
Rainer Nehring schrieb am Donnerstag 17. September 2009 zum Thema MINDESTLOHN:

Hungerlohnparteien
Plus 4,6 Prozent in Luxemburg, plus drei in Holland und immerhin gut ein Prozent mehr in Frankreich. Mitten in der Krise erhöhen unsere Nachbarn den gesetzlichen Mindestlohn. Sie wissen, dass steigende Löhne die Wirtschaft stützen. Fast alle EU-Länder haben einen gesetzlichen Mindestlohn. Bei unseren westlichen Nachbarn liegt er nicht unter 8,40 Euro. Bei uns behaupten CDU, CSU und FDP noch immer, der Mindest-lohn vernichte Jobs. Ganz wie die Unternehmerlobby es ihnen vorsagt.
Der großen Koalition konnten wir komplizierte Regeln abringen – um wenigstens in einigen Branchen Mindestlöhne zu ermöglichen. Bei einer schwarz-gelben Koalition würde selbst dieser löchrige und unzureichende Schutz wie-der zur Disposition gestellt. Er müsse „bei möglichen Koalitionsverhandlungen sicher wieder auf den Tisch kommen“, so der stellvertretende FDP-Vorsitzende Rainer Brüderle.
Wir brauchen den gesetzlichen Mindest-lohn: 7,50 Euro sofort und dann schnell hoch auf neun Euro. Alles andere ist unanständig! Zudem würden so 600.000 neue Arbeitsplätze geschaffen.
Diese Wahl ist nicht egal. Geht wählen! Zeigt den Hungerlohnparteien die rote Karte!
Foto: Ulla
Anhang: Markt-radikal
09-05-Markt-radikal.pdf
09-05-Markt-radikal.pdf
URL des Textes: http://www.verdi-blog.de/arbeiterinnen/6/viewentry/2901
Kommentare
Hans Janosch am 18. September 2009
Immer mehr namhafte Experten unterstützen Mindestlöhne. Sie erkennen als Ergebnis ihrer Beobachtungen an, dass eine reine, in unregulierten Bahnen umgesetze Angebotsorientierung von Markten untauglich ist. Der freie Markt ist gescheitert und wir sind gut beraten zu hinterfragen, wie wir uns bloß 3 Jahrzehnte lang haben von den "Herolden des Neoliberalismus", um Lafontaine zu zitieren, einlullen lassen können.
Denn am Ende haben "die" sich köstlich darüber amüsiert es tatsächlich geschafft zu haben unsere Politiker derartig zu beschwatzen - und um diesen Umstand zu feiern, wurde dann im Casino das ganz große Rad gedreht.
Wir brauchen mehr Gegenöffentlichkeit!
Angela am 1. Dezember 2009
Dass die Politiker null Ahnung von ihrem Job haben, zeigt sich doch schon daran, wie sich das Ministerkarussel jetzt wieder gedreht hat. Als Familienministerin hat von der Leyen ja ein paar Fortschritte gebracht, hoffentlich vergisst sie ihre Ideen nicht als Arbeitsministerin! Bis dahin kann man nur versuchen, gegen Lohndumping anzugehen. Bei arbeitsrecht.org [http://www.arbeitsrecht.org/der-arbeitsvertrag/entgelt-lohn-gehalt/] habe ich ein paar gute Tipps entdeckt, mit denen ich meinen Chef davon überzeugen konnte, dass ich als Minijobberin auch Anspruch auf Weihnachts- und Urlaubsgeld habe. Gerade in dem Bereich glauben Cherfs oft, man hätte keine Rechte und müsste sich mit einem minilohn zufrieden geben...