Rainer Nehring zum Thema POLITIK AKTUELL

Die Geschichte von Herrn Müller, oder wie wird Abkassiert

Mueller 0,1020,447257,00

Das auf dem Bild, das ist der Herr Müller. Der Herr Müller kommt aus Aretsried, das liegt in Bayern, also ganz im Süden.



Der Herr Müller ist ein Unternehmer und das, was in den Fabriken von Herrn Müller hergestellt wird, habt ihr sicher alle schon mal gesehen, wenn ihr im Supermarkt wart. Der Herr Müller stellt nämlich lauter Sachen her, die aus Milch gemacht werden. Naja, eigentlich stellen die Kühe die Milch her, aber der Herr Müller verpackt sie schön und sorgt dafür, dass sie in den Supermarkt kommen, wo ihr sie dann kaufen könnt.

Die Sachen, die der Herr Müller herstellt sind so gut, dass sogar der Herr Bohlen dafür Werbung gemacht hat. Weil der Herr Müller ein Unternehmer ist, hat er sich gedacht, er unternimmt mal was und baut eine neue Fabrik. Und zwar baut er sie in Sachsen, das ist ganz im Osten.

Eigentlich braucht niemand eine neue Milchfabrik, weil es schon viel zu viele davon gibt, und diese viel zu viele Milchprodukte produzieren, aber der Herr Müller hat sie trotzdem gebaut.

Und weil die Leute in Sachsen ganz arm sind und keine Arbeitsplätze haben, unterstützt der Staat den Bau neuer Fabriken mit Geld.
Arbeitsplätze hat man nämlich im Gegensatz zu Milchprodukten nie genug. Also hat der Herr Müller einen Antrag ausgefüllt, ihn zur Post gebracht und abgeschickt.

Ein paar Tage später haben ihm dann das Land Sachsen und die Herren von der Europäischen Union in Brüssel einen Scheck über 70 Millionen Euro geschickt.

70 Millionen, das ist eine Zahl mit sieben Nullen, also ganz viel Geld. Viel mehr, als in euer Sparschwein passt.



Der Herr Müller hat also seine neue Fabrik gebaut und 158 Leute eingestellt. Hurra, Herr Müller.



Nachdem die neue Fabrik von Herrn Müller nun ganz viele Milchprodukte hergestellt hat, hat er gemerkt, dass er sie gar nicht verkaufen kann, denn es gibt ja viel zu viele Fabriken und Milchprodukte.



Naja, eigentlich hat er das schon vorher gewusst, auch die Herren vom Land Sachsen und der Europäischen Union haben das gewusst, es ist nämlich kein Geheimnis. Das Geld haben sie ihm trotzdem gegeben.



Ist ja nicht ihr Geld, sondern eures. Klingt komisch, ist aber so. Also was hat er gemacht, der Herr Müller?

In Niedersachsen, das ist ziemlich weit im Norden, hat der Herr Müller auch eine Fabrik. Die steht da schon seit 85 Jahren und irgendwann hatte der Herr Müller sie gekauft.

Weil er jetzt die schöne neue Fabrik in Sachsen hatte, hat der Herr Müller die alte Fabrik in Niedersachsen nicht mehr gebraucht, er hat sie geschlossen und 175 Menschen haben ihre Arbeit verloren.

Wenn ihr in der Schule gut aufgepasst habt, dann habt ihr sicher schon gemerkt, dass der Herr Müller 17 Arbeitsplätze weniger geschaffen hat, als er abgebaut hat. Dafür hat er 70 Millionen Euro bekommen.



Wenn ihr jetzt die 70 Millionen durch 17 teilt -- dafür könnt ihr ruhig einen Taschenrechner nehmen -- dann wisst ihr, dass der Herr Müller für jeden vernichteten Arbeitsplatz über 4 Millionen Euro bekommen hat.



Da lacht er, der Herr Müller. Natürlich nur, wenn niemand hinsieht. Ansonsten guckt er ganz traurig und erzählt jedem, wie schlecht es ihm geht.

Aber der Herr Müller sitzt nicht nur rum, sondern er sorgt auch dafür, dass es ihm besser geht. Er ist nämlich sparsam, der Herr Müller.
Sicher kennt ihr die Becher, in denen früher die Milch von Herrn Müller verkauft wurden. Die schmeckt gut und es passten 500 ml rein, das ist ein halber Liter. Seit einiger Zeit verkauft der Herr Müller seine Milch aber in lustigen Flaschen, nicht mehr in Bechern. Die sind praktisch, weil man sie wieder verschliessen kann und sehen hübsch aus. Allerdings sind nur noch 400 ml drin, sie kosten aber dasselbe.
Da spart er was, der Herr Müller. Und sparen ist eine Tugend, das wissen wir alle..



Wenn ihr jetzt fragt, warum solche ekelhaften Schmarotzer wie der Herr Müller nicht einfach an den nächsten Baum gehängt werden, dann muss ich euch sagen, dass man so etwas einfach nicht tut.



Wenn ihr aber das nächste mal im Supermarkt seid, dann lasst doch einfach die Sachen vom Herrn Müller im Regal stehen und kauft die Sachen, die daneben stehen. Die schmecken genauso gut, sind meistens billiger und werden vielleicht von einem Unternehmer hergestellt, für den der Begriff "soziale Verantwortung" noch eine Bedeutung hat.




Sooohhhh, Zeit für's Bettchen, Kinners


21 Kommentare · Diesen Eintrag versenden · drucken

Ludwig Vogt . Mittwoch 9. November 2005 14:17

Alles Müller oder was ? Es Müllert nach der Bundestagswahl überall, nach dem Motto den Armen nehmen den Reichen geben, schuld an der Wirtschaftslage sind die Arbeitslosen,die Arbeitnehmer sie sind nicht Flexsibel,warum arbeiten Sie nicht 54std,ohne Tarifvertrag und ein Betriebs/Personalrat wollen die auch noch Wählen,und und Ja die Gewerkschaften sind weg,die können wir uns nicht leisten,soll doch jeder für sich sein Gehalt/Lohn aushandeln Oder????? Du bist Deutschland !!!!

Franklin . Mittwoch 9. November 2005 17:24

Eine sehr nette Realsatire !
Kaufe meinen Jogurt bei Aldi.

Peter Peter . Donnerstag 10. November 2005 09:59

Ich mag den Herrn Müller,

hätte Verdi nur einen Bruchteil seines Verhandlunggeschick wäre der neue TVö
D ein Erfolg statt Misserfolg.

EDE . Donnerstag 10. November 2005 15:06

VERDI, die Müller-Storry ist ja gut, aber lenkt bitte nicht von dem Katastrophen TVöD ab! :-))

rainer nehring . Donnerstag 10. November 2005 15:33

Hallo @ EDE

Der Beitrag "TVöD Erfolg oder Misserfolg" ist am 15.Febr. 2005 geschrieben worden. In der Zwischenzeit sind unzählige Beiträge auf dieser Seite geschrieben worden.
Der Beitrag von Herr Müller ist also kein Ablenkungsmanöver.
Es besteht weiterhin die Möglichkeit der Stellungnahme zum TVöd

EDE . Donnerstag 10. November 2005 17:39

O.K. rainer nehring,

habe nicht auf das Datum geschaut, bzw. keines gesehen.

*zähneknirsch* :-))

Heinz-Josef Polzer . Freitag 11. November 2005 21:44

Der Herr Müller kann noch mehr. Er hat nämlich mit viel Fleiß und viel Geschick sehr viel Geld verdient, wie das Beispiel Arbeitsplatzvernichtung belegt. Dieses viele Geld liegt nun auf Konten rum und ist in Papieren angelegt und in Immobilien u.s.w. Weil der Herr Müller aber nicht der jüngste ist, will er vorsorgen und macht sich Gedanken darum, was wohl mit seinem Geld (Vermögen) passiert, wenn er mal ins Gras beißt.
Vererben! Seine Kinder sollen Deutschland weiterhin innovative Milchprodukte bescheren. Doch oh weh! Eine bösartige Einrichtung im deutschen wirtschaftsfeindlichem Staate bedroht das Investitionskapital auf's übelste. Die Erbschaftssteuer das greuliche Monster will dem Familieneigentum an den Kragen. Über 200 Millionen von seinem Erbe beansprucht es für sich, um es für solche widerwertigen Sachen zu verwenden wie Bildung, Wissenschaft, Polizei, Kultur etc. Staatshaushalt hin oder her. Nein das ist für Herrn Müller des Patriotismus zu viel. Am Ende stünde auf seinem Grabstein: "Hier liegt der Idiot, der dem Staat 200 Millionen schenkte." Nein! Das sauer verdiente Geld muß in Familien hand bleiben! Es soll doch investiert werden! In genau solche Projekte wie von Rainer Nehring beschrieben.

Nun denkt doch mal alle nach! Wie können wir Herrn Müller helfen!

Spart Euch die Mühe! Er kennt die Lösung des "Problemes" und posaunt sie wo er kann in die Öffentlichkeit, damit alle wissen, dem Staat ist vorzuenthalten was die verbogenen Gesetze hergeben.

Die Lösung:
Er wird die Deutsche Staatsbürgerschaft aufgeben und die Schweizerische annehmen. Ist er erstmal Schweizer, fällt diese lästige Steuer weg und die Kinder (Haben sie es nicht verdient?) haben einen goldenen Start in die Subventionswirtschaft mit Arbeitsplatzabbaugarantie.

Herr Müller ist Deutschland!!!

sigmund . Mittwoch 30. November 2005 13:18

Also ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Boykott? Weswegen? Weil jemand Geld, das er geschenkt bekommt, annimmt? Natürlich ist der ganze Vorgang wirtschaftlicher Unsinn und für die Betroffenen alles andere als lustig. Aber wenn schon Boykott, dann doch bitte bei den Herren die Gelder ohne entsprechende Auflagen an Leute vergeben, die damit Arbeitsplätze vernichten.

Angelo Lucifero . Montag 5. Februar 2007 18:10

Herr Müller finanziert die NPD

rolf rehfeld . Donnerstag 8. Februar 2007 15:57

hat sich eigentlich mal jemand die mühe gemacht, ob das auch alles so stimmt?

fakten recherchiert, mit herrn müller gesprochen, den ursprungslink geprüft usw. usw.
hier findet doch nicht etwa eine kritiklose übernahme eines im indernet kursierenden schreibens.

so kann ich das leider nicht weiterposten, denn noch habe müllers milchreis im kühlschrank

Lotti . Freitag 9. Februar 2007 13:44

Ich versteh nicht wie ein mensch so bescheuert sein kann.
Am liebsten würde ich an die Metrogruppen einen Breif schreiben, was der nette Herr Müller so an seinem Arbeitsplatzt treibt. Wird sie bestimmt nicht erfreuen wenn die hörn das er jedes Jahr an die npd nen schönes Sümmchen Geld zahlt-.-*...
Da fragt man sich doch was das für Menschen sind...

Bernhard J. . Mittwoch 14. Februar 2007 12:48

Der Eintrag mit der Finanzierung der NPD durch Fa. Müllermilch würde mich ja nun doch mal interessieren. Ich habe das auch schon von anderen Seiten gehört, könnte mir aber vorstellen, dass es sich dabei "nur" um ein Gerücht handelt. Weiss darüber jemand etwas genaueres?

Simone Guck . Montag 19. Februar 2007 15:31

Würde auch gerne wissen wie es mit dem Wahrheitsgehalt der ganzen geschichte aussieht! Hat jemand ander Quellen die dieses Vorgehen belegen?
Gruß

Guido Augustin . Donnerstag 22. Februar 2007 09:54

Hallo,

schaut mal auf mein Blog. Ich habe nämöich die Pressestelle von Müller Milch gefragt, was sie davon hält und die Antwort veröffentlicht:
http://www.fokus-erfolg.de/index.php/die-wahrheit-ueber-mueller-milch-teil-2/

Gruß Guido
... ein bisschen Bissiges auf Fokus-Erfolg.de

antimüller . Sonntag 4. März 2007 02:22

endlich hab ich es mal schriftlich, um meinen mitmenschen zeigen zu können, warum müller scheiße ist. danke!!!

alles verbrecher...

Georg M. . Montag 23. Juli 2007 14:41

Habe gestern in der "Sonntag aktuell" etwas gelesen, das auf das Ganze noch Einen drauf setzt. Dort steht als absolute Unverschämtheit, dass die die Staatsmolkerei Weihenstephan an Müller-Milch verkauft wurde und trotzdem den Titel "Staatliche Molkerei" weiter verwenden darf. ohne irgend einen Hinweis auf Müller-Milch.

Gruß Georg

Sebi . Dienstag 15. April 2008 13:51

Wieso steht da nicht, das er Geld an die scheiss NPD spendet.
Er ist ein Nazi und man sollte das nicht unterstützen

mfg
Sebi

Franz . Mittwoch 16. April 2008 13:58

Sebi können Sie Ihre Aussage belegen?

bgm weber . Freitag 18. April 2008 22:52

sebi !
ich hab noch n kanister kerosin für den heli !
hol den mal ab der stinkt den keller voll.

echt jetzt.
die sonne schimpft schon.

bgm weber

F.S. . Montag 7. Juli 2008 19:38

ich habe immer noch nicht gefunden, wo bewiesen wird, dass Müller die NPD durch Geldspenden unterstützt... kann mir da jmd weiterhelfen?

Michael Herweg . Sonntag 3. August 2008 01:31

NPD ist falsch. Die Zeitschrift "Wiener"gab sich 1989 als Förderverein der Republikaner aus und schrieb deutsche Unternehmer um Förderspenden an. Herr Müller antwortete dem vermeintlichen Förderverein positiv: "Sie werden sich nicht zu beklagen haben".
Tatsächlich flossen natürlich keine Spenden, da es sich eben nur um einen journalistischen "Rechts-"Test handelte. Daher ist online auch kaum etwas zu finden, denn Müllers Anwälte ließen sämtliche Behauptungen im Netz löschen, die die erfolgte Spende als Tatsachenbehauptung darstellt.
Müller spendet allerdings erhebliche Summen an die CSU, wie er selbst zugibt (für Norddeutsche könnte dies allerdings bereits den Tatbestand "rechtsextrem" erfüllen) - womit auch erklärt wäre, weshalb seine politische Lobby derart groß ist. Fakt ist auch, dass Müller einen erheblichen Anteil der EU-Landwirtschaftsfördergelder kassiert, und zwar pro Liter Milch ein Vielfaches dessen, was die Bauern erhalten.
Das öffentlich-rechliche TV berichtete neulich sogar mal darüber. Die privaten Sender natürlich nicht - Müllers rege Werbetätigkeit hier dürfte wohl keinem anderen Zweck dienen.

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