Dienstag 29. März 2005
Bernd Steinmann zum Thema PRESSESTIMMEN
Spiegel-Online berichtet heute über Aktionen von Arbeitnehmern gegen Unternehmen im Internet:
Schmutzwäsche im Web
"Um die Popularität von Gewerkschaften mag es schon besser gestanden haben, doch die Idee vom "gewerkschaftlichem Handeln" ist durchaus en Vogue: Im Web solidarisieren sich unzufriedene Angestellte und Entlassene - und piesacken ihre Unternehmen mit der Veröffentlichung peinlicher Interna."
Sehr interessanter Artikel! Neben dem Lidl-Weblog werden noch einige erfolgreiche Internet-Aktionen vorgestellt.
Hier geht's zum Artikel...
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Freitag 25. März 2005
Bernd Steinmann zum Thema PRESSESTIMMEN
Auf der ver.di-Lidl-Seite gibt es eine Seite, die über Lidl-Aktivitäten im Ausland berichtet.
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Donnerstag 24. März 2005
Bernd Steinmann zum Thema PRESSESTIMMEN
Die WirtschaftsWoche berichtete am 15. März 2005: "Noch hat Lidl keinen einzigen Discounter in der Schweiz eröffnet, da geben sich bei der Schweizer Tochter des deutschen Filialisten bereits die Geschäftsführer die Klinke in die Hand."
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Bernd Steinmann zum Thema PRESSESTIMMEN
Die sz-online.de berichtet am 24. März 2005: "München will den Billiganbieter am liebsten im Stadtzentrum ansiedeln – doch der Lidl-Konkurrent zieht Industriegebiete vor."
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Mittwoch 23. März 2005
Bernd Steinmann zum Thema SCHWARZMARKT
Wie schon angekündigt und hier mehrfach besprochen: Alle wichtigen Artikel des 'Schwarz-Markt' hier im Blog!
Hier gibt es den ganzen 'SCHWARZ-MARKT als PDF!
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Bernd Steinmann zum Thema SCHWARZMARKT
Viele reden schon davon: Die Gewerkschaft ver.di attackiert die milliardenschwere Handelsgruppe des deutschen Unternehmers Dieter Schwarz und beleuchtet skandalöse Arbeitsbedingungen bei Lidl und Kaufland. Das geschieht in einer Weise, die für öffentliches Aufsehen und hektische Nervosität bei den Konzernlenkern sorgt.
Wie eine mediale Bombe sei das »Schwarz-Buch Lidl« mit entlarvenden Zeugenaussagen aus dem Innenleben des Konsumgiganten (40 Mrd. Jahresumsatz in Europa) eingeschlagen, meinen viele hiesige Kommentatoren. Kritische Schlagzeilen und Berichte zur Schwarz-Gruppe gibt es auch in Frankreich, den Niederlanden, Spanien, Finnland und anderen europäischen Ländern.
Das Prinzip »Billig auf Kosten der Beschäftigten« ist in Verruf geraten. Der geheimnisvolle Handelsriese, der nach wie vor auf unbezahlte Arbeitszeit und Einschüchterung setzt, wurde ein Stück weit entzaubert. Zur Debatte stehen auch die Verhältnisse bei Aldi, Norma, Schlecker und anderen Discountern. »Wir konzentrieren uns jetzt erst einmal auf Lidl, wollen aber auch die anderen Billiganbieter in die Pflicht nehmen«, lautet das Credo der gewerkschaftlichen Task Force um die 37-jährige ver.di-Frau Agnes Schreieder.
Der Plan ist plausibel, klingt bestechend einfach, erfordert aber großes Engagement und sehr viel interne und externe Hilfe: Weitere Aufklärung vor Ort über Missstände bei Lidl; Filialbesuche und regelmäßiger Kontakt zu den meist weiblichen Beschäftigten; Patenschaften von ehrenamtlichen Aktiven und Prominenten für Belegschaften, die Betriebsräte wählen wollen. Schon jetzt steht das Unternehmen unter Beobachtung. Das weiß man auch in der Neckarsulmer Zentrale.
Zur Lidl-Kampagne von ver.di gehört es, soziale Netzwerke in Städten und Kommunen zu knüpfen: Egal, ob die Stadtverordnete, der Pfarrer, die Gewerkschafterin, das Mitglied der Erwerbsloseninitiative oder eben Eva-Normal-Verbraucherin – sie alle können mit dafür sorgen, dass Lidl nicht länger eine fast flächendeckend betriebsrats- und demokratiefreie Zone bleibt. Spätestens an dieser Stelle stellt sich für viele die Frage »Was geht mich denn Lidl an?« Darauf gibt es viele Antworten. Hier ist eine: Ja, es geht jetzt in erster Linie um Lidl und die Discounter. Aber ver.di greift damit gleichzeitig eine wirtschaftsliberale Logik an, die darauf abzielt, dass unter dem Motto »Billig und immer billiger « die Sozialstandards im Handel und vielen anderen Branchen weiter abgebaut und völlig zerschlagen werden.
Und wir setzen der wachsenden sozialen Kälte in dieser Gesellschaft praktische Solidarität entgegen. Unser Slogan ist »Menschen handeln«. Mitmachen dringend erwünscht!
Hier gibt es den ganzen 'SCHWARZMARKT' als PDF!
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Bernd Steinmann zum Thema SCHWARZMARKT
Warum gerade Lidl? Was menschenunwürdige Arbeitsbedingungen angeht, liegt Lidl unter den deutschen Discountern knapp an der Spitze einer negativen Hitliste. Bei rund 2.600 Filialen gibt es bisher nur in acht (!) Märkten Betriebsräte. Viele Versuche, Interessenvertretungen zu wählen, sind von Verkaufsleitern durch offene Einschüchterung und versteckte Drohungen im Keim erstickt worden. In der großen Mehrheit der Läden – nicht in allen – herrscht Angst. Wer als Filialleiter oder Verkäuferin dem sehr hohen Leistungsdruck nicht oder nicht immer stand hält und wer sich als unbequem erweist, der läuft schnell Gefahr, aussortiert zu werden.
Deshalb sind Betriebsräte wichtig. Sie haben das gesetzlich abgesicherte Recht, für menschlichere Arbeitsbedingungen zu sorgen. Ihre Aufgabe ist es, in personellen und sozialen Angelegenheiten mitzubestimmen. Und sie haben die Pflicht, für die Einhaltung von Tarifen und Schutzgesetzen zu sorgen. Betriebsräte können mit vernünftigen Arbeitszeitregelungen dafür sorgen, dass ständige Pausenunterbrechungen und unbezahlte Mehrarbeit nicht länger zum Lidl-Alltag gehören. Das gilt z.B. auch für völlig überzogene Leistungsanforderungen und willkürliche Personalkontrollen.
Der Konzern scheut die Öffentlichkeit, weil das gewünschte gute Image und die zum Teil brutale betriebliche Wirklichkeit in Filialen, Lager und Verwaltung weit auseinander klaffen. Öffentlich geäußerte Kritik kann verändern: Inzwischen wird die Arbeitszeit bei Lidl genauer erfasst – allerdings gehören Stundenund Minutenklau sowie Personalmangel und Arbeitshetze weiter zum System. Damit echte Verbesserungen erreicht werden und der Konzern sich nicht auf Zugeständnisse mit schnellem Verfallsdatum beschränkt, sind öffentliche Beobachtung und interne Mitbestimmung durch Betriebsräte gefragt.
Patenschaften für Beschäftigte können helfen, die Angst vor Sanktionen gegen betriebsratswillige Kolleginnen und Kollegen zu durchbrechen. Je mehr Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens – Künstler, Wissenschaftler, Kommunalpolitiker sowie Betriebs- und Personalräte aus anderen Unternehmen – sich dazu bereit finden, desto größer wird der öffentliche Schutzfaktor. Gemeinsam mit ihnen will verdi dafür werben und streiten, dass »billig« nicht länger mit »menschenfeindlich« übersetzt werden muss. AGNES SCHREIEDER
Hier gibt es den ganzen 'SCHWARZMARKT' als PDF!
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Bernd Steinmann zum Thema SCHWARZMARKT
Bis vor kurzem hatte die Lidl-Geschäftsführung ein relativ leichtes Spiel und konnte trotzdem Betriebsratswahlen nicht völlig verhindern. ver.di will jetzt die »Spielregeln« ändern und ein Netzwerk der Solidarität schaffen. Wichtig dabei sind Patenschaften, um deutlich zu machen, dass Repressalien gegen kritische Beschäftigte schnell öffentlich gemacht werden.
Aufgegriffen haben diese Idee bisher u.a. der Vertrauensleutekörper der IG Metall von Thyssen-Krupp in Duisburg und die fünf Schlecker-Betriebsräte in Berlin, die regelmäßig Filialen von Lidl besuchen wollen. Ihre Bereitschaft haben auch schon mehrere Künstler und Wissenschaftler erklärt.
Starke Resonanz Das »Schwarz-Buch Lidl« und die ver.di-Kampagne sorgen weiter für Aufsehen. Presseberichte und TV-Sendungen haben in gedruckter Form schon fast den Umfang eines Telefonbuchs. Noch immer melden sich sehr viele Beschäftigte und schildern ihre negativen Erfahrungen. Von Ende Dezember bis Mitte März haben über 60.000 Interessierte den Weblog Lidl von ver.di im Internet besucht.
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Bernd Steinmann zum Thema SCHWARZMARKT
Fast drei Monate nach Veröffentlichung des Schwarz- Buch Lidl erreichte ver.di am 1. März ein Brief aus Baden-Württemberg, der es in sich hat: Acht Beschäftigte beschreiben darin, wie »ihre« Filiale wenige Tage zuvor überfallartig von Lidl-Revisoren aufgesucht worden war. Es folgten Verhöre wegen angeblichen Pfanddiebstahls, die sich über den ganzen Tag hinzogen. Obwohl alle Betroffenen ihre Unschuld beteuerten, »warfen sie dann am Ende doch vier von uns hinaus«, heißt es in dem Brief.
Bis zu jenem Tag war die Lidl- Welt für diese Beschäftigten in Ordnung. Zum Schwarz-Buch schreiben sie: »Damals haben wir alle die ›Geschichten‹ und ›Schauermärchen‹ für erfunden gehalten, da wir alle harmonisch und mit viel Spaß in der Filiale arbeiteten. Heute wissen wir alle, unsere Kunden und unsere Familien und Freunde, dass die ›Geschichten‹ und ›Schauermärchen‹, von denen im Schwarz-Buch die Rede ist, der Wahrheit entsprechen.« Unmittelbar nach Bekanntwerden dieses Falls hat sich ver.di eingeschaltet, leistet rechtlichen und politischen Beistand.
Ehemalige Lidl-Verkaufsleiter berichten, dass das Unternehmen nach Anweisung »von oben« im letzten Jahr die Praxis aufgegeben hätte, unbequeme Beschäftigte unter großem Druck zu Aufhebungsverträgen bzw. Eigenkündigungen zu drängen. Daran hält sich das Management aber offenbar nicht überall, wie der Fall von Sabine D. (Name geändert) in einem südlichen Bundesland zeigt. Sie ließ sich im Dezember keinen Diebstahl unterjubeln, verweigerte die Unterschrift und ging vor Gericht. Ihr Anwalt macht dort geltend, dass Lidl »durch die Konstruktion verhaltensbedingter Kündigungsgründe, insbesondere dem Vorwurf des Diebstahls von Pfand- bzw. Kassengeldern, den Abbau von langfristig beschäftigtem und besser entlohntem Personal« betreibe. Diese Tatsache habe auch ver.di im Schwarz-Buch bestätigt.
»Heidi am Kreuzweg« heißt ein Theaterstück, das im Februar im Berliner Theater »Zerbrochene Fenster« Uraufführung hatte. Die Menschen dieses Stückes setzen sich auf ihrer Suche nach Geborgenheit und Sinngebung mit den Gesetzen und Liebesversprechungen der Thora, des Evangeliums und des Korans auseinander. Eingeflossen in die Dramaturgie sind auch Informationen aus dem Schwarz-Buch.
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