Montag 27. März 2006
zum Thema WIR SCHREIBEN HIER
Shopping bald rund um die Uhr? Diese Frage diskutieren hier einige Kommentatoren seit einigen Tagen. Sei es wegen der kurz bevor stehenden Fußball-Weltmeisterschaft oder der Föderalismusreform - die politische Debatte um längere Ladenöffnungszeiten ist noch lange nicht beendet.
Auf den Einzelhandelsseiten von ver.di findet Ihr Informationen und Standpunkte zum Thema Ladenschluss. Es gibt dort auch eine Umfrage zum Thema "Freier Sonntag", an der Ihr teilnehmen könnt.
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Mittwoch 22. März 2006
zum Thema AKTIONEN
Lidl bleibt auch für die französischen Kollegen von der CGT weiter Thema, wie hier auf einer Demonstration in Marseille (Südfrankreich).
Schon am 8. März waren Aktive von CGT und Attac in mehreren Orten unterwegs und besuchten Lidl-Beschäftigte in den Filialen.
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Dienstag 21. März 2006
Bernd Steinmann zum Thema WIR SCHREIBEN HIER
Liebe Leute, es gibt hier Regeln. Kommentare, die dies nicht beachten, die werden gelöscht.
Um eine sachliche Diskussion zu ermöglichen, sind folgende Regeln beim Kommentieren einzuhalten:
1. In den Kommentaren immer den gleichen Namen verwenden. Diskussionen mit sich selbst sind unseriös.
2. Keine Beschimpfungen, Verhöhnungen oder Verunglimpfungen anderer Kommentatoren und Autoren.
3. Die Kommentare sollten sachlich und konstruktiv zum Thema des Artikels oder anderen Kommentaren verfasst werden.
Kommentare, die sich nicht an diese Regeln halten, werden gelöscht.
Und hier ist es auch noch mal aufgeschrieben.
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Donnerstag 16. März 2006
zum Thema ERFAHRUNGSBERICHTE
Geldscheine zwischen Obstkisten, versteckt vom Filialleiter, um die Ehrlichkeit der Mitarbeiter zu testen. Oder besser: um sie der Unehrlichkeit zu überführen und sie loszuwerden. Davon berichtet in diesem Blog "ein Filialleiter irgendwo aus Deutschland" unter dem Nickname "KeineAhnung".
Er schreibt, dass Filialleiter jetzt angewiesen wurden, diese Tests durchzuführen mit dem klaren Ziel, überzählige Beschäftigte und solche, "die nicht ins Team passen", loszuwerden - denn in vielen Filialen seien zu viele Leute beschäftigt. Gleichzeitig seien die Leistungsanforderungen drastisch angehoben worden.
"Leibeigene" ergänzt den Bericht und weist darauf hin, dass unliebsame Mitarbeiter auch gerne über manipulierte Pfandkassen zum Stolpern gebracht würden.
Dieses Vorgehen ist nicht neu - Lidl-Beschäftigte haben hier im Blog, aber auch gegenüber ver.di-Sekretären in ganz Deutschland, immer wieder von derlei Fallstricken berichtet, die gezielt ausgelegt wurden und in vielen Fällen tatsächlich zur Kündigung geführt haben.
Stimmt der durchaus plausible Bericht dieses Filialleiters "irgendwo aus Deutschland" (der im übrigen betont, dass er sich nicht an diese Anweisung halten wird), so wirft diese "offizielle Anweisung" ein seltsames Licht auf die gesamte Image-Kosmetik, die das Unternehmen zur Zeit betreibt. Bio-Produkte und fair gehandelte Waren sollen noch in diesem Monat neue Kunden in die Märkte locken und zeigen, dass Lidl nett ist zu seinen Lieferanten. Dass Lidl seinen Kundinnen und Kunden Qualität liefert. Dass Lidl die Vorwürfe von Greenpeace und Attac ernst nimmt und sich in der Verantwortung sieht für Produzenten und Kunden. Ein Gespräch von Lidl-Geschäftsführer Klaus Gehrig und zwei weiteren Mitgliedern der Geschäftsführung mit Vertretern von Attac, WEED, BanaFair und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Anfang Dezember 2005 sollte dies wohl unterstreichen.
Wie wenig ernst es Lidl tatsächlich ist, den Dialog mit Kritikern zu pflegen, zeigte sich spätestens Anfang dieser Woche. Attac, AbL, WEED und BanaFair hatten geplant, dem Lidl-KomÂmanÂditisten Richard Lohmiller am Rande des Kölner "Unternehmertag Lebensmittel" 12.000 Protest-Postkarten zu übergeben, auf denen Verbraucher Lidl auffordern, globale soziale Rechte zu achten und Herkunft und Produktionsweg der bei Lidl angebotenen Produkte transparent zu machen. Kurzfristig hatte Richard Lohmiller den Termin aber "ohne Angabe von Gründen absagen lassen", berichtet Attac in einer Pressemitteilung vom 14. März.
"Kein Betriebsrat - aber Öko-Bananen?" – diese Frage stellte erstaunt auch das Berlin-Brandenburger InfoRadio. Denn es ist in der Tat fragwürdig, Waren mit TransFair-Logo verkaufen zu wollen und sich gleichzeitig im eigenen Laden so zu verhalten, dass hinter etliche der TransFair-Kriterien für Lidl selbst ein dickes Fragezeichen zu setzen ist.
Bei den Lidl-Beschäftigten herrscht große Unsicherheit und Angst, über ihre Arbeitssituation zu reden. Es herrscht Angst, sich gemeinsam für seine Rechte stark zu machen. Das haben viele ver.di-Aktive erst neulich bei ihren Filialbesuchen am 8. März wieder erlebt – trotz der Freude über Blumen und Infos.
Solange Beschäftigte Angst haben müssen, sich gewerkschaftlich zu organisieren, Betriebsräte zu wählen und ihre Arbeitsbedingungen mitzugestalten, wird ver.di weiter Kritik an Lidl üben. Und solange ein paar Bio-Äpfel wie ein Feigenblatt vor der Milch liegen, für die Lidl den Bauern nicht einmal den Herstellungspreis bezahlt, solange bleibt Lidls Image-Kosmetik reine PR-Fassade.
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Montag 13. März 2006
zum Thema AKTIONEN
Am 8. März, dem Internationalen Frauentag, waren in vielen Ländern Gewerkschafter unterwegs in Lidl-Filialen und besuchten dort die Beschäftigten. Hier ein kleiner Überblick, was bei Filialbesuchen in Österreich, Frankreich, Polen und Tschechien los war:
Frankreich:
Filialaktionen der CGT im Großraum Paris, in Metz und Südfrankreich
In Argenteuil im Departement Seine-St. Denis nördlich von Paris waren Kollegen der CGT gemeinsam mit Attac-Aktivisten unterwegs und besuchten die Verkäuferinnen in ihren Filialen (Bild oben links). Anders als es oft in Deutschland der Fall ist, trauten sich die Beschäftigten, offen mit den Gewerkschaftern über ihre Arbeitsbedingungen zu reden und sich über die massiven Belastungen zu beschweren. Sie freuten sich über die Solidarität, die die Kollegen der CGT und die Attac-Aktivisten demonstrierten: "Nous avons rencontré beaucoup de compréhension et de la sensibilité de la part des personnels", berichtet Germaine Stoikovich, die in Argenteuil bei Lidl unterwegs war: "L'acceuil des personnels a mis en évidence que notre solidarité avec les employées de Lidl a été appréciée."
[ergänzt am 16.03.2006:
Hier gibt es die gemeinsame deutsch-französische Presseerklärung von ver.di und CGT als PDF zum Download (302 kb).]
Tschechien:
Deutsch-Tschechische Lidl-Filialtour
Filialbesuche Start Karlovy Vary (Karlsbad 10.00 Uhr – Falkenau – Eger – Marktredwitz – Weiden) mit Beteiligung von ver.di, DGB und OSPO
Gemeinsam waren Kolleginnen und Kollegen von ver.di, DGB und der tschechischen Gewerkschaft OSPO unterwegs in Lidl-Filialen im deutsch-tschechischen Grenzgebiet (Bild oben rechts). Offenbar war es nicht ganz einfach, mit den Verkäuferinnen sprechen zu können – allerorten wurden die Frauentagsgratulanten von den wachsamen Augen der "Schwarzen Sheriffs" des Wachschutzes begleitet ...
Die Verkäuferinnen freuten sich allerdings über den Besuch, die Blumen und guten Wünsche.
Hier der Bericht der Frankenpost vom 10.03.2006
Österreich:
Gemeinsame grenzüberschreitende Filialbesuche von GPA, ver.di und DGB und Filialbesuche mit Fragebogen-Aktion bei Lidl-Beschäftigten in Linz, Salzburg, Wien, Innsbruck, Graz u.a.
In Österreich besuchten die Kollegen von der österreichischen Gewerkschaft GPA Lidl-Filialen (2. Bild von oben links). Den Verkäuferinnen brachten sie einen Fragebogen zu ihrer Arbeitssituation mit, mit Hilfe dessen die Verkäuferinnen im Selbsttest überprüfen können, ob an ihrem Arbeitsplatz auch wirklich "alles in Ordnung" ist. Außerdem brachten die GPAler eine Grußkarte und einen Flyer mit Informationen zu Themen wie Arbeitszeit und anderem mit.
Zur Pressemitteilung der GPA
Polen:
Filialbesuche der Gewerkschaft Solidarnosc in Wroclaw und weiteren Orten
In Polen besuchten Gewerkschafter von Solidarnisc Verkäuferinnen in Lidl-Filialen in Wroclaw (2. Bild von oben rechts). Auf der Internet-Seite der Solidarnosc in Wroclaw findet sich ein Bericht über die Aktion, den Franziska Bruder folgendermaßen übersetzt und zusammengefasst hat:
"Seit einigen Monaten sprechen wir mit Mitarbeitern von Lidl über ihre Probleme und die Möglichkeit, sich in der Gewerkschaft zu organisieren. Es hat sich herausgestellt, dass unseren deutschen Kollegen von ver.di diese Probleme der Angestellten in dieser Kette ebenfalls nicht fremd sind. Sie haben uns vorgeschlagen, uns an der heutigen Aktion zu beteiligen. An diesem Tag sollten in viele Filialen von Lidl in ganz Europa gegangen werden, weil damit die Position der Angestellten gestärkt wird, um bessere Arbeitsbedingungen und Löhne auszuhandeln", sagt Monika Gorniak, die die NSZZ in der Region Dolny Slask anführt. "Aktuell arbeitet vor allem unsere Gewerkschaft aktiv in den Handelsketten daran, dass die sich gewerkschaftlich organisieren. Mit der heutigen Aktion haben wir an die Chefs von Lidl ein Signal gesandt, dass es mit dem Einhalten von Arbeitsrechten nicht zum Besten bestellt ist.", fügt Ireneusz Wozniakowski hinzu, ein Gewerkschaftsaktivist. Die Aktion wurde von der Presse breit rezipiert wie auch von Vertretern von Lidl, die versuchten, die Organisatoren davon zu überzeugen, dass sie, bevor sie die Blumen an Verkäuferinnen an der Kasse aushändigen, zunächst ... die Zentrale um Erlaubnis fragen müssten. Blumen und Flugblätter, die zum Eintritt in die Gewerkschaft aufforderten, wurde an einige Dutzend Angestellte verteilt in sieben verschiedenen Filialen in Wroclaw. Ähnliche Aktionen fanden in Deutschland statt."
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Donnerstag 9. März 2006
zum Thema PRESSESTIMMEN
Zum Internationalen Frauentag am 8. März haben sich auch kirchliche Organisationen hinter die mehrheitlich weiblichen Beschäftigten bei Discountern gestellt. Sie unterstützen die Beschäftigten, sich für ihre Rechte am Arbeitsplatz einzusetzen und Betriebsräte zu wählen.
Neben Aldi und Schlecker nennen die Vertreter von Katholischer Betriebsseelsorge (BSS), Kirchlichem Dienst in der Arbeitswelt (KDA), der Evangelischen Arbeitnehmerschaft (EAN) und der Katholischen Arbeitnehmerschaft (KAB) explizit Lidl als ein besonders mitbestimmungsfeindliches Unternehmen, in dem Beschäftigte gezielt daran gehindert werden, ihre Rechte wahrzunehmen. Die gemeinsame Presseerklärung hat auch der Verein Weltwirtschaft,Ökologie und Entwicklung - WEED mit unterzeichnet.
Hier geht es zur Presseerklärung auf den Seiten des KDA, hier zur gleichen Erklärung auf den Seiten der KAB.
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Mittwoch 8. März 2006
Dienstag 7. März 2006
zum Thema AKTIONEN
Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Und wieder sind viele ver.di-Aktive unterwegs zu den Verkäuferinnen in den Lidl-Filialen landauf, landab. Sie bringen Blümchen, Grüße, Tipps und Tricks für erfolgreiche berufstätige Frauen.
UND DIESMAL SIND SIE NICHT NUR IN DEUTSCHLAND UNTERWEGS!
Auch in anderen europäischen Ländern sind Gewerkschafter bei Lidl unterwegs, in Grenzregionen zu Deutschland gemeinsam mit ver.di und dem DGB. In Berlin und Paris finden zeitgleich Filialaktionen statt, und auch in anderen Städten Frankreichs steppt der Gewerkschaftsbär bei Lidl. Ein "Grand Merci" an dieser Stelle an die Kolleginnen und Kollegen von der CGT!
Wir sind gespannt auf die Berichte - es wird sicher viel zu erzählen geben!
Mehr Infos zum Europäischen Aktionstag Lidl auf unserer Kampagnenseite
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zum Thema ANDERE BLOGS
Am 7. März 2006 startete die Initiative Mindestlohn von ver.di und NGG. Dazu gibt es auch ein Weblog, das sich auf Eure Diskussionsbeiträge freut.
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