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Donnerstag 18. Mai 2006
zum Thema ANDERE BLOGS
Benjamin Adrion, Mittelfeldspieler des FC St. Pauli, ist ein beliebter Mann. Jemand, der "über den Tellerrand des Fußballzirkus hinausschaut", wie es in einem Interview auf den Webseiten des VfL Bochum heißt. So engagiert sich der 25-jährige auch für eine bessere Trinkwasserversorgung in Kuba, das Projekt heißt "Viva con agua de Sankt Pauli". Kindergärten und eine Sportschule sollen dank der Unterstützung des Spielers und seiner Fans dauerhaft mit sauberem Trinkwasser versorgt werden können.
Engagement für Kinder und Jugendliche ist immer eine gute Sache – andernorts wie auch zu Hause. In diesem Sinn wohlmeinend trat "Benny" denn wohl auch an, um die sportliche Schirmherrschaft zu übernehmen für den Lidl-Fußball-Cup. Für das Turnier, das Lidl derzeit in zahlreichen Orten der Republik austragen lässt, stellte er Trainingstipps zusammen.
Dieses Engagement allerdings verstörte seine Fans: "Die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter/innen beim Lidl-Discounter sind unter aller Sau.Ich würde mich nicht als Spieler für solch eine Aktion hingeben!Wie schon im Posting davor erwähnt,finde ich es wichtig Benny drauf Aufmerksam zumachen mit was für einen Ausbeuter-Unternehmen er es zutun hat!Man kann sich nicht für eine gute Sache einsetzten und gleichzeitig eine schlechte(bezieht sich nicht auf ein Fußball-Tunier mit Kindern sondern einzig und allein mit dem Lidl-Discounter)unterstützen.
Hinter diesen Fußball-Tunier steckt Methode NUR deshalb organisiert Lidl solche.Schließlich ist es gute Werbung und bringt gute Presse für den Discounter,wer denkt da noch an billig Löhne,Entlassungen,Mobbing,Testkäufer,Bekämpfung und Verhinderungen von Gewerkschaften", schreibt Baskenmütze am 4. Mai 2006 im Forum des FC St. Pauli.
Diese Kritik hat Benjamin Adrion erreicht. Jetzt erklärte er im selben Forum:
"Liebe St. Paulianer,
in den letzten Tagen habe ich verstärkt Kritik einstecken müssen (sowohl hier im Forum als auch in persönlichen Gesprächen), weil ich mich bereit erklärt habe, für den Lidl- Konzern am Lidl-Fußball-Cup mitzuwirken.
Hierzu möchte unbedingt klarstellen, dass mir zum Zeitpunkt meiner Zusage überhaupt gar nicht bewusst war, um was für "Unternehmensstrukturen" es sich bei Lidl handelt. Für mich stand einzig und allein das Fußball-Event mit Kindern im Vordergrund, was ich für eine durchaus positive Sache hielt. Nachdem ich nun von vielen Seiten berechtigt hierfür kritisiert wurde, habe ich mich im nachhinein über Lidl und die Praktiken etc. schlau gemacht.
Hätte ich vorher gewusst, mit welchen Methoden dieser Konzern arbeitet, hätte ich mich
auf keinen Fall zur Teilnahme bereit erklärt, da es meiner Einstellung und meinen Idealen völlig widerspricht!!
Ich ärgere mich derzeit am meisten über mich selbst
Nun ist es für dieses Mal zu spät, aber ich möchte euch definitiv versprechen, dass ich mich zukünftig wesentlich besser über den background informieren werde, bevor ich einer Aktion zusage.
Somit Dank an alle, die mir hier meinen Horizont erweitert haben - aus Fehlern wird man klug...
Grüße, Benny"
4 Kommentare · Diesen Eintrag versenden · drucken
mike . Samstag 20. Mai 2006 11:12
Liebe ver.di!!!
Die Kampagne gegen Lidl neigt sich dem Ende. Bei attac ist die Lust deutlich weniger geworden gegen Lidl weiter vorzugehen, da ihr denen keine Kohle mehr gibt (das Jahr ist abgelaufen und die beiden Obermohren bei attac haben keine Lust mehr dazu).
Gebracht hat es auch nichts, so wie die anderen Aktionen. Ihr habt euch in letzter Zeit dermassen selber geschadet mit den Tarifauseinandersetzungen.
Alles was Lidl anfangt, wird sofort negativ gesehen. IHR habt das negative Image aufgebaut und IHR wisst ganz genau, dass das ganze NICHT stimmt.
Kennt ihr das Hornberger Schiessen? ausser Spesen nichts gewesen...
Also, Basisarbeit ist wieder gefragt und von Filiale zu Filiale gehen. Aber auch da wird nichts daraus wie ihr sicher schon gemerkt habt. Die Kassiererinnen haben keine Lust auf EUCH!!!! ihr habt es selbst vermasselt!!!
Glaubt ihr allen ernstes, das die Kampagne an den Lidl-Mitarbeiter (/innen) vorbeigegangen ist??? auch die haben Freunde und Bekannte und Verwandte, das ging denen ganz arg auf den .... (ich sags lieber nicht). Oder meint ihr es ist toll sich gegen Ungerechtes dauernd zur Wehr zu setzen?
Also Kampagne nix, Leute wollen nicht, Kohle ausgegeben, die Bilanz = 0 (Null).
Lidl wird wieder punkten, da die breite Kundschaft merkt, das die von verdi behaupteten Punkte nicht stimmen.
Andreas Düerkop . Samstag 20. Mai 2006 11:47
Also mal zu Mike,
Ahnung hast Du überhaupt keine, das kann ich Dir aus Erfahrung sagen. Die Punkte stimmen alle und zwar haargenau.
Und die Kampagne ist nicht gegen die Lidlmitarbeiter sondern für sie. Ich glaube echt, Du lebst auf dem Mond. Oder willst Du vieleicht Knecht sein? Ohne Lohn länger arbeiten. Keine richtigen Pausen und immer nur unter Druck? Ne, das willst Du bestimmt auch nicht! Und kein Lidl Mitarbeiter ist von Verdi genervt. Sie werden nur von Lidl unter Druck gesetzt, ansonsten wird ein Kündigungsgrund gesucht. Ach und noch was. Ohne Verdi, würde man sowieso nur einen Hungerlohn bekommen, es gäbe keine Arbeitssicherheit und Arbeitsklamotten würdest Du dann auch selber kaufen. Schade das Du nichts dazu gelehrnt hast. So Du ewig Gestriger, grüß mal den Kaiser!!!
hansderkanns@aol.de . Samstag 20. Mai 2006 18:58
Hallo Mike,
endlich jemand der tacheless redet gell. ich sehe das genauso und wer was anderes behauptet soll erstmal seine rosarote brille herabsetzen. und @a.dürkop die erfahrung die du gemacht hast kann und will ich nicht bestreiten weil man hier viel schreiben kann wenn der tag lang ist gell. und den mike brauchst du mit deinem "mondgeschichten" nicht zu provozieren den es herrscht immer noch meinungsfreiheit und das ist auch gut so gell.
RoteSocke . Sonntag 21. Mai 2006 16:42
Hallo hansderkanns,
muss echt sagen, toller nick den du dir gegeben hast, naja, deine Sache.
Du redest von Meinungsfreiheit und diese gestehst du anderen wie A. Düerkop nicht zu, sondern nennst seine Meinungsäußerung "Provokation".
Ich bin selbst bei einem Discounter mit Betriebsrat beschäftigt. Unserer Zentrale sind 75 Filialen angeschlossen.
In diesen Filialen gibt es sehr unterschiedliche Meinungen, die einen sind zufrieden, andere sind es nicht.
Und bei Lidl, ich kenne einige die dorthin gewechselt haben, sind die Arbeitsbedingungen ganz mies, ohne Interessenvertretung, ohne gewerkschaftliche Strukturen.
Dort gibt es aber auch Leute die zufrieden sind und wiederum andere die es nicht sind.
Es gibt Mitarbeiter, die trauen sich das zu sagen was sie denken, und andere die in einer schlechteren sozialen Position sind, lassen sich unter Druck setzen, unbezahlte Überstunden zu machen, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen zu zerreißen und dafür frei zu machen, usw.
Und genau um diese Leute geht es hier, um die, die sich alleine nicht wehren können, weil sie ihren Lohn brauchen.
Diesen Leuten muss geholfen werden, damit sie stark werden können.
Und dann kommen Leute wie Du oder mike, die dies alles mies machen. Versetz dich mal gedanklich in die Lage der Schwachen im Arbeitsleben.
Denk mal drüber nach.
MfG
RoteSocke