Donnerstag 29. September 2005
zum Thema AKTIONEN
EILMELDUNG!!!
Nach ersten handfesten Informationen hat just eben das Arbeitsgericht Pforzheim der einstweiligen Verfügung statt gegeben, die der Betriebsrat gegen die Schließung der Lidl-Filiale in Calw beantragt hat.
Damit darf die Filiale nicht wie geplant am Freitag geschlossen werden!
Die für Samstag geplante Solidaritätsveranstaltung ab 10 Uhr am Alten Bahnhof wird trotzdem stattfinden - als Freudenfest.
Glückwunsch allen, die das erstritten - und einen großen Dank an alle, die die Beschäftigten dabei unterstützt haben!
Bericht der Linkszeitung
Bericht der Stimme
Bericht des SWR
Bericht des Deutschlandradios
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zum Thema AKTIONEN
28. September 2005:ver.di hat bei der Staatsanwaltschaft in Tübingen einen Strafantrag nach § 119 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) gegen den Geschäftsführer der Lidl Vertriebs GmbH & Co.KG Bietigheim, Herr Roßmann, wegen Behinderung der Betriebsratsarbeit gestellt.
ver.di erbringt in diesem Antrag Belege dafür, dass
a) das Motiv der Geschäftsleitung für die Schließung der Filiale tatsächlich die Bestrafung der Belegschaft für die Teilnahme an Streiks und die Gründung eines Betriebsrates ist und
b)Lidl den Betriebsrat nicht korrekt über einen real möglichen Ersatzstandort informiert hat. Damit wurde der Betriebsrat behindert, effektive Interessensausgleichsverhandlungen zu führen. Dieser Punkt betrifft den Straftatbestand der Behinderung und Störung der Betriebsratsarbeit.
Gegen die von Lidl angekündigte rechtswidrige Schließung veranstaltet ver.di am Samstag, den 1.10.2005 von 10.00 bis 17.00 Uhr eine Solidaritätsveranstaltung am Alten Bahnhof in Calw.
Bis jetzt haben die Ex-Justizministerin, Herta Däubler-Gmelin, der Tatort-Autor Felix Huby, die stellvertretende Vorsitzende von ver.di, Margret Mönig-Raane , die Bundestagsabgeordnete Renate Gradistanac und die stellvertretende DGB-Vorsitzende, Leni Breymaier, zugesagt.
zur Pressemitteilung von ver.di
Informationen zu den Ereignissen in Calw, Forchheim, Bamberg und München
Seiten von ver.di Baden-Württemberg zur Filialschließung in Calw
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Montag 26. September 2005
zum Thema AKTIONEN
Letzten Donnerstag, 22. Spetember, verwandelte ver.di gemeinsam mit attac den Parkplatz der Lidl-Filiale in Göttingen-Rosdorf in ein Grenzgebiet. "Achtung! Sie verlassen den demokratischen Sektor!" stand auf dem Schlagbaum, den die Kundinnen und Kunden auf dem Weg zum Laden passieren mussten - wenn sie sich nicht doch dafür entschieden, angesichts des fröhlichen bunten Haufens eine der anderen Parkplatzzufahrten zu wählen...
Die Kundinnen und Kunden zeigten sich sehr interessiert an den Themen der Kampagne - nicht allein die ver.di-Informationen über fehlende Betriebsräte und mitunter schlechte Arbeitsbedingungen, auch die attac-Flyer zu Preis- und Sozialdumping boten gern genutzten Anlass zu Gesprächen.
Seite von attac zur Aktion in Göttingen
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Donnerstag 22. September 2005
zum Thema AKTIONEN
Mittwoch, 21. September 2005, Luisenstraße in München: etwa vierzig junge Menschen in dunklen Anzügen tragen einen Sarg, Trompeter spielen den Trauermarsch von Chopin. Symbolisch zu Grabe trägt die kleine Gesellschaft die Menschenwürde der Lidl-Beschäftigten. Franz Schütz, Jugendsekretär von ver.di München, eröffnete die Kundgebung vor der LIDL Filiale in der Luisenstraße: „Mit dieser Aktion weisen wir auf die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen bei LIDL hin. Es muß gesellschaftlich geächtet werden, dass bei LIDL die Menschenrechte der Beschäftigten mit den Füßen getreten werden.“ Es gehe aber nicht darum, LIDL zu boykottieren und die Kunden von ihren Einkäufen abzuhallten, ergänzt Schütz und regt an, dass die Kunden, nachdem sie über die Zustände bei LIDL informiert wurden, ihre moralische Macht beim Einkauf mit dem Hinweis auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen deutlich machen, so Franz Schütz.
Bei den Kundinnen und Kunden kam die Aktion, bei der die Trauergemeinde auch Informationen über die Arbeitsbedingungen bei Lidl verteilte, recht gut an. Die Geschäftsleitung von Lidl brachte ebenfalls Infozettel unters Volk, auf denen die Vorwürfe von ver.di bestritten werden. Sicherlich als Erinnerung an die phantasievolle Aktion machten sie Fotos von den Aktivisten. Es wird bestimmt ein schönes Fotoalbum geben, denn auch schon die Teilnehmer der ver.di-Fahrradtour in Heilbronn hatte ja die Lidl-Geschäftsleitung ins Visier ihrer Kamera genommen.
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zum Thema AKTIONEN
Am Dienstag, 20.9., fand vor der Lidl-Filiale in der Ottenser Hauptstraße ein "Read-In" statt. Über 200 Kunden und Passanten hörten zu, wie der Schauspieler Rolf Becker, Nils Loenicker vom Kabarett Alma Hoppe, Irmgard Busemann von der nordelbischen Synodale und einige weitere Unterstützer der Kundenwoche von ver.di aus dem Schwarz-Buch vorlasen. Abi Wallenstein sang dazu.
Insgesamt verteilten die ver.di-Aktiven über 1500 Kundenpostkarten - viele landeten direkt in der Filiale nebenan.
Seiten von ver.di-Hamburg
Über die Aktion berichtete die tageszeitung (taz) am 21.09.05.
Auch hier im Weblog gibt es einige Berichte zur Aktion, zum Beispiel von Trawler und Rettichreibe.
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zum Thema AKTIONEN
Ausbildungsplätze für die Zukunft schaffen ist wichtig,
wenn dabei nicht die Personalkostenreduzierung im
Vordergrund steht.
Sozialunverträglich ist wenn dabei Vollzeit und Teilzeit auf der Strecke blieben. Für viele Unternehmen werden die Azubi's zu einer günstigen
Alternative, denn nicht umsonst fordern die Arbeitgeberverbände, Azubi's sollen auch für Ihre Ausbildung bezahlen. Unternehmen rühmen sich mit Azubi- Aktionen, alleinverantwortliche Führung eines Betriebes und Sonderverkäufen, alles unter dem Motto "Ausbildung". Kann heute noch richtig ausgebildet werden, wenn die erfahrenden älteren Führungskräfte gegen immer jüngeren Nachwuchs ausgetauscht werden? Wird denn wie früher das ganze Spektrum des Einzelhandels noch vermittelt? In vielen Unternehmen kann man den Eindruck bekommen, es werde nur das vermittelt was fürs Unternehmen wichtig und renntabel ist und natürlich werden nur die " Besten " dafür hergenommen. In der Tierwelt würde man sagen eine neue Art von Züchtung. In unserer Gesellschaft wird auch Ausbildung dazu gesagt, immer mit dem Zusatz der Sozialen Verantwortung. Der Druck auf die " älteren "Beschäftigten wächst stetig und wehe es fängt einer an zu schwächeln.
Ist das wirklich was wir wollen, oder sollten wir nicht umdenken und dieser Profitgier ein Ende setzen?
Ausbildung ist Ausbildung, doch sollte sie nicht hergenommen werden um noch mehr Billigkampf zubetreiben.
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Mittwoch 21. September 2005
zum Thema AKTIONEN
Heute fahren der Pforzheimer ver.di-Sekretär Willi Hagel, viele von der Belegschaft der Lidl-Filiale in Calw und etliche Unterstützerinnen und Unterstützer von Calw aus mit dem Bus nach Neckarsulm. Sie werden versuchen, in der Konzernzentrale die über 9000 Postkarten abzugeben, mit denen Kundinnen und Kunden gegen die Schließung der Filiale zum 30. September protestieren.
Alter Gallier berichtet hier im Blog, wann und wo der Treffpunkt für alle interessierten ist:
"Der Bus fährt am Mittwoch 21.09.05 so gegen 12.30 Uhr vor dem Lidl Calw "Alter Bahnhof" ab. es kann jeder mitfahren der dazu Lust hat, solange noch Plätze frei sind. Eine andere Möglichkeit wäre am Mittwoch so gegen 13.30 Uhr vor der Lidl-Zentrale in Neckarsulm ( bei Heilbronn) Stiftsbergstr. 1 zu kommen."
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Bernd Steinmann zum Thema AKTIONEN
Heiko Fritze berichtet in der Stimme.de über eine Radtour des ver.di-Bezirks zur Lidl-Filiale in der Heilbronner Urbanstraße.
Er schreibt: "Es braucht offenbar nur sieben Verdi-Mitglieder, um bei Lidl gehörig Nervosität auszulösen. Da rauschen schwarze Audis mit Künzelsauer Kennzeichen heran, junge Männer in hellen Hemden und Krawatte huschen hektisch umher und steigen zum Fotografieren sogar auf das oberste Plateau des Parkdecks."
Zum Artikel
Zur ver.di Bezirksseite
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Montag 19. September 2005
zum Thema AKTIONEN
Ab heute ruft ver.di bundesweit zu einer Lidl-Kundenwoche auf. ver.di möchte mit dieser Aktion den Lidl-Verkäufer/innen Mut machen, Betriebsräte zu wählen. ver.di-Mitglieder und Unterstützer/innen geben bei ihrem Einkauf Kundenkarten in den Lidl-Filialen ab. Mit den Karten machen sie deutlich, dass nicht nur "billig" zählt, sondern dass ihnen auch faire Arbeitsbedingungen in den Lidl-Filialen wichtig sind. Kunden sprechen mit der Karte auch ihre Anerkennung für die täglich harte Arbeit der Verkäufer/innen aus. Und sie beschreibt ihre Erwartung an die Konzernleitung, dass zukünftig Grundrechte von Beschäftigten in den Lidl-Filialen ernst genommen und gewahrt werden.
Über 3 Mio Kundenkarten hat ver.di vergangene Woche verteilt, die ab heute an Verkäufer/innen überreicht werden. Kundenkarten und weitere Infos unter www.lidl.verdi.de. Während der ganzen Woche werden zudem in vielen Städten Kunden-Infostände, Lesungen, Musik und Filialaktionen stattfinden. Berichte darüber gibt es auch weiterhin hier. Wir sind sicher: Beschäftigte, ver.di und Kunden: gemeinsam können wir viel für bessere Arbeitsbedingungen bei Lidl erreichen !
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Mittwoch 14. September 2005
zum Thema AKTIONEN
Verrammelt und leergeräumt steht sie da, die ehemalige Lidl-Filiale in der Haidfelderstraße in Forchheim. Sie gehört nun nicht mehr zur vorherigen Lidl-Gesellschaft, sondern ist einzige Filiale der neu gegründeten, aber weiterhin zum Schwarz-Konzern gehörenden "Schnapp's Discount GmbH & Co. KG". Demnächst werden dort keine Milchtüten, Brote, Erbsendosen und Tiefkühlgerichte mehr verkauft, sondern nur noch "Schnäppchen" - übrig gebliebene Sonderposten aus dem wöchentlichen Lidl-Aktionsangebot anderer Filialen.
Auch hier geht es - wie schon in Calw - augenscheinlich darum, eine Filialbelegschaft mit aktivem Betriebsrat aus dem Unternehmen zu drängen. Die Beschäftigten hatten sich, wie auch ihre Kolleginnen und Kollegen in einer Filiale in Bamberg, im Juli in einem Streik für Löhnerhöhungen und den Erhalt wichtiger Tarifansprüche stark gemacht. Kurz danach wurde die Forchheimer Filiale ausgegliedert und umfirmiert, die in Bamberg einer anderen Lidl-Gesellschaft zugeschlagen.
Am 8. September hat ver.di deshalb zu einer Mahnwache vor den Filialen in Forchheim und Bamberg eingeladen. In nur einer Stunde haben über 150 Kundinnen und Kunden per Unterschrift gegen die Ausgliederungen protestiert.
Heute, am 14. September, beteiligten sich wieder zahlreiche Bürgerinnen und Bürger an einer Protestkundgebung in Forchheim. Im Arbeitsgericht Bamberg wurde derweil über die Ausgliederung der Filiale Forchheim verhandelt - in erster Instanz, der Ausgang bleibt spannend.
Die Forchheimer Beschäftigten bleiben dabei nicht allein. Auch heute standen ihnen viele Freunde und Unterstützer zur Seite - von ver.di, kirchlichen Arbeitnehmerorganisationen, attac, IG Metall, IG Bau und sogar, aus Calw angereist, Kolleginnen und Kollegen aus der dortigen Filiale, die gerade von der Schließung bedroht ist.
Welche Perspektive hat dieser "Schnäppchenmarkt"? Hilmar Müller, ver.di-Handelssekretär aus Bamberg, schätzt die Überlebenschancen des Marktes nicht sehr hoch ein. Er sagt, dass ein solcher Sonderpostenmarkt im Gegensatz zu Lebensmittelmärkten in der Regel mit drei bis vier Beschäftigten auskommt, wenn er rentabel sein soll.
Ist dieser "Schnapp's Discount" also ein Bauernopfer, das Lidl bringt, um sich - wie schon in Calw versucht - den ungeliebten Betriebsrat vom Hals zu schaffen? Jetzt heißt es Schnapp's statt Milch in Forchheim - aber vermutlich wird auch dessen Haltbarkeitsdatum bald abgelaufen sein. Schön ist, dass das offenbar auch viele Kundinnen und Kunden durchschaut haben.
Seiten von ver.di-Bayern zu Forchheim und Bamberg
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