INTERNATIONAL
Nicole Heroven zum Thema INTERNATIONAL
Die französische Gewerkschaft CGT hat heute die Beschäftigten im Handel aufgerufen, sich an einem nationalen Aktionstag zu beteiligen. Zentrales Anliegen der Gewerkschafter ist es, den freien Sonntag zu verteidigen. Außerdem fordern sie in der gerade laufenden Tarifrunde eine allgemeine Lohnerhöhung, keine Monatslöhne unter 1500 Euro, das Ende erzwungener Teilzeitarbeit, maximal 5 Arbeitstage pro Woche sowie Anspruch auf zwei aufeinander folgende Erholungstage.
Aktionen und Demonstrationen sind vorgesehen in Paris, Lille, Rennes, Bordeaux, Marseille, Grenoble, Toulouse und Straßburg.
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Nicole Heroven zum Thema INTERNATIONAL
Dass Widerstand gegen entwürdigende Arbeitsbedingungen bei Lidl möglich und nötig ist, zeigen derzeit Beschäftigte eines Lidl-Marktes in Clichy südlich von Paris. Mit Unterstützung ihrer Gewerkschaft CGT protestieren sie gegen den Leistungsstress, vor allem aber gegen das Mobbing durch ihren Vertriebsleiter, dem sie ausgesetzt sind.
Erste Berichte dazu finden sich im Forum der Initiative "Agir ensemble contre le Chômage" ("Gemeinsam handeln gegen Arbeitslosigkeit"), so von einer Protest- und Informationsveranstaltung, die am 15. Februar vor der Lidl-Filiale in Clichy stattgefunden hat.
Inzwischen haben sich auch Beschäftigte anderer französischer Lidl-Filialen mit ihren Kolleginnen und Kollegen solidarisiert: Am 19. Februar planen etwa Lidl-Beschäftigte in Nantes, die Arbeit niederzulegen, wie ein Kollege berichtet.
Die Aktionen der französischen Kolleginnen und Kollegen zeigen, dass Beschäftigte sich wehren können gemeinsam, solidarisch, mit Mut und Stolz. Wir unterstützen sie in ihrem Kampf und wünschen ihnen viel Erfolg!
So bald wie möglich gibt es in diesem Blog mehr zu lesen zu den französischen Protesten.
Hier der Link zum Forum von AC! Paris
Weitere Infos:
http://www.ac-reseau.org/spip.php?article1542
http://www.ac-reseau.org/spip.php?article1548
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Nicole Heroven zum Thema INTERNATIONAL
Baukräne, Baukräne und nochmal Baukräne. Lidls Firmenzentrale in Neckarsulm ist längst viel zu klein für so viele Menschen, die so viele Lidl- und Kauflandläden in so vielen europäischen Ländern beienander halten sollen. Und ständig kommen neue dazu! Deshalb, so berichtete am 9. Januar Manfred Stockburger in der Heilbronner Stimme, wird jetzt bei der Schwarz-Gruppe in Schwaben kräftig gebaut.
Und nicht nur da! Nachdem Lidl im letzten Jahr doch nicht in Estland, Lettland und Litauen Filialen eröffnet hat (sooo kleine Länder, sooo kleine Märkte! Und inzwischen auch sooo viel höhere Preise, die man dort für die nicht benötigten, aber schon gekauften Grundstücke bekommt! :)), soll es dieses Jahr in Rumänien dafür so richtig vorwärts gehen (allerdings bei Kaufland). Ein 100-Millionen-Euro-Darlehen haben die Neckarsulmer bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung beantragt, um vor allem in kleinen und mittleren Städten die Einzelhandelsstruktur so richtig aufzu... , naja, offiziell heißt es, um großen Teilen der Bevölkerung "ein neues Format modernen Einzelhandels und die Annehmlichkeit des Einkaufens in Discount-Hypermärkten" zu eröffnen ( englisches Original: "It will bring a new format of modern retail and the convenience of discounting hypermarkets shopping to large portions of the population. "). Am 23. Januar wird nun bei der EBRD über die Gemehmigung dieses Darlehens entschieden.
Eigentlich muss man nicht allzu gespannt sein, ob der Kredit genehmigt wird und was in Rumänien passieren wird. Das bankenkritische Netzwerk CEE Bankwatch hatte schon 2005 gegen die Finanzierung der Kaufland-Expansion in Polen protestiert, nachdem staatliche Arbeitsinspekteure in zahlreichen polnischen Kaufland-Märkten massive Verstöße gegen Arbeitsrecht und Arbeitsschutz festgestellt hatten. Auch in dem im Juni 2006 erschienenen Schwarz-Buch Lidl Europa steht einiges über die fragwürdige Finanzierung der Expansion der Schwarz-Gruppe durch die quasi öffentlichen Mittel der EBRD.
Ulrich Dalibor, bei ver.di der Leiter der Bundesfachgruppe Einzelhandel und stellvertretender Vorsitzender von UNI Handel Europa (das ist die europäische Handelssektion des Weltgewerkschaftsverbands Union Network International), hat jetzt einen Brief an den zuständigen "Executive Director" der EBRD geschrieben und angesichts der zahlreichen Rechtsverstöße der Schwarz-Gruppe in Europa vor einer Kreditvergabe gewarnt. Auch Werner Dreibus, gewerkschaftspolitischer Sprecher der Linksfraktion im Deutschen Bundestag, hat schon im Juli in einer Pressemitteilung seine Kritik an der EBRD-Finanzierung der Schwarz-Expansion geäußert. Auch Bankwatch wird weiter ein Auge auf Schwarz-Kredite bei der EBRD haben, genauso wie wir.
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Nicole Heroven zum Thema INTERNATIONAL
Unseren allerherzlichsten Glückwunsch! Lidl France hat es geschafft und mit dem deutschen Mutterkonzern gleichgezogen: Am 3. Februar bekam Lidl nun auch jenseits des Rheins den "Big Brother Award" verliehen.
Anlass dazu ist laut Pressemitteilung die massive Videoüberwachung, mit der Lidl seine Beschäftigten unter Kontrolle hält. "65 caméras pour 60 salariés" - 65 Kameras für 60 Beschäftigte, so lautet die Bilanz in einem Lidl-Lager im westfranzösischen Nantes.
Bereits im November letzten Jahres hatten die Beschäftigten dort gegen diese Überwachung protestiert. Zwei Wochen lang dauerte ihr Streik, in dem sie forderten, die Überwachung einzustellen - vergeblich.
Lidl ist in Frankreich auch jenseits des Big Brother Awards unter kritischer Beobachtung. Berichte über den Streik finden sich unter anderem in den gedruckten Ausgaben der Zeitungen Les Echos und 24 Minutes.
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