Montag 30. Mai 2005
zum Thema AKTIONEN
Mit einem Infostand hat ver.di am letzten Samstag in der Heilbronner Innenstadt, der Heimatstadt des Konzernchefs Dieter Schwarz, auf die miserablen Arbeitsbedingungen in Unternehmen des Schwarz-Konzerns aufmerksam gemacht. Das Interesse der Passanten sei groß gewesen, berichtet ver.di-Handelssekretär Helmut Schmidt. Viele hätten Verwandte oder Freunde, die im Konzern beschäftigt sind und konnten die von ver.di erhobenen Vorwürfe häufig bestätigen.
Inzwischen haben sich in Heilbronn und Umgebung auch ein Dutzend Paten zusammen gefunden, die regelmäßig Lidl-Filialen besuchen, sich den Beschäftigten als Ansprechpartner zur Verfügung stellen, sie unterstützen und ihnen Mut machen.
Die Heilbronner Stimme berichtet:
http://www.stimme.de/nachrichten/heilbronn/art1925,553725.html
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Mittwoch 25. Mai 2005
zum Thema AKTIONEN
Auf dem evangelischen Kirchentag in Hannover findet am Donnerstag, 25. Mai 2005, von 15:00 bis 18:15 ein Workshop zu den Arbeitsbedingungen von Niedriglohnbeschäftigten bei Billigdiscountern statt. Moderieren werden der Schwarz-Buch-Autor Andreas Hamann und Michael Böhm, ver.di-Einzelhandelssekretär aus Göttingen.
Hier geht es zur Workshop-Beschreibung auf der Website des Kirchentages
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Montag 23. Mai 2005
zum Thema AKTIONEN
Vom 3. bis 5. Juni 2005 findet in Hamburg eine Tagung mit dem Namen Mc Planet statt. Attac und WEED bieten dort in Kooperation mit ver.di am Sonnabend (4. Juni) einen Workshop zum Thema Discounterisierung an. Unter dem Titel "Grenzenlos billig?" wird diskutiert, wo die Ursachen der Billig-Manie liegen, welche Folgen dies für Mensch und Umwelt hat und welche Alternativen es für den Handel geben kann.
WEED hat eine gleichnamige Broschüre herausgegeben, auf die Bernd Steinmann in seinem Eintrag vom 23. März hingewiesen hat.
Hier kann man sich noch für die McPlanet-Tagung anmelden:
http://www.mcplanet.com/
Hier gibt es die Beschreibung zum Workshop:
http://www.mcplanet.com/?programm/xml_id&id=W3a - OBS: Terminänderung! Workshop am SONNABEND, 11:30 bis 13:30!!! Ort: Phil-Turm 756
Hier kann man die WEED-Broschüre Grenzenlos billig? bestellen:
http://www.weed-online.org/publikationen/bestellung/index.html#30442
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Donnerstag 19. Mai 2005
zum Thema AKTIONEN
Emma Klein hat es schon in diesem Blog angekündigt:
Heute findet in Düsseldorf im ZAKK eine Schwarz-Buch-Lesung mit anschließender Diskussion statt. Beginn ist 20 Uhr, der Eintritt ist frei.
Es lesen Pamela Granderath und Olaf Cless, zur Diskussion sind Agnes Schreieder (ver.di Bundesverwaltung, Lidl-Projekt) und Heino Kaßler (ver.di Düsseldorf, Gewerkschaftssekretär Handel) eingeladen. Vielleicht kommt auch ein/e Lidl-Beschäftigte/r.
HINGEHEN!!!
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zum Thema PRESSESTIMMEN
Heute früh um acht Uhr sollte die Sonderaktion bei Lidl starten - und war doch vielerorts schon gelaufen. In Schlangen standen Schnäppchenjäger vor den Türen vieler Filialen, mitunter schon seit sechs Uhr morgens. Etliche Lidl-Geschäfte öffneten deshalb schon früher - die limitierten Bahntickets (laut DB über eine Million) waren blitzschnell ausverkauft (so berichten hier auch HH-Jens und Heiner Ollmann). Lidl hat Wartelisten ausgelegt für alle, die bisher leer ausgegangen sind. Angeblich soll jeder, der ein Ticket möchte, auch eins bekommen. Spiegel online berichtet allerdings inzwischen, dass die Bahn da nicht mitzieht und keine Tickets nachliefern will. Bleibt zu hoffen, dass der Ärger der Kunden nicht an den Lidl-Beschäftigten hängen bleibt, die letztlich die Absagen geben müssen.
Der Tagesspiegel berichtete gestern, Lidl rechne mit einem Ansturm auf die Billig-Tickets. Deshalb werde jede Filiale zusätzliche Kassen öffnen und mehr Personal einsetzen. Außerdem, so der Tageesspiegel, seien die Kassiererinnen zusätzlich geschult worden.
Ein Berliner Filialleiter sagte dazu allerdings, dass es zwar stimme, dass die leitenden Angestellten den Kassiererinnen die grundlegenden Benutzungsbedingungen der Tickets erklärt hätten und heute alle Kassen geöffnet gewesen seien. "Zusätzliches Personal" im Sinne von neuen Mitarbeitern sei jedoch nicht vorhanden gewesen. Die Filialbelegschaft hatte also einen langen Tag und vermutlich einige Überstunden mehr als ohnehin üblich auf dem Konto. Es bleibt abzuwarten, ob und wie Lidl diesen Einsatz der Kolleginnen und Kollegen honoriert.
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Montag 9. Mai 2005
zum Thema PRESSESTIMMEN
Am letzten Freitag lief's über den Ticker (zum Beispiel in der Süddeutschen):
Die Bahn verkauft Billig-Tickets bei Lidl!
Auf der Bahn-Website ist von dieser grandiosen Aktion nichts zu lesen - weshalb auch, es stand ja in allen Zeitungen, grob skizzierte Konditionen inklusive, und der "Support" wird im Ernstfall ja auch nicht von der Bahn geleistet, sondern von den Lidl-Beschäftigten an der Kasse. Es steht zu vermuten, dass es nicht Bestandteil der Abmachung zwischen Bahn und LIDL war, dass die Bahn einige ihrer im Umgang mit "schwierigen Kunden" und der Rechtfertigung von Angebotsdefiziten erfahrenen Beschäftigten den Kolleginnen und Kollegen an der Lidl-Kasse zur Seite stellt, wenn Horden aufgebrachter Schnäppchenjäger ihrer Wut über die, da kontingentiert, "leider schon ausverkauften" Super-Sonder-Spar-Tickets freien Lauf lassen.
Welche "neuen Kunden" die Bahn da erreichen möchte, bleibt ein wenig nebulös. Bahn-Sprecher Jürgen Büchy formuliert es so:
"Wir wollen mit diesem Angebot neue Kunden gewinnen. Deshalb zeigen wir, wie attraktiv Bahnfahren ist. Und wir bieten diesen Preishit bewusst außerhalb der Bahn an und erreichen damit auch Menschen, für die Bahnfahren bisher noch nicht in Frage kam."
Ganz richtig stellt die taz die Frage, wer hier eigentlich neue Kunden gewinnt: Lidl oder die Bahn?
Und anschließen könnte man die Frage danach, wer hier eigentlich die Last dieser famosen Marketing-Idee zu tragen hat, die Lidl eine Menge neuer Schnäppchen-Kunden einbringen und die Bahn der Last des Services entledigen wird. Geiz ist offenbar so geil billig und völlig normal geworden, dass die Antwort auf diese Frage nur Wenige interessiert.
Immerhin haben andere Blogs schon über die Billig-Lidl-Bahn diskutiert, und zwar schon bevor der ver.di-blog sich des Themas angenommen hat:
http://riavanrock.blogg.de/eintrag.php?id=20
http://lzone.quakky.de/index.php?p=511
http://www.mayweather.de/?p=376
http://alienliebe.blogg.de/eintrag.php?id=6
http://www.lawblog.de/index.php/archives/2005/05/08/ausgrenzung/
http://woodyblog.blogger.de/stories/268460/
http://www.popnutten.de/archiv/2005/05/05/billig-bahn/
Auch ver.di-Fachgruppenleiter Einzelhandel, Uli Dalibor, hat sich bereits am Freitag gegenüber der Berliner Zeitung zu Lidls kurzfristiger Sortimentserweiterung geäußert: hier lesen
Wir sind gespannt, was am Morgen des 19. Mai um acht Uhr in den 2600 Lidl-Filialen passieren wird. Vielleicht sollte man diesen Tag nutzen für ein intensives Beratungsgespräch an einem der (noch)zahlreichen Verkaufsschalter der Deutschen Bahn AG. Holla.
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Montag 2. Mai 2005
zum Thema AKTIONEN
Schon morgens um elf brannte die Sonne auf den Alexanderplatz. Der DGB hatte gerufen, mehrere tausend Menschen kamen und feierten fröhlich. Nebenbei gab es erste Sonnenbrände, Rauchschwaden sommerlicher Grillveranstaltungen und freudiges Wiedersehen mit alten Bekannten. Die Berliner Wasserbetriebe spendierten Selters, vor den bunten Ständen drängelte sich das interessierte Publikum.
Am Büdchen des Fachbereichs Handel der Berlin-Brandenburger ver.di-Kolleginnen gab es einiges zu sehen: Schwerpunktthema war die Lidl-Kampagne. Schwarz-Bücher, Schwarz-Markt-Zeitungen, T-Shirts und Flyer fanden reißenden Absatz, Achim Neumann beamte einen großen Lidl-Spaß auf die improvisierte Leinwand und Schwarz-Buch-Autor Andreas Hamann stand bereit zum Lesen, Diskutieren und Signieren.
Auch in anderen Städten hatte ver.di die Lidl-Kampagne zum Thema gemacht, so in Heilbronn, wo die zentrale Landeskundgebung stattfand, und in Lübeck. hier gibt es die Berliner Fotos, die Dokumentation aus den Bezirken folgt.
Bilder_Skater_1Mai2005.pdf
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Bernd Steinmann
Liebe Martina, ich kann dich beruhigen. Es gibt bei ver.di Betriebsräte. Das steht ja auch in dem Artikel.
Der Impulse-Redakteur Markus Waitschies wärmt in seinem Artikel die Geschichte rund um den VGB auf, der sich selber "Gewerkschaft für Gewerkschaftsmitglieder" nennt. Ich arbeite jetzt seit über 20 Jahren bei einer Gewerkschaft. Ich habe noch keinen Vertreter von dieser Truppe kennen gelernt. E-Mails habe ich erhalten. Zumeist tritt der VGB mit Presseveröffentlichungen an die geneigte Öffentlichkeit.
Im Impulse-Artikel wird behauptet: "Nirgendwo genießen Beschäftigte so wenig Schutz wie gerade bei den Gewerkschaften. Denn ausgerechnet die Gewerkschaftsangestellten haben keine eigene Interessenvertretung." Dies ist FALSCH. Es gibt Betriebsräte. So auch in Berlin. Der Betriebsrat für die ver.di-Bundesverwaltung sitzt hier in der 6. Etage drei Zimmer weiter.
Fakt ist: Bei ver.di gibt es Betriebsräte und einen Gesamtbetriebsrat. Über Arbeit können sich die Betriebsräte nicht beklagen. Ich fühle mich von den Betriebsräten gut vertreten.
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