplatz; ebenso schon länger auf mein Weihnachtsgeld; ….



….denn ich bin beschäftigt bei der Deutschen Telekom







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Christoph Frank zum Thema Arbeitsplatzvernichtung

The Take - Die Übernahme



Ein Film von Naomi Klein und Avi Lewis
Bundesweiter Kinostart ab 28. September 2006


www.take-übernahme.de

Der Film erzählt die packende Geschichte einer Industriearbeitergruppe im von wirtschaftlichen und politischen Krisen geschüttelten Buenos Aires, Argentinien. Von Verzweiflung und Armut zermürbt, beschließen die Arbeiter eines Tages ihren in einem Vorort der Hauptstadt gelegenen ehemaligen Arbeitsplatz, die „Forja“ - Fabrik für Autoteile, zu besetzen, zu übernehmen, und die Fabrik nicht mehr zu verlassen bis die Produktion wieder läuft. Nur bewaffnet mit Steinschleudern und einem unbändigen Glauben an Basisdemokratie ausgestattet, bieten die „Forja“-Arbeiter den Lügen ihrer einstigen Bosse,den Bankern und überhaupt dem gesamten System, welches in ihrer Fabrik nicht mehr als Altmetall für den Schrott sieht, mutig die Stirn. So verwandeln sie den an sich destruktiv-enteignenden Akt der Besetzung in eine konstruktive, sinnstiftende Übernahme, wenn angerostete, eingestaubte Maschinen wieder in ertragbringende und damit für ihre Bediener existenzrettende Anlagen verwandelt werden. Und der Film liefert – wahrscheinlich seine wichtigste Kernbotschaft – ein Bild der Hoffnung für schwere Zeiten. „Der kleine Mann kann siegen. Es kann Arbeit geben.“ Im Jahr 2006 ist es wieder für viele Menschen notwendig geworden, diese Erkenntnis vor Augen geführt zu bekommen. Unbedingt.

Naomi Klein, „die wohl einflussreichste Person unter 35 Jahren“ (The London Times), Autorin des Weltbestsellers „No Logo!“, hat zusammen mit Regisseur Avi Lewis mit dem hier vorliegenden Film ein in vielem radikales Dokumentarfilm-Manifest für das 21. Jahrhundert geschaffen.


«THE TAKE hinterfragt die Grundsätze von Wirtschaft, Regierung und menschlichem Verhalten.»

The New York Times

«... das Ende ist der Alptraum eines jeden Kapitalisten»
The Georgia Straight, Vancouver


In allen Startstädten:
Einladung zu Kino-Previews mit Diskussionsabenden


Freiburg 28. September 2006
DEUTSCHLANDPREMIERE

Startkino ab 28.09.06!
Friedrichsbau-Kinos, 21.00 Uhr · Kaiser-Josef-Straße 270, 79098 Freiburg, Telefon 07 61 - 3 60 31
Nach dem Film Diskussion über: „Globalisierung und Arbeit - Chance oder Bedrohung? - Was hat die Filmgeschichte mit unserem Alltag zu tun?“ Vorauss. mit einem Mitglied der ATTAC Ortsgruppe und einem Vertreter der Arbeitgeberseite.

Köln 26. September 2006
VORPREMIERE

Startkino ab 28.09.06!
Filmpalette, 20.30 Uhr · Lübecker Straße, 50668 Köln, Telefon 02 21 - 469 42 38
Nach dem Film Diskussion über: „Globalisierung und Arbeit – Chance oder Bedrohung? – Was hat die Filmgeschichte mit unserem Alltag zu tun?“ U.a. mit Dr. Uellenberg-van Dawen (DGB-Regionsvorsitzender Köln), vorauss. einem Mitglied von ATTAC Köln und mit einem Vertreter der Arbeitgeberseite.

München 27. September 2006
VORPREMIERE

Startkino ab 28.09.06!
City-Kinos, 19.30 Uhr · Sonnenstraße 12, 80331 München, Telefon 0 89 - 59 19 83
Nach dem Film Diskussion über: „Globalisierung und Arbeit – Chance oder Bedrohung? – Was hat die Filmgeschichte mit unserem Alltag zu tun?“ U.a. mit Alexander Höckle (Südamerika-Experte der IHK München), Christoph Frey (DGB München), Julio Saavedra (CESIfo München) und vorauss. mit einem Mitglied von ATTAC München.

Berlin 28. September 2006
VORPREMIERE

Startkino ab 28.09.06!
Filmtheater am Friedrichshain, 19.30 Uhr, Bötzowstraße 1-5, 10407 Berlin,
Telefon 0 30 - 42 84 51 88 · Nach dem Film Diskussion über: „Globalisierung und Arbeit – Chance oder Bedrohung? – Was hat die Filmgeschichte mit unserem Alltag zu tun?“ Mit Jürgen Vogt (taz-Korrespondent Argentinien). Moderation: Bernd Pickert (taz-Auslandsredaktion).

Hamburg 13. Oktober 2006
HAMBURG-PREMIERE

Hamburg-Start am 13.10.06!
3001-Kino, 19.00 Uhr · Schanzenstraße 75-77, 20357 Hamburg, Telefon 040 - 43 76 79
Nach dem Film Diskussion über: „Globalisierung und Arbeit – Chance oder Bedrohung? – Was hat die Filmgeschichte mit unserem Alltag zu tun?“ U.a. vorauss. mit einem Mitglied der taz-Redaktion, einem Mitglied von ATTAC Hamburg und einem Vertreter der Arbeitgeberseite.




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Kati Ziemer zum Thema Arbeitsplatzvernichtung

JOBKILLER FIAT

Bild084.jpg Bild081.jpg

Nach 102 Tagen Streik bei CNH ehemals Orenstein & Koppel, dem lägsten Streik in der Nachkriegsgeshichte Berlins gehen wieder 333 IG-Metaller Arbeiter!!! in die Arbeitslosigkeit. Die Schließung des Baumaschienenwerks ist zwar auf November 2006 verschoben und 22 Kollegen dürfen weiterhin in einem Teil der Baumaschienenfertigung für Fiat am Standort arbeiten, der Rest soll mit Hilfe von 29 Mio Euro sozialverträglich abgebaut werden. Der Senat von Berlin fordert bei Verlust von Arbeitsplätzen ca. 70 Mio Euro Fördergelder von CNH zurück.
Doch ist das Ergebnis dieses langen Arbeitskampfes niederschmetternd:
333 Arbeiter gehen in die Arbeistlosigkeit! und FIAT macht so weiter!
Diese Kollegen sollten wir unterstützen, denn es muss weitergehen gegen Arbeitsplatzvernichtung!
aktuelle Infos unter:
www.cnh-berlin.de und www.igmetall-bbs.de
Kati Ziemer



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Neueste Kommentare

Beispiel LIDL kein Einzelfall
Inventuren wurden im Suff durchgeführt, ha,ha,ha..... weiter...
ha,ha,ha
10. März 17:51

Beispiel LIDL kein Einzelfall
Wirkung von Arbeitslosigkeit auf Beschäftigte !!!!!! Es gibt Firmen ! Da stellt die Betriebsführung ein Extra-Team ein .Arbeitszeit von 9.00 bis 21. weiter...
ludwig vogt
10. März 15:15

Beispiel LIDL kein Einzelfall
wie sind denn eigentlich die Inventuren dieses Jahr gelaufen? weiter...
Schon wieder ein Ex-BZL
10. März 13:40

Beispiel LIDL kein Einzelfall
Nicht nur da, überall hier bei TEDi. weiter...
???
08. März 21:54

Beispiel LIDL kein Einzelfall
IM WILDEN SÜDEN, wo auch fast alle anderen Beiträge zutreffen! weiter...
Tina
08. März 08:07

Beispiel LIDL kein Einzelfall
TEDi ist ein Sauladen, modernes Sklaventum ist angesagt weiter...
???
07. März 23:12

Beispiel LIDL kein Einzelfall
Tina darf ich fragen in welchem Vkl-Gebiet das war!? Danke weiter...
Neugieriger
07. März 22:10

Beispiel LIDL kein Einzelfall
Taljana,wenn du auf deinen Arbeitsplatz angewiesen bist,kann ich dir nur davon abraten da nachzuhaken. Ich habe es selbst bei einer Kollegin erlebt ... weiter...
Tina
07. März 17:17

Beispiel LIDL kein Einzelfall
danke für die antworten , mein vertrag wurde vor kurzem erst verlängert ... ja rein gesetzlich steht es auch einem 400 Euro jobber zu ... Nur bei tedi weiter...
Taljana
07. März 16:30

Beispiel LIDL kein Einzelfall
@ Taljana: Tedi muss Dir die Durschnittsstunden der letzten 3 Monate im Krank oder Urlaub zahlen, dafür musst Du die Krankmeldung binnen 3 Tagen in weiter...
*war schonmal da*
07. März 12:15

Beispiel LIDL kein Einzelfall
@ Taljana Weiter oben habe ich am 21. August 2009 schon was dazu geschrieben. Oder einfach mal hier nachlesen: ... weiter...
Antiallergika
07. März 12:05

Beispiel LIDL kein Einzelfall
Hallo Taljana, von was träumst du denn? Keine Arbeit kein Geld. weiter...
butje
07. März 08:59

Beispiel LIDL kein Einzelfall
Hallo , wie sieht es eigentlich aus , wenn ich als Packhilfe ... 400 € job krank werde und 2 wochen oder so krankgemeldet bin . Wie läuft das dann mit weiter...
Taljana
06. März 23:44

Beispiel LIDL kein Einzelfall
Das ist ja mal eine gute Nachricht, endlich mal ein VKL der durchgreift und der sich nicht alles gefallen lässt! Weiter so, hoffentlich wacht jetzt a weiter...
biene maja
06. März 12:00

Prinz Stamokap zu Düsseldorf
@ Hans verzeihe bitte, die Ironie bezüglich der "Einführung des Staatsmonpolkapitalismus..." Interpretiere den ganzen Satz als Replik auf deinen weiter...
Franklin
05. März 18:56

Prinz Stamokap zu Düsseldorf
@franklin Damit wir uns richtig verstehen. Das führt nur zu zentristischem Bürokratismus und zum "Sozialismus in einem Land". Viel aussagekräftiger weiter...
Hans Janosch
05. März 09:14

Beispiel LIDL kein Einzelfall
Aber hallo!!! Was tut sich denn da im Südwesten??? Bekommen die A...kriecher ,Besofski & Co endlich mal Dampf??? Wenn ja, Herr Rischer dann sind Sie a weiter...
Ex...
04. März 22:33

Beispiel LIDL kein Einzelfall
vielleicht mal ein VKL der nicht auf arschkrichen dummschwätzen und faulheit steht weiter...
COOOL
04. März 21:57

Prinz Stamokap zu Düsseldorf
Die Einführung des Staatsmonopolkapitalismus soll uns doch in soweit recht sein, als er das wahre Wesen des Interessengegensatzes verdeckt. Jeglich weiter...
Franklin
04. März 20:16

Beispiel LIDL kein Einzelfall
Warum hat der Eker nur noch 6 Filialen?? War er zu Fleißig oder ist das der Anfang vom Ende wie einigen vorher auch! weiter...
biene maja
04. März 19:18