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Hans Janosch zum Thema Gesellschaftsphilosophie

Der demographische Wandel in der deutschen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft – ein Erläuterungsversuch


Seit Jahren konfrontieren uns Politiker aller Couleur mit dem Thema des demographischen Wandels. Zeit, dieses Thema einmal abseits der uns medial eingetrichterten Zusammenhänge zu beleuchten. Verzichten sollen wir - alle gemeinsam die wir lohnabhängig sind. Länger arbeiten, weniger staatliche Leistungen nachfragen und – insgesamt – unsere Ansprüche herunterschrauben. Es scheint, als wäre der demographische Wandel eine nicht zu ändernde Schicksalsbegebenheit der wir uns im Sinne von weiter zu steigernden Profitraten zu beugen hätten. Ist man hingegen bereit tiefer in die Zusammenhänge unserer heutigen Gesellschaft einzusteigen, erscheint der demographische Wandel, einbettet in das Korsett unserer kulturellen Bedingungen, als nichts anderes als die nüchterne und logische Konsequenz der stets gestiegenen Reproduktionsrate des Kapitals. Technische Innovationen und die damit einhergehenden Steigerung der Produktivität, somit die Veränderung der verschiedenen Konkurrenzverhältnisse innerhalb unserer gesellschaftlichen Cluster und derselben untereinander scheinen der Schlüssel zum Verständnis unserer heutigen demographischen Entwicklung zu sein.

Genau wie der Kapitalist beispielsweise seine Kapitalabnutzung über den Warenpreis zu regulieren versucht - also angenommen eine Maschine kostet 100.000€ und ist zehn Jahre in Betrieb, so würde er der Theorie nach 10.000€ jedes Jahr zehn Jahre lang über den Warenpreis umlegen um ihren Anschaffungspreis auszugleichen - genauso würde er normalerweise über den Warenpreis auch die Fortpflanzungskosten des Arbeiters umlegen, eben, weil er mit der Zeit auf die Produktion frischer Arbeitskräfte angewiesen ist. Denn Arbeitskraft ist schließlich eine Ware, die der Kapitalist nachfragen muss um produzieren zu können.

Da die Produktivität aber so weit angestiegen ist, dass der Kapitalist eine wesentlich niedrigere Anzahl an Arbeitskräften benötigt als auf dem Markt vorhanden sind, senkt er, seiner Profitmaxime entsprechend, die Kosten der Arbeitskraft um den Teil, der über die Reproduktionskosten der aktuell eingesetzten Arbeitkraft hinaus, hier wieder im Kontext zum Korsett unseren kulturellen Bedingungen betrachtet, die Fortpflanzungskosten des lebendigen Arbeiters darstellen würden. Er hat kein direktes Interesse daran, dass dem Markt frische Arbeitskräfte zugefügt werden bzw. an seiner eigenen Kostenbeteiligung daran über den Arbeitslohn. Das Angebot an menschlicher Arbeitskraft ist weit größer als die Nachfrage danach und die derzeitige Reproduktionsrate lebendiger Arbeiter reicht immer noch aus, um im Kontext der steigenden Produktivität viele Altarbeiter gegen wenige Jungarbeiter austauschen zu können.

Das Korsett der kulturellen Bedingungen bezieht sich hier auf die Parameter, die der Arbeiter auf Grundlage unserer gesellschaftlichen Entwicklungsstufe in der Frage anlegt, wann die Durchführung von Fortpflanzung als attraktiv erscheint. Wir sind dem Grunde nach soweit entwickelt und fortgeschritten, dass wir als Parameter für Fortpflanzung Maßstäbe wie sichere Arbeit und „möglichen Wohlstand trotz durchgeführter Fortpflanzung“ (Auto, Urlaub etc.) anlegen. Früher kamen diese Parameter kaum zur Geltung, da die produktiven Kräfte noch nicht soweit entwickelt waren und man aufgrund der noch nicht fortgeschrittenen medizinischen Entwicklung noch nicht in der Lage war dem Naturzweck ein Schnippchen zu schlagen - der Trieb war natürlich vorhanden und mit der diesbezüglichen Auslebung stieg die Reproduktionsrate - oder blieb zumindest konstant. Natürlich stieg über diesen Zusammenhang auch notwendig die Verelendungsrate. Heute kann dem natürlichen Trieb nachgekommen sein ohne die direkte Konsequenz der Fortpflanzung.

Weil dies so ist, entwickelt sich die Demographie so wie wir es gegenwärtig feststellen. Der Kapitalist hegt aus dem Ansinnen der kurzfristigen Profitmaximierung heraus in der gegenwärtigen Situation kein direktes Interesse an der Produktion frischer Arbeitskräfte, verringert seine Produktionskosten über den Faktor Arbeitskraft bzw. verletzt die kulturellen Bedingungen - die Geburtenrate sinkt.

Die Situation scheint noch wesentlich dramatischer. Im Grunde genommen ist auch z.B. der Mindestlohn weniger ein Schutz des Arbeiters denn ein Schutz des vermeintlich sozialen Staates. Die Produktivität ist soweit angestiegen, dass der Kapitalist teilweise noch nicht einmal mehr ein Interesse an der Reproduktion der gegenwärtigen Arbeitskraft hat. Löhne von teilweise unter 3€ in der Stunde zeugen eindrücklich davon. Wenn der Kapitalist die vorhandene Arbeitskraft in einem Maße abgenutzt hat, dass sie erlischt ohne sich reproduzieren zu können, könnte er einfach ein Volumen x aus dem Reservoir der industriellen Reservearmee nachfragen und die Warenproduktion fortführen. Unser moderner Staat verhindert dies heute in Anwendung zumindest grundhumanitärer Einsichten durch soziale Transferleistungen. Die Existenz sogenannter Aufstocker ist allseits bekannt. Ohne die staatliche Unterstützung wäre die Reproduktionsmöglichkeit der Arbeitskraft hier stark eingeschränkt. Der Mindestlohn soll also nicht den individuellen Arbeiter schützen, sondern vielmehr den Staat vor den Kosten seiner ansatzhumanitären Befindlichkeit. Dies ist durchaus eine fortschrittliche Herangehensweise. Wohin eine Situation führt kennt ein Staat keine humanitäre Verankerung haben wir in unserer Vergangenheit in aller Dramatik erleben müssen - nur, dass man dort mancherorts nicht mehr von frei auf dem Markt agierenden Arbeitern sprechen konnte, sondern von sozusagen bewusst abgenutzten Einwegarbeitern. Hier wird deutlich, dass Kapital eine recht nüchterne Angelegenheit abseits jeder Romantik ist. Geht es um die Realisierung maximaler Profitraten, dies zeigt diese historische Erfahrung, schreckt der Bourgeois selbst nicht davor zurück den freien Lohnarbeiter in die Laibeigenschaft hinein zu überführen. Im Streben nach Profit kennt er nur dort Grenzen, wo sie unverrückbar eingezogen sind. Der Staat greift heute also ein, um den Nährboden einer solchen Entwicklung zu verhüten. Allerdings macht er dies nicht auf dem Niveau unserer gesellschaftlichen Entwicklungsstufe. Dies hat das Bundesverfassungsgericht unter der massiven Druckausübung vieler tausend entrüsteter Menschen gerade erst feststellen müssen. Auch die verfassungsrechtlich festgeschriebene Norm der unantastbaren menschlichen Würde findet ihre Definition in einem Verhältnis von individueller Lebensrealität im Kontext zur kapitalistischen Reproduktionsquote und ist somit jeweils ein temporäres und materielles Produkt der gesellschaftlichen Entwicklung, d.h., wenn der gesellschaftliche Reichtum insgesamt steigt, muss auch die individuell mögliche Lebensqualität ansteigen die den Maßstab für würdiges Leben darstellt. Weil letzteres so ist, braucht auch kein moderner Lohnarbeiter mit seinem „bescheidenen Wohlstand“ zufrieden zu sein, der nur leicht steigt, stagniert oder sogar langsam fällt, während auf der anderen Seite die Reproduktion der angehäuften Arbeit, d.h. der Reichtümer, eine immer schnellere und umfangreichere Vermehrung erfährt.

Nein! Jeder Lohnarbeiter in unserer heutigen Gesellschaft hat allen Unkenrufen zum Trotz, man könne doch leben und habe entsprechend auch keinen legitimen Grund zur Klage, die volle Berechtigung zur Unzufriedenheit und er wäre wahrscheinlich nicht länger lebendig, wäre er plötzlich völlig zufrieden. Die Unzufriedenheit der großen Masse lohnabhängiger Menschen ist die logische Konsequenz der ungleichen Verhältnisse und Entwicklung auch innerhalb unserer vermeintlich modernen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft. Noch vielmehr. Diese immer öfter anzutreffende Unzufriedenheit lohnabhängiger Menschen ist der Hoffnungsschimmer, die widrigen Verhältnisse unserer Zeit mitsamt der sie verursachenden Wirtschaftsverfassung doch noch irgendwann überwinden zu können. Dies nur zum Ausmaß des heutigen Dilemma in Erweiterung der uns beschäftigen Demographiefrage.

Mögen auch andere gesellschaftliche Entwicklungen wie beispielsweise die Emanzipation der Frau und die dadurch ins Ungleichgewicht geratene Ordnung der bürgerlichen Arbeitsteilung zwischen Familien- und Erwerbsarbeit ihren Anteil an den sinkenden Geburtenraten haben. Mag es so sein, dass hier auch durchaus positive und fortschrittliche Gründe ihre Auswirkung finden. Die Hauptbegründung für den demographischen Wandel in Deutschland ist die ernorme Steigerung der Produktivität, die aufgrund ausbleibender Anpassungen daran größer werdende Konkurrenz der lohnabhängigen Bevölkerung untereinander und daraus resultierend die außerordentlich günstige Ausgangslage einer sich immer weiter reproduzierenden Kapitalistenklasse!


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Hans Janosch zum Thema Gesellschaftsphilosophie

Die Gleichstellung der Frau als Gemeinschaftsaufgabe einer integralen Gesellschaftslehre


Die sich verstetigenden ökonomischen Zwänge der vergangenen drei Jahrzehnte befördern die Gleichstellung der Frau innerhalb der unteren Klassen. Hat sich die Arbeit der Frau dem Ideal der bürgerlichen Arbeitsteilung geschuldet in früheren Jahrzehnten gemeinhin auf den Bereich unentlohnter Familienarbeit beschränkt, werden im Verlauf der sich immer weiter vollziehenden Modifikationen der Arbeitswelt immer mehr Frauen in den industriellen Arbeitsprozess integriert. Jenseits von Gut und Böse ist dies eine nüchterne Feststellung. Sie sagt recht eindrücklich aus, die Frau sei in der bürgerlichen Gesellschaft eine Art Bedarfsgegenstand - bei Bedarf ins Rennen eingebracht, bei Nichtbedarf wieder ins stille Kämmerlein verbracht. Es ist zweifelhaft, ob das Stellen der Frage nach zugestandener Gleichstellung auf Grundlage einer jeweils situationsbezogenen Anforderungseinschätzung wirklich als Gleichstellungspolitik verstanden werden kann. Viele der heute aufführbaren Errungenschaften in der Gleichstellungspolitik müssen leider aus einem solchen Zusammenhang heraus verstanden werden. Wirkliche Gleichstellungspolitik erfordert den Mut zu mehr Veränderung. Die Entrechtung und Unterdrückung der Frau war und ist das Ergebnis einer Politik von Männern und wer Demokrat und Sozialist ist kann sich dieser Wahrheit eigentlich nicht mehr länger entziehen. Allerdings sind abseits von Diskussionen um Quotierungen und einigen anderen nur oberflächlich wirkenden Gleichstellungsattributen andere Denkansätze erforderlich um der Kernproblematik beikommen zu können – was Quotierungen übrigens nicht in ihrer Wertigkeit herabsetzt.

Wenn heute angeführt wird, die Gleichstellung der Frau sei in unseren modernen Gesellschaften doch lange bereits Realität, dann wird hier, bei allen humanitären und rechtlichen Verbesserungen der Situation der Frau im letzten Jahrhundert, der gegenwärtige Entwicklungsstand verkannt. Die bürgerliche Gesellschaft hat sich in Form der ihr immanenten Arbeitsteilung in einer Art herausgebildet, die die Gleichstellung der Frau nicht vorsieht und es sollte anerkannt werden, unter welchen Kraftakten der Frauen all die heute beizeiten auftauchenden Gleichstellungsfatamorganen Gestalt annehmen. Wenn ich eingangs dargelegt habe, die bürgerliche Gesellschaft beschränke die Tätigkeit der Frau gemeinhin auf die Familienarbeit, so impliziert dies dem Grunde nach die Beschränkung des Mannes auf die entlohnte und organisierte Industriearbeit. Die bürgerliche Gesellschaft findet in dieser Aufteilung ihr Gleichgewicht. Die Tatsache einer hoch bewerteten Industriearbeit des Mannes gegenüber einer niedrig bewerteten Familienarbeit der Frauen ist dabei wahrscheinlich kein Zufall.

Erster Grund für eine Aufweichung der traditionellen Verhältnisse scheint gegenwärtig weniger der Kampf der Frauen um Gleichstellung, sondern vielmehr die oft nicht mehr gewährleistete Existenzbesorgungsmöglichkeit der kleinbürgerlichen Familie durch lohnabhängige Männer zu sein. Wenn viele Frauen heute in den Prozess der organisierten Arbeit integriert sind, heißt dies entsprechend nicht selten die Aufhebung des traditionellen Gleichgewichtes in der bürgerlichen Gesellschaft. Denn schließlich wird die Familienarbeit nicht weniger. Das ist der Punkt. Viele Frauen erleben heute zwischen Familien- und Erwerbsarbeit eine kaum zu leistende Doppelbelastung . Dazu werden sie häufig schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen, besetzen nur selten Führungspositionen und werden auch heute noch einerseits nach Möglichkeit aus den klassischen Männerdomänen der Erwerbsarbeit herausgehalten, andererseits ebenso nach Möglichkeiten in ihren eigenen Domänen alleingelassen. Ein unerträglicher Zustand, der in den Grundzügen an die schlimmen Verhältnisse gerade proletarischer Frauen in der Mitte des 19. Jahrhunderts erinnert. Und dies ist kein Zufall. Die alten Klassengegensätze und proletarischen Milieus bilden sich heute langsam wieder heraus. Im Vergleich zur alten Ordnung der bürgerlichen Arbeitsteilung ist der heutige Sachverhalt der regelmäßigen Doppelbelastung von Frauen jedenfalls ein außerordentlich ungleichgewichtiger Zustand. Wenn das Korsett der bürgerlichen Gesellschaft also nicht mehr zu einem Gleichgewicht taugt, so liegt die Notwendigkeit eines veränderten gesellschaftlichen Modells zumindest nahe. Eben hier sollte der Begriff der Arbeit zukünftig ggf. erweitert und auf die gesamtgesellschaftlich erforderliche Arbeit bezogen werden. Auf einer solchen Grundlage kann wahrscheinlich sachdienlicher überlegt werden, wie ein neues Gleichgewicht in der Gesellschaft hergestellt werden kann. Ob dieses Gleichgewicht durch die Minimierung der häuslichen Arbeit durch mehr Dienstleistungsangebote, auf Grundlage eines auf genossenschaftliche Strukturen hin erweiterten Familienbegriffs, einer grundsätzlich angepassten Form der Industriearbeit, dem allgemeinen Entgegenkommen der Männerwelt oder allen diesen Maßnahmen gleichzeitig hergestellt werden kann sei dahingestellt. So mancher Geist möchte wahrscheinlich auch heute noch selbst den Kern der Reproduktionsarbeit vergesellschaften. Es muss keine allgemeinverbindliche diesbezügliche Antwort geben. In erster Linie sollte die Wahlfreiheit verschiedener Lebensentwürfe gewährleistet sein. Ganz unzweifelhaft muss ein neues Gleichgewicht in der Gesellschaft realisiert werden ist der Anspruch von Demokratie und Gleichstellung ein ernstgemeintes Ziel.

Historisch betrachtet kann konstatiert werden, der Frau sei in der bürgerlichen Gesellschaft lange jedes Recht, jedes Können schlicht abgesprochen worden und selbst auf dem Papier existierende Gleichstellungsnormen wurden lange Zeit ignoriert. Noch heute wird der häusliche Rahmen von vielen Männern fälschlicherweise als rechtsfreier Raum verstanden in dem Trieb und Alltagsstress ganz ungezwungen einseitig abgearbeitet werden können. Wissenschaftlich betrachtet wurde bis heute jedenfalls in keiner fundierten Studie die Überlegenheit des Mannes gegenüber der Frau nachgewiesen. Die Tatsache einer durch Männer gemachten Geschichte, einer durch Männer dominierten Wissenschaft, Literatur und Politik ist entsprechend lediglich dem Umstand der die Frau bindenden bürgerlichen Unterdrückungsnormen geschuldet. Ja, allerdings, es ist an der Zeit dies alles anzuerkennen um die Gleichstellung der Frau als Gemeinschaftsaufgabe einer integralen Gesellschaftslehre verstehen zu können.

*gedanklich beeinflusst von „Die Frau und der Sozialismus“ von August Bebel und „Die Gesellschaft der Zukunft“ von Oskar Lafontaine.


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Hans Janosch zum Thema Gesellschaftsphilosophie

Der Trend ist tot. Es lebe die Avantgarde!


DIE ZEIT schreibt in diesen Tagen, die politische Avantgarde vergangener Jahrzehnte habe an Konstruktivität eingebüßt. Einem ihrer ersten Protagonisten, Oskar Lafontaine, wirft sie gar Populismus vor. Dabei verkennt man, dass Avantgarde dem Sinn nach eine Vorhut auf eingeschränktem aber eben auch auf ganzheitlichem Gebiet darstellen kann. Kleinere Fortschrittsgedanken erlauben unter Umständen ihre zeitnahe Verwirklichung. Die großen Vorhaben der Grundsatzavantgarde hingegen benötigen Zeit. Die gesellschaftliche Befreiung der späten 60er und der 70er war Avantgarde. Daraus letztlich Speisung empfangend auch die Ökologiebewegung. Sie war auch Avantgarde und ist es heute wieder.

Bis vor nicht allzu langer Zeit konnte man selbst den Neoliberalismus als Avantgarde bezeichnen. Haben in ihm doch Heerscharen von Herolden den Inbegriff des Fortschritts erkennen wollen. Gepredigt haben sie ihn, Land auf, Land ab. Solange, bis sich selbst die deutsche Sozialdemokratie dem Fortschritt nicht mehr erwehren wollte. Der Traditionalismus musste weichen. Die 68er erkannten im Traditionalismus das spießbürgerliche Befinden einer verkrusteten Gesellschaft und brachen dasselbe im Rahmen einer großartigen Mobilisierungswelle auf. Auch heute sind die Auswirkungen, die Erfolge dieser Bewegung, mehrheitlich anerkannt. Sie haben das Land verändert, es bunter und moderner gemacht. Die 68er bleiben auch vor dem Urteil der Geschichte Avantgarde.

Auch der Neoliberalismus konnte Erfolge aufweisen. Unter reger Unterstützung der deutschen Sozialdemokratie hat er das Land erobert. Der Staat wurde zurückgedrängt, die Kräfte des Marktes wurden entfesselt. Dann kam alles anders. Heute weiß die Mehrheit der Menschen dass der Neoliberalismus nicht Avantgarde ist. Er war ein deutlicher Trend. Das ja. Aber seine Auswirkungen haben sich als keinesfalls fortschrittlich erwiesen. Einträchtig mit dem Untergang der neoliberalen Selbstavantgarde vollzieht sich der Niedergang der deutschen Sozialdemokratie. Dies ist nicht wünschenswert aber folgerichtig. Aus der im traditionell progressivem Glanze erstrahlenden alten Tante wurde ein gefallenes Mädchen. Von Schröder in Gutherrenart defloriert und anschließend in ihren ganzen Elend liegen gelassen, wusste sie sich nicht anders zu helfen als sich fortan Tag ein Tag aus immer wieder selbst preiszugeben. Deshalb kommt sie heute wahrscheinlich so schmierig daher, dass man meint man könne sich mit einer unangenehmen Krankheit anstecken ließe man sich in der Wahlkabine mit ihr ein.

Die deutsche Sozialdemokratie muss sich neu erfinden. Wer wirklich Avantgarde war hat das Debakel kommen sehen und frühzeitig die Segel gestrichen. Heute wird die Verknüpfung und das Aufgehen anerkannter Fortschrittsbewegungen in einer neuen Grundsatzavantgarde deutlich und setzt an wo alles angefangen hat – bei der Emanzipation des Arbeiters und der Beantwortung der sozialen Frage.


Der Trend ist tot. Es lebe die Avantgarde!




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Hans Janosch zum Thema Gesellschaftsphilosophie

Von Wirtschaftsimperialismus und chauvinistischer Sozialpatriotie – die Deutsche Telekom in der Ausfüllung ihrer wirtschaftspolitischen Staatsvorgabe

Die Telekom verändert ihre Vorstandsstruktur und die diesbezüglichen Zuständigkeiten. Nachfolgend ein kurzer Überblick über die maßgebliche Aufgabenverteilung.

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War Propaganda Bureau (umgangssprachlich auch War-Room) – unter Leitung von Thomas Sattelberger und Rene Obermann

Das War Propaganda Bureau unter Leitung von Thomas Sattelberger ist beauftragt unter der Prämisse „sozial ist was Arbeit schafft“ die Beschäftigten des Telekomkonzerns zu verdummen. Nur so ist es möglich, dass die Beschäftigten auf einen immer größeren Anteil der durch sie erwirtschafteten Werte zugunsten einer horrenden Dividendenausschüttung verzichten. Rene Obermann hat im War Propaganda Bureau die Aufgabe, die deutschen Beschäftigten von der Notwendigkeit der gen südosten gerichteten Ausweitung der Konzerninterventionen zu überzeugen. Die Telekom benötigt neuen Wirtschaftsraum im Südosten. Der größte Profiteur dieser Handlungsweise ist der deutsche Staat in Form seines selbständig nicht einmal zur Buchstabierung des Wortes Solidarökonomie fähigen Bundesfinanzministers.
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Imperial Colonial Office – unter Leitung von Guido Kerkhoff

Das Imperial Colonial Office unter Leitung von Guido Kerkhoff ist beauftragt die Einflussnahme des deutschen Staates innerhalb des Kommunikationssektors im südöstlichen Bereich des europäischen Kontinentes zu festigen und auszubauen. Darüber hinaus soll, um die deutsche Wertschöpfung zu optimieren, die schwierige soziale Lage südosteuropäischer Lohnabhängiger ausgenutzt werden.
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Chief Operating Officer – in Person von Hamid Akhavan

Hamid Akhavan ist ein Traditionalist mit indianischen Wurzeln. Deshalb wurde die Aufgabenbezeichnung Chief Operating Officer gewählt. Diese ist auf die Bezeichnung des Häuptlings im nordamerikanischen Stamm der Neolibas, eine Untergruppe der Schwarzfussindianer, zurückzuführen. Die Neolibas waren Nomaden, die mit abgeschlossener Abgrasung des jeweils vorgefunden Weidelandes weiterzogen. Darüber hinaus ist den historischen Überlieferungen zu entnehmen, die Neolibas seien ein äußerst kriegerischer Stamm gewesen, der auf seinen Nomandenzügen vorgefundene sesshafte Indianerstämme ausrottete. Den Kriegern der Neolibas, so ebenso den historischen Quellen zu entnehmen, war abseits ihres unmittelbaren Kriegsgerätes keinerlei Schmuck oder Zusatzinterieur innerhalb ihrer zügig ab- und wieder aufzubauenden Zelte erlaubt. Dies sollte die völlige Konzentration auf die Hauptaufgabe gewährleisten und jedwede diesbzügliche Ablenkung verhindern.
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Imperial Finance Ministry – unter Leitung von Timotheus Höttges

Das Imperial Finance Ministry ist zum Zwecke der Schönrechnung der Konzernbilanz mit der Aufgabe betraut, für das Schlechtrechnen untergeordneter Gesellschaftsbilanzen Sorge zu tragen. Dadurch soll ein Prozess unterstützt werden, im Ergebnis dessen den Beschäftigten das Absinken ihrer Löhne bei gleichzeitiger Steigerung der Dividendenausschüttung erläutert wird. Das Imperial Finance Ministry steht in besonders enger Beziehung zum War Propaganda Bureau.
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Imperial Ministry of Information – unter Leitung von Dietmar Welslau

Das Imperial Ministry of Information ist als operativer Arm des War Propaganda Bureau zu verstehen. Ist das WPB der Meinung der Konzern sei einer bestimmten Beschäftigtengruppe überdrüssig, ist es Aufgabe des Imperial Ministry of Information die identifizierten Menschen mittels des Einsatzes niedrigschätzender Ansprachen derartig zu demotivieren und unter massiven Druck zu setzen, dass sie in ihrer Mehrzahl freiwillig das Weite suchen. Ebenso in den Aufgabenbereich des Imperial Ministry of Information fällt das Singen von Lobliedern auf die jeweilige Marschrichtung des WPB. Eigenständige Aufgaben des Imperial Ministry of Information sind nicht bekannt. Seine Leitung scheint einen derartigen Weitblick zu besitzen, dass selbiger lediglich bis zur eigenen Nasenspitze reicht - was unter Umständen jedoch ein ziemlich langer Weg ist

SATIRE

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Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Gerne wird heute erzählt, die innovative Strategie von Konzernen gleich der Telekom sei die direkte Konsequenz einer globalisierten Welt. Die Globalisierung sei gut, weil bislang ärmere Bereiche der Welt wohlständiger würden. In Wahrheit ist die uns bekannte Globalisierung aufgrund ihrer freiwirtschaftlichen Ausgestaltung nichts anderes als die schönbildnerische Umschreibung eines richtigerweise als Neokolonialismus zu bezeichnenden Zustandes.

Innerhalb der als Globalisierung bezeichneten Vorgänge nisten sich wirtschaftlich gefestigte Nationalökonomien durch den Erwerb von Grund und Boden und der Ausbeutung armer lohnabhängiger Bevölkerungen fremder Staaten in diesen Staaten ein. Dadurch wird in weiten Teilen die durch die Arbeiterschaften der jeweiligen Staaten generierte Wertschöpfung den Quellstaaten entzogen. Im Ergebnis führt dieser Prozess zu einer weiteren Umverteilung von Eigentum, von Kapital, zugunsten von reichen und wirtschaftlich starken Nation; zum Schaden und einer immer weiteren Verarmung der zumehmend am eigenen Grund, an den eigenen Ressourcen beraubten Volkswirtschaften. Welches andere Wort als Neokolonisierung könnte diesen Vorgang besser beschreiben?

Die beipielhafte Darstellung der gegenwärtigen Telekomstrategie dient an dieser Stelle dem Zweck, die Art und Weise solcher Vorgänge zu verdeutlichen. Der Besitz an Grund und Boden, an fremden Staaten zugehörigen Produktionsmitteln, hat noch nie zu einem nachhaltigen Zusammenwachsen von Völkern und Nationen gedient, sondern wird, im Gegenteil, stets als Erpressungs- und Verhetzungspotenzial ausgenutzt; ist somit als intervölkisches Konfliktpotenzial ausgemacht. Die Völker der Welt werden heute mehr denn je auf der Grundlage ökonomischer Interessen gegeneinander ausgespielt und selbst ganze Kriege werden als nunmal mit den Profit- und Vormachtsbestrebungen einhergehende Kollateralschäden billigend in Kauf genommen.

Eine globalisierte Wirtschaft verstärkt durch ihre Verflechtungen den Kriseneffekt. Konnten in früheren Zeiten punktuelle Krisen durch die wirtschaftlich gute Situation anderer Bereiche der Weltwirtschaft ausgeglichen werden, breitet sich eine Krise heute in rasender Geschwindigkeit über den ganzen Globus aus. Dies hängt maßgeblich mit einer immer engeren Verknüpfung der wirtschaftlich starken Volkswirtschaft in Wirtschaftsunionen zusammen, durch die der Enteignungsprozess armer Bereiche der Welt noch beschleunigt wird. Denn die krankhafte gerade innerhalb der großen supranationalen Wirtschaftsräume vorherrschende Unvernunft immer größere Kapitalmengen zentralisieren zu müssen, welche diese nun selbst durch die nachhaltig sich androhende Unterbrechung ihres wirtschaftlichen Kreislaufes an den Rand des Abgrundes geführt hat, droht nun den Rest der Welt mit in diesen Abgrund hineinzuzerren.

Auf der nun erreichten Stufe der Kapitalzentralisation generierte ökonomische Massenvernichtungswaffen gleich den heute sich in aller Munde befindlichen sogenannten Hedgefonds, sind die eigentlich auslösenden Faktoren dieser Umstände, welche nur durch einen Expropriationsprozess gestoppt werden können. Es hilft nicht die Fahne der Eigentumsfreiheit in bornierter Ungelehrigkeit zu hissen, wo völlig klar ist, eben diese Eigentumsfreiheit ist der eherne Urheber aller uns heute bedrohenden Übel ganz gleich reden wir von der gegenwärtigen Wirtschaftskrise, von einer zerstörten Umwelt, von immer wieder aufflammenden intervölkischen Ressentiments, der Unterdrückung des weiblichen Geschlechts, vom fehlenden Zugang zu Bildung, der Tötung von Kindern durch ihre Mütter, Suiziden oder anderen widrigen Gesellschaftszuständen. Jedoch würde jede durchgeführte Expropriation, in Nachfolge dessen eine der unseren heutigen ähnliche Ausgestaltung des wirtschaftlichen Lebens gewählt würde, ein sich gleich den konjunkturellen Phasen wiederholen müssender Vorgang sein und jeweils vor dem neuerlichen Umwälzungsprozess all die zivilisatorischen Missstände hervorbringen, die auf ewig auszumerzen der Anspuch einer jeden vitalen Gesellschaft sein muss. Nachhaltig gelöst werden können unsere Probleme lediglich, werden Produktionsmittel das direkte Eigentum der mittels ihres Einsatzes Wert schöpfenden Menschen, werden Staaten (durch die Gemeinheit einer direkten Produktionsmittelverwaltung) keinen Eigenzweck mehr verfolgende, föderale Untersektionen einer sich dezentral verwaltenden, menschlichen Gesellschaft.

Die Telekom ist in ihrem immer radikaler werdenden, expansiven Kurs Ausdruck unserer wirtschaftlichen, nationalökonomischen Ausgestaltung – Ausdruck eines Systems, welches sich auf Grundlage seiner widrigen Ausgangssituation selbst widerlegt hat und gegenwärtig zusammenbricht.

sozialistischen Gruß
Hans Janosch


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Hans Janosch zum Thema Gesellschaftsphilosophie

Arbeitszeit in Kontext zur Steigerung der Produktivität

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Gestern abend hatte ich von emotionalen Eindrücken der Haltung des Arbeitgebers Telekom in der diesjährigen Tarifrunde bewegt, in der Kategorie "Spruch der Woche" und der Überschrift "Am Ende der Mast" die satirische Frage gestellt, was mit Schweinen gegen Ende ihrer Mästung passiere - gleich die diesbezügliche Antwort in der Feststellung gegeben, sie würden eine Abfindung erhalten und zum nächsten Unternehmen weiterziehen. Ich habe diesen Beitrag heute morgen wieder entfernt. Warum? Weil ich denke, dass menschliche, derartig emotionale Reaktionen zwar nachvollziehbar sind. Andererseits hingegen eine sachliche Analyse dieser nicht nur bei der Telekom vorherrschenden Zustände angebrachter erscheint. Ja. Viele von uns sind erbost und das berechtigt. Trotzdem sollten wir für uns die Befähigung in Anspruch nehmen, die uns bewegenden Emotionen zu reflektieren; und diese, unseren eigenen auformulierten Ansprüchen entsprechend in dazu passende Schlussfolgerungen hineintransformieren.

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Eine Situation, in der Unternehmen, Konzerne, gegenwärtig in einem solchen Maße Arbeitskraft anbietende Menschen schikanieren, ausbeuten können, ist letzten Endes auf den einfachen Umstand zurückzuführen, dass das Angebot an Arbeitskraft größer ist als die nachgefragte Arbeit.

Wir haben uns hier mit der grundsätzlichen Fragestellung zu befassen, auf welcher Grundlage zu wirtschaften sei. Ist der Oberbegriff Wirtschaft das Instrument des Kapitals(und zwar im Sinne von Industrie- als auch Finanzkapital), den eigenen Besitz zu vervielfältigen? Oder ist der Oberbegriff Wirtschaft der Rahmen, der auf bestimmten Erdenraum sich zusammenschließenden Menschen mehrheitlich eine angemessene, würdige Lebensweise zu ermöglichen angedacht ist?

Die menschliche Zivilisation entwickelt sich fort. Eine Seite dieser Fortentwicklung ist die Steigerung der Produktivität durch technische und produktionsstrukturelle Innovation. Produktivität sagt aus, dass, sofern sie steigt, mit einem geringeren Einsatz an menschlicher Arbeitskraft ein trotzdem vergleichbares (Produktions)Ergebnis erzielt werden kann. Da Produktion im Kontext zur benötigten oder erwarteten Verbrauchsmenge stattfindet, sprich in unserem Wirtschaftssystem durch Angebot und Nachfrage über die diesbezüglich Preisentwicklung reguliert wird, der Rahmen der Verbrauchsmenge durch Steigerungen der Produktionsproduktivität nicht(oder nur indirekt) berührt ist, werden immer weniger Menschen innerhalb der Produktionsprozesse benötigt - was dann zu einem Überangebot an menschlicher Arbeitskraft führt.

Das Phänomen der Massenarbeitslosigkeit ist nicht zwingend auf eine uns ereilende Wirtschaftskrise zurückzuführen. Nein, es ist ist vielmehr Ausdruck der Tatsache, dass der auf Grundlage von mehr Produktivität weniger werdende Rahmen an benötigter, menschlicher Arbeitskraft nicht gerecht auf die ihre Arbeitskraft verkaufen müssenden Menschen verteilt wird.

Wenn also auf der einen Seite die von einer Volkswirtschaft abzusetzende Produktionsmasse aufgrund der gängigen Martgesetzlichkeiten nicht erheblich gesteigert werden kann, auf der anderen Seite Menschen auf Grundlage einer hohen Produktivität innerhalb der Produktionsprozesse keine Arbeit findet, dann muss die vorhandene Arbeit so verteilt werden, dass alle Glieder innerhalb des Wirtschaftsraumes(Staates, supranationalen Gebildes) beschäftigt werden können. Das heißt, die von der einzelnen Arbeitskraft abgleistete Arbeitszeit muss verringert werden.

Die Produktivität steigt in allen Bereichen stetig. Die Arbeitsmarktentwicklung unserer Nachkriegsrepublik betrachtet, wird klar, dass Vollbeschäftigung immer nur dann möglich war und möglich wurde, wenn die Arbeitszeit der Produktivitätsentwicklung angepasst wurde. So mit Einführung der 40Stunden-Woche geschehen, so leider mit Einführung der 38Stunden-Woche knapp verpasst - weil schon dort der Mut zur notwendigen Anpassung der Arbeitszeit gefehlt hat. Auch der von unserem Standpunkt betrachtet noch nicht ewig zurückliegende Versuch zur Einführung der 35Stunden-Woche, war nicht weitreichend genug. Schon damals hätte eine 30Stunden-Woche eingefordert werden müssen, durch Intervention/Protesten seitens der Gewerkschaften notfalls auch über den auslegungswürdigen, von in dieser Hinsicht inkompetenten Regierungen festgezurrten Betätigungsrahmen hinaus durchgesetzt werden müssen. Das Volk, und ich verwende diesen auch bei mir in mancher Hinsicht unbeliebten Begriff hier ausdrücklich, hat das Recht, den demokratischen Staat in Form seiner Regierung bei diesbezüglicher Zuwiderhandlung zum allgemeinen Interesse als Grundlage seiner staatlichen Betätigung zu zwingen! Das ist das höchste Recht einer demokratischen Republik - das ist der Grundkonsens, auf Grundlage dessen überhaupt der demokratische Staat entsteht und der aufrecht erhalten werden muss soll er weiter Bestand haben! Die Gewerkschaften müssen sich entscheiden wer sie sein wollen; Teil unseres demokratischen Staates oder Büttel einer reaktionären Politelite!

Wir wissen, dass die mehrheitliche Menschheit erst die nötige Energie zur Entwicklung von eine Gemeinschaft nachhaltig tragenden Normen zur Verfügung frei machen kann, wird die Lebensenergie des Individuums nicht zur bloßen Existenzerhaltung aufgezehrt. Produktivitätsfortschritte sind ausdrücklich erwünscht - denn so soll dem Menschen die Möglichkeit gegeben sein, in einem stetigen Prozess immer größere Anteile seiner Lebenskraft der Gemeinschaft zukommen lassen zu können - sprich, sich nach und nach von einem sich bloß erhaltenden Eigenwesen zum gesellschaftlichen Wesen hin zu transformieren, dass zwar eigenständig ist, aber mittels seiner schöpferischen Kreativität die Fortentwicklung der Gemeinschaft auf vielfältigen Gebieten, sei es die Wissenschaft, die Kunst, sei es soziales Engagement, befördert. Durch die Verweigerung zur Verteilung der gesellschaftsrelevanten Arbeit, wird der Menschheit die eigene Zukunft gestohlen!

Die uns heute ereilenden Krisen unseres Wirtschaftssystems sind letzlich darauf zurückzuführen, dass diese Ordnung nicht mehrheitlich getragen ist; nicht mehrheitlich getragen sein kann in ihrer gegenwärtigen Ausgestaltung. Durch die fortlaufende Steigerung der Produktivität unter Verzicht der diesbezüglich notwendigen Anpassungen durch Arbeitsverteilung, wurden immer größere Anteile der aus Arbeit heraus erwirtschafteten Werte abgeschöpft, sprich einer kleinen Minderheit zugänglich gemacht. Diese dadurch an zentralen Stellen entstehenden Liquiditätsmassen, werden ausgenutzt diese Ungleichheit Kraft ihrer Gewalt noch weiter zu verstärken (siehe Hedgefonds etc.). Ein Wirtschaftssystem kann aber nur nachhaltig funktionieren, umfasst es den Rahmen eines Alle vereinigendem Kreislaufes. Darum ist es umso wichtiger, die vorhandene Arbeit gerecht zu verteilen, die geringere Arbeitszeit jedoch nicht auf den Lohn umzurechnen. Wenn die Arbeit verteilt wird, dann auch, damit die Ungleicheit in der Verteilung der aus Arbeit heraus resultierenden Werte vermindert wird. Werden Arbeitszeitverkürzungen durchgeführt, so muss dies unter vollem Lohnausgleich geschehen - um nicht zu sagen, die Löhne müssen den ungeheuerlichen gegenwärtigen Ungleichgewichten entsprechend noch weiter erhöht werden. Es reicht nicht, den Enteignungsprozess der Mehrheit zu stoppen; er muss rückgängig gemacht werden! In diesem Sinne sind ebenso Fragestellungen notwendig, wie die nicht durch menschliche Arbeitskraft sondern aus ausschließlichen Maschineneinsatz heraus erwirtschafteten Werten gerecht verteilt werden können.

Man kann es nur immer wieder betonen. Der Glaube, unsere Welt sei die Beste aller denkbaren Welten, ist dummer Aberglaube. Er ist Philisterphilosophie. Die Fakten liegen auf dem Tisch. Wenn die Demokratie auch einen langwierigen Entwicklungsprozess nimmt, so ist doch zu erwarten, sie schafft letztlich den entscheidenden Schritt zur eigenen Emanzipation. Die Menschheit ist nicht dazu gemacht in Entwicklungsstarre zu verweilen. Ich kann sagen, dass ich trotz all den gegenwärtigen Versuchen der Anhänger einer vergangenen Weltordnung, unsere Fortentwicklungsmöglichkeit in Abrede zu stellen, nicht geneigt bin mich davon auch nur ansatzweise vom guten Glauben an eine bessere Zukunft abbringen zu lassen. Ich fühle mich der Tradition unserer Vordenker verpflichtet. Der demokratische Sozialismus ist die Zukunft der menschlichen Zivilsation.

sozialistische Grüße
Hans Janosch






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Hans Janosch zum Thema Gesellschaftsphilosophie

Zur Frage der quantitativen Bevölkerungsentwicklung und auftretende Begleitprobleme

Hallo Leute, liebe Kolleginnen und Kollegen,

hier einmal das etwas andere Thema - warum werden wir weniger und was spielt dabei eine Rolle, ferner die Frage behandelt, welche Paradoxen unsere Gesellschaft innerhalb dieses Themengebietes nach wie vor hervorbringt!Nachfolgend kurz zusammengefasst - die wahren Gründe, abseits heute für gewöhnlich beschworener Absurditäten!


Zur Frage der quantitativen Bevölkerungsentwicklung und auftretende Begleitprobleme

Wir hören, immer weniger Kinder werden geboren; und wir stellen tatsächlich fest, dass, betrachten wir Deutschland, deutsche Bürger weniger Kinder bekommen. Glücklicherweise(!) wird die Zeugungsträgheit der Deutschen durch die uns zugewanderten Menschen ausgeglichen. Warum dies so ist, wird vielleicht manch jemanden in der Analyse nicht gefallen, kann aber benannt werden. Deutschland ist Industrie- und Kulturnation; es ist nun einmal so, dass ein in unseren Breitengraden hinlänglich kulturell geprägter Mensch in einem größerem Maße die Frage der Familiengründung anhand verschiedener Parameter abwägt, als dies bei Angehörigen einer in ihrer Entwicklung zurückstehenden Kultur der Fall wäre. Bei kulturnationalen Menschen spielt die Frage, ob denn der gewohnte Lebensstandard gehalten werden kann bzw. ob denn die Existenz einer dann gezeugten Kinderschar adäquat gesichert sei, also damit verbunden auch die Frage, ob denn der eigene Arbeitsplatz krisensicher ist, eine große Rolle.


Dazu stellt sich ob unserer liberalen Gesellschafts-ordnung auch die Frage, in wie weit der moderne Mensch sich überhaupt genötigt sieht, den ihm eingetrichterten Hang zum Egoismus zu Gunsten Anderer(Frau, Kinder) einzuschränken.


Natürlich ist es eine Tatsache, dass unsere liberale Gesellschaftsordnung, die heute keinen Anstoß mehr an nicht gesegnetem Geschlechterverkehr nimmt, diesen Effekt verstärkt; die heutigen Möglichkeiten der Verhütung tragen ebenso ihren Teil bei. In Zeiten beispielsweise, in denen die heutigen Möglichkeiten der Verhütung nicht gegeben waren, die ökonomische Situation dem Mann innerhalb der unteren Klassen die Eheschließung versagte, konnte teilweise beobachtet werden, dass ebenso viele Kinder in nicht-ehelichen Verhältnissen geboren wurden als in ehelichen. Der Naturtrieb ist natürlich immer vorhanden. Heute wird dem Naturzweck ein Schnippchen geschlagen.


Es ist tatsächlich völlig unstrittig, dass diese sozialen, materiellen Verhältnisse diese Dinge elementar beeinflussen. Man konnte lange Zeit beobachten, dass schwere existenzielle Verhältnisse seltsame Blüten in der Gesellschaft treiben. Oft war es damals so - und ist es heute immer öfter wieder Fall -, dass selbst im Falle einer vorliegenden Lebensgemeinschaft beide Teile zur Erbringung des Auskommens der Lohnarbeit nachgehen mussten, erst spät vom Tagewerk heimkehrten und nur noch wenig Sinn für die Erziehung der Kinder hatten; nicht selten mussten, sofern denn Kinder vorhanden waren, ältere Geschwister, die ansich noch selbst der Erziehung und Kontrolle bedurften, auf jüngere Geschwister aufpassen und sie versorgen; dieses Phänomen ist heute vielerorts durch entsprechende Verwahreinrichtungen abgemildert, tritt jedoch in manchen Migrationsgruppen immer noch häufig zu Tage. Kinder brauchen Eltern, im Sinne einer gesunden Entwicklung das Gespür der Elternliebe, und zwar auf sich selbst bezogen wie in der Wahrnehmung der Liebe der Eltern untereinander; dies am Rande. Wenn dann die Lohnarbeit verrichtet und in aller Eile das hastig bereitete Abendessen niedergeschlungen ist, geht die Plackerei zumindest für die Frau(zumeist!) in der Besorgung der häuslichen Aufgaben weiter, die nicht selten noch mehrere Stunden in Anspruch nehmen; während der Mann in den meisten Fällen eigenen Interessen mithin dem Trinken in der naheliegenden Gastwirtschaft (oder vor dem Fernseher) nachgeht. Man sollte sich nicht wundern, dass viele Frauen mittleren Alters, die diese Verhältnisse viele Jahre durchlebt haben, nicht nur geistig abgekämpft und frustriert, sondern auch physisch wahrnehmbar verwelkt sind. Wie viele pflichtbewusste Frauen opfern sich auf dem Altar der häuslichen Aufgabenerbringung, auf dem zumeist der Suppentopf brodelt, auch heute noch auf?


Die aus diesen Verhältnissen hervorgehenden Reaktionen sind vielfältig; nicht selten gehen Partnerschaften zugrunde! Oft feststellbar ist auch die aus Frustration und Überbelastung resultierende sexuelle Unlust der Frau, die wiederum den Hang der Männer zur außerpartnerschaftlichen Bedürfniserfüllung befördert; es ist zweifellos so, dass ökonomisch schwierige Verhältnisse, gerade der Frauen, die Prostitution fördern– was die Männer angeht, natürlich stets im Rahmen der Wahrung eines gutbürgerlichen Idealbildes. Dazu kommt die schlimme Situation, dass selbst viele in partnerschaftlichen Verhältnissen oder alleinerziehender Kinderverantwortung sich befindliche Frauen sich entgeltlich preisgeben, da sie ansonsten keine Möglichkeit sehen ein ausreichendes Auskommen zu finden.(sicherlich ging es in früheren Zeiten um das bloße Überleben, heute oft um die Erfüllung der durch die Konsumgesellschaft vorgegebenen Ideale)


Diese Dinge hängen alle eng zusammen. Früher resultierte aus diesen Verhältnissen ebenso die schlimme Begebenheit einer hohen Rate an Kindstötungen und Schwangerschaftsabbrüchen (letztere waren vor noch nicht all zu langer Zeit wesentlich schadhafter für die Gesundheit der Frau als die Strapazen eines ausgetragenen Kindes). Auch die heute sich mehrenden Fälle von Kindstötungen sind zumeist darin begründet, dass die Mutter, sofern bereits andere Kinder da sind, Angst hat, die weitere Anzahl an Mäulern nicht versorgen zu können, oder, wenn noch keine Kinder vorhanden sind, darin begründet, dass die Existenz auch nur des einen Kindes nicht zu besorgen ist; dahinter steckt ansich nicht Unmenschlichkeit und Pflichtverweigerung, sondern das Gegenteil, die vorausschauende Mutterliebe, die auf Grundlage nicht haltbarer Verhältnisse zu solch grausamen Schluss getrieben wird! Nicht selten sind übrigens die Männer daran schuld, die sich abseits der Befriedigung des eigenen Geschlechtstriebes überhaupt nicht zu weiteren Verpflichtungen genötigt sehen. Es ist sich zu verdeutlichen, dass auch die mentale Situation einer jungen Frau gesehen werden muss, die eine solche für sie einschneidende Aufgabe auf sich zukommend sehend alleine gelassen wird, ebenso die Belastung einer tragenden Mutter von bereits zwei Kindern, die, der Mann beruflich begründet zumeist auswärts beispielsweise, sich alleine gelassen fühlt und die ihr zukommende Belastung als unerträglich empfindet!


Vorangehende Betrachtung am Rande dargestellt. Beinahe alle diese aus gesellschaftlichen Widrigkeiten entstehenden Probleme, resultieren aus den aus den Eigentumsverhältnissen. Es wäre ein leichtes, zu beweisen, dass gerade von der Verteilung an Grundeigentum in verschieden Gebieten die Zahl der Familiengründungen bestimmt ist und zwar in solchem Verhältnis, dass, umso kleiner die Besitztümer sind, desto größer die Anzahl gegründeter Familien und umgekehrt; man kann es ebenso im Vergleich von Statistiken belegen, die einerseits die zunehmende Zentralisation an Kapitalien und andererseits die Arbeitslosenzahlen darstellen; man kann gerade diese letzte Begebenheit natürlich damit verschleiern, dass man mittels einer elementaren Verschlechterung von Arbeitsbedingungen die Einstellungsfreudigkeit von Ausbeutern befördert und so die Arbeitslosenstatistik beschönigt - was heute rege getan wird.


Der Grund für sich verringernde Geburtenraten(abseits der Verhütungsthematik), für steigende Scheidungsraten, Kindstötungen und dazu allerlei sich ausbreitender Abarten menschlicher Vergehen(manchmal spielen auch überbordende Sittenbegriffe ein Rolle), ist die materielle Widrigkeit und die daraus sich ableitende Wirkungskette! Die religiös unterwanderte bürgerliche Moral- und Formgesellschaft, die so oft und gerne aus angenehmer Situation heraus in heuchlerischer Art und Weise ihre hehren gutbürgerlichen Lebensideale zu beschwören weiß, bringt alle ihre Teufel selbst hervor, die sie mit den Finger in Richtung Pöbel oder Arbeiterstand zeigend beständig anzuprangern weiß; und ist dabei selbst weitgehend entsittlicht!


sarkastisches (zynisches?) Schlusswort:

Man muss sich beizeiten die Frage stellen, ob sich denn überhaupt die ganze Aufklärungsmühe, die schon vor langer Zeit betrieben und in einem Werk schier unerschöpflicher, statistischer Arbeit niedergelegt wurde, lohnt, oder man eher gut beraten wäre, sich unentwegt zu besaufen – dem alten Germanen gleich, der lachend auf seinem Grenzstein sitzt; beschäftigt man sich einmal mit diesen Begebenheiten, sichtet all diese erdrückenden Beweise, ist die vorherrschende Dummheit beinahe unerträglich; nicht nachvollziehbar, warum es bis heute nicht gelungen ist diesen Verhältnissen Abhilfe zu schaffen, die soziale Frage nachhaltig zu klären! Der Gipfel der Absurdität ist es aber, weiter sogar dann diese Begebenheiten in aller Öffentlichkeit zu benennen und als Frage auszuformulieren, um dann mit halbherzigen und zumeist völlig irrsinnigen Maßnahmen darauf zu reagieren; abseits einer nachhaltigen Klärung der Gründe!


Soweit so gut
Hans Janosch


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Hans Janosch zum Thema Gesellschaftsphilosophie

Der sich verstetigende ökonomische Zwang der letzten 20 Jahre befördert die Gleichstellung der Frau innerhalb der unteren Klassen

Liebe Kolleginnen und Kollegen

Sollte die Befassung mit gesellschaftlich prägenden, beobachtbaren und deswegen real existierenden Einflussparametern auch müßig sein, so ist sie doch, zumindest sofern man den Anspruch hegt die Dinge um sich herum verstehen zu wollen, elementar. Es geht dabei weniger um bloße Ideologien, um Theorie, sondern um eine zu recht diesen Namen tragende Wissenschaft!

Die Augen offen halten, den Faden der Realität in historischem Kontext an einer günstigen Stelle aufnehmen und zu seinen Enden hin verfolgen. Es kann sehr begründet behauptet werden, Wissenschaftler ist viel weniger der Vorweiser diverser Examina, sondern vielmehr der Inhaber zwei gesunder Augen und eines logisch schlussfolgernden Verstandes!

Der sich verstetigende ökonomische Zwang der letzten 20 Jahre befördert die Gleichstellung der Frau innerhalb der unteren Klassen.

Die bürgerliche Gesellschaft war lange Zeit auf Entrechtung und Unterordnung der Frau durch ökonomische Abhängigkeit hin ausgelegt - Frauen als Gebährmaschinen, eheliche Monogamie als Mittel zur Erzeugung legitimer Erben väterlichen Eigentums. Die Notwendigkeit des zweiten Arbeitseinkommens hebt die Frau nun aus dieser untergeordneten Stellung heraus, beendet das einseitige Abhängigkeitsverhältnis und erzeugt eine neue, beiderseitige Abhängigkeit.

Wohin des Weges? – vom Zusammenschweißen der staatlichen Einzelglieder und der Hinführung zum bürgerlichen Schicksalskollektiv

Die beiderseitige Abhängigkeit innerhalb des familiären Verbandes fördert zwar die Gleichstellung der Frau innerhalb der unteren Klassen. Es entsteht jedoch eine Situation, welche das Zusammenleben im Rahmen einer Schicksalsgemeinschaft notwendig macht. Bedrohen die Besitzverhältnisse innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft die Überlebensfähigkeit des familiären Verbandes, besteht dieser auch in neuer Situation weiterhin fort, der Rahmen der Schicksalsgemeinschaft hingegen weitet sich aus -Familie, Region, Nation. Da sich diese Verhältnisse in anbetracht der unterschiedlichen kulturellen Begebenheiten und derer Einflussfaktoren ergeben, dem Klima, der üblichen Nahrung, ferner im Rahmen eines auf Ausbeutung des jeweils anderen ausgelegten Wirtschaftsystem, transformiert sich die bürgerliche Schicksalsgemeinschaft im Verelendigungsfall der Massen hin zum faschistischen Kampfverband; Krieg als finale Disziplin des ökonomischen Wettbewerbes. Jede bestehende bürgerliche Gesellschaft ist ein notwendig real existierender (Not)Zustand, der auf Eigentumsverhältnissen beruht und ausschließlich mittels der Veränderung von Eigentumsstrukturen modifiziert werden kann.

Das bürgerliche Gesellschaftssystem modifiziert gegenwärtig sichtbar - der Einfluss von Besitzverhältnissen auf die Ausgestaltung der menschlichen Gesellschaft wird immer deutlicher. Einseitige Abhängigkeit verursacht Entrechtung innerhalb des familiären Verbandes, eine beiderseitige Abhängigkeit festigt ihn auf der Grundlage der bloßen ökonomischen Notwendigkeit und schweißt die ersten Glieder des Kollektiv zusammen, beiderseitige ökonomische Unabhängigkeit hingegen führt zu Vereinzelung, der Freiheit des Einzelnen und somit zur Entfaltung der individuellen Persönlichkeit.

Aus dieser Überlegung heraus kann meiner Ansicht nach einerseits geschlussfolgert werden, dass die heute wahrnehmbare Gleichstellung der Frau größtenteils ihrer Natur nach nicht ehrlich ist, nicht ökonomischer Unabhängigkeit sondern dem Gegenteil zugrunde liegt, andererseits, dass der gegenwärtig beschrittene Weg einer Ordnung innerhalb völlig unregulierten Markgeschehens unweigerlich zum Kurzschluss führen muss.

Zur Frage der Besitzlosigkeit und des Scheiterns bisheriger Umgestaltungsversuche

Lange Zeit war der einzige Ansatz zur Überwindung der beschriebenen Problematik die Ausflösung der vorhandenen Besitzstrukturen, also die Überführung allen Grundeigentumes in Gemeinbesitz und somit faktische Besitzlosigkeit - aller(?); es ist hinreichend bekannt, dass dergleichen Versuche scheiterten. Die sich stellende Frage ist die nach dem "Warum".

Erkären kann man es insofern, an der Stelle denke ich philosophisch, dass notwendig alle materiellen Güter innerhalb des uns bekannten Raumes temporär zugeordnet sind, zugeordnet sein müssen; dementsprechend der faktische Zustand innerhalb einer allen Grundbesitz, Besitz an Produktionsmittel konzentrierenden, repräsentativen Ordnung ist, dass eben nicht ausgeglichene Eigentumstrukturen durch Besitzlosigkeit aller, sondern vielmehr größtmöglich denkbar unausgeglichene Eigentumstrukturen durch Besitz aller Güter innerhalb der Exekutive entstehen - es ist fraglich, inwieweit dieses Empfinden durch eine entsprechende Kontrolle der Exekutiven und Abgrenzung zur Legislativen auf breiter Basis(alle Macht geht vom Volke aus) abzuschwächen möglich ist.

In jedem Falle bleibt festzustellen, dass, um es am Beispiel der untergegangenen DDR zu betrachten, die faktische Konzentration allen Besitzes in Hand der Exekutiven ein immenses Not- und Ungerechtigkeitsempfinden und somit einen bürgerlichen Schicksalsverband(wir sind das Volk) hervorgebracht hat - glücklicherweise, muss man heute feststellen, war der Machtmissbrauch der Exekutiven innerhalb der DDR so deutlich und sichtbar, war diese Exekutive auch selbst in einem solchen Maße verunsichert, dass dieses Szenario weitgehend friedlich ein Ende finden konnte.

Es ist müßig mit der Geschichte zu hadern. Sinnvoll ist es jedoch, aus ihr heraus weiterführende Schlüsse zu ziehen - mein Eindruck ist, dass wir entweder zum Zwecke einer im eigentlichen Sinne demokratischen und somit alle Staatsglieder in der Wahrnehmung der legislativen Aufgabenstellung(und Gemeingüterverwaltung?) erfassenden Ordnung neue Strukturen der Gewaltenabgrenzung und -kontrolle erarbeiten müssen, um eben so ein faktisch empfundenes, gleichmäßiges Besitzempfinden zu erzeugen, stelle mir jedoch in aller Deutlichkeit die Frage nach einer diesbezüglichen Organisation(!), oder aber wir müssen hinfinden zu einer Ordnung tatsächlich ausgeglichenen aber INDIVIDUELL VERWALTETEN Eigentumes; zweiteres erscheint mir, da ich mir die notwendig vorhandene despotische Energie einer jeden Exekutiven verdeutliche, wesentlich umsetzbarer.

mit freundlichen Grüßen
Hans Janosch


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Hans Janosch zum Thema Gesellschaftsphilosophie

von Arbeitnehmern verübter Diebstahl

Hallo Leute,

ich bin beständig unterwegs zu hören welche Meinung im Lande vorherrscht und welche Interessengruppen sich zusammenschließen. Immer wieder stoße ich auf Foren, in welchen sich in erhöhten Maße Arbeitgeber- und liberale Wirtschaftsvertreter tummeln, lese in letzter Zeit immer von "faulen Arbeitnehmern", die ihre Unternehmen bestehlen und ihre Aufgaben beständig verweigern. Ich möchte euch einmal meinen ganz persönlichen Eindruck schildern.


Was wir feststellen, ist, so denke ich, weniger Diebstahl, sondern vielmehr "indirekte Tarifpolitik". Die Leute sind nicht faul, sondern erhöhen sich lediglich selbstherrlich den Stundenlohn durch mehr Freizeit während der betrieblichen Anwesenheitszeit. Das Modell wurde, nachdem die gewerkschaftlich Lobby in den letzen 20 Jahren zunehmend errodiert ist, zum Volkssport ernannt. Ist heute beliebter als Fussball!


Der kleine Mann ist politische Begebenheiten erfassend wesentlich feinfühliger als man denkt. Und so wird eben im Rahmen der eigenen Möglichkeit interveniert. Man konnte dies schon immer feststellen. Man muss den Bürger in der Gestaltung von Leben mitnehmen, denn ansonsten verweigert er sich wie er eben kann, indirekt.


Was meint ihr?


Viele Grüße
Hans Janosch


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Hans Janosch zum Thema Gesellschaftsphilosophie

Themeneinleitung – woher wir kommen, wo wir stehen, wohin wir gehen

Liebe Freundinnen und Freunde,

innerhalb dieses Themenkomplexes soll die menschliche Gesellschaft analysiert werden mit dem Ziele der Erfassung von Kernfaktoren hinsichtlich deren Fort- oder Rückentwicklung. Gerade in einer Zeit, in der vergangen geglaubte Herrschaftsverhältnisse aufleben und abermals Millionen von Menschen scheinbar ohnmächtig ein erbärmliches Dasein fristen, sollten wir uns der Lehren erinnern, die ganze Generationen zum Hinterfragen und Aufstehen bewegten.

Was definieren wir als Fortschritt - wie findet er statt? Findet Fortschritt statt indem wir Antworten auf Fragen finden oder ist er schon vollzogen im Moment der Formulierung der Fragestellung selbst?

Meines Erachtens ist Fortentwicklung gleich Entwicklung von Fragestellungen. Offensive Fragestellungen generieren Emanzipation gesellschaftlicher Alternativmodelle. Ich lade euch im Rahmen dieses Themengebietes herzlich dazu ein Fragen zu stellen, emanzipiert eure eigene Gedankenwelt, gebt Antworten auf selbst entwickelte Fragestellungen, diskutiert diese mit Freunden und entwickelt sie fortÂ…

…an dieser Stelle möchte ich die nächsten Fragen einflechten…

Was prägt den Menschen? Welche Faktoren bestimmen seine Befähigung zu moralischen Empfindungen? Was steigert oder schwächt den ihm innewohnenden Egoismus?

Ist der Mensch im Anfang gut und wird er erst schlecht durch prägende gesellschaftliche Verhältnisse? In welcher Nachhaltigkeit wirken die in den ersten Jahren eines Menschenlebens eingepflanzten Grundlagen angepasster elterlicher Erziehung? Sind wir in unserer Entwicklung und den daraus folgenden Handlungsweisen wirklich selbstbestimmt, oder sind wir befangen von nach wie vor in uns wirkendem jesuiten Kadavergehorsam?

Kehren wir zurück zum vorherigen Absatz – hört niemals auf Fragen zu stellen, liebe Freunde, befreit euch von jeglicher Form autoritären Gedankengutes, die Gedanken sind frei – sagt man, jedoch bedarf es der ständigen Hinterfragung der eigenen Gedankenwelt auf den wirklich selbstbestimmten Gehalt derselben hin. An vielen Stellen merken wir gar nicht mehr, in welchem Ausmaß sich unsere Gedanken in den Bahnen fest vorgegebener Systematik bewegen bedingt durch die uns aufgezwungene gesellschaftliche Ordnung von Kindesbeinen an, artig sein, fleißig, ordentlich, gesetzestreu – tugendhaft.

Wir sind keinerlei Tugenden verpflichtet, die schon in längst vergangen geglaubten Zeiten die Unterdrückung der Massen verfestigten und die Emanzipation des Arbeiterstandes verhinderten. Diese Welt bietet Ressourcen in einem derartigen Ausmaß, dass niemand Not leiden müsste. Verpflichtet sind wir ausschließlich unserer Zukunft, der Gestaltung von Grundlagen, die den uns nachfolgenden Generationen ein friedfertiges Miteinander ermöglichen, ein friedfertiges und sorgloses Miteinander, welches ausschließlich durch Reduzierung von existenziellen Zwängen ermöglicht werden kann. Die Gründerväter unseres Grundgesetzes wollten keinen schrankenlosen Wettbewerb in dem schmerzlich erworbenen Wissen, dass der Staat im Besitz von regulierenden Instrumenten sein muss um existenziellen Nöten vorbeugend den moralischen Verderb großer Massen von Menschen als Ergebnis rücksichtsloser Kapitalzentralisation verhindern zu können.

Wir brauchen Alternativen, wir brauchen die vernetze Entwicklung derselben, wir brauchen jeden einzelnen Menschen als Mitträger einer ausgleichenden und pazifistischen Neuordnung unserer Republik. Wir als Gewerkschaften nehmen hier eine zentrale Rolle ein. Wir haben einen über den Schutz der Tarifautonomie weit hinausgehenden Anspruch und wir sollten diesen in enger Zusammenarbeit mit neuen politischen Kräften abseits vom politischen Kommerz geltend machen.

Nach dieser etwas längeren Einleitung in diese Thematik freue ich mich auf ausgiebige Diskussionen mit euch und wünsche mir, dem ein oder anderen einen interessanten Denkansatz verdeutlicht haben zu können.

Enden möchte ich mit dem Zitat eines Philosophen, der ansich alles Massenhafte ablehnend selten in seinen Gedanken die Zustimmung unserer Kreise erhält oder erhalten könnte, jedoch in manch einem hellen Augenblick durchaus vernünftige Sätze zu Stande brachte, die Rede ist von Friedrich Nietzsche.

"Ihr seit mir zu arm an Leben, und nun wollt ihr noch, dass die Sparsamkeit selbst die Tugend sei"

Mit solidarischen Grüßen
Hans Janosch

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