Benny Adrion und der Lidl-Fußball-Cup
Benjamin Adrion, Mittelfeldspieler des FC St. Pauli, ist ein beliebter Mann. Jemand, der "über den Tellerrand des Fußballzirkus hinausschaut", wie es in einem Interview auf den Webseiten des VfL Bochum heißt. So engagiert sich der 25-jährige auch für eine bessere Trinkwasserversorgung in Kuba, das Projekt heißt "Viva con agua de Sankt Pauli". Kindergärten und eine Sportschule sollen dank der Unterstützung des Spielers und seiner Fans dauerhaft mit sauberem Trinkwasser versorgt werden können.
Engagement für Kinder und Jugendliche ist immer eine gute Sache – andernorts wie auch zu Hause. In diesem Sinn wohlmeinend trat "Benny" denn wohl auch an, um die sportliche Schirmherrschaft zu übernehmen für den Lidl-Fußball-Cup. Für das Turnier, das Lidl derzeit in zahlreichen Orten der Republik austragen lässt, stellte er Trainingstipps zusammen.
Dieses Engagement allerdings verstörte seine Fans: "Die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter/innen beim Lidl-Discounter sind unter aller Sau.Ich würde mich nicht als Spieler für solch eine Aktion hingeben!Wie schon im Posting davor erwähnt,finde ich es wichtig Benny drauf Aufmerksam zumachen mit was für einen Ausbeuter-Unternehmen er es zutun hat!Man kann sich nicht für eine gute Sache einsetzten und gleichzeitig eine schlechte(bezieht sich nicht auf ein Fußball-Tunier mit Kindern sondern einzig und allein mit dem Lidl-Discounter)unterstützen.
Hinter diesen Fußball-Tunier steckt Methode NUR deshalb organisiert Lidl solche.Schließlich ist es gute Werbung und bringt gute Presse für den Discounter,wer denkt da noch an billig Löhne,Entlassungen,Mobbing,Testkäufer,Bekämpfung und Verhinderungen von Gewerkschaften", schreibt Baskenmütze am 4. Mai 2006 im Forum des FC St. Pauli.
Diese Kritik hat Benjamin Adrion erreicht. Jetzt erklärte er im selben Forum:
"Liebe St. Paulianer,
in den letzten Tagen habe ich verstärkt Kritik einstecken müssen (sowohl hier im Forum als auch in persönlichen Gesprächen), weil ich mich bereit erklärt habe, für den Lidl- Konzern am Lidl-Fußball-Cup mitzuwirken.
Hierzu möchte unbedingt klarstellen, dass mir zum Zeitpunkt meiner Zusage überhaupt gar nicht bewusst war, um was für "Unternehmensstrukturen" es sich bei Lidl handelt. Für mich stand einzig und allein das Fußball-Event mit Kindern im Vordergrund, was ich für eine durchaus positive Sache hielt. Nachdem ich nun von vielen Seiten berechtigt hierfür kritisiert wurde, habe ich mich im nachhinein über Lidl und die Praktiken etc. schlau gemacht.
Hätte ich vorher gewusst, mit welchen Methoden dieser Konzern arbeitet, hätte ich mich
auf keinen Fall zur Teilnahme bereit erklärt, da es meiner Einstellung und meinen Idealen völlig widerspricht!!
Ich ärgere mich derzeit am meisten über mich selbst
Nun ist es für dieses Mal zu spät, aber ich möchte euch definitiv versprechen, dass ich mich zukünftig wesentlich besser über den background informieren werde, bevor ich einer Aktion zusage.
Somit Dank an alle, die mir hier meinen Horizont erweitert haben - aus Fehlern wird man klug...
Grüße, Benny"








